Was mir die Untreue eines Pastors über wahre Liebe zeigte

Gerade hörte ich (mal wieder) von einer Nachricht, die viel in mir auslöste:
Gestern noch scherzte ich im Austausch über die Präsidentenwahl mit einem Freund, dass ich bei der nächsten Wahl am liebsten eine bestimmte Person als Kandidat sehen würde.
Einen Pastor, der in den USA und darüber hinaus sehr bekannt ist und lange ein Vorbild war – nein sogar noch IST.

Heute musste ich in seinem persönlichen Instagram Post sein Statement dazu lesen, dass er seine Aufgabe als Pastor ab sofort nicht mehr wahrnehmen kann und wird, weil er seiner Frau bzw. seiner Familie untreu war. Der Schritt, nun eben nicht mehr als Pastor zu arbeiten ist für viele eine logische Konsequenz und nachvollziehbar.
Sein Statement ist so, wie alles, was er bisher öffentlich gesagt oder auch geschrieben hat: Ehrlich, reumütig, reflektierend und konsequent: Er schreibt: „Wenn du die Berufung als Pastor akzeptierst,
musst du so leben, dass du dieses Mandat ehrst, dass es die Kirche ehrt und
dass es Gott ehrt. Wenn das nicht passiert, muss eine Veränderung
stattfinden.“ Er schreibt unter anderem weiter, dass er in den
letzten Jahren nicht ausreichend auf seinen eigenen Geist geachtet hat, dass er seine eigene Seele nicht gut gefüllt hat und Hilfe nicht angenommen hat, wo sie notwendig war. Und weiter „Wenn du aus einer Leere leitest, triffst du
Entscheidungen, die echte und schmerzhafte Konsequenzen haben.“ usw.

Warum schreibe ich, dass er für mich nach wie vor ein Vorbild ist?
Weil er nach wie vor ehrlich zu seinen Fehlern steht, um Vergebung bittet, seine Konsequenzen zieht und ehrlich mit allem umgeht.

Und ich habe für mich erkannt: Die Gefahr oder die Schwierigkeit für
mich (und bestimmt auch für viele andere) ist, durch diesen Fehler, den er begangen hat, nicht alles, was er bis hierhin gesagt, gepredigt, geschrieben und gelehrt hat, in Frage zu stellen.

Den Fehler nicht schwerer und gleich zu gewichten, wie alles andere oder sogar schwerer als die PERSON und den MENSCHEN.

Meiner Meinung nach ist das genau das, was wir aber kennen: Jemand verletzt, jemand macht einen Fehler und schon ist er abgeschrieben und man möchte am liebsten alles, was mit der Person in Verbindung steht, aus dem Leben entfernen. Aber so möchte ich nicht sein!

Ich möchte immer mehr danach streben zu LIEBEN. Wenn ich die Bibel anschaue, dann steht da viel, was das genau bedeutet: Geduldig sein, sanftmütig sein, vergeben, nicht eifersüchtig sein, das Beste für den Anderen wünschen… Wenn ich daran glaube, dass Jesus mir alles vergeben hat und ich diese Vergebung annehmen darf – und wenn ich das Ziel habe, Jesus ähnlicher zu werden und mit seinem Blick der Liebe zu sehen, dann möchte ich mich auch dazu entschließen, den Schmerz Gottes zu spüren: Und dieser Schmerz ist anders als unser Schmerz.

Der Schmerz Gottes gilt auch den Menschen, die direkt oder indirekt von dem Fehler betroffen sind.
Der Schmerz Gottes gilt aber auch dem „Täter“ und dem „Opfer“ gleichermaßen. Das ist für uns unbekannt – denn wir stehen meist auf der Seite des Opfers. Verständlich, denn wir wollen Gerechtigkeit!

Seit ich mich dazu entschlossen habe, merke ich, wie ich nicht auf das Vorbild oder die Person wütend bin, sondern wütend, weil ich sehe, welche Auswirkungen es auf die Herzen von Menschen und auf alles Gute, was die Person gesagt und bewirkt hatte, hat. Ich fühle den Schmerz für die Ehefrau aber gleichzeitig den Schmerz für IHN und den Schmerz für die Frau, mit der er die Ehe gebrochen hat.

Ich glaube an eine geistliche Welt und an einen Kampf darin und ich
entscheide mich zu sehen und zu verstehen was es heißt, wenn Paulus uns in der Bibel warnt „Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen,
sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ (Epheser 6,12 – Luther Übersetzung).

Wie gesagt, ich STREBE danach. Das heißt, dass ich selbst es auch oft nicht hinbekomme.  Mein Gerechtigkeitssinn ist doch sehr stark ausgeprägt…Aber ich möchte an den Punkt kommen, wo ich mit Gottes Herzen sehe und handle. Wo ich seinen Schmerz spüre und aushalten kann. An den Punkt, wo ich FÜR die Betrogenen UND die Betrüger bete. An den Punkt, wo ich sogar MEHR für diejenigen im Gebet kämpfe, die selbst aus Gottes Gegenwart gehen – ob kurz oder lang. Ich möchte an den Punkt kommen, wo ich Menschen, die aufgrund von Verletzungen oder sogar falschen Einstellungen handeln und verletzten nicht beschimpfe oder verjage, sondern zumindest innerlich mitleide, um sie trauere und für sie bete.  Das heißt NICHT, dass das Fehlverhalten, die Tat oder was auch immer dadurch gutgeheißen oder gar entschuldigt wird. Aber es bedeutet, dass ich der Tat nicht erlaube, meinen Schmerz zu benutzen um Hass zu entwickeln.
Das ist schwer. Das ist hart. Und ich wünsche mir nicht, dass ich darin getestet werde, indem ich selbst so verletzt werde und ich hoffe, bete und kämpfe dafür, dass ich selbst nicht verletze -..und doch gehe ich den mutigen Schritt und sage: ICH STREBE NACH DIESEM LIEBENDEN HERZEN GOTTES.

Ich glaube, wenn wir das endlich verstehen und alle danach streben, dass wir uns mit dieser vollkommenen Liebe füttern, dass diese Liebe den Schmerz und Verletzungen zulässt und aushält – dann könnte diese Welt so viel anders aussehen. Denn dann würde „Rache“ gar nicht existieren.

