Als Kind und Teenager liebte ich die Fahrgeschäfte in Freizeitparks. Egal ob Achterbahn, der Bounty-Tower im Holiday Park oder der Free Fall Tower-man konnte sicher sein, dass ich drinnen saß. Ich erinnere mich an den 30.04. – es muss irgendwann zwischen 1997 und 1999 gewesen sein, als wir schulfrei hatten und ich mit drei Freundinnen in den Freizeitpark in der Nähe gefahren bin. Weil es kein Feiertag war, waren kaum Besucher dort. Wir mussten an keinem Fahrgeschäft anstehen, konnten in der Achterbahn sitzen bleiben und auch im Freefall-Tower rasten wir durch die Schleusen und ich weiß noch, dass ich an diesem Tag acht Mal hintereinander den Freefall Tower, 6 Mal hintereinander die Achterbahn und 5 mal hintereinander den Bountytower gefahren bin. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, dass ich damals je wieder eine Achterbahn oder einen Freefall bestiegen habe… Heute kann ich solche Dinge nicht mehr fahren. Ich weiß noch, wie sich vor allem nach dem Bounty-Tower (du sitzt in einem Wagen, der schaukelt, sich an einem Drehkreuz mit anderen Wagen dreht und dabei 40 Meter in die Höhe gezogen und immer wieder ruckelnd stückweise fallen gelassen wird.) alles drehte und ich einige Minuten benötigte, bis sich mein Gleichgewichtssinn wieder beruhigt hatte.
Damals hatte ich es herausgefordert und liebte es. Heute wird mir schlecht vom Zusehen.
Wenn sich alles dreht helfen zwei Dinge: Nach oben blicken und still stehen.
Früher hatte ich auch immer wieder nach Situationen gesucht, in denen mein Gehirn so viel wie möglich aufnehmen konnte. Ich habe mich freiwillig in solche gedanklichen-Fahrgeschäfte begeben. So viele Einflüsse wie möglich sollten es sein! Großveranstaltungen, Konzerte, Konferenzen – jeder Geburtstag wurde mit mindestens 15 Leuten gefeiert – je mehr Menschen um mich herum, desto besser…Heute ist das anders.
Weil ich extrem viele Dinge spüre und mit allen Sinnen wahrnehme und auf jedes Detail achte, benötige ich immer wieder Zeiten, um still zu stehen. Tatsächlich fühlen sich meine Gedanken an, als würden sie Bounty-Tower fahren – oder Kettenkarussell und das 100 Runden lang.
Ich kenne ein paar wenige Menschen, denen es genauso geht: Jeder Ton, jedes Wort, jede Bedeutung wird genau gehört, jede kleine Verletzung schmerzt so viel mehr und zu viele Eindrücke auf einmal können einen aus der Achterbahn werfen.
Was hilft? Genau: Still stehen und nach oben blicken!
Still stehen und so wenig Einflüsse wie möglich in der Nähe haben. Nach oben blicken und im Gebet fragen: WAS soll ich fokussieren? Welche Gedankenwolken dürfen vorüberziehen?
Ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern, mir diese Zeiten zu nehmen – am besten, bevor sich alles dreht. Denn sonst werden die Nächte geklaut -wenn der Tag nicht ausreicht und noch mehr Eindrücke einprasseln, dann kommen die Gedanken nicht zur Ruhe – auch wenn der Körper still liegt.
Ich habe schon oft darüber geschrieben aber merke, dass es mir selbst und vielleicht auch anderen Betroffenen gut tut, immer wieder daran erinnert zu werden:
Nimm dir Auszeiten zum Stillstehen und nachoben-Blicken!
Täglich! Für ein paar Minuten. Damit es keine erzwungen Zeit wird, die dann mehrere Monate braucht.
Kategorie: Allgemein
Gewinner statt Sieger sein
„Ziel eines Konfliktes oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.“
Joseph Joubert (1754 – 1824)
Dieses Zitat stach vor Kurzem zu Beginn eines Films in meine Augen. Und es blieb hängen! Was für ein Satz. Was für eine „Erleuchtung“ und was für eine Sekunde, die mich für die nächsten Tage wieder einmal nachdenklich machte.
