Schlagwort: Frieden Bereit

BE READY

Vor wenigen Tagen fand ich mich mit Tränen in den Augen im Schlafzimmer. Ich hörte die Berichte über den Krieg in der Ukraine, wartete auf Nachricht von einer Pastorin, die sich auf der Flucht befand und packte Taschen mit Kleidung zusammen. Ich wollte etwas tun. Fühlte mich hilflos und überwältigt.
Mein Handy zeigte neue Nachrichten an. Ich hatte noch einiges an Aufgaben für die Kirche zu erledigen und wusste nicht, was ich tun sollte: Zwei Inputs mussten noch geschrieben werden (Thema: „Die dreieinigkeit Gottes“ und „Geistlicher Kampf!“), am Abend hatte ich noch ein Meeting und der Vision-Sunday in unserer church stand an. Ich setzte mich aufs Bett und hatte keine Ahnung, warum ich mich überhaupt an meine Aufgaben setzen sollte. Was macht es für ein Sinn? Tatsächlich hörte ich mich selbst halblaut die Frage stellen, warum ich das alles machte. Ist es wichtig, weiter Pläne zu schmieden? Kann ich hier sitzen und einen Kurs für die nächsten Wochen vorbereiten, wenn ein paar Hundert Kilometer weiter Krieg herrscht?
Mein Mann betrat das Zimmer, fragte, wie es mir geht. Ich öffnete den Mund und es sprudelte aus mir heraus:
„Wir müssen am Sonntag den Menschen klar machen, dass es gerade jetzt wichtig ist, Vision zu haben. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir lernen Gottes Stimme zu hören. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir Kirche sind. Beten. Worshippen und der geistlichen und irrdischen Welt sagen, wer Gott ist. Gerade jetzt, wo die Bedrohung von allen Seiten zu sein scheint, müssen wir Menschen darauf aufmerksam machen, dass der Schöpfer des Universums eine Beziehung mit uns will und dass wir eine andere Perspektive brauchen. Das Leben hier ist endlich. Aber haben wir den Blick auf das, was danach kommt?“ Und ich hörte, wie ich zu mir selbst predigte. Mir wurde plötzlich bewusst, dass ich meine geistliche Brille abgesetzt hatte. Ich sah das, was derzeit passierte. Ich sah nicht das, was einmal kommen würde. War mir nicht mehr bewusst, was ich glaubte? Worauf ich eigentlich vorbereitet sein musste?
Jesus warnte seine Jünger vor dem, was noch kommen würde. Gott warnte mich vor einiger Zeit und sagte: „SEI READY!“. Ich weiß jetzt neu, was es bedeutet. Ich tue derzeit alles, um selbst vorbereitet zu sein – praktisch. Aber auch geistlich. Ich will ready sein für das, was kommt. Und ich will ready sein für die Ewigkeit.

Was bedeutet das?
Es bedeutet, dass ich jeden Tag schaue, was dran ist und dass ich vorausplanen. Wir haben seit ein paar Monaten angefangen, uns Notfall-Materialien anzuschaffen.
Ich bete, worshippe und lese die Bibel. Versuche zu hören und schreibe auf, was Gott mir sagt – und ich lese, was er mir bereits gesagt oder gezeigt hat. (Tipp: IMMER aufschreiben. Du kannst noch Jahre später davon zähren.)
Ich schaue, was ich tun kann, um andere vorzubereiten und ihnen zu helfen.
Ich lerne Bibelstellen auswendig um sie im Kopf statt auf dem Handy oder im Bibleserver zu haben. Denn ich brauche immer wieder Ermutigung und Hoffnung, die ich aus Gottes Wort schöpfen kann.

Das ist das, was meiner Meinung nach richtig und wichtig ist: Nicht einfach weiter machen wie zuvor. Aber auch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nicht nur auf mich selbst fokussiert sein aber auch nicht nur auf andere.
Zu hören, was die NEWS sagen, aber auch zu hören, was Gott sagt.
Um dann, egal was kommt, nicht überwältigt zu sein, sondern so gut es geht, bereit zu sein.
Beispiel? Ich hatte vor einigen Monaten das Gefühl, mir einen Dutch Oven wünschen zu sollen. Nicht, dass ich unbedingt damit kochen wollen würde. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich ihn für Notsituationen holen soll. Mit einem Dutch Oven kann ich über Kohle und Feuer kochen – also auch dann, wenn es mal einen Stromausfall geben sollte. Wenige Wochen später gab es Warnungen, dass man sich für eventuelle Blackouts vorbereiten solle. Das war im Dezember. Nun haben wir März. Zwar geht es derzeit mehr um Energie aus Öl. Und doch bin ich innerlich ruhiger und denke, dass auch ein Blackout schneller bevorstehen könnte, als gedacht.
Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion mit einem Freund, der sehr visionär ist. Er war davon überzeugt, dass es in wenigen Jahren viele Berufe und Läden nicht mehr benötigen würde. Stattdessen würde alles nur noch digital über Handy laufen. Für mich eine tragische Vorstellung. Nur drei Wochen später gab es erneute Cyber-Angriffe und die Lage scheint angespannter als zuvor. Für mich wieder eine Lehre, mich nicht nur auf Digitales, Smartphones und Clouds zu verlassen. Es kann alles schneller anders kommen, als man dachte.

Praktische Tipps:
Damit es auch mal Praktisch wird:
Was kannst du anschaffen für Notsituationen?
– Warme Schlafsäcke
– Wenn du Kamin/Feuerstelle hast: Dutch Oven, Feuerholz, Brikkets
– Gaskocher und Gaskartuschen
– Bargeld als Reserve
– Trinkwasser
– Konserven und Lebensmittel (Mehl, Trockenhefe, Konservendosen, Zucker, Öl, Salz…)
– Benzinreserve
– Medikamente (Verbandskasten, Erste-Hilfe-Set, Schmerzmittel, Desinfektionsmittel)
– Batterien, Solar-Taschenlampe
– Bibel (ein richtiges Buch zum Blättern:-))

– Kerzen, Teelichter
– Feuerzeug/Streichhölzer