WHO ARE YOU

WHO ARE YOU

Oft lag lange ein weißes Blatt vor mir, wenn ich mich selbst beschreiben oder gar präsentieren sollte.
Und wenn dann endlich etwas auf dem Papier stand, dann Dinge, die ANDERE über mich gesagt hatten oder etwas, das ich irgendwie durch Noten oder schriftliche Bewertungen belegen konnte.
Es ist ein großer Schritt, wenn jemand aufhört, sich selbst mit den Augen anderer zu sehen. Es ist ein weiterer großer Schritt, sich selbst mit eigenen Augen zu sehen.
Aber es ist der größte und gleichzeitig einfachste Schritt, sich mit den Augen des Schöpfers zu sehen:
Lass die Stimmen anderer und die eigene Stimme die von anderen geprägt ist, vorüberziehen und lerne die eine Stimme von allen anderen zu unterscheiden.
Die eine Stimme dessen, der dich als Vision in seinem Kopf hatte, der diese Vision aus gutem Grund Realität werden ließ und der genau weiß, was er alles in dich hineingelegt hat.
Wie das geht? Lies die Bibel um diese Person (Gott) kennen zu lernen und das Herz von ihm zu sehen.
Und dann setze dich hin, frage nach seinem Blick und warte. Ich lerne so
immer mehr, wer ich bin- in Gottes Augen.:
Eine Frau mit Wunden, mit Narben und mit blauen Flecken auf dem Herzen. Eine Frau, die aufgrund dieser Wunden oft verletzt hat und ungewollt immer wieder verletzt.
Eine Frau, die ihre Wunden immer mehr heilen lässt und anschaut, was diese Wunden verursacht hat, um sich dann davon zu lösen.
Ich sehe eine Frau mit einem großem Herzen, mit Stärke und Befähigung. Eine Frau mit Emotionen und Empathie und Leidenschaft, die wichtig und gut sind, die aber manchmal noch ein bisschen kontrolliert werden müssen.
Ich sehe so viel mehr und so viel mehr Gutes, wenn ich mich mit SEINEN Augen sehe….
Wer bist du in seinen Augen?

Drachenflug

Drachenflug

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Nicht frei wie ein Vogel, der zwar in Freiheit lebt, aber sich immer wieder in seinem Nest versteckt und schreckhaft davon fliegt.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Bunt und facettenreich, hoch steigend und wiegend im Wind.

Ich will mit dem Wind tanzen, ihn nutzen und auskosten,

ich will neue Perspektiven gewinnen und das Leben, wie den perfekten Tag für einen Drachen leben:

Das Licht der Sonne auffangen und dabei in den schönsten Farben leuchten,

den Wind schätzen, der mich erst zum Fliegen bringt und die Weite genießen.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Nicht frei wie der Wind, der weht wo und wann er will und der dabei, je nach Stärke, auch Zerstörung bringen kann.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Frei und doch gebunden. Festgehalten und im Blick dessen, der mich lenkt.

Er lässt mich höher steigen und den Flug genießen und freut sich an mir.

Er steuert mich mit Blick auf den Wind.

Er rennt mit mir, lachend und sich freuend.

Ich will gebunden wie ein Drachen sein.

Verbunden mit dem, der weiß, wann ich höher steigen kann und wann es Zeit ist, die Leine kürzer zu halten.

Gehalten von dem, der den Wind kennt und mich vor ihm schützt, wenn er für mich nicht aushaltbar wäre.

Herausgefordert von dem, der den Wind aber auch nutzt um mir das Fliegen in den höchsten Höhen beizubringen. Nicht um losgelöst fliegen zu können, sondern um das Zusammenspiel zwischen mir und ihm zu festigen.

Er weiß, was er mir zutrauen kann, welche Höhen und Windstärken mich tanzen lassen anstatt mich zu zerstören.

Und ich weiß, dass er mich nicht loslässt.

Ich vertraue, dass er mich hält – auch wenn er dem Wind trotzt.

Ich will frei wie ein Drachen sein – gehalten und verbunden

Bis ich tatsächlich fliege in die allerhöchste Höhe.

Bis ein Teil von mir mit dem Wind verweht und die Schnur und der Lenker immer noch in der Hand des Mannes liegen, der mich dann mit Nachhause nimmt.

SelbstLIEBE oder „Date mit Gott“

SelbstLIEBE oder „Date mit Gott“

„Ich liebe mich. Denn ich bin immer für mich da. Ich liebe mich. Ich frage mich und sage ja. Ich liebe mich. Ich liebe mich….“ Das war mal ein Song in meiner Teenagerzeit, der immer wieder auf VIVA lief:) Passend zum heutigen Thema: Selbstliebe.

Beim letzten Post ging es um das Thema „Self-Care“ – also Selbst-Fürsorge.

Ich habe in einem Satz etwas provoziert und gesagt, dass es wichtig ist, sich selbst zu LIEBEN. Warum das provozierend ist?

Ich habe schon öfter Diskussionen über diesen Begriff geführt und gemerkt, dass es bei manchen Menschen gar aufstößt, wenn man von „SelbstLIEBE“ redet. Warum ist das so? Darf man so nicht denken?
Ich könnte mir vorstellen, dass es dafür viele Gründe gibt, die aber (und das ist meine Hypothese), mit einem selbst und dem Selbstbild zu tun haben. Schon bei der Frage „Was MAGST du an dir?“ kommen ja viele Menschen (mich eingeschlossen) ins Stottern und grübeln und es dauert lange, bis wenigstens mal EIN Punkt genannt werden kann.
Aber wurdest mal gefragt, was du an dir nicht magst? Na? Wie lange hat es gedauert, bis die Antworten raussprudelten? 2 Sekunden? 3 Sekunden?

Es fällt uns leicht darüber nachzudenken und zu reden, was uns daran hindert uns selbst als liebenswert zu erachten.

Uh. Tief!

Die Frage ist: Was ist LIEBE? Wie definieren wir sie?

