Schlagwort: Religion

Whatever is noble….

Whatever is noble….

„Orientiert euch an dem, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat. Beschäftigt euch mit den Dingen, die auch bei euren Mitmenschen als Tugend gelten und Lob verdienen.“

Dieser Ratschlag hat mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Aufgrund einer starken Erkältung und Nebenhölenentzundung, war ich in den letzten Wochen Zuhause im Bett. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich die gesamte Zeit damit verbracht habe zu schlafen und geistlich wertvolle Literatur in mich aufzusaugen. Aber ich bin ehrlich: Die Zeit war aufgeteilt zwischen einem tatsächlich geistlich wertvollem Buch, Spotify Playlisten, TV Serien, Schlafen und….Instagram. Die Mischung von all dem hat mich dazu gebracht, etwas zu bemerken und für mich zu reflektieren:

Ich habe mich versucht, in den letzten Monaten bewusst von Diskussionen bzw. öffentlichen Äußerungen bezüglich Impfung und Corona zurück zu halten. Tatsächlich begegneten mir manchmal Leute, die meinten, aggressiv mir gegenüber erklären zu müssen warum sie sich (nicht) impfen lassen – dabei hatte ich nicht einmal gefragt.
Ich höre Argumente von Geimpften, warum sie sich komplett „Save“ fühlen, sich nicht mehr testen und alles genießen, weil sie sich auf der „sicheren Seite“ fühlen und kenne auf der anderen Seite Freunde, die sich nicht impfen lassen wollen, aber immerhin fast täglich testen und somit vielleicht sogar weniger den Virus in Umlauf bringen als Geimpfte die gar nicht testen…Oftmals (NICHT IMMER) geht es aber dabei um das ICH. Ich habe mitbekommen, dass Geimpfte sich nicht mehr mit Ungeimpften treffen wollen, weil DIE ja anstecken könnten. (Interessant, dass es dabei nicht um den Gedanken ging, dass der UNgeimpfte sonst durch den Geimpften ansteckt werden könnte, was vielleicht schlimmer ausgehen könnte….)

Die einen treffen sich, weil sie es dürfen, andere fühlen sich isoliert und verurteilt, weil sie aus gesundheitlichen Gründen oder Bedenken aufgrund von Schwangerschaft einfach noch keine Impfung haben….Und immer wieder fällt mir auf, wie rau, wie aggressiv der Ton wird, wie verurteilend über andere geredet wird. Ich höre, wie beurteilt wird, wer sich wie verhält und sogar Meinungen oder Wertedenken unterstellt werden, obwohl kein Fakt oder „Beweis“ diese Annahme bestätigen.
Ich höre „Es geht um das Gemeinwohl!“ und „Da müssen ALLE AN EINEM STRANG ziehen“, sehe aber, wie unter anderem genau diese Äußerungen und das große Thema „Impfung“ bzw. „3G“ so stark zu leidenschaftlichen Bewertungen und Diskussionen führen, dass es keine Einheit schafft, sondern die Spaltung noch stärker zulässt. Bin ich ein besserer Mensch, wenn ich als Geimpfter andere mit „Trottel“ oder „Idioten“ beschimpfe als ein Ungeimpfter, der Verschwörungstheorien von sich gibt oder ständig postet, was die Politiker falsch machen oder warum die Impfung „eh nix bringt?“
Beide Verhaltensweisen spalten! Beide Meinungsäußerungen bewirken etwas auf beiden Seiten: Eine Seite fühlt sich angegriffen und kommentiert und begründet, die andere Seite fühlt sich bestätigt und kommentiert und bejaht noch leidenschaftlicher als vorher. Wo ist der gemeinsame Nenner, den man finden könnte? Gibt es einen?

Und ich fragte mich gestern bei einer leidenschaftlichen Diskussion mit sehr lieben Menschen, wo ich stehe. Ich ertappte mich, wie ich bereits auch an den Punkt gelangt war, über Menschen zu sagen: „Die sollten einfach nicht behandelt werden, wenn sie so einen Mist von sich geben und Impfgegner sind!“ oder dass ich wütend wurde, wenn ich an das überlastete Krankenhauspersonal dachte…. Ja, ich habe gemerkt, dass ich bereits auf diesem Zug sitze, der in die eine Richtung fährt und zum Teil Freunde, Verwandte und Bekannte stehen lässt.

