Schlagwort: Jesus

FOKUS und WEITSICHT

FOKUS und WEITSICHT

Endzeit – dieses Wort taucht seit einigen Jahren, vermehrt in den letzten Monaten und vor allem in den letzten Tagen in meinen Gedanken auf. Und auch das Thema „Prophetie“ beschäftigt mich in den letzten Jahren immer mehr. Interessanter Weise höre ich bei diesen Themen immer wieder dieselben Reaktionen: „Oh, bei Prophetie bin ich vorsichtig!“ oder „Ach, dass es Zuende geht haben sie schon vor Hunderten von Jahren gedacht. Und wir sind immer noch da!“

Dabei sagt der Begriff END-ZEIT ja schon viel. Es ist nicht ENDE sondern END-ZEIT also geht es um eine Zeitspanne, die ein Ende darstellt. Für mich bedeutet das, dass es natürlich schon lange Kriege, Zerstörung, Umweltkatastrophen etc. gibt und wir uns damit schon lange in dieser Zeitspanne befinden. Es ist wie ein Zeitstrahl, der bei 0 anfängt und bis 100 geht und wir befinden uns einfach immer näher Richtung 100. Die Tatsache, dass es schon immer Katastrophen gab, sollte uns nicht davon abhalten, bestimmte Dinge ernst zu nehmen. Wenn ich die Bibel ernst nehme, kann ich doch nicht auf der einen Seite daran glauben, dass die Welt von Gott geschaffen wurde, dass er selbst Mensch wurde und nach seinem Tod am Kreuz auferstanden ist – aber auf der anderen Seite die Warnungen und Reden über die Endzeit und auch die prophetischen Eindrücke von Propheten wie Hesekiel, Jesaja, Daniel und Johannes ignorieren.

Was ich erschreckend finde ist, dass manche genau das tun, während andere nur noch auf „Das Ende der Welt“ fokussiert sind und das Hier und Jetzt vergessen. Oder dass die einen panisch und depressiv sind, während andere nur noch darauf fokussiert sind, dass sie selbst vorbereitet sind.

Es braucht meiner Meinung nach eine Balance zwischen Fokus und Weitsicht. Eine Balance von „Hier und Jetzt“ und „Was kommen wird“. Es braucht diese Balance um nicht panisch zu werden, wenn man sieht, was derzeit alles in der Welt geschieht und gleichzeitig nicht aus dem Blick zu verlieren, DASS es die Realität ist und wir immer noch hier sind und das nicht ohne Grund.

Jesus hatte meiner Meinung nach genau diese Balance: Er warnte an verschiedenen Stellen vor den „letzten Tagen“. (z.B. in Matthäus 24,15-30).  Er beschreibt, was im Propheten Daniel schon geschrieben stand und sagt, wie schlimm die „letzte Schreckenszeit“ wird. ABER: In Vers 25 steht: „Denkt daran, dass ich es euch vorausgesagt habe! Wenn also die Leute zu euch sagen: ‚Draußen in der Wüste ist er (Jesus)‘, dann glaubt ihnen nicht! Denn der Menschensohn wird für alle sichtbar kommen, wie ein Blitz, der von Ost nach West über den Himmel zuckt. Er wird so sicher zu sehen sein wie die Geier, die hoch über einem verendenen Tier kreisen.“
Mit anderen Worten: Es wird schlimm werden. Es wird kommen, aber lasst euch davon nicht aus der Bahn werfen. Ich warne euch. Ihr wisst bescheid. Keine Panik: Ihr werdet nichts verpassen!
In Kapitel 25 vergleicht er sein Wiederkommen mit einem Hochzeitsfest, an dem zehn Brautjungfern dem Bräutigam entgegen gehen. Während aber fünf von ihnen auf die Wartezeit vorbereitet sind und Reserveöl für ihre Öllampen haben, haben fünf andere nicht vorgesorgt. Sie müssen los um noch einmal Öl zu kaufen, bevor die Lampen ausgehen. In der selben Zeit kommt der Bräutigam, geht mit den anderen fünf, die mit ihren gefüllten Öllampen warteten, zum Fest und die Türen werden verschlossen.

Mich hatte dieses Gleichnis schon als Kind berührt und beschäftigt. Es ist ein liebevoller Hinterntritt, ready zu sein und nicht panisch zu werden. Sich vorzubereiten und zu wissen, DASS die Zeit kommen wird. Jesus war fair: Er warnte die Jünger. Gott war fair: Er warnte uns durch die Propheten. Wir haben also alles, was wir wissen müssen in der Bibel. Wenn wir es ignorieren, sind wir genau wie die fünf Jungfrauen, die alles verpassen.
Es braucht FOKUS auf das Hier und Jetzt: Was ist meine Aufgabe? Was möchte Gott mit und durch mich JETZT HIER bewirken? Und gleichzeitig braucht es Weitblick: Was geschieht derzeit weltweit? Welche Anzeichen gibt es? Wie kann ich im Gebet für andere einstehen? Es braucht FOKUS auf MICH und wie ICH vorbereitet bin und es braucht WEITSICHT auf andere und den Blick auf sie. Ich bete, dass mir diese Balance gelingt und ich anderen helfen kann, diese Balance ebenfalls zu leben.

