Schlagwort: selbstliebe

„Eigenlob“ – riecht gut!

„Eigenlob“ – riecht gut!

Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion zum Thema „Selbstlob“.
Ein heikles Thema, das mich seit längerem begleitet.
Ein Thema, bei dem sich in meinem Leben einiges tut.

Vor ein paar Jahren noch diskutierte ich regelmäßig mit meinem Mann über verschiedene Menschen im TV, die Sprüche machten wie „Das hab ich gut gemacht!“ oder „Das kann ich besser!“ Ok – ich gebe zu, meistens handelte es sich dabei um Fernsehköche (So hab ich mir Kochen beigebracht – also bitte nicht verurteilen:-)). Während mein Mann sie cool fand und sie feierte, konnte ich mit ihnen gar nichts anfangen, bezeichnete sie als „arrogant“ und „selbstverliebt“.

Ich erinnere mich an eine Konferenz, auf der eine Pastorin auf die Bühne kam, die ich bisher einfach nicht leiden konnte. Ich konnte und wollte ihr nicht länger als 10 Minuten zuhören. Es ging einfach nicht. Ich hatte eine tiefe Abneigung gegen sie. Sie war mir zu „tussig“, „zu weiblich“, „zu arrogant“ und was weiß ich noch, was ich so alles an Vokabular fand um gegen sie zu verwenden. Doch auf dieser Konferenz hatte ich keine große Möglichkeit mehr, rechtzeitig aus der Halle zu kommen. Ich saß ziemlich in der Mitte einer langen Reihe und das auch noch recht weit vorne. Also ließ ich es über mir ergehen.
Nach 15 Minuten beschloss ich, zuzuhören.
Nach 20 Minuten musste ich wegen ihres Humors lachen.
Nach 30 Minuten wollte ich mehr hören.
Nach 40 Minuten stand ich auf und applaudierte, als sie die Bühne verließ.
Nach 45 Minuten erkannte ich: Die Frau ist total cool. Und lustig. Und hey, die sagt echt gute und tiefgründige Dinge. Und ich begann zu reflektieren und nachzudenken.
Willst du wissen, was ich mir eingestehen musste? Ich wäre gerne so selbstbewusst wie sie. Aber weil ich unterbewusst merkte, dass ich es nicht bin, war es leichter, eine Abneigung aufzubauen als zu reflektieren und zu erkennen, dass ich nur neidisch bin.
Sie schien sich keine Gedanken zu machen, ob nun jemand über ihre Witze lacht oder nicht. Ob jemand sie tussig fand oder nicht. Sie war sie selbst. Sie war authentisch. Und ich….war zu sehr damit beschäftig zu überlegen, wie ich am wenigsten auffalle, wie ich anderen am besten gefalle und wie ich am wenigsten verurteilt werde und dazu passe.

Immer wieder lerne ich Menschen kennen, die es einfach nicht schaffen, gut über sich selbst zu reden oder OK mit sich selbst zu sein. Sich hinzustellen und zu sagen „Tadaaaa. Hier bin ICH.“
Ich kenne das. Bei der Diskussion letztens ging es darum, ob meine kleine Tochter über sich selbst sagen darf „Ich bin toll!“
Du musst wissen: Wir sprechen unserer Tochter bewusst täglich Wahrheiten zu. Wir sagen bewusst zu ihr jeden Abend: „DU bist einzigartig. Du bist schön. Du bist wunderbar gemacht. Du bist talentiert. Du bist geliebt…“ und vieles mehr. Warum? Weil sie in ihrem Leben noch oft genug andere Dinge hören wird von Menschen, sie sie nicht kennen, die sie verletzen wollen und die einfach negativ sind. Es wird so kommen. Wenn sie aber innerlich stabil ist und schon von Beginn an gehört hat, was WIR sagen und was GOTT über sie sagt, wird es hoffentlich nicht ganz so zerstörerisch wie es manchmal der Fall ist.