Und ich provoziere jetzt nochmal und es ist nur eine These, aber: Ich behaupte, viele denken bei Selbst-Liebe an Selbst-Befriedigung. Und das meine ich hier nicht (nur) im Körperlichen Sinn. Sondern damit: Wir sehen oft im Partner (bewusst oder unbewusst) jemanden, der dazu da ist unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse zu stillen. Wir suchen nach Menschen, die uns annehmen, Geborgenheit geben, ermutigen, wertschätzen und bedingungslos annehmen – mit allen Ecken und Kanten. Wir suchen also Menschen, die uns immer wieder das Gefühl von innerem Frieden geben, oder eben: Uns befriedigen. Denn: Meist geht das einfach mit einem kurzfristigen Gefühl von Frieden einher. Wie schnell finden wir uns wieder in einer Unruhe, in Zweifeln, in Sorgen?! Ich behaupte: TIEFEN und LANGFRISTIGEN FRIEDEN kann uns kein Mensch geben. Daher: Befriedigung. Kurzfristig und für diesen kurzen Zeitraum gut.

Wenn ich aber LIEBE anders definiere und damit auch die Selbst-LIEBE einrechne, dann geht es da um mehr als um eine Befriedigung. Es geht um tiefen Frieden. Es geht um Ankommen statt um Umherirren. Es geht um ein langfristiges Zuhause, statt um einen netten Urlaub. Es geht um Ruhe.

Wenn mich jemand fragt, was Liebe ist, kommt mir immer wieder und häufiger die Definition der Liebe aus der Bibel in den Sinn:

„Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.“ (Die Bibel. 1. Korinther 13,4-7)

Wie friedlich wäre es, wenn ich so mit mir selbst umgehen würde?! Wenn ich mir gegenüber mehr Geduld zeigen würde und freundlich über mich selbst reden und denken würden? Wenn ich nicht versuche, mich selbst größer, besser und wichtiger darzustellen? Wenn ich nicht selbstsüchtig bin und nur noch an mich denke, sondern einfach so im Reinen mit mir bin, dass ich gerne und großzügig abgebe und teile, weil ich nichts verliere sondern dazugewinne?
Wie könnte mein Leben aussehen, wenn ich mich darüber freuen könnte, dass ich die Wahrheiten über mich begreife und glaube und die Lügen und negativen Dinge, die über mich ausgesprochen wurden, einfach an mir abprallen? Wenn ich der Glaube zu einer tiefen und doch demütigen Überzeugung werden würde, dass ich gewollt, geliebt, angenommen, berufen, befähigt, mehr als genug, genau richtig und einfach wunderbar gemacht bin?

Und wenn das nicht nur bei mir so wäre, sondern bei dir und deinen Freunden und bei jedem? Die Welt könnte eine andere sein.

Ich bin immer mehr dabei, diese andere Welt kennen zu lernen und zwar dann, wenn ich Zeit mit dem habe, der genau dieses Liebe so lebt: Mein Schöpfer. Gott!

Wenn ich ihn bitte, mir seinen Blick für mich zu zeigen, dann spüre ich einen Ansatz von dem, wie es sein kann: Dann spüre ich Geduld, Freundlichkeit und Gnade. Und dann schaffe ich es auch immer wieder und immer besser, diese Liebe für mich selbst zu haben.

Mich selbst zu lieben bedeutet also für mich, regelmäßig, ja sogar (be)ständig mit diesem Gott zusammenzusein, der mir diesen tiefen Frieden durch seine vollkommene Liebe schenkt, indem er mir zeigt, wie er mich sieht. Dass ich mir die Zeit nehme und diese Entscheidung treffe, ist mein persönlicher Akt der Selbstliebe.

Go and love yourself!

Ein Date mit mir

Ein Date mit mir

Musstest du dich schon mal so richtig aufraffen um dich mit deinem Ehemann, deiner Frau, deiner besten Freundin oder besten Freund zu treffen?
Egal, ob es jetzt ein Candle-Light-Dinner ist, ein Kinobesuch oder einfach die Verabredung, gemeinsam auf der Couch im Wohnzimmer zu sitzen und einen Film zu schauen?

Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, dass mir das jemals schwer fiel. Für ein Date mit meinem Mann oder für die Einladung meiner besten Freundin würde ich im Normalfall alles andere hinten an stellen. Das liegt vielleicht daran, dass mir „Zweisamkeit“ oder „Ungeteilte Aufmerksamkeit“ sehr wichtig ist.

Kleiner Exkurs: (Falls du schon mal von den 5 Sprachen der Liebe gehört hast, sagt dir das bestimmt etwas. Falls nicht: Es gibt die Theorie, dass jeder Mensch seine Liebe zu anderen auf eine bestimmte Art schwerpunktmäßig ausdrückt. Diese Art wird in dieser Theorie als „Sprache“ bezeichnet und es gibt 5 davon: 
* Geschenke

* Zärtlichkeiten
* Lob und Anerkennung
* Dienen/Helfen
* Ungeteilte Aufmerksamkeit (Zweisamkeit)

Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch eben Liebe durch mind. eine „Hauptsprache“ ausdrückt. Das muss aber nicht zwingend heißen, dass er sich auch nur auf DIESE Art von anderen geliebt fühlt. Person X kann zum Beispiel gerne Geschenke machen und zeigt somit Zuneigung. Wenn ihr aber jemand etwas schenkt, fühlt sie sich nicht unbedingt geliebt. Person X fühlt sich viel eher geliebt, wenn jemand sie lobt und ihr Anerkennung zuspricht. So viel zum kleinen Ausflug. Mehr kannst du selbst nachlesen („Gary Chapman: Die 5 Sprachen der Liebe“)


Jedenfalls: Ich fühle mich vor allem geliebt, wenn jemand, den ich sehr mag, nur mit mir Zeit verbringen möchte. Ich habe in diesem Bezug zwei Dinge gelernt. Heute nehme ich dich in den ersten Punkt mit rein:

  1. Es ist wichtig, dass ich mich selbst so sehr wertschätze, wie ich andere wertschätze!

oder in meinem Fall spezifischer ausgedrückt: Es ist wichtig, dass ich mir selbst genau so ungeteilte Aufmerksamkeit schenke, wie ich sie mir von anderen wünsche.