Seit etwa einer Woche hatte ich mich auf den heutigen Nachmittag gefreut: Nachdem die letzten zwei Wochen gefüllt waren mit To-Dos außerordentlichen Terminen, hatte ich meiner Tochter versprochen, heute Nachmittag gemeinsam ihr Faschingskostüm zu basteln und außerdem noch die neuen Bügelperlen auszuprobieren. Ich liebe es, mit ihr kreativ zu sein und zu basteln und hatte extra noch ein paar Bastelmaterialien besorgt und mir überlegt, was ihr Freude machen könnte. Nach dem Mittagessen ruhte ich mich noch kurz aus und kam dann voller Motivation in ihr Zimmer. „So, jetzt kann’s los gehen. Was magst du machen?“ fragte ich. Sie kam mir mit hängenden Schultern entgegen, trug einen ausgeliehenen Schulranzen auf dem Rücken (sie geht noch in den Kindergarten) und sagte: „Och menno. Ich mag aber noch Schule weiterspielen.“ Na toll. „Ok,“ sag ich, „dann mach ich was anderes und du kannst dann kommen, wenn du basteln magst.“ Nach zehn Minuten saß sie bei mir am Tisch. Ich hatte schon alles vorbereitet. Sie wiederum nahm die Bügelperlen, setzte sich an die Ecke des Tisches und bat mich, bitte nicht zu schauen, was sie mache. Ich könne ja schon mal die Feenflügel basteln. So ging das dann über eine Stunde. Zwischendurch saß sie dann im Wohnzimmer auf dem Sessel, hörte ihr Hörspiel, während sie die Bügelperlen alleine machte und kam erst, als sie sah, dass ich etwas traurig drein schaute. Zudem fragte sie ständig, wann denn endlich Papa von der Arbeit käme, er hätte ihr versprochen, nochmal in das Bastelgeschäft zu fahren, damit sie sich vom Taschengeld etwas kaufen könne… Das Ende vom Nachmittag war dann, dass sie netterweise noch ein paar Blumen auf ihre von mir gebastelten Flügel malte, ich alles wieder aufräumte und nicht wusste, ob ich sauer, traurig oder glücklich sein sollte. Sauer, weil ICH wieder fast alles alleine gemacht hatte, traurig, weil ich mich so auf die gemeinsame Zeit mit ihr gefreut hatte oder glücklich darüber, dass sie zufrieden und glücklich ist und sich so gerne und gut selbst beschäftigt…
Da hatte ich mich bemüht, mir Gedanken gemacht und wollte einfach gerne Zeit mit meiner Tochter verbringen und einen Mama-Tochter Nachmittag gestalten und dann…war sie darauf fokussiert, dass Papa endlich kommt und es reichte ihr, irgendwo in meiner Nähe zu sein und sich alleine zu beschäftigen.
„Mh“, dachte ich…und plötzlich wurde mir klar, dass es Gott ganz genau so geht und das jeden Tag. Ich spürte plötzlich, wie er grinste und sagte. „Ja, das kenne ich!“ Er hat alles vorbereitet für mich. Er freut sich auf die Zeit mit mir. Er macht sich Gedanken darüber, was mir Freude macht und ich? Renne mit meinen Todos durch die Gegend, beschäftige mich mit meinen eigenen Vorhaben und wenn ich da sitze und mit ihm reden will, sind meine Gedanken schon beim nächsten Treffen…
Ich hab draus gelernt – und ich werde was ändern. Auch, wenn Gott sich über mich freut, wenn ich selbst klar komme – er liebt die Gemeinschaft mir. In diesem Sinne: Einen schönen Abend dir und ihm und mir:)

Ihr Kinderlein kommet…

Ihr Kinderlein kommet…

Wenn ich an Weihnachten in meiner Kindheit denke, erinnere ich mich daran, wie ich mit meinen Geschwistern im Zimmer meines Bruders saß und Fernsehen schaute, während im Wohnzimmer meine Eltern dem „Christkind“ halfen, die Geschenke zu richten. Nach einer gefühlten Ewigkeit klingelte dann ein Glöckchen und meine Eltern standen an der Wohnzimmertür und sangen „Ihr Kinderlein kommet“. Aufgeregt rannten wir zum Baum und wurden dann erstmal wieder zur Ruhe gerufen. Erst noch die Geschichte hören. Erst noch ein Flötenlied oder ein Gedicht. Erst noch kurz Besinnlich werden…und dann ging die Geschenkpapierschlacht los….
Vor einigen Tagen hörte ich den Song „Something about Christmas time“ von Bryan Adams und meine Ohren wurden hellhörig bei der Zeile „To see the joy in the children’s eyes“ („Wenn man die Freude in den Kinderaugen sieht“) und ich musste genau an die oben beschriebene Szenerie denken.
Und ich dachte an meine Tochter und über das Strahlen in ihrem Gesicht, wenn sie nur von Weihnachten redet…und ich wurde stutzig.
Ich fragte mich, warum ich nicht mehr so ein Leuchten in den Augen habe an Weihnachten. Warum strahle ich nicht? Warum verschwindet diese Freude und diese Vorfreude, wenn man weiß, wer hinter dem Christkind steckt und wenn man alles hat, was man so braucht? Wenn man sich die Welt anschaut und denkt: „Da ist so viel Not und ich hab eine Wunschliste mit Dingen, die niemand braucht.“? Und ich fragte mich, ob meine Freude über Weihnachten vielleicht an falsche Umstände geknüpft war….