Die Person sagte zu mir in der Diskussion „Eigenlob stinkt!“- ein Satz, der das Leben der Person sehr geprägt hat. Was sagt dieser Satz aus? „Du darfst nicht stolz auf dich sein!“ Warum ist das so?
Ich habe für mich erkannt, dass dieses Denken einen kaputt macht. Denn was passiert?
Du wirst immer und unermüdlich danach streben, etwas zu leisten, was dein Dasein rechtfertigt.
Du wirst immer und unermüdlich danach streben, von anderen zu hören, dass du gut bist.
Du wirst immer und unermüdlich danach streben, andere entweder möglichst klein zu halten, damit du selbst dich groß fühlst.
oder
Du wirst immer und unermüdlich danach streben, andere anzuhimmeln und auf einen Sockel zu stellen, weil du es gewohnt bist, ein Opfer zu sein.
Keiner dieser Wege ist gesund und erfüllend.
Aber was, wenn du verstehst, dass du einzigartig bist. Das ist ein Fakt.
Was, wenn du für dich annimmst, dass du Talente hast?
Wenn es ein Fakt ist, dass du einzigartig bist, weil DU genau SO Dinge tun und vollbringen kannst, die andere nicht auf die selbe Art tun können?

Dann wäre das Leben kein Wettkampf und keine Qual. Du müsstest dich nicht mehr anpassen und jeden Abend unzufrieden ins Bett gehen.
Du würdest nicht um dich schauen und tausend mal überlegen, ob diese Hose zu altbacken ist oder ob sie dir trotzdem steht.
Sondern dann wäre das Leben DEINE Bühne. DU wärst der Hauptdarsteller deiner Lebensgeschichte.
Ein Hauptdarsteller, der genau weiß, dass nur er diese Person sein kann, die für diese Story gebraucht wird. Ein Hauptdarsteller, der genau so authentisch sein soll, wie er ist, weil das niemand sonst kann.
Ein Hauptdarsteller, der selbstbewusst sagen kann „Hierfür bin genau ICH die richtige Person. Ich weiß, was ich kann und ich werde es einsetzen!“
Und du könntest am Ende deines Lebens vielleicht nicht die Schlüpfer und Teddybären von der Bühne kratzen, aber vielleicht kämst du dann in deine Künstlergarderobe, die geschmückt ist mit Blumensträußen und einem großen Banner, das sagt: „Willkommen zurück Zuhause“. Und auf dem Tisch liegt eine Karte deines Regisseurs, darauf steht:
„Gut gemacht, mein wunderbares Kind. Du bist mein Meisterstück! Und niemand hätte dieses Stück so grandios vollenden können, wie du!“

SelbstLIEBE oder „Date mit Gott“

SelbstLIEBE oder „Date mit Gott“

„Ich liebe mich. Denn ich bin immer für mich da. Ich liebe mich. Ich frage mich und sage ja. Ich liebe mich. Ich liebe mich….“ Das war mal ein Song in meiner Teenagerzeit, der immer wieder auf VIVA lief:) Passend zum heutigen Thema: Selbstliebe.

Beim letzten Post ging es um das Thema „Self-Care“ – also Selbst-Fürsorge.

Ich habe in einem Satz etwas provoziert und gesagt, dass es wichtig ist, sich selbst zu LIEBEN. Warum das provozierend ist?

Ich habe schon öfter Diskussionen über diesen Begriff geführt und gemerkt, dass es bei manchen Menschen gar aufstößt, wenn man von „SelbstLIEBE“ redet. Warum ist das so? Darf man so nicht denken?
Ich könnte mir vorstellen, dass es dafür viele Gründe gibt, die aber (und das ist meine Hypothese), mit einem selbst und dem Selbstbild zu tun haben. Schon bei der Frage „Was MAGST du an dir?“ kommen ja viele Menschen (mich eingeschlossen) ins Stottern und grübeln und es dauert lange, bis wenigstens mal EIN Punkt genannt werden kann.
Aber wurdest mal gefragt, was du an dir nicht magst? Na? Wie lange hat es gedauert, bis die Antworten raussprudelten? 2 Sekunden? 3 Sekunden?

