Monat: September 2019

Vom Suchen und Finden

Vom Suchen und Finden

(geschrieben am 4.4.2015)

Vor einigen Jahren sah ich ein Video auf Youtube, bei dem ein genialer Maler ein Bild von Jesus zeichnet. Im Hintergrund läuft die Musik von David Crowder („The Glory of it all“).

Das Video berührt mich immer wieder, wenn ich es sehe und macht mir immer wieder bewusst, wie wichtig es ist, die Sichtweise zu hinterfragen oder zu ändern. Tiefer zu sehen. Sich vielleicht auch mal auf den Kopf zu stellen um das WAHRE Bild dahinter zu sehen.

HIER ist der Link zum Video, das mich zu diesem Text inspiriert hat.

 

„Wo bist du?“ frag ich dich so oft,

wenn ich durch die Straßen und Gassen der Großstadt „Alltag“ irre.

Auf dem Weg zu einem Ziel, das ich nur wage kenne.

Ich weiß, du bist neben mir, bei mir, mit mir.

Und doch erkenne ich dich oft nicht.

Nicht nur dich. Ich erkenne oft noch viel mehr nicht:

Dich. Deinen Geist. Deinen Auftrag. Deine Sicht der Dinge.

Und ich stolpere durch die Gassen.

Ich tanze durch die Straßen.

Ich taste mich nachts voran.

Immer auf der Suche nach dir, deinem Auftrag, deinem Sinn für mich.

Und ich höre viel. Ich höre Stimmen. Laute. Musik. Töne. Geschrei.

Und ich sehe viel: Ich sehe Wege. Mauern. Gebäude. Bäume.

Ich begegne vielen: Bettlern. Kindern. Gelehrten. Erfahrenen.

Und ich suche und suche und suche. Bemühe mich zu erkennen…

um schließlich festzustellen, dass ich dir längst schon ins Gesicht blicke.

Dass dein Blick schon längst in meinen Augen ruht.

Und ich mich selbst einfach vor Anstrengung auf den Kopf gestellt habe.

Ich habe einfach nicht genau hingesehen.

Ihr Tanz des Lebens

Ihr Tanz des Lebens

Der Blick auf die Füße gerichtet.

Das Pochen wird stärker.

Kleine, rote Flecken sind an den rosa Spitzenschuhen zu sehen.

Sie beschmutzen den Anblick der Perfektion und doch…

Beweisen sie etwas.

Sie sind der Nachlass des Übens.

Eine Pirouette, schön auf den Spitzen stehen um dann… bei der nächsten Drehung wieder zu stürzen.

Die Musik spielt weiter.

Leise Streicher, laute Pauken – das Orchester des Lebens wartet nicht.

Der Tanz ist da um getanzt zu werden.

Wieder aufgestanden, der Blick und das Kinn nach oben gerichtet.

Nicht aufgeben. Es geht weiter.

Und eins und zwei – die ersten Schritte werden wieder getan.

Noch fühlen sich die Positionen unsicher an. Die Ballance zu halten ist nicht leicht.

Ein kleiner Hauch gegen das Standbein und sie schwankt, kann sich gerade noch halten oder auch nicht.

An manchen Tagen verliert sie sich im Üben und vergisst doch ihren Traum.

Immer verschwommener wird er, gleitet dahin und scheint kaum noch greifbar.

Die Realität hingegen ist greifbarer als erwünscht:

Sie sitzt am Boden, betrachtet ihre geschwollenen Füße.

Das kalte Wasser tut gut und verlockt, einfach sitzen zu bleiben.

Verlockt dazu sich auszuruhen um schließlich zu warten.

Zu warten um dann schließlich bequem zu werden.

Bequem zu werden um dann schließlich den Traum ganz zu vergessen.

Doch halt. Das ist es nicht, was sie will.

Die Schuhe streifen über die Wunden.

Sie scheinen enger als vorher, aber sie passen noch.

Schließlich sind diese Schuhe für genau diese Füße gemacht.

Sie hebt ihren Blick, schließt ihre Augen und fühlt es wieder:

Ihre Sehnsucht.

Ihr Traum:

Frei wie ein Vogel. Nichts was einengt. Nichts was fesselt. Nichts was zurück hält.

Alles, was die Schritte vorgibt ist die Musik. Ohne auf den Takt zu achten, passt jede Position, jede Haltung, jeder noch so kleine Schritt.

Sie bewegt sich graziös und jede Phaser ihres Körpers zeugt von Sicherheit.

Sie ist eins mit der Musik.

Sie dreht sich im Wind, ihre Arme sind frei.

Sie ist frei in ihrer Choreographie.

Das ist es, wozu sie lebt. Das ist es, wozu sie bestimmt ist.

Das ist ihre Musik.

Das ist ihr Tanz.

Das ist ihr Leben.