Was würde von meiner Freude bleiben, wenn ich nicht zum Weihnachtsgottesdienst gehen könnte? Was wäre übrig, wenn ich alleine wäre. Ohne Christbaum. Ohne Geschenke….ohne Lebkuchen, Weihnachtsgans und Traditionen?
Jesus meinte einmal „Werdet wie die Kinder“. Und ich wünsche mir für mich, dass ich wieder dieses Strahlen und diese Freude wie die Kinder bekomme. Nicht, weil es Geschenke gibt. Nicht, weil alles schön dekoriert ist. Nicht einmal, weil ich meine Lieben um mich habe. Sondern weil Weihnachten ist. Die geweihte Nacht. Die heilige Nacht. Die Nacht, die zeigt, wer Gott ist.
Es ist das Fest, an dem wir feiern, dass GOTT Mensch wurde um Beziehung zwischen ihm und uns wieder herzustellen. Und ich merke für mich einmal mehr: Die Traditionen, die einst dazu geschaffen wurden, dieses Fest gebührend zu feiern, diesen GOTT gebührend zu feiern und dieses Zeichen der Liebe in den Mittelpunkt zu stellen – diese Traditionen sind in den Vordergrund gerückt. Der immergrüne Baum sollte die Hoffnung ausdrücken, die durch Jesus existiert. Der Christstollen sollte in der Fastenzeit ein besonderes Essen sein, das Jesus in Windeln darstellt. Die Kerzen sollten das Licht symbolisieren, das Jesus selbst ist. Es waren Traditionen, die symbolisch unterstreichen sollten, was wir da feiern. Und nun haben sie den eigentlichen Grund verdrängt oder noch schlimmer: Sie sind verschwunden und alles was blieb, ist Konsum.
Vor einigen Wochen war ich mit meiner Tochter auf einem Kinderkleidermarkt. Wir fanden ein schönes, festliches Kleid mit etwas Tüll und Glitzer. Ich kaufte es und sagte: „Schau mein Schatz, das kannst du an Weihnachten anziehen!“ Die Verkäuferin und ihre Freundinnen schauten mich verwundert an. „Was zieht’s IHR denn an Weihnachten an?“ Ich antwortete nur „Naja, der höchste christliche Feiertag. Da machen wir uns festlich!“ und sie schüttelten nur den Kopf und nuschelten was von Jogginghose und Kaputzenpulli. Ich bin sicher, hätte ich gefragt, ob sie ihre Weihnachtsgeschenke schon beisammen haben, hätten sie genickt.
Ich liebe die Tradition, das Haus zu schmücken. Ich liebe die weihnachtliche Atmosphäre. Ich bin tatsächlich ein kitschiger Weihnachtsfan. Ich liebe die roten Kugeln, den Duft, die Musik, den Kamin….aber ich liebe vor allem diesen Jesus, der da auf die Welt kam. Der Mensch wurde um zu zeigen, dass er uns nah sein will und vor allem um Dinge klar zu stellen, die wir Menschen falsch verstanden haben. Er kam um LIEBE zu zeigen, die ÜBER Tradition und Gesetz steht. Er kam um zu zeigen, was GNADE bedeutet und Gerechtigkeit im Sinne Gottes. DAS ist es, was ich feiern möchte. Und deshalb will ich das Haus offen und feierlich gestalten. DESHALB möchte ich mich fein anziehen um den Ehrengast zu feiern. DESHALB möchte ich, dass das Christkind – (JESUS) die Geschenke bringt, denn ER ist es, der uns segnet und ein Segen sein lässt. ER beschenkt uns und versorgt uns.

Ich wünsche mir, dass diese Freude größer ist als die Freude über Gemeinschaft, Essen und Geschenke. Ich wünsche mir, täglich so voller Freude und mit großen Augen zum Thron Gottes zu rennen, wie ich als Kind zur Krippe unter dem Baum gerannt bin. Und die Geschenke und den Segen Gottes so zu empfangen und auszupacken, wie ich als Kind die Geschenke aufgerissen und empfangen habe, die unter dem Baum lagen. Ich wünsche mir, dass ich es kaum erwarten kann, SEINE Ankunft zu feiern, wenn er wieder kommt. Wann auch immer das sein wird.

Whatever is noble….

Whatever is noble….

„Orientiert euch an dem, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat. Beschäftigt euch mit den Dingen, die auch bei euren Mitmenschen als Tugend gelten und Lob verdienen.“

Dieser Ratschlag hat mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Aufgrund einer starken Erkältung und Nebenhölenentzundung, war ich in den letzten Wochen Zuhause im Bett. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich die gesamte Zeit damit verbracht habe zu schlafen und geistlich wertvolle Literatur in mich aufzusaugen. Aber ich bin ehrlich: Die Zeit war aufgeteilt zwischen einem tatsächlich geistlich wertvollem Buch, Spotify Playlisten, TV Serien, Schlafen und….Instagram. Die Mischung von all dem hat mich dazu gebracht, etwas zu bemerken und für mich zu reflektieren:

Ich habe mich versucht, in den letzten Monaten bewusst von Diskussionen bzw. öffentlichen Äußerungen bezüglich Impfung und Corona zurück zu halten. Tatsächlich begegneten mir manchmal Leute, die meinten, aggressiv mir gegenüber erklären zu müssen warum sie sich (nicht) impfen lassen – dabei hatte ich nicht einmal gefragt.
Ich höre Argumente von Geimpften, warum sie sich komplett „Save“ fühlen, sich nicht mehr testen und alles genießen, weil sie sich auf der „sicheren Seite“ fühlen und kenne auf der anderen Seite Freunde, die sich nicht impfen lassen wollen, aber immerhin fast täglich testen und somit vielleicht sogar weniger den Virus in Umlauf bringen als Geimpfte die gar nicht testen…Oftmals (NICHT IMMER) geht es aber dabei um das ICH. Ich habe mitbekommen, dass Geimpfte sich nicht mehr mit Ungeimpften treffen wollen, weil DIE ja anstecken könnten. (Interessant, dass es dabei nicht um den Gedanken ging, dass der UNgeimpfte sonst durch den Geimpften ansteckt werden könnte, was vielleicht schlimmer ausgehen könnte….)

