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Himmel und Erde

Himmel und Erde

Mama, wann sterben wir endlich?“ fragte mich meine Tochter in den letzten Wochen und Monaten immer wieder. Und immer wieder muss ich schlucken…es ist gar nicht so leicht, einer 4-Jährigen auf der einen Seite hoffnungsvoll und positiv vom Himmel zu erzählen, an den man glaubt und der wundervoll sein soll und gleichzeitig klar zu machen, dass man, obwohl da alles soooo viel besser sein soll, eigentlich gar nicht daran denken möchte, dass einer von unserer Familie bald sterben könnte….

Tatsächlich stellte sie diese Frage nicht aus Angst, sondern weil sie sich mit ihrer kindlich unbeschwerten Art einfach vorstellt, dass da alles schön ist bei Jesus. Sie hat das, was wir ja hoffen und glauben einfach für sich aufgenommen und hält nun daran fest. Und dann kommt diese Frage und ich bin peinlich berührt und weiß nicht, was ich sagen soll…“ähm…Ja…im Himmel IST alles schöner, aber ich bin froh dass ich dich habe und wäre auch froh, wenn du noch ein bisschen bei mir bleiben würdest!“ war mein erstes Antwortgestotter. Bis ich mich selbst mehr mit diesem Thema „Himmel“ und „Sterben“ beschäftigte.

In der aktuellen Situation ist es leicht, in den Gedankenstrudel reinzukommen und diese Sehnsucht nach der „besseren Welt“ zu bekommen. Davor versuche ich mich seit Jahren zu bewahren, denn ich weiß aus der Vergangenheit, wie stark diese Sehnsucht werden kann. Zu stark. Man kann wegdriften von Zuversicht, Perspektive und vor allem Lebenssinn und dann….ist es zu spät und es kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Was kann man tun?

Man kann die Frage und das Thema komplett verdrängen. Aber hilfreich ist es nicht. Ich habe einen anderen Weg gefunden:

Ich beschäftigte mich mit dem Thema, ging mit Gott ins Gespräch und stellte die Frage anders: Die Frage lautete nicht „Wann sterbe ich (endlich)?“ sondern „Warum bin ich (noch) hier?“ Und diese Frage möchte ich mir jetzt, wo der Corona-Koller langsam immer stärker wird (ja, nach 10 Monaten wird es sogar mir langsam zu einsam😊) bewusster stellen.

Nicht mit einem negativen und depressivem Klang, sondern mit dem Blick nach oben: „Herr, warum bin ich (noch) hier?“ Wenn ich noch hier bin, dann aus einem bestimmten Grund. Auch wenn derzeit alles eingeengt und perspektivlos erscheint. Auch wenn ich vielleicht nicht mehr so aktiv sein kann wie vorher und kaum noch Leute treffe – ich lebe und das ist gut so!

Genau das versuche ich meiner Tochter zu antworten und wenn ich die folgenden Sätze ausspreche höre ich, wie Gott MIR genauso antwortet: „Ich freue mich auch auf den Himmel. Aber DU bist ein Geschenk. Als du geboren wurdest, hab ich mich so sehr gefreut! Du bist gewollt und nicht ohne Grund hier. Gott hat noch was vor mit dir und solange er dich nicht zu sich holt, hat es einen Grund! Also freu dich über die Zeit hier, denn die Ewigkeit ist noch laaaaange. HIER bist du für uns ein Segen und für viele andere. Frag Gott doch einfach, womit er dich hier noch beschenken möchte und was er mit dir vor hat!“

Mir haben diese Konversationen mit meiner Tochter sehr geholfen. Ich möchte selbst wieder öfter und noch mehr nachfragen, was MEIN Grund ist, warum ich hier bin. Was hat Gott mit mir vor? Was darf / kann / soll ich noch erleben, tun, lernen?

Auch jetzt, wo wir in unserem Landkreis seit Wochen Zuhause sitzen und wenige direkte Kontakte haben wird es einen Grund geben, warum ich hier bin.