Um so richtig schön zu provozieren: Es ist wichtig, dass du dich selbst LIEBST!

In der Bibel heißt es ja so schön „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!“ Meist lieben wir aber die Nächsten mehr als uns selbst. Andere lieben sich selbst zu sehr und vergessen die Anderen. Die Balance ist wichtig.

Ich selbst habe jahrelang keine Zeit alleine verbringen können. Es gab eine Zeit, da bin ich zu Freunden gezogen, wenn mein Mann zu einer Fortbildung musste oder länger unterwegs war. Sobald ich Zuhause war und er noch arbeitete, schaltete ich den Fernsehr, das Radio oder ein Hörspiel an – nur um das Gefühl zu haben, nicht alleine zu sein. Ich kenne einige Leute, die nicht gerne alleine sind. Und wenn sie es sind, sind sie mit ihren Gedanken nicht bei sich, sondern NUR bei anderen: Da wird gechattet, geschrieben oder darüber nachgedacht, was man der anderen Person Gutes tun kann….

Ich habe in den letzten Jahren immer mehr gelernt, Zeit mit mir zu verbringen und diese Zeit und mich selbst auch zu schätzen.

Anstatt darüber nachzudenken, wie ich bei einem Date meinem Mann eine Freude machen kann, habe ich darüber nachgedacht, was MICH freut.

Anstatt für meine Freundin ein Menü zu überlegen, habe ich mir selbst mein Essen nicht einfach auf den Teller geknallt, sondern es schön angerichtet und dekoriert.

Anstatt jemandem einen Brief zu schreiben, habe ich mir selbst einen Brief geschrieben, ihn versiegelt und datiert auf 5 Jahre später…

Die Möglichkeiten sind grenzenlos.
Weißt du, was passiert, wenn ich mehr „Self-Care“ (Selbstsorge) betreibe?Mein Mann ist entspannter und mein Umfeld nimmt mich anders wahr. Warum? Weil ich mein Wohlbefinden und mein Wert-Gefühl nicht davon abhängig mache, ob andere ihre Liebe zu mir auf die Art ausdrücken, wie ich es brauche.

Die Frage ist einfach: „Bist du dir so viel wert, wie andere es dir sind?“
Nicht weniger wert, nicht mehr wert, sondern genau so viel?
Wenn ja- super! Wenn Nein – Nimm dir Zeit für dich, horche in dich rein und mach einen check.
Meine Freundin und ich haben uns vorgenommen uns immer wieder regelmäßig upzudaten: Wie geht es uns? Was fordert uns derzeit heraus? Wo wünschen wir uns Gebet vom anderen? Was klappt derzeit gut?
Warum dich nicht selbst als Freund oder Freundin sehen und dir in regelmäßigen Abständen selbst auch diese Frage stellen?
Lerne dich kennen und lieben – denn du bist liebenswert!

Vielleicht helfen dir manche Fragen dabei:

  • Was macht dir Freude?
  • Was bringt dich zur Ruhe? (Welche Orte, Düfte, Geräusche,…)
  • Was möchtest du mal ausprobieren?
  • Wie machen dir ANDERE eine Freude?

Beim nächsten Post geht es um einen zweiten Schritt, den ich gelernt habe und wer dabei noch eine Rolle spielt! Aber bis dahin: Take (self) care:)

„FREE THE TREE“

Unser Garten war einmal von einer Hecke umgeben. Die Betonung liegt auf WAR.
Auch die drei Obstbäume die auf der Wiese stehen, waren bestimmt einmal wunderschön und brachten viele leckere Früchte im Sommer. Leider ist von der Hecke nicht mehr viel zu sehen. Nur vertrocknete Zweige schauen noch heraus aus einem Meer von Efeu.

Über Jahre hat sich der Efeu ausgebreitet und nicht nur die Hecke erstickt, sondern auch zum Teil die Obstbäume. Leckere Äpfel oder Pflaumen gab es keine mehr, denn sowohl Stamm als auch Zweige waren eingeengt und überwuchert.

Als ich am Sonntag entspannt unter einem der Bäume in meiner Hängematte lag, konnte ich plötzlich nicht anders: Ich sprang auf, ging in de Schuppen, holte Werkzeug, bat meinen Mann eine Leiter zu bringen und nahm mich dem armen Baum an. Kommando „Get free für die Bäume“ wurde ausgerufen und je mehr ich den Baum befreite, desto freier fühlte ich mich selbst. In ca. 30 Minuten war der Baum von den engen Schnüren befreit, der Rasen mit Efeu übersät und ich mit Rinde und diversen Insekten verziert. Diese 30 Minuten waren aber so gefüllt mit Gedanken, dass ich an diesem Sonntag meine zweite Predigt bekam:) Das befreien des Baumes und wie ich da dran gegangen bin, konnte ich voll auf mein Leben übertragen.

Am Anfang wuchsen die kleinen Efeu-Ranken unscheinbar und man nahm sie nicht als „gefährlich“ wahr. Im Gegenteil: Eine Freundin sagte direkt beim Anblick des Gartens: „Wie cool. Wenn du mal ne Tischdeko benötigst, kannst du einfach den Efeu aus dem Garten nutzen.“ Ja, Efeu an sich ist nicht gefährlich und sogar irgendwie romantisch und schön. Das Problem hier war, dass es sich um OBSTbäume handelte. Der Efeu krabbelte immer weiter den Stamm hoch, wurde immer stärker und machte sich irgendwann so breit, dass die Rranken in den Stamm hineinwuchsen. Irgendwann ist war es so eng und so überfüllt, dass der Baum selbst sich nicht mehr voll entfalten konnte. Die Kraft schwindete, die Äste konnten nicht mehr richtig ausschlagen. Es kamen keine Früchte mehr und der Baum begann schon an manchen Zweigen abzusterben. 