Was passiert mit unserem Denken, unserer Sicht auf andere? Was passiert mit unseren Herzen?
Schaffe ich Frieden durch das, was ich sage oder poste oder fördere ich Spaltung und Negativität? Schaue ich das große Bild noch an? Und mit dem großen Bild meine ich nicht „Deutschland“ oder „die Menschheit“ – ich meine das große Bild „LEBEN und das, was danach kommt“!
Ist es mir noch ein Anliegen zu wissen, wie es dem Menschen geht?
Ist es noch mein Wunsch, dass ich Menschen mit den Augen Gottes sehe?
Ist es noch meine größte Frage, ob die Menschen für sich wissen, was nach dem Tod kommt und wo sie hin gehen? Oder ist meine größte Frage, mit wem ich mich an Weihnachten treffe oder besser nicht treffe, ob ich was zu dem Thema sage oder nicht, ob ich den Leuten lieber aus dem Wegen sollte oder nicht?!
Was bewirkt mein Denken?
Mein Denken hat Einfluss auf meinen Umgang mit Menschen. Mein Umgang mit Menschen hat Einfluss darauf, ob und wie sie Gott sehen. Und ob und wie sie Gott sehen hat Einfluss darauf, wo sie ihre Ewigkeit verbringen.

„Schließlich, meine lieben Brüder und Schwestern, orientiert euch an dem, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat. Beschäftigt euch mit den Dingen, die auch bei euren Mitmenschen als Tugend gelten und Lob verdienen. Haltet an der Botschaft fest, die ihr von mir gehört und angenommen habt. Richtet euch nach dem, was ich euch gelehrt habe, und lebt nach meinem Vorbild. Dann wird Gott, von dem aller Friede kommt, bei euch sein.“ Dieser Ratschlag ist übrigens aus der Bibel (Philipper 4,8)

Ist mein Verhalten, mein Denken, mein Reden über andere und mit anderen vorbildlich? Ist es gerecht? Ist es liebenswert?
Ich musste mir eingestehen, dass mein Denken bereits spaltend war. Es war immer wieder verurteilend. Bewertend. Nicht vorbildlich und nicht gerecht – und damit ist nicht das menschliche Gerechtigkeitsempfinden gemeint – sondern viel mehr das göttliche.


Ich möchte dazu appellieren und habe mich selbst dazu entschlossen mir selbst in den Hintern zu treten: Ich entscheide mich, die Menschen wieder zu sehen. Menschen als Kinder Gottes. Menschen mit Nöten. Menschen mit Herzen – auch wenn sie vielleicht hart oder kalt oder einfach verletzt sind. Ich möchte, dass mein Verhalten, mein Denken und mein Handeln Positives bewirken (nein – keinen positiven Corona-Test). Ich möchte für mein Herz keinen Unterschied machen, ob sich jemand für oder gegen Impfung entscheidet. Genauso wenig ob er sich für oder gegen Gott entscheidet. Es könnte mir egal sein – ich weiß, wo ich hingehe, wenn ich mal sterbe. Aber belasse ich es dabei – was macht mein Leben dann für einen Sinn? Warum bin ich dann hier?
Was denkt Gott über diese Sache? Was tat Jesus? Zeigte er mit dem Finger auf die Zöllner und sagte „Selbst Schuld – sie kennen die Schriften und sollten wissen, wie sie sich verhalten sollten!“? Nein – er ging zu ihnen und zeigte ihnen Liebe. Er berührte Aussätzige, die von allen religiösen Leitern ausgeschlossen wurden, weil es das Gesetz sagte. Er heilte sie und hatte Mitleid mit ihnen. Er WEINTE um die Stadt Jerusalem und er leidete am Kreuz. Ich glaube, er leidete vorallem weil er die Menschen sah und sie nichts verstanden. Jesus grenzte nicht aus. Er sagte die Wahrheit – knall hart. Er war leidenschaftlich. Und er hatte seine Meinung. Da liegt also nichts Falsches dran. Und trotzdem machte er einen Unterschied zu denen, die nur das Gesetz sahen: Er sah die Menschen. Er sah die Herzen.
Ihm war ihre Haltung und ihre Meinung nicht egal – aber die Menschen an sich auch nicht.

