Die 10 Gebote vs. die 10 Geschenke

Die 10 Gebote vs. die 10 Geschenke

Ein paar Gedanken, die mir beim Lesen der 10 Gebote in den Sinn kamen:
Die Gebote Gottes an sein Volk waren nicht einfach Regeln, die umzusetzen waren.
Sie waren ein Zeichen!
Sie waren ein Abkommen.
Sie waren ein Vertrag.
Dabei ging es aber nicht darum, ihn zu erfüllen.
Jesus sagte, das wichtigste Gebot sei „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ und das zweiwichtigste „Liebe deinen nächsten, wie dich selbst.“ (Matthäus 22,34-40)

Warum listet Jesus nicht die 10 Gebote + die 365 Verbote + die 248 Gebote auf, die im Judenthum gelten, als er nach dem „wichtigsten Gebot“ gefragt wurde?
Weil diese beiden Gebote alles beinhalten:)
Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.
Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.
Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.
Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.
Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.
Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Die ersten zwei Gebote beziehen sich darauf, dass Gott der einzig wahre Gott für jemanden ist. Dass er an erster Stelle steht. Dass man ihn also von ganzem Herzen liebt, mit allem, was man ist. Wenn ich jemanden liebe, dann ist das kein Gebot, dass ich neben der Person keine andere an gleicher Stelle lieben soll oder den Namen der Person in den Schmutz ziehe oder im Namen der Person einfach etwas in die Welt setze. Es ist ein ganz natürliches Resultat meiner Liebe, dass das nicht passiert.

„Der Sabbat als Wellness-Tag“
Den Feiertag, den Sabbat, zu heiligen hat mehrere Gründe. An anderen Stellen steht auch, ihn achten oder einhalten. „heiligen“ bedeutet so viel wie „aussondern“. Dieser Tag soll anders gestaltet werden, als die anderen und es kommt noch besser: Der Tag ist für UNS.
Wenn ich Gott liebe, dann vertraue ich ihm. Wenn ich ihm vertraue, dann vertraue ich darauf, dass, wenn Jesus quasi sagt: „Der Sabbat ist für den Menschen gemacht worden und nicht umgekehrt“, dass das stimmt. Dass es also nicht darum geht, sich dazu zu zwingen, an dem Tag nichts zu tun, sondern zu VERSTEHEN, dass es für mich gut ist, wenn ich an diesem Tag zur Ruhe komme und Gottes Gegenwart suche.
Wenn ich Gott liebe, dann WILL ich es gar nicht anders. Es ist quasi ein Wellness-Tag mit meinem Ehemann oder meiner Ehefrau. Würde ich den freiwillig sausen lassen? NEIN!?
Gäbe es bei jeder Eheschließung das Versprechen bzw. den Bonus, dass man in dieser Ehe JEDE WOCHE einen TAG nur mit dem Menschen hat, den man am meisten liebt und nichts tun muss, damit man sich aufeinander konzentrieren kann – würde ich das nicht annehmen?
„Das 4.-10. Gebot: Ein neuer Fokus“
Das 4.-10. Gebot hat viel mit sozialem Verhalten zu tun. Diese Gebote ermöglichen in erster Linie ein Zusammenleben. Aber auch hier: Diese Gebote haben mit einem Mitmenschen zu tun – aber mehr noch: Sie haben damit zu tun, dass ich – anstatt auf Gott zu achten und mich um ihn zu drehen, darum schere, was der andere hat, sagt oder tut.

Die 4.-10. Gebote breche ich, wenn es in meinem Leben um MICH geht.

Der Pastor der „Church Home“ in Seattle, Judah Smith, sagte neulich in einer Predigt den Satz: „Wenn ich Gott diene und mich dabei eigentlich um mich selbst drehe anstatt um IHN, dann ist das Ergebnis davon, dass ich neidisch werde!“ Und genau das ist es: Wenn jemand voller Zorn und Wut ist und sich nur darum dreht, wie verletzt man selbst ist – dann tötet man. Wenn ich nur auf meine eigenen Verlangen schaue und meinen Ehepartner nicht ehre und achte und als Geschenk Gottes sehe – dann breche ich die Ehe.

Wenn ich mich selbst gut darstellen will und ich mich darum drehe, was andere über mich denken und dass ICH fein raus bin, dann rede ich schlecht und falsch über meine Mitmenschen.
Wenn ich mich nur darum drehe, was ich NICHT habe und wieder mal das Opfer bin – dann werde ich neidisch und will das, was der andere hat.
In allem steckt drin: Gott verschwindet aus dem Mittelpunkt und ich stelle mich als Opfer hinein.
Das Vertrauen in einen Gott, der für mich sorgt, dir mir alles gibt, was ich benötige, wenn ich ihn darum bitte – es ist ersetzt durch Selbstjustiz.
Der Schritt zu Gottes Ohr um ihn zu sagen, was mich beschäftigt, verletzt, zermürbt ist umgelenkt worden zu einem Schritt in Richtung „selbstgerechtes Handeln“.
Und wenn ich das alles nicht verstanden habe, dann ist alles, was da aufgelistet steht, wirklich nur eine Liste von Regeln. Eine Liste von Dingen, die ich tun oder nicht tun soll.
Vielleicht verstehe ich, dass sie gut für MICH sind – das ist schon mal ein Schritt.
Aber dann kommt es noch tiefer: Es ist das natürliche Handeln aus Liebe heraus.
Wenn ich den Herrn, meinen Gott von ganzem Herzen liebe, MUSS Ich das alles nicht tun – dann tue ich das ganz automatisch. Denn ich vertraue ihm – voll und ganz.
Ich vertraue darauf, dass ich nichts anderes benötige als mein Vertrauen in einen liebevollen, gern-gebenden, gerechten Vater.