Bei uns wachsen manchmal so kleine Gedanken langsam und unscheinbar unseren Gedankenstamm hoch. Erst unscheinbar, dann vielleicht sogar wahrgenommen aber nicht wirklich als Bedrohung gesehen. Aber was, wenn diese negativen Gedanken sich einfach weiter ausbreiten? 
Ich kenne das aus eigener Erfahrung sehr gut: Negativ Gedanken, Zweifel und schlecht vermittelte Kritik fressen sich in unseren Stamm, nagen sich fest, wachsen, werden stärker, schnüren uns irgendwann immer mehr ein und das selbstbewusste, starke „ICH“ kann nicht wachsen. Die Entfaltung ist gestoppt und langsam aber stetig, sterben Teile ab und es kommen keine guten Früchte mehr…Tatsächlich fühlte sich mein Kopf und meine Gedanken schon öfter so überwältigt von schlechten Gedanken über mich selbst, dass das Bild einer Baumkrone voller Efeu hier sehr gut passt.

Aber man kann es angehen. So wie ich den Efeu beseitigt habe.
Was ich gelernt habe:

1. Man braucht das richtige Werkzeug

Ich begann zuerst mit mit einer kleinen Gartenschere, die dicken Efeu-Haupt-stränge durchtrennen zu wollen. Ein enormer Kraftakt. Ich kam nicht durch und tat dem Stamm des Baumes dabei oft nicht gut. Mein Mann brachte mir drauf eine andere Gartenschere, die eher einer langen Zange glich. Die Hebelwirkung war anders und so konnte ich auch die dicksten Stränge ganz einfach durchtrennen und vom Baumstamm lösen.

2. Kleine Schritte
Wenn der Strang zu stark ist, zerstückel ihn in kleine Teile. Man muss nicht gleich ALLES schaffen. Aber es ist schon mal gut, manche Gedanken erstmal zu teilen. Stück für Stück die Ranke zu verkleinern und somit erstmal von der Kraftquelle abzutrennen. Manchmal kann man nicht direkt nachverfolgen, WO der Ursprung dieser Lügen oder Gedanken ist. Dann fange bei dem an, was dir auffällt, kappe es vom Rest ab. Und DANN verfolge weiter, wenn du merkst, dass da wieder etwas wächst.

3. Kappe den Weg zur Quelle
Ich habe gelesen, dass man manchmal die Wurzel gar nicht erst entfernen kann. Aber man kann das Wachstum verhindern, in dem man sofort die neuen Sprosse entfernt, sobald sie auftauchen. So wird der Wachstum immer mehr verhindert und irgendwann wächst die Pflanze einfach nicht weiter.  Wenn du merkst, die Wurzel kann gerade nicht geortet werden – checke einfach, wenn wieder ein Gedanke weiter wachsen will und „schneide“ ihn direkt ab.

4. Entsorge richtig

So wie ich die Schubkarren beladen habe und alle Ranken entsorgte, muss und darf ich auch meine abgekappten Gedanken und Lügen, von denen ich mich trennen will, zur „Grünabfall-Stelle“ bringen. Das ist bei mir Jesus. Ich bringe es hin, schmeiss es vor seine Füße und sage: „Bitteschön. Einmal verbrennen!“ Klar kann ich es auch theoretisch alles neben dem Baum einfach liegen lassen. Aber dann müsste ich ständig drauf schauen und die schöne Ansicht des Baumes erinnert mich jedes Mal neu an alles, wovon ich ihn gerade erst befreit habe.

5. Hole Hilfe

Ich bin bei dem Baum nur bis zu einer bestimmten Höhe gekommen. Weiter traute ich mich nicht. Mein Mann hat den letzten Part übernommen, denn wir wollten es komplett durchziehen. Gemeinsam haben wir es geschafft.

 

6. Manchmal ist es weniger als man denkt

Vor allem am Ende wurde mir eines bewusst: Es sah nach SEHR Viel aus. Die Krone schien noch sehr voll. Tatsächlich waren es aber nur ZWEI Ranken, die sich da am Ende noch austobten. Es waren keine 30, obwohl es 

danach aussah. Man musste nur an zwei Hauptsträngen ziehen und langsam löste sich das komplette Geflecht.

Diese Aktion hat mich ermutigt, immer wieder meine Gedanken, wie diesen Baum, anzuschauen.

Ich will mir regelmäßig meine Zeit in der Gedanken-Hängematte gönnen, wo ich meinen „Baum“ anschaue und prüfe, wo sich wieder etwas breit machen will, was nicht haben möchte. Und ich bin sicher: Manche Stränge werde ich Anfangs vielleicht einfach wachsen lassen. Aber ich habe sie im Auge und checke regelmäßig, wie viel Platz sie einnehmen und wie stark sie

 werden, damit ich schnell reagieren kann, wenn der Baum in Gefahr ist.

 

Entrümpelungs-Kommando

Entrümpelungs-Kommando

(Blogbeitrag auf estherstoechter.wordpress.com)

Hast du schon mal dein Zimmer oder deine Wohnung ausgeräumt?
Ich habe das gerade hinter mir. Wir sind umgezogen. In eine schöne Wohnung, die ziemlich alles hat, was ich mir immer gewünscht hatte.

Ein Punkt, der mir am Anfang aber als Nachteil schien war, dass wir keinen Keller haben, in dem wir unsere vielen „Man könnte es ja nochmal brauchen“-Schätze aufheben konnten. Tatsächlich fanden wir beim Ausmisten unseres Kellers Dinge, die wir seit Jahren nicht angeschaut und somit auch nicht vermisst hatten: Studienunterlagen, alte Geburtstagskarten, sogar Flyer von anderen Kirchen, die mein Mann sich vor 15 JAhren als Inspiration mitgenommen hatte…
So ein Mist. Da konnten wir in den letzten 10 Jahren alles so schön bunkern und in den letzten 4 Jahren einfach in den Keller packen und vergessen und nun mussten wir ALLES in kurzer Zeit ausmisten und uns von so wichtigen Dingen wie den Flyern trennen…

Jetzt, wo ich in der neuen Wohnung sitze, bin ich dankbar und zufrieden, dass wir aufgrund des geringeren Stauraums endlich eine neue Ordnung haben. Es fühlt sich sauber an und ich behaupte, dass es vor allem in meiner Seele irgendwie aufgeräumter ist.