Ich habe meine Meinung zu Impfung. Ich habe eine Sichtweise auf dieses Land, die Menschen und das Weltgeschehen – Ich verstehe nicht immer die Meinung und Begründungen anderer. Ich kann nicht alles nachvollziehen und ja – mich ärgern manche Denkweisen. Und mir sind manche schrägen Meinungen und Überzeugungen auch nicht egal!
Die Frage ist, suche ich das Gespräch zu dem Thema mit dem Ziel, den anderen zu überzeugen? Oder suche ich das Gespräch zu dem Thema mit dem Ziel, mein Gegenüber zu hören und mich auszutauschen? Ich werde nach wie vor versuchen, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass dieser Virus sich nicht verbreitet, andere in Gefahr bringt oder das Gesundheitssystem kollabiert. Ich werde nach wie vor bei Kontakten schauen, dass ich getestet bin und auch in Liebe nachfragen, ob der andere getestet ist, damit wenigstens eine kleine Sicherheit besteht. Aber ich möchte nicht vergessen, immer wieder im Gebet zu fragen, wie Gott die Person sieht und wie er mich dazu gebrauchen möchte, ein Segen zu sein. Für mein Gegenüber. Unabhängig welcher Herkunft, Kultur, Religion, Geschlecht, Identitätsdenken, Gesundheits- oder Impfstatus:) Gott helfe mir dabei!

Dein Platz

Dein Platz

(Blogbeitrag bei Esthers Töchter)

Es gibt Fragen, die in meinem Leben irgendwie immer wieder auftauchen.

Eine Frage, die ich mir schon vor vielen Jahren einmal stellte ist: „Wo ist mein Platz?“

Diese Frage war meist darauf bezogen, wo ich mich irgendwie positiv einbringen konnte.

Vielleicht kennst du diese Frage auch in genau dieser Art. Vielleicht drückt sie sich aber auch bei dir anders aus. Denn wenn ich mir genauer Gedanken über diese Frage mache, steckt noch etwas Tieferes darin und der tiefe Kern kann sich in verschiedenen Fragen verstecken:

„Was soll ich machen?“
„Was sind meine Talente die ich einbringen kann?“
„Wo werde ich gebraucht?“
„Wo mache ich einen Unterschied?“

Für mich steckte darin aber auch die Frage nach der Individualität und Identität. „Wo ist mein Platz“ könnte auch so ausgedrückt werden: „Wo in diesem Puzzle ist MEINE Lücke, wo ich als fehlendes Puzzlestück hineinpasse?“

Immer wieder stellte ich mir diese Frage, wo ICH, Desi, einen ganz individuellen Beitrag leisten kann um die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Aber es steckt, wie gesagt so viel mehr dahinter:
Der Wunsch nach Bedeutsamkeit.
Der Wunsch nach Wertschätzung.
Der Wunsch danach, relevant und erkannt zu werden.
Der Wunsch, einen Sinn zu machen in dieser Welt und zu spüren, warum ich bin.

Ich befinde mich derzeit in meinem Sabbatjahr und verbringe ganz bewusst viel Zeit mit Lesen, Beten, Nachdenken, Schreiben und damit, in der Stille ins Gespräch mit Gott zu gehen und ihm die verschiedensten Fragen zu stellen und – und das ist das, was so oft nicht passiert ist vorher – auf die Antworten zu warten und gegebenenfalls sogar mit ihm zu diskutieren.