Die einen treffen sich, weil sie es dürfen, andere fühlen sich isoliert und verurteilt, weil sie aus gesundheitlichen Gründen oder Bedenken aufgrund von Schwangerschaft einfach noch keine Impfung haben….Und immer wieder fällt mir auf, wie rau, wie aggressiv der Ton wird, wie verurteilend über andere geredet wird. Ich höre, wie beurteilt wird, wer sich wie verhält und sogar Meinungen oder Wertedenken unterstellt werden, obwohl kein Fakt oder „Beweis“ diese Annahme bestätigen.
Ich höre „Es geht um das Gemeinwohl!“ und „Da müssen ALLE AN EINEM STRANG ziehen“, sehe aber, wie unter anderem genau diese Äußerungen und das große Thema „Impfung“ bzw. „3G“ so stark zu leidenschaftlichen Bewertungen und Diskussionen führen, dass es keine Einheit schafft, sondern die Spaltung noch stärker zulässt. Bin ich ein besserer Mensch, wenn ich als Geimpfter andere mit „Trottel“ oder „Idioten“ beschimpfe als ein Ungeimpfter, der Verschwörungstheorien von sich gibt oder ständig postet, was die Politiker falsch machen oder warum die Impfung „eh nix bringt?“
Beide Verhaltensweisen spalten! Beide Meinungsäußerungen bewirken etwas auf beiden Seiten: Eine Seite fühlt sich angegriffen und kommentiert und begründet, die andere Seite fühlt sich bestätigt und kommentiert und bejaht noch leidenschaftlicher als vorher. Wo ist der gemeinsame Nenner, den man finden könnte? Gibt es einen?

Und ich fragte mich gestern bei einer leidenschaftlichen Diskussion mit sehr lieben Menschen, wo ich stehe. Ich ertappte mich, wie ich bereits auch an den Punkt gelangt war, über Menschen zu sagen: „Die sollten einfach nicht behandelt werden, wenn sie so einen Mist von sich geben und Impfgegner sind!“ oder dass ich wütend wurde, wenn ich an das überlastete Krankenhauspersonal dachte…. Ja, ich habe gemerkt, dass ich bereits auf diesem Zug sitze, der in die eine Richtung fährt und zum Teil Freunde, Verwandte und Bekannte stehen lässt.

Was passiert mit unserem Denken, unserer Sicht auf andere? Was passiert mit unseren Herzen?
Schaffe ich Frieden durch das, was ich sage oder poste oder fördere ich Spaltung und Negativität? Schaue ich das große Bild noch an? Und mit dem großen Bild meine ich nicht „Deutschland“ oder „die Menschheit“ – ich meine das große Bild „LEBEN und das, was danach kommt“!
Ist es mir noch ein Anliegen zu wissen, wie es dem Menschen geht?
Ist es noch mein Wunsch, dass ich Menschen mit den Augen Gottes sehe?
Ist es noch meine größte Frage, ob die Menschen für sich wissen, was nach dem Tod kommt und wo sie hin gehen? Oder ist meine größte Frage, mit wem ich mich an Weihnachten treffe oder besser nicht treffe, ob ich was zu dem Thema sage oder nicht, ob ich den Leuten lieber aus dem Wegen sollte oder nicht?!
Was bewirkt mein Denken?
Mein Denken hat Einfluss auf meinen Umgang mit Menschen. Mein Umgang mit Menschen hat Einfluss darauf, ob und wie sie Gott sehen. Und ob und wie sie Gott sehen hat Einfluss darauf, wo sie ihre Ewigkeit verbringen.

„Schließlich, meine lieben Brüder und Schwestern, orientiert euch an dem, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat. Beschäftigt euch mit den Dingen, die auch bei euren Mitmenschen als Tugend gelten und Lob verdienen. Haltet an der Botschaft fest, die ihr von mir gehört und angenommen habt. Richtet euch nach dem, was ich euch gelehrt habe, und lebt nach meinem Vorbild. Dann wird Gott, von dem aller Friede kommt, bei euch sein.“ Dieser Ratschlag ist übrigens aus der Bibel (Philipper 4,8)

Ist mein Verhalten, mein Denken, mein Reden über andere und mit anderen vorbildlich? Ist es gerecht? Ist es liebenswert?
Ich musste mir eingestehen, dass mein Denken bereits spaltend war. Es war immer wieder verurteilend. Bewertend. Nicht vorbildlich und nicht gerecht – und damit ist nicht das menschliche Gerechtigkeitsempfinden gemeint – sondern viel mehr das göttliche.


Ich möchte dazu appellieren und habe mich selbst dazu entschlossen mir selbst in den Hintern zu treten: Ich entscheide mich, die Menschen wieder zu sehen. Menschen als Kinder Gottes. Menschen mit Nöten. Menschen mit Herzen – auch wenn sie vielleicht hart oder kalt oder einfach verletzt sind. Ich möchte, dass mein Verhalten, mein Denken und mein Handeln Positives bewirken (nein – keinen positiven Corona-Test). Ich möchte für mein Herz keinen Unterschied machen, ob sich jemand für oder gegen Impfung entscheidet. Genauso wenig ob er sich für oder gegen Gott entscheidet. Es könnte mir egal sein – ich weiß, wo ich hingehe, wenn ich mal sterbe. Aber belasse ich es dabei – was macht mein Leben dann für einen Sinn? Warum bin ich dann hier?
Was denkt Gott über diese Sache? Was tat Jesus? Zeigte er mit dem Finger auf die Zöllner und sagte „Selbst Schuld – sie kennen die Schriften und sollten wissen, wie sie sich verhalten sollten!“? Nein – er ging zu ihnen und zeigte ihnen Liebe. Er berührte Aussätzige, die von allen religiösen Leitern ausgeschlossen wurden, weil es das Gesetz sagte. Er heilte sie und hatte Mitleid mit ihnen. Er WEINTE um die Stadt Jerusalem und er leidete am Kreuz. Ich glaube, er leidete vorallem weil er die Menschen sah und sie nichts verstanden. Jesus grenzte nicht aus. Er sagte die Wahrheit – knall hart. Er war leidenschaftlich. Und er hatte seine Meinung. Da liegt also nichts Falsches dran. Und trotzdem machte er einen Unterschied zu denen, die nur das Gesetz sahen: Er sah die Menschen. Er sah die Herzen.
Ihm war ihre Haltung und ihre Meinung nicht egal – aber die Menschen an sich auch nicht.