Ich habe die letzten Monate genutzt um bei mir selbst in die Tiefe zu gehen, mein Herz zu durchforsten und zu schauen, wie es darin aussieht und ich habe viel Zeit im Gebet und vor allem beim Zuhören verbracht. So konnte ich in den letzten Wochen mehreren Frauen Eindrücke und Bilder weitergeben, die ich von Gott für sie aufs Herz bekommen habe. Ich habe gesagt bekommen, dass es viel bewirkt hat und sie dadurch sehr berührt wurden.

Ich merke, dass es gut und wichtig war, dass ich die letzten Monate viel Zeit damit verbracht habe, meine Sinne für das Reden Gottes zu sensibilisieren und meine Beziehung zu diesem Gott zu vertiefen. So kann ich auch jetzt ein Segen sein und etwas bewirken, in dem ich prophetische Worte und Ermutigungen per Sprachnachrichten versende.

Du bist noch hier! Und das ist gut so! Gott kann und möchte dir auch jetzt begegnen und du kannst auch jetzt ein Segen für diese Welt sein. Wie? Finde es heraus, frage deinen Schöpfer, der dich bewusst und mit Vision geschaffen hat und der genau wusste, dass diese Zeit jetzt kommen wird. Du bist hier! Du lebst! Du machst Sinn! Nutze es!

„Ich will so bleiben wie ich bin!?“

„Ich will so bleiben wie ich bin!?“

(Beitrag auf Estherstoechter.wordpress.com)

Während ich am Laptop sitze um diesen Blogpost zu schreiben, stopfe ich eine Handvoll M&Ms in mich rein. Die Gelben mit Erdnüssen.

Tatsächlich kam mir die Idee für den Inhalt dieses Textes in dem Moment, als ich zum Wiederholten mal in die offene Tüte griff und mit mir selbst kämpfte. Denn eigentlich wollte ich keine Süßigkeiten essen. Meine App auf dem Handy, die meine Kalorien zählt hat es mir verboten, denn das Mittagessen war ein bisschen zu groß geraten….Aber wie so oft finde ich selbst wieder Argumente, warum ich diese Hand voll nun doch in meinen weit aufgesperrten Mund stopfe: „Ich lass mir doch von einer App nicht sagen, was ich tun oder lassen darf!“ oder „Ach, jetzt hab ich mir gerade neue Klamotten im Sale schon für den Sommer geleistet, dann wäre Abnehmen ja jetzt eh blöd!“ oder ganz einfach „Ich wollte ja noch einen Blogeintrag machen – dann hab ich wenigstens ein Thema!“

Vielleicht kennst du das auch, dieses Streiten mit sich selbst oder, wie man im Fachjargon sagt, „Selbstverarsche“. Denn es war ja nicht die APP die mir gesagt hat, dass ich abnehmen soll, sondern ich selbst hatte mich endlich mal wieder motiviert genug gefühlt, ein bisschen mehr auf meine Ernährung zu achten und dem Winterspeck ein bisschen Einhalt zu gebieten. Blöd nur, dass ich genau aus diesem Grund dann auch sagen kann, dass ich jetzt einfach nach drei Tagen das Experiment „Jeanstragen ohne rote Ränder am Bauch“ abbreche. Ich bin Weltmeisterin darin mich selbst von etwas abzubringen, nachdem ich endlich mal den Mut und die Motivation gebündelt habe um einen Next Step zu gehen. Und dann bin ich auch die Weltmeisterin im drüber jammern, dass ich es nicht durchgezogen habe.

Es gibt viele Argumente, die mich dazu bringen mein Vorhaben, ein paar Kilos abzunehmen, zu ignorieren: „Mein Mann liebt mich wie ich bin!“, „Gott liebt mich, wie ich bin“, „Es kommt auf die inneren Werte an“ und und und. Und dann kommt der alte Werbeslogan von einer Ernährungsmarke in den Kopf „Ich will so bleiben wie ich bin – DU DARFST!“

Und irgendwie stimmen die Argumente ja auch. Aber gleichzeitig weiß ich, dass ich selbst ja nicht da stehen bleiben will und mich zurücklehnen möchte. Dabei geht es jetzt nicht darum, dass ich immer einen Grund zum Kämpfen brauche oder alles anstrengend sein muss im Leben. Aber es geht darum zu verstehen, dass ich auf der einen Seite natürlich von meinem Mann geliebt werde und dass ich auch von Gott geliebt bin -aber gleichzeitig geht es mir selbst doch auch darum, dass ich gesund lebe, mich wohlfühle. Dass ich so bleiben DARF wie ich bin, aber es nicht MUSS.