Und vor einigen Wochen stellte ich ihm wieder genau diese Frage: „Gott, wo ist nächstes Jahr mein Platz?“ – denn ich würde so langsam gerne wissen, wie es nächstes Jahr bei mir und mit mir weiter geht. Ob ich wieder in den alten „Job“ zurück kehre oder etwas ganz anderes mache. Wie ich mich in der Kirche neu oder wieder einbringen kann…

Ich stellte also diese Frage und ich spürte in mir plötzlich diese Antwort.

Einen Satz, der mir, obwohl er mir bekannt vor kam, ganz neu bewusst wurde und mir Gänsehaut verpasste.

Es war die Antwort, die Gott mir mitten ins Herz gab: „Dein Platz ist…auf meinem Schoß!“

Und ich hatte dieses Bild vor Augen von mir – gar nicht mal als Kind, sondern als 36 Jährige Frau, die auf dem Schoß Gottes sitzt – wie ein verliebter Teenager auf dem Schoß des Freundes.

Und mir wurde neu bewusst: Mein erster Platz, der Platz an dem ich relevant bin, an dem ich mich einbringe, an dem ich genau rein passe und für den ich bestimmt bin ist in erster Linie der Platz, der Gott am nächsten ist: Sein Schoß – meinen Kopf an seine Brust angelehnt und seinen Herzschlag hörend.

Genau das ist es: HIER an diesem Platz möchte ich meine Sorgen und Ängste zu allererst vorbringen.

An diesem Platz möchte ich mich ausweinen (nicht bei 20 Leuten, die damit nicht umgehen können).

An diesem Platz bekomme ich gute Ratschläge, Lob, echte Liebe, echte Wertschätzung und gleichzeitig liebevolle Ermahnung, Weisung und gleichzeitig Verständnis aus erster Hand.

An diesem Platz mache ich einen Unterschied, weil ich hier alles abgebe, was belastet und den Herzschlag dessen spüre, der mich geschaffen hat.

HIER ist mein Platz und DANN lege ich los. Ich setze das, was ich gehört habe um. Ich gehe, befreit von meinen Sorgen, wieder in den Alltag.

Ich bringe mich DANN dort ein, wo ich den Herzschlag Gottes weiterhin spüre und höre, denn DORT weiß ich, was zu tun ist.

„Dein Platz ist auf meinem Schoß!“

So bekannt dieser Satz auf der einen Seite ist, so neu und wahr ist er für mich geworden.

Ich möchte dich ermutigen, mit genau dieser Frage zu Gott zu gehen. Stelle ihm die Frage: WO IST MEIN PLATZ?

Und dann gehe in die Stille, setze dich in Gedanken auf den Schoß Gottes, wenn DIES auch dein Platz ist. Vielleicht ist dein Platz auch zu seinen Füßen, neben ihm, an seiner Hand, stehend an seiner rechten Seite….wo auch immer. Aber nimm dir Zeit, deinen Platz in seinem Thronsaal zu suchen, nimm ihn immer wieder ein und suche Gemeinschaft mit ihm. Denn DAS ist die Bestimmung, die wir in erster Linie haben – Gemeinschaft mit ihm.

Und dann ….klappt es auch mit der Welt😊

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage ist mir damals mal im Religionsunterricht gestellt worden. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte sofort eine Antwort. Doch als ich damit begann, verschiedene Assoziationen aufzuzählen merkte ich, dass hinter dieser Person unendlich viele Charaktereigenschaften stecken, die ich damals schon oft gehört hatte und glaubte, auch erlebt zu haben.

Wer ist Gott für mich? 

Diese Frage stelle ich mir derzeit immer wieder und ich vermute, es hat damit zu tun, dass ich das Gefühl habe, Gott selbst stellt mir diese Frage: „Wer bin ICH für DICH?“

Und je mehr ich darüber nachdenke und versuche, eine Antwort zu finden, desto mehr spüre und merke ich, wie sehr ich genau das gemacht habe, was ich eigentlich gar nicht mag. Dass ich das gemacht habe, von dem ich mich derzeit befreien will: Ich habe Gott eine Rolle zugeordnet. Ich habe ihm sogar verschiedene Rollen zugeordnet, die mit Erwartungen verknüpft waren. Das Problem: Oft sind diese Rollenbilder und die damit verbundenen Erwartungen vor allem übernommen worden. „Man sagt, Gott ist…“

Und so traurig es klingt, aber ich behaupte, die Frage „Wer ist Gott für dich?“ kann in den seltensten Fällen aufgrund einer persönlichen Beziehung beantwortet werden.