Hast du schon mal deine Seele und dein Herz ausgeräumt?
Ich habe für mich bei diesem Umzug gemerkt, wie viele Dinge in mir unaufgeräumt waren und wie viele Erinnerungen, Verletzungen, Sorgen und „Versicherungen“ ich in mir selbst gebunkert hatte. Alles wurde irgendwann in Kisten verpackt und nahm Platz in mir ein: Alte Freundschaften, der Streit mit der damals besten Freundin der das Ende der Freundschaft bedeutete, Tagebucheinträge in denen ich mir selbst erzähle, wie traurig und frustriert ich bin. Da liegen Sätze, Worte, Verleumdungen die über mich ausgesprochen wurden, Träume und Hoffnungen, die nie in Erfüllung gingen.
Wie oft müllen wir unseren inneren Keller damit zu, bis schließlich kein Platz mehr ist und man nicht mehr erkennen kann, in welcher Kiste die schönen Dinge , die guten Aussagen, die Ermutigungen liegen.
Als ich unseren Keller im Haus ausmistete, fand ich eine kleine Box mit Glückwunschkarten zur Geburt unserer Tochter. Ich hatte alle aufbewahrt und sie lagen seit vier Jahren in dieser Box. Was macht man nun damit? Ich habe sie nie wieder angeschaut und die wichtigsten Segenswünsche hatte ich in ein Fotoalbum geklebt. Ich hätte alle wegschmeißen können. Aber ich sah nochmal alle an, las jedes Wort und plötzlich lag in einer der Glückwunschkarten noch ein 50 Euro Schein, den wir damals ausversehen im Umschlag vergessen hatten.

Mich hat das so ermutigt, beim Aufräumen meines Herzens wirklich Zeit zu nehmen und genau hinzusehen. Vielleicht erinnerst du dich beim Ausmisten deiner Seele an Personen, die auf dem ersten Blick nicht wichtig zu sein scheinen. Wie diese Box mit Glückwünschen. Aber vielleicht lohnt es sich, genau hinzusehen. Vielleicht hat diese eine Person dir diese eine wichtige Sache gesagt, die du jetzt in diesem Moment zu dieser Zeit brauchst. Vielleicht sind in den Kisten deiner Seele unter all dem Müll Dinge vergraben, die immer noch wertvoll und kostbar sind.

Ich möchte dich ermutigen: Nimm dir Zeit, genau hinzusehen.
Öffne die Kisten deiner Seele. 
Was steht auf der Kiste, die vor dir liegt? (Beziehungen? Personen? Träume? Erlebnisse?…)
Hab Mut sie zu öffnen.
Schaue hin und prüfe, was du abgeben magst, was du behalten möchtest.
Nimm jeden „Gegenstand“ bewusst in die Hand und schaue, was er mit dir macht.
Mach das nicht alleine! Lade Gott ein, das mit dir gemeinsam zu tun – denn er kennt dich am besten und er ist der beste Entrümpler und kann deinen Müll kostenlos entsorgen:)

Neue Perspektiven

Neue Perspektiven

Während ich diesen Impuls schreibe, sitze ich in Frankreich auf dem Gelände von Freunden. Wir haben uns für 10 Tage hier her in die Berge zurück gezogen und versuchen eine Balance zwischen „Entspannung“ und „Planung“ hinzubekommen, denn in 14 Tagen ziehen wir in eine neue Wohnung. In die Wohnung, für die wir gerade mal drei Tage vor unserem Urlaub den Zuschlag bekommen haben.

Die letzten Tage gestalteten sich also so, dass wir zwischen kleinen Wanderungen, Pool und Beschäftigung unserer Tochter auch immer wieder Dinge organisierten, Transporter mieteten, Raumgetaltungen auf Millimeter Papier vornahmen, einen neuen Kindergartenplatz organisierten und diverse Dinge auf Ebay Kleinanzeigen reinstellten oder kauften.

Mehrere Nächte lag ich wach, weil mir neue Ideen kamen oder weil ich mir Sorgen machte: „Wie sollen wir alles in so kurzer Zeit schaffen?“, „Was, wenn sich meine Tochter im neuen Kindergarten nicht wohl fühlt?“, „Werden wir uns dort wirklich wohl fühlen?“…

Gerade nachts vergaß ich schnell, dass diese Wohnung für uns eine große Gebetserhörung war. Wir hatten zwei Listen, auf denen wir stehen hatten, was wir uns für die neue Wohnung wünschten. Auf der einen Liste standen die realistischen Mindestanforderungen – das, was wir tatsächlich brauchten und womit wir klar kämen. Die andere Liste nannten wir die „Gott-Liste“, denn dort standen Dinge drauf, die wir uns einfach wünschten, die aber eher unrealistisch waren oder einfach „Zusatz-Wünsche“.

Als wir uns für diese Wohnung bewarben, gab es noch viele andere Bewerber und doch bekamen wir den Zuschlag. Diese Wohnung hatte ziemlich alles, was auf BEIDEN Listen stand. Wir hatten gebetet und vertraut, dass Gott uns das gibt, was wir benötigen und was richtig für uns ist. Und trotzdem lag ich nächtelang wach und machte mir Gedanken. Die Sorgen schwebten immer wieder über meinem Kopf wie dicke Gewitterwolken und alles in mir schrie danach, sich schnell ins innere Häuschen zurückzuziehen, Ohren und Augen zu schließen und abzuwarten, ob sich der Sturm legte oder ob alles zusammenfiel.

Vor wenigen Tagen wurde genau diese Situation Realität: Wir waren im Pool unserer Freunde und ich sah dicke Gewitterwolken, die über dem Hügel auf uns zukamen. Die Vorhersage schien zuzutreffen und so packte ich schnell alles, was draussen rum lag ins Haus und machte mich bereit für den großen Sturm. Nach einer Stunde war immer noch nichts passiert. Die Wolken waren vorüber gezogen. Weil der Himmel wieder etwas klarer wurde, entschieden wir uns, eine kleine Abendwanderung auf den Hausberg zu machen, der direkt gegenüber lag. Als wir oben ankamen konnte ich das Gelände mit unserer Hütte von oben sehen. Ich sah auch den Hügel, über welchem ich die dunklen Wolken gesehen hatte. Der Hügel war von oben so viel kleiner und ich sah, wie weit der Himmel hinter diesem Hügel war. Ich erkannte plötzlich, dass die Wolken, die vom Gelände aus so riesig aussahen, von oben nur klein waren und schnell vorbeizogen.