Ich habe meine Meinung zu Impfung. Ich habe eine Sichtweise auf dieses Land, die Menschen und das Weltgeschehen – Ich verstehe nicht immer die Meinung und Begründungen anderer. Ich kann nicht alles nachvollziehen und ja – mich ärgern manche Denkweisen. Und mir sind manche schrägen Meinungen und Überzeugungen auch nicht egal!
Die Frage ist, suche ich das Gespräch zu dem Thema mit dem Ziel, den anderen zu überzeugen? Oder suche ich das Gespräch zu dem Thema mit dem Ziel, mein Gegenüber zu hören und mich auszutauschen? Ich werde nach wie vor versuchen, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass dieser Virus sich nicht verbreitet, andere in Gefahr bringt oder das Gesundheitssystem kollabiert. Ich werde nach wie vor bei Kontakten schauen, dass ich getestet bin und auch in Liebe nachfragen, ob der andere getestet ist, damit wenigstens eine kleine Sicherheit besteht. Aber ich möchte nicht vergessen, immer wieder im Gebet zu fragen, wie Gott die Person sieht und wie er mich dazu gebrauchen möchte, ein Segen zu sein. Für mein Gegenüber. Unabhängig welcher Herkunft, Kultur, Religion, Geschlecht, Identitätsdenken, Gesundheits- oder Impfstatus:) Gott helfe mir dabei!

FREI-TAG

FREI-TAG

Es ist Freitag.
DER Freitag.

Es ist der Freitag, an dem ich daran erinnert werde, wie sehr du gelitten hast.
Ich sehe deine schmerzverzerrten Augen, die gleichzeitig voller Liebe sind.
Ich sehe Filme, Bilder, Theater-Szenen, in denen du diese Last trägst.
Diese Last, dieses Kreuz, dass nicht nur real, sondern auch ein Symbol ist.
Und ich werde daran erinnert, was mir von Kleinauf erklärt wurde:

Das alles ist MEINETWEGEN passiert.
Dieses Kreuz sei Symbol für MEINE Fehler, meine SCHULD und für das, was mich von dir trennt.
Ich sehe dieses Kreuz mit diesem Verständnis und ich sehe deinen Blick.
Und ich kann es kaum ertragen.

Mein Blick will sich abwenden und aus Entsetzen wird Wut.
„Ich habe dich nicht darum gebeten“ schreit meine Seele.
Der Drang in mir einzuspringen wird groß.

„Jeder nehme sein Kreuz auf sich“ hämmert es in meinem Schädel
und ich sehe vor meinem inneren Auge dieses Kreuz, das ich als „Meines“ ansah.
Ein Kreuz das ich immer wieder trug, weil ich nicht wollte, dass jemand wegen mir leidet.
Ein Kreuz das ist immer wieder trug, weil ich die Inschrift darauf selbst einritzte:

„MEINE SCHULD“.

Ich sehe, wie ich dieses Kreuz selbst trage. Zu schwer für mich, kaum anzuheben.
Trotzdem schleife ich es Stück für Stück den Berg hinauf.
Am Gipfel des Berges ist eine Mauer.

Die Mauer, die ich aufgebaut habe. Jeder Stein trägt einen Namen.
„Lüge“, „Lästern“, „Töten von Träumen“, „Wut“, „böse Worte“….
Es ist die Mauer, die mich von dir trennt. So wurde es mir immer erklärt.
Eine Mauer, die ich immer wieder neu aufbaue und die immer da steht, egal wie weit ich mit meinem Kreuz gekommen bin.

Es ist Freitag.
DER Freitag.

Es ist der Freitag, an dem ich von dir daran erinnert werde, was das alles WIRKLICH bedeutet.
Ich sehe deine liebevollen Augen.
Ich sehe einen Film, der vor meinem inneren Auge abläuft.
Da ist kein Kreuz auf meinem Rücken, sondern ein Rucksack.
Und während ich mich den Berg des Lebens hochschleppe mit diesem schweren Rucksack, gehst du neben mir.

Und als ich mich dazu überreden lasse, kurz zu rasten, redest du mit mir.
Und du öffnest den Rucksack und betrachtest mit mir, was darin ist.
Es sind Steine. Jeder Stein trägt einen Namen.
„Lüge“, „Lästern“, Töten von Träumen“, „Wut“, „Böse Worte“…
Auf dem aller schwersten Stein ist jedoch etwas anderes eingraviert: Eine Landkarte.

Die Landkarte zeigt verschiedene Wege. Ein Weg ist fett markiert und zeigt den Weg zum Gipfel des Berges. Eine Zielmarkierung zeigt, wo es hin geht.
Aber auf dieser Karte sind auch andere Wege. Wege, die kürzer zu sein scheinen. Wege, die einfacher zu gehen sind, mit diesem schweren Rucksack, den ich trage.
Und ich sehe, wie du mir anbietest, diesen Rucksack zu tragen.
Damit ich den Weg gehen kann, der begehbar ist, wenn ich keine Lasten habe.
Damit ich den Weg gehen  kann, der zum Ziel führt.
Zum Ziel, an dem dein Vater auf mich wartet.

Und du nimmst den Rucksack mit diesen Steinen und entsorgst ihn.
Gemeinsam gehen wir weiter auf diesem Weg, der so viel schöner ist, als ich dachte.
Ich bin dankbar. Ich bin erleichtert.
Du siehst mich an: Dankbar und erleichtert,
weil ich endlich verstanden habe, dass DU diesen Rucksack für mich entsorgen möchtest.
Ich bin dankbar. Ich bin erleichtert.
Du spürst das. Du siehst es.
Gemeinsam gehen wir weiter auf diesem Weg.
Du neben mir. Ich neben dir.
Ich habe keinen Grund mehr, andere Wege zu gehen.
Mit dir statt dem Rucksack ist er begehbar, spannend, abenteuerlich und schön zugleich.