Dieser Zwiespalt beschäftigt mich schon mein ganzes Leben: „Gott liebt dich, wie du bist!“ höre ich seit meiner Kindheit. Warum dann verändern? Warum dann abnehmen oder Verletzungen verarbeiten? Warum vergeben und versöhnen? Warum an sich arbeiten – wenn Gott mich doch so geschaffen hat und mich liebt?

Und dann fangen die Argumente an und tatsächlich wirken die kritischen Nachfragen schwerer und man ist kurz davor, die Hand, die gefüllt ist mit den M&Ms, mit Frust, mit Rachegedanken, mit Zweifeln, mit Wut und allem drum und dran wieder in den Mund zu stopfen, sich zurück zu lehnen und einfach zufrieden zu sein mit sich selbst.

Ich habe aber eins gelernt: Ich bin nicht zufrieden mit mir selbst. Denn ich habe immer wieder gemerkt, dass der innere Frieden und die Ruhe DANN da sind, wenn ich verstehe und weiß, dass ich geliebt bin und trotzdem Verletzungen und Verhaltensweisen in und an mir habe, die nicht dem ursprünglichen Gedanken Gottes entsprechen, sondern die entstanden sind in diesem Leben, in dieser Welt die alles andere als Perfekt oder „Das Paradies auf Erden“ ist.

Ich selbst entscheide, was ich in mich „reinstopfe“ – das gilt für das Essen, als auch für die Gedanken. Die Schokolade steht im Regal – manchmal habe ich sie selbst gekauft, manchmal wurde sie mir geschenkt oder mein Mann hat sie besorgt. Sie ist da. Aber sie ist noch nicht in meinem Mund. Und sie ist auch nicht immer und grundsätzlich schlecht. Die Frage ist, ob ich selbst die Kontrolle habe und die Verantwortung übernehme, wenn ich sie öffne und esse.

Verletzungen und der Schmerz der dadurch entsteht – auch sie existieren in unserem Leben manchmal, weil wir sie selbst zufügen, manchmal weil sie uns zugefügt werden und manchmal sogar, weil sie aus anderen Generationen weitergegeben werden. Aber die Frage ist, ob du die Kontrolle hast und den Schmerz in dich hineinstopfst, weil es einfacher ist, sich zurück zu lehnen weil man eben so ist, wie man ist, oder ob es dran ist, aufzustehen, den Schmerz zu betrachten und zu entscheiden, ihn nicht rein zu lassen. Der Schmerz, die Verletzungen können schnell Verhaltensmuster verursachen, die noch mehr Verletzungen hervorrufen oder sogar Verbitterung bewirken. Man macht zu. Man wehrt sich. Man zieht sich zurück

Das ist nicht das Leben, das Gott sich gedacht hat. Jesus selbst sagte einmal, dass er das Leben in der Fülle bereit hält für uns. Eine gesunde Fülle. Eine Fülle, die nicht so ist, wie wenn man gerade 500 Gramm M&Ms in sich reingestopft hat, sondern die Fülle, wie nach einer gesunden, leckeren Bowl. Das ist sein ZIEL für uns. „Sünde“ bedeutet „Ziel verfehlt“. Trage ich weiterhin Verletzungen und Dinge mit mir rum, die mich davon abbringen, mit Frieden und Ruhe ein Leben in der gesunden Fülle zu leben – dann ist das genau so, wie wenn ich mich täglich vollstopfe mit ungesundem Zeug: Ich lehne mich zurück und werde dicker und dicker und irgendwann platz ich!

Ich habe nun runtergeschluckt. Und ich verurteile mich nicht. Ich hab mein Ziel, heute keine Süßigkeiten zu essen, verfehlt. Schade, aber nicht zu ändern. Ich entschließe mich also, den Rest des Tages standhaft zu bleiben. Nicht, weil es eine Regel ist, die ich einhalten soll, sondern weil ICH für mich weiß, dass es langfristig besser ist, wenn ich bedachter esse und mir genüsslich ein Stück Schokolade gönne, wenn es dran ist.