Es fällt uns leicht darüber nachzudenken und zu reden, was uns daran hindert uns selbst als liebenswert zu erachten.

Uh. Tief!

Die Frage ist: Was ist LIEBE? Wie definieren wir sie?

Und ich provoziere jetzt nochmal und es ist nur eine These, aber: Ich behaupte, viele denken bei Selbst-Liebe an Selbst-Befriedigung. Und das meine ich hier nicht (nur) im Körperlichen Sinn. Sondern damit: Wir sehen oft im Partner (bewusst oder unbewusst) jemanden, der dazu da ist unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse zu stillen. Wir suchen nach Menschen, die uns annehmen, Geborgenheit geben, ermutigen, wertschätzen und bedingungslos annehmen – mit allen Ecken und Kanten. Wir suchen also Menschen, die uns immer wieder das Gefühl von innerem Frieden geben, oder eben: Uns befriedigen. Denn: Meist geht das einfach mit einem kurzfristigen Gefühl von Frieden einher. Wie schnell finden wir uns wieder in einer Unruhe, in Zweifeln, in Sorgen?! Ich behaupte: TIEFEN und LANGFRISTIGEN FRIEDEN kann uns kein Mensch geben. Daher: Befriedigung. Kurzfristig und für diesen kurzen Zeitraum gut.

Wenn ich aber LIEBE anders definiere und damit auch die Selbst-LIEBE einrechne, dann geht es da um mehr als um eine Befriedigung. Es geht um tiefen Frieden. Es geht um Ankommen statt um Umherirren. Es geht um ein langfristiges Zuhause, statt um einen netten Urlaub. Es geht um Ruhe.

Wenn mich jemand fragt, was Liebe ist, kommt mir immer wieder und häufiger die Definition der Liebe aus der Bibel in den Sinn:

„Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.“ (Die Bibel. 1. Korinther 13,4-7)

Wie friedlich wäre es, wenn ich so mit mir selbst umgehen würde?! Wenn ich mir gegenüber mehr Geduld zeigen würde und freundlich über mich selbst reden und denken würden? Wenn ich nicht versuche, mich selbst größer, besser und wichtiger darzustellen? Wenn ich nicht selbstsüchtig bin und nur noch an mich denke, sondern einfach so im Reinen mit mir bin, dass ich gerne und großzügig abgebe und teile, weil ich nichts verliere sondern dazugewinne?
Wie könnte mein Leben aussehen, wenn ich mich darüber freuen könnte, dass ich die Wahrheiten über mich begreife und glaube und die Lügen und negativen Dinge, die über mich ausgesprochen wurden, einfach an mir abprallen? Wenn ich der Glaube zu einer tiefen und doch demütigen Überzeugung werden würde, dass ich gewollt, geliebt, angenommen, berufen, befähigt, mehr als genug, genau richtig und einfach wunderbar gemacht bin?

Und wenn das nicht nur bei mir so wäre, sondern bei dir und deinen Freunden und bei jedem? Die Welt könnte eine andere sein.

Ich bin immer mehr dabei, diese andere Welt kennen zu lernen und zwar dann, wenn ich Zeit mit dem habe, der genau dieses Liebe so lebt: Mein Schöpfer. Gott!

Wenn ich ihn bitte, mir seinen Blick für mich zu zeigen, dann spüre ich einen Ansatz von dem, wie es sein kann: Dann spüre ich Geduld, Freundlichkeit und Gnade. Und dann schaffe ich es auch immer wieder und immer besser, diese Liebe für mich selbst zu haben.

Mich selbst zu lieben bedeutet also für mich, regelmäßig, ja sogar (be)ständig mit diesem Gott zusammenzusein, der mir diesen tiefen Frieden durch seine vollkommene Liebe schenkt, indem er mir zeigt, wie er mich sieht. Dass ich mir die Zeit nehme und diese Entscheidung treffe, ist mein persönlicher Akt der Selbstliebe.

Go and love yourself!