Schlagwort: Geschenke

Ihr Kinderlein kommet…

Ihr Kinderlein kommet…

Wenn ich an Weihnachten in meiner Kindheit denke, erinnere ich mich daran, wie ich mit meinen Geschwistern im Zimmer meines Bruders saß und Fernsehen schaute, während im Wohnzimmer meine Eltern dem „Christkind“ halfen, die Geschenke zu richten. Nach einer gefühlten Ewigkeit klingelte dann ein Glöckchen und meine Eltern standen an der Wohnzimmertür und sangen „Ihr Kinderlein kommet“. Aufgeregt rannten wir zum Baum und wurden dann erstmal wieder zur Ruhe gerufen. Erst noch die Geschichte hören. Erst noch ein Flötenlied oder ein Gedicht. Erst noch kurz Besinnlich werden…und dann ging die Geschenkpapierschlacht los….
Vor einigen Tagen hörte ich den Song „Something about Christmas time“ von Bryan Adams und meine Ohren wurden hellhörig bei der Zeile „To see the joy in the children’s eyes“ („Wenn man die Freude in den Kinderaugen sieht“) und ich musste genau an die oben beschriebene Szenerie denken.
Und ich dachte an meine Tochter und über das Strahlen in ihrem Gesicht, wenn sie nur von Weihnachten redet…und ich wurde stutzig.
Ich fragte mich, warum ich nicht mehr so ein Leuchten in den Augen habe an Weihnachten. Warum strahle ich nicht? Warum verschwindet diese Freude und diese Vorfreude, wenn man weiß, wer hinter dem Christkind steckt und wenn man alles hat, was man so braucht? Wenn man sich die Welt anschaut und denkt: „Da ist so viel Not und ich hab eine Wunschliste mit Dingen, die niemand braucht.“? Und ich fragte mich, ob meine Freude über Weihnachten vielleicht an falsche Umstände geknüpft war….

Was würde von meiner Freude bleiben, wenn ich nicht zum Weihnachtsgottesdienst gehen könnte? Was wäre übrig, wenn ich alleine wäre. Ohne Christbaum. Ohne Geschenke….ohne Lebkuchen, Weihnachtsgans und Traditionen?
Jesus meinte einmal „Werdet wie die Kinder“. Und ich wünsche mir für mich, dass ich wieder dieses Strahlen und diese Freude wie die Kinder bekomme. Nicht, weil es Geschenke gibt. Nicht, weil alles schön dekoriert ist. Nicht einmal, weil ich meine Lieben um mich habe. Sondern weil Weihnachten ist. Die geweihte Nacht. Die heilige Nacht. Die Nacht, die zeigt, wer Gott ist.
Es ist das Fest, an dem wir feiern, dass GOTT Mensch wurde um Beziehung zwischen ihm und uns wieder herzustellen. Und ich merke für mich einmal mehr: Die Traditionen, die einst dazu geschaffen wurden, dieses Fest gebührend zu feiern, diesen GOTT gebührend zu feiern und dieses Zeichen der Liebe in den Mittelpunkt zu stellen – diese Traditionen sind in den Vordergrund gerückt. Der immergrüne Baum sollte die Hoffnung ausdrücken, die durch Jesus existiert. Der Christstollen sollte in der Fastenzeit ein besonderes Essen sein, das Jesus in Windeln darstellt. Die Kerzen sollten das Licht symbolisieren, das Jesus selbst ist. Es waren Traditionen, die symbolisch unterstreichen sollten, was wir da feiern. Und nun haben sie den eigentlichen Grund verdrängt oder noch schlimmer: Sie sind verschwunden und alles was blieb, ist Konsum.
Vor einigen Wochen war ich mit meiner Tochter auf einem Kinderkleidermarkt. Wir fanden ein schönes, festliches Kleid mit etwas Tüll und Glitzer. Ich kaufte es und sagte: „Schau mein Schatz, das kannst du an Weihnachten anziehen!“ Die Verkäuferin und ihre Freundinnen schauten mich verwundert an. „Was zieht’s IHR denn an Weihnachten an?“ Ich antwortete nur „Naja, der höchste christliche Feiertag. Da machen wir uns festlich!“ und sie schüttelten nur den Kopf und nuschelten was von Jogginghose und Kaputzenpulli. Ich bin sicher, hätte ich gefragt, ob sie ihre Weihnachtsgeschenke schon beisammen haben, hätten sie genickt.
Ich liebe die Tradition, das Haus zu schmücken. Ich liebe die weihnachtliche Atmosphäre. Ich bin tatsächlich ein kitschiger Weihnachtsfan. Ich liebe die roten Kugeln, den Duft, die Musik, den Kamin….aber ich liebe vor allem diesen Jesus, der da auf die Welt kam. Der Mensch wurde um zu zeigen, dass er uns nah sein will und vor allem um Dinge klar zu stellen, die wir Menschen falsch verstanden haben. Er kam um LIEBE zu zeigen, die ÜBER Tradition und Gesetz steht. Er kam um zu zeigen, was GNADE bedeutet und Gerechtigkeit im Sinne Gottes. DAS ist es, was ich feiern möchte. Und deshalb will ich das Haus offen und feierlich gestalten. DESHALB möchte ich mich fein anziehen um den Ehrengast zu feiern. DESHALB möchte ich, dass das Christkind – (JESUS) die Geschenke bringt, denn ER ist es, der uns segnet und ein Segen sein lässt. ER beschenkt uns und versorgt uns.