 

Als ich so da oben stand wurde mir klar, dass dieses Bild gerade eine neue Sichtweise gibt:

Es ist alles eine Frage der Perspektive: Bleibe ich unten in dem kleinen Tal, in dem ich mich befinde, sehe ich die vielen Sorgen-Hügel um mich herum und die Ängste über Probleme scheinen riesig und drohend über diese Hügel zu kommen.

Aber es ist an mir, ob ich da unten bleibe und mich vergrabe und in mein Häuschen zurück ziehe oder ob ich raus gehe, den Berg, der vor mir steht, angehe, hinaufsteige und eine neue Perspektive einnehme. Ich könnte erkennen, dass diese Probleme gar nicht so groß sind, wie sie erscheinen. Dass die Sorgen mich einkesseln wollen, aber dass ICH entscheiden kann ob ich mich innerlich und geistlich vorbereite, meine Wanderschuhe anziehe, Proviant und Regenschutz einpacke und mit festen Schritten diesen Berg bezwinge um dann zu merken, dass es schaffbar, machbar und bezwingbar ist. Und dass ich manchmal die Dinge neu betrachten kann.

Also: Rauf auf den Berg! Ich höre ihn schon rufen:)

 

Dein Platz

Dein Platz

(Blogbeitrag bei Esthers Töchter)

Es gibt Fragen, die in meinem Leben irgendwie immer wieder auftauchen.

Eine Frage, die ich mir schon vor vielen Jahren einmal stellte ist: „Wo ist mein Platz?“

Diese Frage war meist darauf bezogen, wo ich mich irgendwie positiv einbringen konnte.

Vielleicht kennst du diese Frage auch in genau dieser Art. Vielleicht drückt sie sich aber auch bei dir anders aus. Denn wenn ich mir genauer Gedanken über diese Frage mache, steckt noch etwas Tieferes darin und der tiefe Kern kann sich in verschiedenen Fragen verstecken:

„Was soll ich machen?“
„Was sind meine Talente die ich einbringen kann?“
„Wo werde ich gebraucht?“
„Wo mache ich einen Unterschied?“

Für mich steckte darin aber auch die Frage nach der Individualität und Identität. „Wo ist mein Platz“ könnte auch so ausgedrückt werden: „Wo in diesem Puzzle ist MEINE Lücke, wo ich als fehlendes Puzzlestück hineinpasse?“

Immer wieder stellte ich mir diese Frage, wo ICH, Desi, einen ganz individuellen Beitrag leisten kann um die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Aber es steckt, wie gesagt so viel mehr dahinter:
Der Wunsch nach Bedeutsamkeit.
Der Wunsch nach Wertschätzung.
Der Wunsch danach, relevant und erkannt zu werden.
Der Wunsch, einen Sinn zu machen in dieser Welt und zu spüren, warum ich bin.

Ich befinde mich derzeit in meinem Sabbatjahr und verbringe ganz bewusst viel Zeit mit Lesen, Beten, Nachdenken, Schreiben und damit, in der Stille ins Gespräch mit Gott zu gehen und ihm die verschiedensten Fragen zu stellen und – und das ist das, was so oft nicht passiert ist vorher – auf die Antworten zu warten und gegebenenfalls sogar mit ihm zu diskutieren.

Und vor einigen Wochen stellte ich ihm wieder genau diese Frage: „Gott, wo ist nächstes Jahr mein Platz?“ – denn ich würde so langsam gerne wissen, wie es nächstes Jahr bei mir und mit mir weiter geht. Ob ich wieder in den alten „Job“ zurück kehre oder etwas ganz anderes mache. Wie ich mich in der Kirche neu oder wieder einbringen kann…

Ich stellte also diese Frage und ich spürte in mir plötzlich diese Antwort.

Einen Satz, der mir, obwohl er mir bekannt vor kam, ganz neu bewusst wurde und mir Gänsehaut verpasste.

Es war die Antwort, die Gott mir mitten ins Herz gab: „Dein Platz ist…auf meinem Schoß!“

Und ich hatte dieses Bild vor Augen von mir – gar nicht mal als Kind, sondern als 36 Jährige Frau, die auf dem Schoß Gottes sitzt – wie ein verliebter Teenager auf dem Schoß des Freundes.

Und mir wurde neu bewusst: Mein erster Platz, der Platz an dem ich relevant bin, an dem ich mich einbringe, an dem ich genau rein passe und für den ich bestimmt bin ist in erster Linie der Platz, der Gott am nächsten ist: Sein Schoß – meinen Kopf an seine Brust angelehnt und seinen Herzschlag hörend.

Genau das ist es: HIER an diesem Platz möchte ich meine Sorgen und Ängste zu allererst vorbringen.

An diesem Platz möchte ich mich ausweinen (nicht bei 20 Leuten, die damit nicht umgehen können).

An diesem Platz bekomme ich gute Ratschläge, Lob, echte Liebe, echte Wertschätzung und gleichzeitig liebevolle Ermahnung, Weisung und gleichzeitig Verständnis aus erster Hand.

An diesem Platz mache ich einen Unterschied, weil ich hier alles abgebe, was belastet und den Herzschlag dessen spüre, der mich geschaffen hat.

HIER ist mein Platz und DANN lege ich los. Ich setze das, was ich gehört habe um. Ich gehe, befreit von meinen Sorgen, wieder in den Alltag.

Ich bringe mich DANN dort ein, wo ich den Herzschlag Gottes weiterhin spüre und höre, denn DORT weiß ich, was zu tun ist.

„Dein Platz ist auf meinem Schoß!“

So bekannt dieser Satz auf der einen Seite ist, so neu und wahr ist er für mich geworden.

Ich möchte dich ermutigen, mit genau dieser Frage zu Gott zu gehen. Stelle ihm die Frage: WO IST MEIN PLATZ?