Ich selbst habe gemerkt, wie meine Antworten auf diese Frage immer wieder (wenn auch nicht immer) eher meiner Logik, meines Wissens herstammten, als dass sie auf meinen eigenen Erfahrungen und mein eigenes Erleben dieses Gottes beruhen.

Wer ist dieser Gott?

Wenn ich sage „Ein liebender Vater“ – dann mag das für manche Menschen stimmen, weil sie es selbst so empfinden, aber hat jeder, der diese Antwort gibt oder es in einer Predigt sagt, auch selbst diese Erfahrung gemacht? Es gehört eine starke und innige Beziehung dazu, um so eine Aussage treffen zu können, oder?!

Was würde ein Kind antworten, das seinen Vater nicht kennt, ihn nur selten sieht und das versucht, das Leben irgendwie selbstständig zu meistern? Wenn alle Menschen drum herum sagen „Dein Vater ist ein liebender Vater“ – würde es diese Aussage aus voller Überzeugung sagen können, wenn es größer ist?

Und wenn das Kind in inniger Beziehung zum Vater lebt, es erlebt hat, wie dieser Vater sich immer wieder Zeit für das Kind nimmt, sich voll und ganz für alles interessiert, wenn er es ermutigt, fördert, unterstützt, liebevoll ermahnt und gleichzeitig Freiheiten lässt zum eigenen Erleben – würde es dann nicht mit voller Überzeugung selbst sagen: „Mein Vater ist der beste Vater ever. Er liebt mich so sehr und das weiß ich“ – auch wenn alle Leute im Dorf das nicht bejahen könnten, weil sie diesen Mann weder kennen lernen möchten, noch sich für ihn interessieren?

In einer Predigt von Bill Johnson hörte ich vor Kurzem diesen Satz:

„Without him, we can’t. Without us, he won’t“.
(Ohne ihn können wir nichts. Ohne uns, möchte er nichts!)

Dieser Satz macht deutlich, dass es sich bei Gott um eine Person handelt, die sich eine Beziehung wünscht und dass wir, so wie es die Bibel sagt, nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Unser Innerstes zieht es zu diesem Gott, der ein Stück von sich selbst in uns hineingelegt hat, der seinen Geist durch seinen Atem in uns hineinhauchte. Und Gott zieht es auf die selbe Weise zu uns. Es braucht eine Beziehung, viel mehr als ein theologisches Studium, ein Bibelkommentar oder eine Religiöse Person, die uns beschreiben will, wer Gott ist. Denn erst in einer Beziehung kann ich für mich die Frage nach der Persönlichkeit, nach dem Charakter, nach der Identität einer anderen Person selbst beantworten.

Wenn jemand jemanden fragt, wer Desirée Rosemann ist, fallen die Aussagen sicher unterschiedlich aus. Für die einen bin ich die „Pastorin“, für andere eine „Nachbarin“ oder „Die Mama von…“. Ganz schlimm fand ich es, als ich eine Zeit lang immer als „Die Frau von Nathanael“ vorgestellt wurde oder, wenn ich mich selbst vorstellte, erst ein Fragezeichen kam und dann die Reaktion „Ah, die Frau von Nathanael“. Gleichzeitig war es klar: Man kannte mich noch nicht. Und alles, was man mit mir in Verbindung brachte, war eben, dass ich den selben Ehering am Finger trug, wie mein Ehemann. Ich glaube, Gott wünscht sich so viel mehr als einfach nur eine Rolle zugewiesen zu bekommen. Und er wünscht sich auch, so wie ich damals, dass man ihn kennen lernt und aufgrund der eigenen Erfahrung und der eigenen Beziehung zu ihm, diese Frage beantwortet.