Wie oft geraten wir in einen Konflikt, um daraus einen Streit entstehen zu lassen?
Wie oft wird eine Meinungsäußerung oder ein Gedanke zu einem Austausch, der dann zu einer Diskussion und dann zu einem Streit führt?
Du hast mir (nicht) gesagt…
Du hast mir nicht gesagt, dass es so hart wird.
Das war auch besser so – denn sonst hätte ich „Nein“ gesagt.
Du hast mir nicht gesagt, dass mich das Gefühl des Allein-seins immer wieder überrollen wird.
Das war auch besser so – sonst würde ich nicht lernen, deine Nähe zu suchen.
Mama-Sein – ein (Fulltime) JOB?
Kennst du den Satz „Mama-Sein ist ein Fulltime job!“?
Dieser Satz hat viel in mir ausgelöst.
Also setzte ich mich hin und versuchte, das, was in mir passierte zu ordnen!
Also:
Das Wort „JOB“ hat mich in diesem Kontext am meisten irritiert.
Was ist ein Job?
– Ein Job ist für mich eine Aufgabe, die ich tue, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
oder es ist etwas, was mir aufgetragen wird.
– Ich KANN dafür eine Leidenschaft haben, muss es aber nicht zwingend.
– Ein JOB muss getan werden, weil es bestimmte Rahmenbedingungen und Abmachungen gibt, die diesen Auftrag klar definieren.
– Es ist etwas, wofür man eine Entlohnung bekommt – meist in Form von Geld.
Tatsächlich kann ich mich selten erinnern, dass jemand, der aus Leidenschaft und mit Liebe etwas tut, sagt: „Das ist mein Job“– meist ist es genau dann der Fall, dass jemand sagt: „Das ist nicht einfach nur mein Job! Ich LIEBE, was ich tue!“ oder „Das ist mein Leben!“. Das sind meist Menschen, die eine „Extrameile“ gehen – mehr tun als von ihnen erwartet wird, mehr geben, als der Arbeitsvertrag offiziell möchte. Weil Liebe und Erfüllung dahinter steckt. Daher habe ich den Eindruck, dass „JOB“ meist dem entgegengesetzt wird, was man aus Leidenschaft oder Liebe tut.
Identität als (Nicht-)Mutter
Ich habe gerade auf dem Herzen, diese Message mit euch zu teilen.
Ich habe schon mal darüber geschrieben, aber irgendwie drängt es mich gerade, noch einmal dieses Thema zu teilen.
Vielleicht ist jemand da, der es heute hören soll.
Ich hielt diese Predigt am Mutter-Tag. Ein Tag, an dem die Mamas, die Mama sind, geehrt werden für alles, was sie tun und sind. Es ist aber auch der Tag, der für die, die keine Mutter sind, obwohl sie es gerne wären, schmerzhaft sein kann.
Welcome Home
Vor ein paar Monaten bereits, hatte ich mit zwei Freundinnen eine Fahrt in die Schweiz zu einer Frauenkonferenz geplant. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut, denn es ist für mich ein besonderes Wochenende, an dem ich auftanke, Inputs bekomme, mich mit anderen Frauen austauschen kann und einfach mal für zwei Tage weg von Zuhause bin.
Eine der beiden Freundinnen sagte ein paar Wochen vor der Konferenz wieder ab und so fuhren wir zu zweit.
Als kurzfristig unsere Übernachtungsmöglichkeit aufgrund von einem Coronafall ausfiel, mussten wir umdisponieren. Wie gut, dass meine Schwiegereltern nicht weit und nahe der Schweizer Grenze wohnen.
Ich rief also gerade mal drei Tage vor der Konferenz bei meinem Schwiegervater an und fragte, ob ich kurzfristig mit einer Freundin für ein Wochenende bei Ihnen übernachten könnte. „Na klar, du hast ja den Schlüssel“ – war die Antwort.