Und dann gehe in die Stille, setze dich in Gedanken auf den Schoß Gottes, wenn DIES auch dein Platz ist. Vielleicht ist dein Platz auch zu seinen Füßen, neben ihm, an seiner Hand, stehend an seiner rechten Seite….wo auch immer. Aber nimm dir Zeit, deinen Platz in seinem Thronsaal zu suchen, nimm ihn immer wieder ein und suche Gemeinschaft mit ihm. Denn DAS ist die Bestimmung, die wir in erster Linie haben – Gemeinschaft mit ihm.

Und dann ….klappt es auch mit der Welt😊

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage ist mir damals mal im Religionsunterricht gestellt worden. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte sofort eine Antwort. Doch als ich damit begann, verschiedene Assoziationen aufzuzählen merkte ich, dass hinter dieser Person unendlich viele Charaktereigenschaften stecken, die ich damals schon oft gehört hatte und glaubte, auch erlebt zu haben.

Wer ist Gott für mich? 

Diese Frage stelle ich mir derzeit immer wieder und ich vermute, es hat damit zu tun, dass ich das Gefühl habe, Gott selbst stellt mir diese Frage: „Wer bin ICH für DICH?“

Und je mehr ich darüber nachdenke und versuche, eine Antwort zu finden, desto mehr spüre und merke ich, wie sehr ich genau das gemacht habe, was ich eigentlich gar nicht mag. Dass ich das gemacht habe, von dem ich mich derzeit befreien will: Ich habe Gott eine Rolle zugeordnet. Ich habe ihm sogar verschiedene Rollen zugeordnet, die mit Erwartungen verknüpft waren. Das Problem: Oft sind diese Rollenbilder und die damit verbundenen Erwartungen vor allem übernommen worden. „Man sagt, Gott ist…“

Und so traurig es klingt, aber ich behaupte, die Frage „Wer ist Gott für dich?“ kann in den seltensten Fällen aufgrund einer persönlichen Beziehung beantwortet werden.

Ich selbst habe gemerkt, wie meine Antworten auf diese Frage immer wieder (wenn auch nicht immer) eher meiner Logik, meines Wissens herstammten, als dass sie auf meinen eigenen Erfahrungen und mein eigenes Erleben dieses Gottes beruhen.

Wer ist dieser Gott?

Wenn ich sage „Ein liebender Vater“ – dann mag das für manche Menschen stimmen, weil sie es selbst so empfinden, aber hat jeder, der diese Antwort gibt oder es in einer Predigt sagt, auch selbst diese Erfahrung gemacht? Es gehört eine starke und innige Beziehung dazu, um so eine Aussage treffen zu können, oder?!

Was würde ein Kind antworten, das seinen Vater nicht kennt, ihn nur selten sieht und das versucht, das Leben irgendwie selbstständig zu meistern? Wenn alle Menschen drum herum sagen „Dein Vater ist ein liebender Vater“ – würde es diese Aussage aus voller Überzeugung sagen können, wenn es größer ist?

Und wenn das Kind in inniger Beziehung zum Vater lebt, es erlebt hat, wie dieser Vater sich immer wieder Zeit für das Kind nimmt, sich voll und ganz für alles interessiert, wenn er es ermutigt, fördert, unterstützt, liebevoll ermahnt und gleichzeitig Freiheiten lässt zum eigenen Erleben – würde es dann nicht mit voller Überzeugung selbst sagen: „Mein Vater ist der beste Vater ever. Er liebt mich so sehr und das weiß ich“ – auch wenn alle Leute im Dorf das nicht bejahen könnten, weil sie diesen Mann weder kennen lernen möchten, noch sich für ihn interessieren?

In einer Predigt von Bill Johnson hörte ich vor Kurzem diesen Satz:

„Without him, we can’t. Without us, he won’t“.
(Ohne ihn können wir nichts. Ohne uns, möchte er nichts!)

Dieser Satz macht deutlich, dass es sich bei Gott um eine Person handelt, die sich eine Beziehung wünscht und dass wir, so wie es die Bibel sagt, nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Unser Innerstes zieht es zu diesem Gott, der ein Stück von sich selbst in uns hineingelegt hat, der seinen Geist durch seinen Atem in uns hineinhauchte. Und Gott zieht es auf die selbe Weise zu uns. Es braucht eine Beziehung, viel mehr als ein theologisches Studium, ein Bibelkommentar oder eine Religiöse Person, die uns beschreiben will, wer Gott ist. Denn erst in einer Beziehung kann ich für mich die Frage nach der Persönlichkeit, nach dem Charakter, nach der Identität einer anderen Person selbst beantworten.

Wenn jemand jemanden fragt, wer Desirée Rosemann ist, fallen die Aussagen sicher unterschiedlich aus. Für die einen bin ich die „Pastorin“, für andere eine „Nachbarin“ oder „Die Mama von…“. Ganz schlimm fand ich es, als ich eine Zeit lang immer als „Die Frau von Nathanael“ vorgestellt wurde oder, wenn ich mich selbst vorstellte, erst ein Fragezeichen kam und dann die Reaktion „Ah, die Frau von Nathanael“. Gleichzeitig war es klar: Man kannte mich noch nicht. Und alles, was man mit mir in Verbindung brachte, war eben, dass ich den selben Ehering am Finger trug, wie mein Ehemann. Ich glaube, Gott wünscht sich so viel mehr als einfach nur eine Rolle zugewiesen zu bekommen. Und er wünscht sich auch, so wie ich damals, dass man ihn kennen lernt und aufgrund der eigenen Erfahrung und der eigenen Beziehung zu ihm, diese Frage beantwortet.

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage wird sich immer wieder stellen und ich glaube, sie wird zeitlebens immer wieder neu beantwortet.

Für mich ist Gott jetzt in diesem Moment eine geduldige, liebevolle Person, die gleichzeitig schon gespannt darauf ist, wie ich reagiere, wenn ich wieder einmal neue Facetten von ihm kennen lerne. Geduldig, weil er nicht drängt, sondern wartet, bis ich mal wieder merke, dass ich ohne ihn nicht kann, aber dass ich auch ohne ihn nicht will.

Wer ist Gott für dich?

Finde es heraus, in dem du IHN suchst.