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage wird sich immer wieder stellen und ich glaube, sie wird zeitlebens immer wieder neu beantwortet.

Für mich ist Gott jetzt in diesem Moment eine geduldige, liebevolle Person, die gleichzeitig schon gespannt darauf ist, wie ich reagiere, wenn ich wieder einmal neue Facetten von ihm kennen lerne. Geduldig, weil er nicht drängt, sondern wartet, bis ich mal wieder merke, dass ich ohne ihn nicht kann, aber dass ich auch ohne ihn nicht will.

Wer ist Gott für dich?

Finde es heraus, in dem du IHN suchst.

 

 

Die 10 Gebote vs. die 10 Geschenke

Die 10 Gebote vs. die 10 Geschenke

Ein paar Gedanken, die mir beim Lesen der 10 Gebote in den Sinn kamen:
Die Gebote Gottes an sein Volk waren nicht einfach Regeln, die umzusetzen waren.
Sie waren ein Zeichen!
Sie waren ein Abkommen.
Sie waren ein Vertrag.
Dabei ging es aber nicht darum, ihn zu erfüllen.
Jesus sagte, das wichtigste Gebot sei „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ und das zweiwichtigste „Liebe deinen nächsten, wie dich selbst.“ (Matthäus 22,34-40)

Weiterlesen „Die 10 Gebote vs. die 10 Geschenke“

Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott

Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott

Seit drei Wochen herrscht das sogenannte „Kontaktverbot“ in Deutschland. Obwohl „herrschen“ würde ich das nicht nennen. Sagen wir: Die Politik wollte Führung übernehmen, das Beste für das Volk und die Menschheit schützen und hat dafür „Regeln“ aufgestellt, die aber für manche Menschen nach bereits wenigen Tagen eher als „gute Ratschläge“ gesehen wurden. Manche hielten sich an gar nichts, andere halten sich bisher an alle Regeln, einige suchen Kompromisse und eigene Lösungen.

Ich gebe zu: Ich bin ein Mensch, der sich gerne an Regeln hält. Weiterlesen „Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott“