Beschütze dein Herz
Dies ist eine kurze Zusammenfassung meiner Predigt. Falls du lieber die gesamte Predigt hören oder sehen möchtest, klicke hier!
Sprüche 4,23: “Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus.”
Dieser Vers begleitete mich in den letzten Jahren immer wieder und vor allem in den Jahren 2019 und 2020 wurde mir dieser Vers zu einem Schatz.
Wusstest du, dass das mit „Herz“ in diesem Kontext viel mehr gemeint ist, als das Organ?
Weiterlesen „Beschütze dein Herz“BE READY
Vor wenigen Tagen fand ich mich mit Tränen in den Augen im Schlafzimmer. Ich hörte die Berichte über den Krieg in der Ukraine, wartete auf Nachricht von einer Pastorin, die sich auf der Flucht befand und packte Taschen mit Kleidung zusammen. Ich wollte etwas tun. Fühlte mich hilflos und überwältigt.
Mein Handy zeigte neue Nachrichten an. Ich hatte noch einiges an Aufgaben für die Kirche zu erledigen und wusste nicht, was ich tun sollte: Zwei Inputs mussten noch geschrieben werden (Thema: „Die Dreieinigkeit Gottes“ und „Geistlicher Kampf!“), am Abend hatte ich noch ein Meeting und der Vision-Sunday in unserer church stand an. Ich setzte mich aufs Bett und hatte keine Ahnung, warum ich mich überhaupt an meine Aufgaben setzen sollte. Was macht es für ein Sinn? Tatsächlich hörte ich mich selbst halblaut die Frage stellen, warum ich das alles machte. Ist es wichtig, weiter Pläne zu schmieden? Kann ich hier sitzen und einen Kurs für die nächsten Wochen vorbereiten, wenn ein paar Hundert Kilometer weiter Krieg herrscht?
Mein Mann betrat das Zimmer, fragte, wie es mir geht. Ich öffnete den Mund und es sprudelte aus mir heraus:
„Wir müssen am Sonntag den Menschen klar machen, dass es gerade jetzt wichtig ist, Vision zu haben. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir lernen Gottes Stimme zu hören. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir Kirche sind. Beten. Worshippen und der geistlichen und irrdischen Welt sagen, wer Gott ist. Gerade jetzt, wo die Bedrohung von allen Seiten zu sein scheint, müssen wir Menschen darauf aufmerksam machen, dass der Schöpfer des Universums eine Beziehung mit uns will und dass wir eine andere Perspektive brauchen. Das Leben hier ist endlich. Aber haben wir den Blick auf das, was danach kommt?“ Und ich hörte, wie ich zu mir selbst predigte. Mir wurde plötzlich bewusst, dass ich meine geistliche Brille abgesetzt hatte. Ich sah das, was derzeit passierte. Ich sah nicht das, was einmal kommen würde. War mir nicht mehr bewusst, was ich glaubte? Worauf ich eigentlich vorbereitet sein musste?
Jesus warnte seine Jünger vor dem, was noch kommen würde. Gott warnte mich vor einiger Zeit und sagte: „SEI READY!“. Ich weiß jetzt neu, was es bedeutet. Ich tue derzeit alles, um selbst vorbereitet zu sein – praktisch. Aber auch geistlich. Ich will ready sein für das, was kommt. Und ich will ready sein für die Ewigkeit.
Ihr Kinderlein kommet…
Wenn ich an Weihnachten in meiner Kindheit denke, erinnere ich mich daran, wie ich mit meinen Geschwistern im Zimmer meines Bruders saß und Fernsehen schaute, während im Wohnzimmer meine Eltern dem „Christkind“ halfen, die Geschenke zu richten. Nach einer gefühlten Ewigkeit klingelte dann ein Glöckchen und meine Eltern standen an der Wohnzimmertür und sangen „Ihr Kinderlein kommet“. Aufgeregt rannten wir zum Baum und wurden dann erstmal wieder zur Ruhe gerufen. Erst noch die Geschichte hören. Erst noch ein Flötenlied oder ein Gedicht. Erst noch kurz Besinnlich werden…und dann ging die Geschenkpapierschlacht los….