Ich habe in meinem Leben viele Ziele verfehlt – immer wieder. Ich lehne mich nicht zurück und belüge mich, in dem ich sage „Ist doch egal“, aber ich mach mich auch nicht fertig. Ich stehe auf, schaue mir an, was genau es war. Ich bete, dass mir Gott zeigt, wo der Ursprung meiner Verletzungen und Verhaltensmuster liegt, ich bearbeite es mit ihm, geb es ab und versuche, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Ich möchte dich heute ermutigen, die Balance für dich zu finden

Verurteile dich nicht, mach dich nicht fertig. Aber bleib auch nicht resignierend stehen. Gott liebt dich, wie du bist. Aber du musst nicht so bleiben, sondern kannst dich immer mehr zu der Person verändern, die er von Anfang an in dir gesehen hat und immer noch sieht: Rein, kostbar und von unbegrenztem Wert.

„FREE THE TREE“

Unser Garten war einmal von einer Hecke umgeben. Die Betonung liegt auf WAR.
Auch die drei Obstbäume die auf der Wiese stehen, waren bestimmt einmal wunderschön und brachten viele leckere Früchte im Sommer. Leider ist von der Hecke nicht mehr viel zu sehen. Nur vertrocknete Zweige schauen noch heraus aus einem Meer von Efeu.

Über Jahre hat sich der Efeu ausgebreitet und nicht nur die Hecke erstickt, sondern auch zum Teil die Obstbäume. Leckere Äpfel oder Pflaumen gab es keine mehr, denn sowohl Stamm als auch Zweige waren eingeengt und überwuchert.

Als ich am Sonntag entspannt unter einem der Bäume in meiner Hängematte lag, konnte ich plötzlich nicht anders: Ich sprang auf, ging in de Schuppen, holte Werkzeug, bat meinen Mann eine Leiter zu bringen und nahm mich dem armen Baum an. Kommando „Get free für die Bäume“ wurde ausgerufen und je mehr ich den Baum befreite, desto freier fühlte ich mich selbst. In ca. 30 Minuten war der Baum von den engen Schnüren befreit, der Rasen mit Efeu übersät und ich mit Rinde und diversen Insekten verziert. Diese 30 Minuten waren aber so gefüllt mit Gedanken, dass ich an diesem Sonntag meine zweite Predigt bekam:) Das befreien des Baumes und wie ich da dran gegangen bin, konnte ich voll auf mein Leben übertragen.

Am Anfang wuchsen die kleinen Efeu-Ranken unscheinbar und man nahm sie nicht als „gefährlich“ wahr. Im Gegenteil: Eine Freundin sagte direkt beim Anblick des Gartens: „Wie cool. Wenn du mal ne Tischdeko benötigst, kannst du einfach den Efeu aus dem Garten nutzen.“ Ja, Efeu an sich ist nicht gefährlich und sogar irgendwie romantisch und schön. Das Problem hier war, dass es sich um OBSTbäume handelte. Der Efeu krabbelte immer weiter den Stamm hoch, wurde immer stärker und machte sich irgendwann so breit, dass die Rranken in den Stamm hineinwuchsen. Irgendwann ist war es so eng und so überfüllt, dass der Baum selbst sich nicht mehr voll entfalten konnte. Die Kraft schwindete, die Äste konnten nicht mehr richtig ausschlagen. Es kamen keine Früchte mehr und der Baum begann schon an manchen Zweigen abzusterben. 

Bei uns wachsen manchmal so kleine Gedanken langsam und unscheinbar unseren Gedankenstamm hoch. Erst unscheinbar, dann vielleicht sogar wahrgenommen aber nicht wirklich als Bedrohung gesehen. Aber was, wenn diese negativen Gedanken sich einfach weiter ausbreiten? 
Ich kenne das aus eigener Erfahrung sehr gut: Negativ Gedanken, Zweifel und schlecht vermittelte Kritik fressen sich in unseren Stamm, nagen sich fest, wachsen, werden stärker, schnüren uns irgendwann immer mehr ein und das selbstbewusste, starke „ICH“ kann nicht wachsen. Die Entfaltung ist gestoppt und langsam aber stetig, sterben Teile ab und es kommen keine guten Früchte mehr…Tatsächlich fühlte sich mein Kopf und meine Gedanken schon öfter so überwältigt von schlechten Gedanken über mich selbst, dass das Bild einer Baumkrone voller Efeu hier sehr gut passt.