Gehörtraining

Gehörtraining

In meinem letzten Post habe ich ja kurz angekündigt, dass ich beim nächsten Mal auf das Thema „Gottes Stimme hören“ bzw. „hörendes Gebet“ eingehen möchte.
Tatsächlich glaube ich, dass es mehr als denn je dran ist, sich darum zu bemühen, Gottes Stimme besser hören und vor allem von anderen „Stimmen“ unterscheiden zu können.
Warum? Weil ich glaube, dass es mehr als je zuvor Ermutigung, Liebe und Gottes Führung braucht.
Viele kennen Begriffe wie „Apokalypse“ oder „Endzeit“. Es gibt zahlreiche Hollywood Produktionen, die sich mit diesem Thema auseinander setzen. Entweder drohen Kometen die Erde zu zerstören, Aliens nehmen die Erde ein oder Umweltkatastrophen führen zum Ende der Welt. Interessanter Weise entstammen diese „verrückten“ Ideen aber nicht irgendwelchen genialen Drehbuchautoren, sondern sie stehen schon in der Bibel.
Okay- da steht nichts explizit von „Aliens“, die grüne Glibbermasse von sich geben aber wenn man in der Offenbarung oder in Hesekiel liest, wie die Engel beschrieben werden – dann ist das gar nicht so weit her geholt:)
Wir leben in dieser Welt, die immer wieder Umweltkatastrophen, Krankheiten, Seuchen, Kriegen und anderen Bedrohungen ausgesetzt ist. Und manche reden von der „Endzeit“, wenn sie von der jetzigen Zeit, in der wir leben, sprechen.
Die Handlungen im Buch der Offenbarung in der Bibel sind schwere Kost und nur schwer zu verstehen oder zu deuten. Daher möchte ich dich hier heute damit gar nicht überfordern.
ABER:
Wie auch immer man die Zeit jetzt theologisch deuten will: Wir stellen uns immer häufiger wichtige Fragen.
Warum leben wir?
Was ist unser Auftrag?
Was für Spuren möchte ich hinterlassen?
Gibt es einen Gott?
Haben die Heuschreckenplage in Afrika und dieser schreckliche Virus tatsächlich was mit der „Endzeit“ zu tun?
und so weiter.
Wir werden aber auch immer häufiger und intensiver davon abgehalten, uns diese Fragen zu stellen. Und wenn wir sie uns stellen, fliegen uns die Antwortmöglichkeiten auf allen Kanälen entgegen.
Auch Theologen und Geistliche werden bei diesen Fragen oft zu Rate gezogen und haben dann gute Antworten bereit.
Weißt du aber, WANN sie am besten bei diesen Fragen helfen können? Wenn sie selbst in ihrem Leben immer mehr danach streben, Gottes Stimme zu hören und IHN um die Antworten bitten.
Denn, wenn es diesen Gott gibt, der DICH geschaffen hat, dann weiß auch nur ER, warum er das getan hat. Dann weiß auch nur er, was dein Auftrag ist. Dann weiß auch nur er, was diese Zeit für uns zu bedeuten hat.
Und jetzt kommt der Clue. Aufpassen: Du kannst lernen, diese Fragen zu beantworten, weil DU lernen kannst, Gottes Stimme zu hören!
DU kannst auch Gott um Antworten bitten. Jesus sagt in der Bibel: „Trotz all eurer Bosheit wisst ihr Menschen doch, was gut für eure Kinder ist, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist schenken, die ihn darum bitten.“ (Lukas 11,13)
Der Heilige Geist wiederum kann uns Dinge klar machen, verständlich machen. WENN wir ihn darum bitten. Er ist der „Vermittler“, wenn du so willst. Denn ER ist Gott und kennt sein Herz und er kennt DEIN Herz und weiß, was du wie am besten verstehst.
Wie kann das jetzt genau passieren?
  1. DU musst für dich entscheiden, ob du Gottes Stimme durch den Heiligen Geist hören möchtest. 
  2. Drücke diesen Wunsch in einem Gebet aus.
Das ist das erste! Mein Mann sagt immer „Der Heilige Geist ist ein Gentleman!“  – er drängt dir nichts auf. Aber wenn du ihn bittest, gibt er gerne:)
Dann wird es praktisch:
ÜBE!
Du kannst
a) Einfach mal los laufen und sagen: „Gott, ich möchte deine Stimme mehr wahrnehmen. Mach mich sensibel für dein Reden!“
Persönliches Beispiel: Ich habe das vor 6 Jahren an einem Morgen gemacht. Bin losgegangen bei Sonnenaufgang und habe genau das Gebet gesprochen. Und plötzlich hatte ich ein paar Gedanken, die sich kurz darauf bestätigt haben. Ich ging zum Strand (damals lebte ich in Kapstadt) und während ich auf dem Weg dorthin war hatte ich den Gedanken: „Heute wirst du auf der linken Seite nur einen Kite-Surfer sehen!“. Normalerweise waren um diese Uhrzeit und bei DEM Wetter schon zahlreiche Kitesurfer dort. Aber genau so war es. Während ich spazieren ging und betete hatte ich den Gedanken „Du wirst auf dem Rückweg eine einsame Frau am Strand sehen. Sprich sie an!“ Ich mag es eigentlich gar nicht, einfach fremde Leute anzusprechen. Ich hoffte, mich verhört zu haben.