Es war keine Mauer, die mich von dir trennte.
Es waren die Wege, die ich mit meinem schweren Rucksack selbst gehen wollte.
Es war nicht der Rucksack an sich, der schwer war.
Es waren die Steine darin, aus der ich eine Mauer hätte bauen können,
an der Weggabelung, die zwischen deinem und meinem Weg lag.

Es ist Freitag.
DER Freitag.

Es ist der Freitag, an dem das größte Kreuz von mir genommen wurde:
Das Kreuz der „SCHULD“, der „FEHLER“, des „LEISTUNGSDENKENS“.
Es ist der Freitag, an dem meine Schultern neu bedeckt werden:
Mit dem Mantel der Königswürde.
In den Farben der Liebe.
Mit der Leichtigkeit in dem Wissen, dass es nicht um Fehler, Schuld oder Sünde geht, sondern darum, dass dein größter Wunsch ist, dass ich meinen Weg mit DIR gemeinsam gehe.

Es ist Freitag.
Der Tag, an dem ich FREIheit erleben, verstehen und begreifen darf.

GEH-WEG(!)

GEH-WEG(!)

In den letzten Wochen hatte ich mehrere Situationen der selben Art, die mich jedes Mal zum Schmunzeln brachten:

Menschen liefen auf der Straße.
Ich rede jetzt nicht von dem Demonstrationen, die man immer wieder in den Nachrichten sieht. Ich rede von der Tatsache, dass mir mehrfach Menschen begegnet sind, die es vorziehen mitten auf der Straße zu laufen, anstatt den GEHweg zu benutzen.
In der ersten Situationen fuhren wir als Familie gerade mit dem Auto los und amüsierten uns darüber, dass eine ältere Frau mit ihrem Rollator einfach mitten auf der Straße geradeaus lief, anstatt drei Meter weiter rechts zu laufen. In der zweiten Situation stand ein Pärchen mitten auf der Straße und unterhielt sich stehend – der Gehweg frei und leer.

Und gerade gestern erst konnte ich nur meinen Kopf schütteln: Die Straße glatt und noch mit etwas Schnee bedeckt, der Gehweg freigeräumt und bestreut und doch fühlten sich zwei Personen offensichtlich wohler dabei, genau in der Mitte der Straße zu laufen und mit ihren kleinen Trippelschritten auf der glatten Fahrbahn die Autos zum (noch) langsameren Fahren zu zwingen.

Der erste Gedanke „Wie blöd sind manche Leute?!“ wurde schnell zur Seite geschoben, als ein anderer Gedanke Platz einnahm: „Ja, so ist das mit euch Menschen!“
Ich wurde stutzig und schaut kurz um mich – Nein, ICH lief auf dem Gehweg. ICH stand nicht mitten auf der Straße und ICH hielt keine Autos auf. „ICH bin auf dem GUTEN Weg“ antwortete ich meinen Gedanken halblaut, merkte aber, dass ich nicht das letzte Wort in dieser Diskussion hatte. Schlagartig verstand ich, was diese „innere Stimme“ mir sagen wollte:

Der Gehweg ist dazu da, um Fußgängern das Gehen in einem sicheren Rahmen zu ermöglichen. Autos fahren auf der Straße und sollten das ungehindert tun, Fußgänger können dafür in ihrem Tempo gehen und befinden sich im optimal Fall dadurch nicht in Gefahr. Daher wird der Gehweg auch bei Schnee schnellstmöglich freigeräumt: Niemand soll in Gefahr kommen und stürzen. Wenn ein Hausbesitzer nicht dafür sorgt, dass der Gehweg bei Schnee und Glätte freigeräumt ist, kann er mit satten Geldstrafen rechnen.

In unserem Leben haben wir auch immer wieder die Wahl, auf dem Gehweg oder auf der Straße zu gehen. Gott gibt uns immer wieder die Wahl, ob wir mitten auf der Straße laufen möchten (kann man machen – MUSS man natürlich nicht) oder ob wir den Gehweg nutzen wollen. Der Gehweg – der Weg, der uns Sicherheit bietet, der bei Glätte geräumt wird und der uns dazu dienen soll sicher voran zukommen ist der Weg mit Jesus. ER hat sogar selbst gesagt, dass er „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist (Johannes 14,6). Es gibt Begrenzungen und Regeln, die auf diesem Weg gelten. Und obwohl manche sich gegen „Gebote“ und „Ratschläge“ der Bibel aufregen, sie als altmodisch oder gar „irrelevant“ bezeichnen, sind sie genau wie Regeln im Straßenverkehr zu unserem Schutz da. Ich KANN die Straße einfach überqueren ohne zu schauen, ich KANN einfach den Gehweg entlang rennen und dabei jede Ausfahrt ignorieren, ich KANN den Gehweg mit Hindernissen vollstellen – aber es ist nicht unbedingt sicher. Genau so kann ich mitten auf der Straße laufen, den Gehweg ignorieren und die entsprechenden, sinnvollen „Richtlinien“ um diesen Gehweg zu nutzen – aber es ist nicht sinnvoll.

Viele Menschen ziehen es vor, mitten auf der Straße zu gehen, sich den Gefahren auszusetzen und andere dabei ebenso in Gefahr zu bringen oder sogar zu nerven (das Hupkonzert der Autos kann man sich wohl vorstellen).

Was tun wir? Was tust DU?

Wo gehen wir?