Aber man kann es angehen. So wie ich den Efeu beseitigt habe.
Was ich gelernt habe:

1. Man braucht das richtige Werkzeug

Ich begann zuerst mit mit einer kleinen Gartenschere, die dicken Efeu-Haupt-stränge durchtrennen zu wollen. Ein enormer Kraftakt. Ich kam nicht durch und tat dem Stamm des Baumes dabei oft nicht gut. Mein Mann brachte mir drauf eine andere Gartenschere, die eher einer langen Zange glich. Die Hebelwirkung war anders und so konnte ich auch die dicksten Stränge ganz einfach durchtrennen und vom Baumstamm lösen.

2. Kleine Schritte
Wenn der Strang zu stark ist, zerstückel ihn in kleine Teile. Man muss nicht gleich ALLES schaffen. Aber es ist schon mal gut, manche Gedanken erstmal zu teilen. Stück für Stück die Ranke zu verkleinern und somit erstmal von der Kraftquelle abzutrennen. Manchmal kann man nicht direkt nachverfolgen, WO der Ursprung dieser Lügen oder Gedanken ist. Dann fange bei dem an, was dir auffällt, kappe es vom Rest ab. Und DANN verfolge weiter, wenn du merkst, dass da wieder etwas wächst.

3. Kappe den Weg zur Quelle
Ich habe gelesen, dass man manchmal die Wurzel gar nicht erst entfernen kann. Aber man kann das Wachstum verhindern, in dem man sofort die neuen Sprosse entfernt, sobald sie auftauchen. So wird der Wachstum immer mehr verhindert und irgendwann wächst die Pflanze einfach nicht weiter.  Wenn du merkst, die Wurzel kann gerade nicht geortet werden – checke einfach, wenn wieder ein Gedanke weiter wachsen will und „schneide“ ihn direkt ab.

4. Entsorge richtig

So wie ich die Schubkarren beladen habe und alle Ranken entsorgte, muss und darf ich auch meine abgekappten Gedanken und Lügen, von denen ich mich trennen will, zur „Grünabfall-Stelle“ bringen. Das ist bei mir Jesus. Ich bringe es hin, schmeiss es vor seine Füße und sage: „Bitteschön. Einmal verbrennen!“ Klar kann ich es auch theoretisch alles neben dem Baum einfach liegen lassen. Aber dann müsste ich ständig drauf schauen und die schöne Ansicht des Baumes erinnert mich jedes Mal neu an alles, wovon ich ihn gerade erst befreit habe.

5. Hole Hilfe

Ich bin bei dem Baum nur bis zu einer bestimmten Höhe gekommen. Weiter traute ich mich nicht. Mein Mann hat den letzten Part übernommen, denn wir wollten es komplett durchziehen. Gemeinsam haben wir es geschafft.

 

6. Manchmal ist es weniger als man denkt

Vor allem am Ende wurde mir eines bewusst: Es sah nach SEHR Viel aus. Die Krone schien noch sehr voll. Tatsächlich waren es aber nur ZWEI Ranken, die sich da am Ende noch austobten. Es waren keine 30, obwohl es 

danach aussah. Man musste nur an zwei Hauptsträngen ziehen und langsam löste sich das komplette Geflecht.

Diese Aktion hat mich ermutigt, immer wieder meine Gedanken, wie diesen Baum, anzuschauen.

Ich will mir regelmäßig meine Zeit in der Gedanken-Hängematte gönnen, wo ich meinen „Baum“ anschaue und prüfe, wo sich wieder etwas breit machen will, was nicht haben möchte. Und ich bin sicher: Manche Stränge werde ich Anfangs vielleicht einfach wachsen lassen. Aber ich habe sie im Auge und checke regelmäßig, wie viel Platz sie einnehmen und wie stark sie

 werden, damit ich schnell reagieren kann, wenn der Baum in Gefahr ist.