Aber was passierte? Als ich umkehrte, stand am Ausgang an der Dühne eine Frau und sah auf den Tafelberg gegenüber. Ich wusste, dass ich sie ansprechen sollte, wusste aber nicht was ich sagen sollte, also sagte ich nur „Good morning!“. Sie schaute mich an und wir begannen zu erzählen und redeten 30 Minuten.
Es stellte sich heraus, dass sie zum Urlaub in Kapstadt ist, eigentlich aus Johannesburg kommt und auch Christin ist.
Einige Tage später sah ich sie wieder am Strand und auch an diesem Morgen hatte ich vorher „gespürt“, dass sie wieder da sein wird. Während meines Spaziergangs hatte ich Gott meine Not geplagt: Wir hatten in diesem Monat wieder weniger Spenden bekommen und wussten nicht, wie es weiter gehen sollte. Ich traf auf meinem Heimweg wieder auf die nette Frau. Und nach kurzem Reden sagte sie: „Ich habe heute in meiner Gebetszeit den Eindruck gehabt, ich solle dir und deinem Mann diesen Umschlag geben! Seid gesegnet!“ Wir beteten und sie ging. Ich habe sie nie wieder gesehen. Im Umschlag waren rund 100 Euro…
So begann es bei mir mit dem „Sensibel werden“.
Heute spricht Gott auf unterschiedliche Weise immer wieder:
  • Visionen oder Bilder in meinen Gedanken
  • Sätze/ Worte in meinen Gedanken
  • Ideen / Blitzgedanken
  • Bibelverse die mir plötzlich in den Sinn kommen
  • durch Predigten oder etwas, was jemand zu mir sagt
  • durch die Bibel beim Lesen
  • Aktionen oder Handlungen
b) Lies die Bibel zum Überprüfen.
Um eine Stimme zu erkennen ist es hilfreich, die Person hinter der Stimme zu kennen. Nur, wenn du eine Person kennst, kannst du einschätzen, wie etwas gemeint ist und ob das, was du hörst, auch zum Herz der Person passt.
Nur bei einer Person, die ich gut kenne, kann ich besser heraushören, ob die Stimme verstellt ist oder echt.
Du kannst Gott durch die Bibel kennen lernen. Durch die Bibel können wir Gottes Herz für uns Menschen kennen lernen. Durch Jesus können wir sehen, wie Gott ist.
Und nur dann, wenn du das mehr und mehr verstehst, kannst du die Stimme Gottes auch klarer und besser verstehen.
c) Suche dir gute Freunde, an denen du „üben“ kannst
Wenn du trainieren möchtest, wie man prophetische Eindrücke zur Ermutigung bekommt, kannst du einfach jemanden, der Gott ebenfalls kennt, bitten, dir dabei zu helfen.
Beispiel: Die Worshipleiterin Jenn Johnson von Bethel hatte mich dazu mal sehr inspiriert durch ihre eigene Geschichte.
Auch sie bat einmal ein befreundetes Ehepaar, an ihnen die Gabe der Prophetie auszuprobieren. Sie wusste, dass sie es selbst gut einordnen konnten und für sich prüfen konnten.
Komischer Weise hatte sie den Eindruck, sie sollte diesem Ehepaar Wasser ins Gesicht spritzen (und das soll man mal biblisch prüfen:))
Aber die beiden ließen sich darauf ein. Sie gingen in die Küche, Jenn spritzen ihnen Wasser aus einer Schüssel ins Gesicht. Aber dann…. sprudelten plötzlich Worte aus ihrem Mund. Sie redete plötzlich davon, was Gott über das Ehepaar denkt und was er sieht. Und das Ehepaar? Brach weinend zusammen denn alles stimmte. Jenn konnte nichts davon wissen.
Was war passiert? Jenn hatte sich danach ausgestreckt, diese Gabe der Prophetie zu erhalten.
Sie hatte Gott darum gebeten, die Bibel gelesen und war mutig genug, sich jemanden zu suchen, der sie nicht verurteilte oder dadurch verunsichert wurde.
Und dann tat sich das, was Gott ihr sagte.
Genau so habe ich das dann auch gemacht. Ich habe zwar kein Wasser ins Gesicht von jemandem gespritzt, aber ich habe immer wieder Menschen, die es für sich selbst einordnen und prüfen konnten, in mein Training mit einbezogen, bis ich lernte, sensibel für Gottes Herz und seine Stimme zu werden um andere zu ermutigen.
ERMUTIGEN ist dabei der Kern! Ermutigung braucht jeder!
Also: Warum heute Abend mal statt dem TV deine inneren Ohren anmachen? Mit der Bibel in der Hand einfach mal da sitzen, Gott bitten zu reden und dann schauen was passiert?