Und wenn wir jemanden mitten auf der Straße gehen sehen – wie reagieren wir?
Schütteln wir, wie ich, den Kopf und schmunzeln über die „Blödheit“ der Menschen? Helfen wir ihnen, den Gehweg wahrzunehmen? Entscheiden wir uns vielleicht, selbst doch lieber auf der Straße zu laufen?


Im Nachhinein weiß ich: Ich werde das nächste Mal (in der Realität und auch im übertragenen Sinne) hingehen und freundlich darauf aufmerksam machen, dass es sicherer ist, den Gehweg zu benutzen. Ob die Person den Hinweis annehmen möchte, den GEHWEG zu benutzen oder ob sie dann mit einem „GEH WEG!“ reagiert, ist dann ihr überlassen.

Weihnachten mal RICHTIG

Weihnachten mal RICHTIG

ein Blogbeitrag auf estherstoechter.wordpress.com) Es Weihnachtet sehr…zumindest teilweise: Unser Christbaum steht, die Lichter leuchten schon seit Wochen, der Teller ist stets mit Lebkuchen und Plätzchen gefüllt und die Spotify-Liste spielt das Weihnachtsalbum von Michael Bublé rauf und runter. „Alles wie sonst auch“ – könnte man meinen und trotzdem weiß wohl jeder, dass es in diesem Jahr nicht so ist, wie sonst auch. „Same procedure as every year?“ – nicht 2020. Aber ist das schlecht? Ist es dadurch „nicht weihnachtlich“? Wenn die Verwandten nicht kommen, die große Weihnachtsgans in diesem Jahr nur aus zwei kleinen Entenbrüsten besteht? Wenn die Christmette am TV geschaut wird und der Glühwein statt auf dem Weihnachtsmarkt doch in der eigenen Küche verzehrt wird? Ich selbst befinde mich im Zwiespalt. Ich liebe die Weihnachtstraditionen. Ich liebe die Adventszeit und alles, was dazu gehört und doch merke ich, dass ich in diesem Jahr richtig froh bin, dass „alles anders“ ist. Denn jedes Jahr wünsche ich mir, dass mir der Grund für das Weihnachtsfest mehr bewusst wird: Gott wurde Mensch um uns durch Jesus zu zeigen, wie er ist und um durch den Tod und die Auferstehung Jesu später klar zu machen, dass ER eine Beziehung mit uns möchte, dass ER dem Tod trotzt und ewiges Leben anbietet. Dieses ewige Leben kann hier und jetzt beginnen, wenn wir diesen Gott, diesen Jesus, diesen Heiligen Geist in unserem Leben und somit auch im Alltag einbeziehen. DAS ist der Grund, warum ich Weihnachten feiern möchte. SEIN Geschenk an UNS -nicht UNSERE Geschenke an alle anderen. In diesem Jahr wird mein Wunsch einmal mehr wahr: JESUS hat weniger Chancen aus der Mitte gedrängt zu werden:) Wie oft feiere ich Weihnachten mit all den Traditionen, ohne diesen Gott, diesen Jesus einzubeziehen. Wie oft beten wir im Alltag, halten Fürbitte, hören uns Predigten an, fragen Gott um Rat und an Weihnachten – da geht es schon irgendwie um Jesus aber im Mittelpunkt steht doch dann viel mehr das Essen, die Familie, die Geschenke und die Traditionen. „Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie“ wird so oft geantwortet, wenn man fragt, was einem Weihnachten bedeutet. Aber wie wäre es, wenn Weihnachten in diesem Jahr wirklich anders aussehen würde: Wenn man Betet, hin hört, Worship macht Zuhause, Fürbitte hält, schaut, was Gott einem aufs Herz legt für die Tage, für das nächste Jahr? Nicht: „Weihnachten mal anders“ sondern „Weihnachten mal RICHTIG“. Wir möchten unserer Tochter ein Weihnachtsfest zeigen, in dem es um Jesus geht und in dem wir bewusst machen: Die Geschenke, sind ein Segen. Sie sind Versorgung und durch Versorgung können wir anderen Freude machen. Weil Gott uns segnet und es liebt uns Freude zu machen. Das Christ-Kind bringt also die Geschenke – Jesus selbst segnet uns. Wir feiern seinen Geburtstag, wir laden ihn ein, Teil des ganzen Festes zu sein. ER ist unsere Kontaktperson an Weihnachten – und er ist alles, was wir brauchen:) Es laufen nicht zwingend Weihnachtslieder sondern Worship, wir essen nicht Plätzchen sondern Geburtstagskuchen und wir fragen Gott, wie er sich die Tage mit uns wünscht. Weihnachten mal „anders“ – nämlich so, wie wir Beziehung mit Gott täglich leben PLUS noch einen draufgesetzt:)

Dein Platz

Dein Platz

(Blogbeitrag bei Esthers Töchter)

Es gibt Fragen, die in meinem Leben irgendwie immer wieder auftauchen.

Eine Frage, die ich mir schon vor vielen Jahren einmal stellte ist: „Wo ist mein Platz?“

Diese Frage war meist darauf bezogen, wo ich mich irgendwie positiv einbringen konnte.

Vielleicht kennst du diese Frage auch in genau dieser Art. Vielleicht drückt sie sich aber auch bei dir anders aus. Denn wenn ich mir genauer Gedanken über diese Frage mache, steckt noch etwas Tieferes darin und der tiefe Kern kann sich in verschiedenen Fragen verstecken:

„Was soll ich machen?“
„Was sind meine Talente die ich einbringen kann?“
„Wo werde ich gebraucht?“
„Wo mache ich einen Unterschied?“

Für mich steckte darin aber auch die Frage nach der Individualität und Identität. „Wo ist mein Platz“ könnte auch so ausgedrückt werden: „Wo in diesem Puzzle ist MEINE Lücke, wo ich als fehlendes Puzzlestück hineinpasse?“

Immer wieder stellte ich mir diese Frage, wo ICH, Desi, einen ganz individuellen Beitrag leisten kann um die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Aber es steckt, wie gesagt so viel mehr dahinter:
Der Wunsch nach Bedeutsamkeit.
Der Wunsch nach Wertschätzung.
Der Wunsch danach, relevant und erkannt zu werden.
Der Wunsch, einen Sinn zu machen in dieser Welt und zu spüren, warum ich bin.