Ich wünsche mir, dass diese Freude größer ist als die Freude über Gemeinschaft, Essen und Geschenke. Ich wünsche mir, täglich so voller Freude und mit großen Augen zum Thron Gottes zu rennen, wie ich als Kind zur Krippe unter dem Baum gerannt bin. Und die Geschenke und den Segen Gottes so zu empfangen und auszupacken, wie ich als Kind die Geschenke aufgerissen und empfangen habe, die unter dem Baum lagen. Ich wünsche mir, dass ich es kaum erwarten kann, SEINE Ankunft zu feiern, wenn er wieder kommt. Wann auch immer das sein wird.

Weihnachten mal RICHTIG

Weihnachten mal RICHTIG

ein Blogbeitrag auf estherstoechter.wordpress.com) Es Weihnachtet sehr…zumindest teilweise: Unser Christbaum steht, die Lichter leuchten schon seit Wochen, der Teller ist stets mit Lebkuchen und Plätzchen gefüllt und die Spotify-Liste spielt das Weihnachtsalbum von Michael Bublé rauf und runter. „Alles wie sonst auch“ – könnte man meinen und trotzdem weiß wohl jeder, dass es in diesem Jahr nicht so ist, wie sonst auch. „Same procedure as every year?“ – nicht 2020. Aber ist das schlecht? Ist es dadurch „nicht weihnachtlich“? Wenn die Verwandten nicht kommen, die große Weihnachtsgans in diesem Jahr nur aus zwei kleinen Entenbrüsten besteht? Wenn die Christmette am TV geschaut wird und der Glühwein statt auf dem Weihnachtsmarkt doch in der eigenen Küche verzehrt wird? Ich selbst befinde mich im Zwiespalt. Ich liebe die Weihnachtstraditionen. Ich liebe die Adventszeit und alles, was dazu gehört und doch merke ich, dass ich in diesem Jahr richtig froh bin, dass „alles anders“ ist. Denn jedes Jahr wünsche ich mir, dass mir der Grund für das Weihnachtsfest mehr bewusst wird: Gott wurde Mensch um uns durch Jesus zu zeigen, wie er ist und um durch den Tod und die Auferstehung Jesu später klar zu machen, dass ER eine Beziehung mit uns möchte, dass ER dem Tod trotzt und ewiges Leben anbietet. Dieses ewige Leben kann hier und jetzt beginnen, wenn wir diesen Gott, diesen Jesus, diesen Heiligen Geist in unserem Leben und somit auch im Alltag einbeziehen. DAS ist der Grund, warum ich Weihnachten feiern möchte. SEIN Geschenk an UNS -nicht UNSERE Geschenke an alle anderen. In diesem Jahr wird mein Wunsch einmal mehr wahr: JESUS hat weniger Chancen aus der Mitte gedrängt zu werden:) Wie oft feiere ich Weihnachten mit all den Traditionen, ohne diesen Gott, diesen Jesus einzubeziehen. Wie oft beten wir im Alltag, halten Fürbitte, hören uns Predigten an, fragen Gott um Rat und an Weihnachten – da geht es schon irgendwie um Jesus aber im Mittelpunkt steht doch dann viel mehr das Essen, die Familie, die Geschenke und die Traditionen. „Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie“ wird so oft geantwortet, wenn man fragt, was einem Weihnachten bedeutet. Aber wie wäre es, wenn Weihnachten in diesem Jahr wirklich anders aussehen würde: Wenn man Betet, hin hört, Worship macht Zuhause, Fürbitte hält, schaut, was Gott einem aufs Herz legt für die Tage, für das nächste Jahr? Nicht: „Weihnachten mal anders“ sondern „Weihnachten mal RICHTIG“. Wir möchten unserer Tochter ein Weihnachtsfest zeigen, in dem es um Jesus geht und in dem wir bewusst machen: Die Geschenke, sind ein Segen. Sie sind Versorgung und durch Versorgung können wir anderen Freude machen. Weil Gott uns segnet und es liebt uns Freude zu machen. Das Christ-Kind bringt also die Geschenke – Jesus selbst segnet uns. Wir feiern seinen Geburtstag, wir laden ihn ein, Teil des ganzen Festes zu sein. ER ist unsere Kontaktperson an Weihnachten – und er ist alles, was wir brauchen:) Es laufen nicht zwingend Weihnachtslieder sondern Worship, wir essen nicht Plätzchen sondern Geburtstagskuchen und wir fragen Gott, wie er sich die Tage mit uns wünscht. Weihnachten mal „anders“ – nämlich so, wie wir Beziehung mit Gott täglich leben PLUS noch einen draufgesetzt:)