Vor einigen Tagen hörte ich den Song „Something about Christmas time“ von Bryan Adams und meine Ohren wurden hellhörig bei der Zeile „To see the joy in the children’s eyes“ („Wenn man die Freude in den Kinderaugen sieht“) und ich musste genau an die oben beschriebene Szenerie denken.
Und ich dachte an meine Tochter und über das Strahlen in ihrem Gesicht, wenn sie nur von Weihnachten redet…und ich wurde stutzig.
Ich fragte mich, warum ich nicht mehr so ein Leuchten in den Augen habe an Weihnachten. Warum strahle ich nicht? Warum verschwindet diese Freude und diese Vorfreude, wenn man weiß, wer hinter dem Christkind steckt und wenn man alles hat, was man so braucht? Wenn man sich die Welt anschaut und denkt: „Da ist so viel Not und ich hab eine Wunschliste mit Dingen, die niemand braucht.“? Und ich fragte mich, ob meine Freude über Weihnachten vielleicht an falsche Umstände geknüpft war….
„Eigenlob“ – riecht gut!
Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion zum Thema „Selbstlob“.
Ein heikles Thema, das mich seit längerem begleitet.
Ein Thema, bei dem sich in meinem Leben einiges tut.
Vor ein paar Jahren noch diskutierte ich regelmäßig mit meinem Mann über verschiedene Menschen im TV, die Sprüche machten wie „Das hab ich gut gemacht!“ oder „Das kann ich besser!“ Ok – ich gebe zu, meistens handelte es sich dabei um Fernsehköche (So hab ich mir Kochen beigebracht – also bitte nicht verurteilen:-)). Während mein Mann sie cool fand und sie feierte, konnte ich mit ihnen gar nichts anfangen, bezeichnete sie als „arrogant“ und „selbstverliebt“.
Ich erinnere mich an eine Konferenz, auf der eine Pastorin auf die Bühne kam, die ich bisher einfach nicht leiden konnte. Ich konnte und wollte ihr nicht länger als 10 Minuten zuhören. Es ging einfach nicht. Ich hatte eine tiefe Abneigung gegen sie. Sie war mir zu „tussig“, „zu weiblich“, „zu arrogant“ und was weiß ich noch, was ich so alles an Vokabular fand um gegen sie zu verwenden. Doch auf dieser Konferenz hatte ich keine große Möglichkeit mehr, rechtzeitig aus der Halle zu kommen. Ich saß ziemlich in der Mitte einer langen Reihe und das auch noch recht weit vorne. Also ließ ich es über mir ergehen.
Nach 15 Minuten beschloss ich, zuzuhören.
Nach 20 Minuten musste ich wegen ihres Humors lachen.
Nach 30 Minuten wollte ich mehr hören.
Nach 40 Minuten stand ich auf und applaudierte, als sie die Bühne verließ.
Nach 45 Minuten erkannte ich: Die Frau ist total cool. Und lustig. Und hey, die sagt echt gute und tiefgründige Dinge. Und ich begann zu reflektieren und nachzudenken.
Willst du wissen, was ich mir eingestehen musste? Ich wäre gerne so selbstbewusst wie sie. Aber weil ich unterbewusst merkte, dass ich es nicht bin, war es leichter, eine Abneigung aufzubauen als zu reflektieren und zu erkennen, dass ich nur neidisch bin.
Sie schien sich keine Gedanken zu machen, ob nun jemand über ihre Witze lacht oder nicht. Ob jemand sie tussig fand oder nicht. Sie war sie selbst. Sie war authentisch. Und ich….war zu sehr damit beschäftig zu überlegen, wie ich am wenigsten auffalle, wie ich anderen am besten gefalle und wie ich am wenigsten verurteilt werde und dazu passe.