Ich befinde mich derzeit in meinem Sabbatjahr und verbringe ganz bewusst viel Zeit mit Lesen, Beten, Nachdenken, Schreiben und damit, in der Stille ins Gespräch mit Gott zu gehen und ihm die verschiedensten Fragen zu stellen und – und das ist das, was so oft nicht passiert ist vorher – auf die Antworten zu warten und gegebenenfalls sogar mit ihm zu diskutieren.

Und vor einigen Wochen stellte ich ihm wieder genau diese Frage: „Gott, wo ist nächstes Jahr mein Platz?“ – denn ich würde so langsam gerne wissen, wie es nächstes Jahr bei mir und mit mir weiter geht. Ob ich wieder in den alten „Job“ zurück kehre oder etwas ganz anderes mache. Wie ich mich in der Kirche neu oder wieder einbringen kann…

Ich stellte also diese Frage und ich spürte in mir plötzlich diese Antwort.

Einen Satz, der mir, obwohl er mir bekannt vor kam, ganz neu bewusst wurde und mir Gänsehaut verpasste.

Es war die Antwort, die Gott mir mitten ins Herz gab: „Dein Platz ist…auf meinem Schoß!“

Und ich hatte dieses Bild vor Augen von mir – gar nicht mal als Kind, sondern als 36 Jährige Frau, die auf dem Schoß Gottes sitzt – wie ein verliebter Teenager auf dem Schoß des Freundes.

Und mir wurde neu bewusst: Mein erster Platz, der Platz an dem ich relevant bin, an dem ich mich einbringe, an dem ich genau rein passe und für den ich bestimmt bin ist in erster Linie der Platz, der Gott am nächsten ist: Sein Schoß – meinen Kopf an seine Brust angelehnt und seinen Herzschlag hörend.

Genau das ist es: HIER an diesem Platz möchte ich meine Sorgen und Ängste zu allererst vorbringen.

An diesem Platz möchte ich mich ausweinen (nicht bei 20 Leuten, die damit nicht umgehen können).

An diesem Platz bekomme ich gute Ratschläge, Lob, echte Liebe, echte Wertschätzung und gleichzeitig liebevolle Ermahnung, Weisung und gleichzeitig Verständnis aus erster Hand.

An diesem Platz mache ich einen Unterschied, weil ich hier alles abgebe, was belastet und den Herzschlag dessen spüre, der mich geschaffen hat.

HIER ist mein Platz und DANN lege ich los. Ich setze das, was ich gehört habe um. Ich gehe, befreit von meinen Sorgen, wieder in den Alltag.

Ich bringe mich DANN dort ein, wo ich den Herzschlag Gottes weiterhin spüre und höre, denn DORT weiß ich, was zu tun ist.

„Dein Platz ist auf meinem Schoß!“

So bekannt dieser Satz auf der einen Seite ist, so neu und wahr ist er für mich geworden.

Ich möchte dich ermutigen, mit genau dieser Frage zu Gott zu gehen. Stelle ihm die Frage: WO IST MEIN PLATZ?

Und dann gehe in die Stille, setze dich in Gedanken auf den Schoß Gottes, wenn DIES auch dein Platz ist. Vielleicht ist dein Platz auch zu seinen Füßen, neben ihm, an seiner Hand, stehend an seiner rechten Seite….wo auch immer. Aber nimm dir Zeit, deinen Platz in seinem Thronsaal zu suchen, nimm ihn immer wieder ein und suche Gemeinschaft mit ihm. Denn DAS ist die Bestimmung, die wir in erster Linie haben – Gemeinschaft mit ihm.

Und dann ….klappt es auch mit der Welt😊

Die 10 Gebote vs. die 10 Geschenke

Die 10 Gebote vs. die 10 Geschenke

Ein paar Gedanken, die mir beim Lesen der 10 Gebote in den Sinn kamen:
Die Gebote Gottes an sein Volk waren nicht einfach Regeln, die umzusetzen waren.
Sie waren ein Zeichen!
Sie waren ein Abkommen.
Sie waren ein Vertrag.
Dabei ging es aber nicht darum, ihn zu erfüllen.
Jesus sagte, das wichtigste Gebot sei „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ und das zweiwichtigste „Liebe deinen nächsten, wie dich selbst.“ (Matthäus 22,34-40)

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„Risotto“ oder: „Erinnerungen schaffen“

„Risotto“ oder: „Erinnerungen schaffen“

Kennst du das, dass du bei bestimmten Gerüchen oder sogar Geschmäckern innerlich an bestimmte Situationen erinnert wirst und dann sogar die damit verbundenen Gefühle wieder aufploppen?
Bei mir ist das zum Beispiel bei Risotto so.
Wenn ich am Esstisch sitze, der Duft mir in die Nase steigt und spätestens wenn ich die frischen Tomaten, den Parmesan und den bissfesten Reis auf der Zunge schmecke, bin ich wieder 9 Jahre alt und sitze gedanklich bei meiner Nonna in ihrer kleinen Küche in einem kleinen italienischen Dorf in Piemont. Ich höre sie reden, ich spüre die Wärme der Sonne und freue mich plötzlich wieder auf den Nachmittag am See. Alte Gefühle kommen wieder hoch und es sind schöne Gefühle und wunderbare Erinnerungen. Obwohl ich schon seit langer Zeit nicht mehr dort war und obwohl meine Nonna bereits vor vielen Jahren gestorben ist, wird das alles wieder lebendig.

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