Kategorie: Impulse

IN FREUD UND LEID oder „VOM UMGANG MIT TRAUER(nden)“

IN FREUD UND LEID oder „VOM UMGANG MIT TRAUER(nden)“

Liebe LeserInnen,

seit ca. zwei Jahren beschäftigt mich das Thema „Trauerbegleitung“ in allen Facetten. Vor ca. zwei Wochen befand ich mich nach einer Fehlgeburt selbst in einem Trauerprozess und spürte nun ganz persönlich, was es heißt zu trauern. Leider erlebte ich aber auch was es heißt, sich in der Trauer alleine und einsam zu fühlen. Obwohl sich manche lieben Menschen (zu 90% per WhatsApp) meldeten, fühlte ich mich in der Trauer alleingelassen und ich weiß, es geht vielen Menschen so. Meine Vermutung und auch die Rückmeldung von manchen Freunden im Nachhinein war, dass viele nicht wissen, wie man am besten reagiert oder nicht reagiert. Die Angst, etwas falsch zu machen und die Hilflosigkeit ist oft der Grund, warum sich viele dazu entscheiden, gar nicht zu reagieren. Diese Angst und das Gefühl der Hilflosigkeit kann ich voll nachvollziehen. Weiterlesen „IN FREUD UND LEID oder „VOM UMGANG MIT TRAUER(nden)““

LOVED

LOVED

Bist du eine Person, die sich geliebt fühlt?

So ganz ohne etwas dafür zu tun?

Ich habe jahrelang nach einer Lüge gelebt… ich war mir sicher, ich wüsste, dass ich geliebt bin. Ich hab es auch immer wieder gespürt und gesagt bekommen. Ich hatte einen großen Freundeskreis, hatte immer ein offenes Ohr, war für andere da. War einer krank, fuhr ich ins Krankenhaus zum Besuch. Hatte eine Freundin Liebeskummer, hörte ich mir ihren Kummer an. Fehlte jemand, sprang ich ein….Menschen waren dankbar und „gaben zurück“.

Dann kam eine Zeit, in der ich nicht mehr „geben“ konnte. Diese Zeiten gibt es auch jetzt noch. Erst vor ein paar Monaten merkte ich wieder einmal, dass ich wieder dieser Lüge aufgesessen war: „Du musst….“, „Du solltest…“, „Andere wünschen sich von dir…“ und diesen Satzanfängen ging ich so lange nach, bis ich keine Kraft mehr hatte, MEIN HERZ zu leben. Für andere da zu sein, weil ICH es wollte (nicht, weil andere es erwarteten), andere zu Besuchen, weil ich Mitleid hatte, anderen zu geben, weil ich es liebte zu geben….ich war erschöpft, musste eine Auszeit nehmen, musste mich zurück ziehen um Kraft zu tanken, Vision zu bekommen und mein Herz zu verarzten.

Und nun kam mir das Gefühl, einsam zu sein. Verlassen zu sein. Egal zu sein. Jetzt, wo niemand mehr die aktive, extrovertierte Desi sah. Jetzt, wo ich mich entschieden hatte, mich um mich zu sorgen und mehr im Hintergrund tätig war, fühlte ich mich nicht mehr wahrgenommen und es schien, als könnte ich von jetzt auf gleich wegziehen und niemand würde es bemerken. Und ich fragte mich, was ich wohl für Spuren hinterlasse. Welche Herzensspuren? Welche Früchte?

„Was würde man wohl über mich sagen, wenn ich irgendwann nicht mehr da bin?“

fragte ich mich?

Schon als Teenager wurden wir mal im Religionsunterricht gefragt: „Was soll man über dich schreiben, wenn du mal nicht mehr da bist?“

Und heute kam bei mir mit einem Mal das Wort „Geliebt!“

Die Dinge, ich mir sonst bei dieser Frage aufgeschrieben hatte, wie „Sie war eine liebevolle Mutter, wunderbare Ehefrau, hingebungsvolle Pastorin….“blablablaba – was drückt das aus? Dass ich verschiedene Rollen ausgefüllt habe. Aber zählt das?

Heute hörte ich, wie Gott sagte: „Du bist….geliebt! Nicht von jedem – nicht von Menschen. Sondern von MIR! Egal, welche Rolle du ausfüllst. Egal, was du tust oder nicht tust.“

Und ich bekam plötzlich den Gedanken…klar….mein ungeborenes Kind, das ich in der 10. Schwangerschaftswoche verlor…dieses Kind war von mir unendlich geliebt. Hat es etwas dafür getan? Nein. Niemand hat es zu Gesicht bekommen. Außer dem Gynäkologen, meinem Mann und mir hat niemand diese schwarz-weiß-Schattierungen gesehen. Dieses Kind hatte nichts geleistet. Es hatte keine Rolle…..und doch ist es geliebt!

Und das bin ich auch.

Das bist du auch!

Egal, ob jemand sieht, was du im Hintergrund oder Vordergrund tust. Egal, was deine Schulnoten sagen, egal, was über dich ausgesprochen wurde oder welche Position oder Rolle du hast: Du bist GELIEBT! 

Unverdient. Unvergleichbar. Unbegründet.

 

Der Kilimanjaro des Lebens

Der Kilimanjaro des Lebens

Als meine Tochter einmal an einem Sonntag nach dem Gottesdienst mit zwei Rucksäcken (einen vorne, einen hinten) bepackt zu mir tappte, musste ich grinsen.

Nicht, weil es lustig aussah, sondern weil es mich sehr an mich erinnerte.

Sie stand da, hatte zwei Rucksäcke um sich, konnte sich kaum bewegen und auch nicht gut sehen, wollte aber unbedingt beide Rucksäcke anbehalten und sich nicht helfen lassen.

Der Witz dabei: Es waren gar nicht ihre Rucksäcke und die beiden Mädchen, denen sie gehörten, warteten schon sehnsüchtig, ihr diese wieder abnehmen zu können.

Wie oft laden wir uns in unserem Leben imaginäre Rucksäcke anderer auf?

Dinge, die bei anderen schieflaufen? Probleme? Verantwortungsbereiche, die nicht unsere sind?…

Ich habe solche Situationen sehr oft. Nicht selten hört mein Mann mich fragen: „Hast du daran gedacht?“, „Hast du dies gemacht?“, „Hast du Person X angerufen…?“ und ich selbst bin gestresst, weil mein Hirn kaum zur Ruhe kommt.

Was passiert? Ich habe kaum noch Konzentration für MICH und MEINE Bereiche.

Auch in der Kirche erlebe ich das oft: Leiter A kommt und berichtet, was in Bereich B schlecht läuft und erzählt MIR, was Leiter B besser machen könnte. Leiter B aber kommt zu Leiter C und tüftelt mit ihm aus, was in Bereich Z besser sein könnte und legt einen kompletten Umsetzungsplan vor. Leiter Z weiß aber von gar nichts und fühlt sich übergangen…“ und so geht es oft: Wir machen uns einen Kopf über andere, über ihr Leben, über ihre Aufgaben und belasten uns damit.

Unsere eigene Last ist aber schon ausreichend für uns und sollte gut handlebar sein.

In der Bibel steht, wie Jesus gesagt hat: „Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken“ und er sagt: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!“.

Mit anderen Worten: „Ich gebe euch nicht mehr zu tragen, als ihr tragen könnt!“ aber wir laufen im Leben oft rum und laden uns Rucksäcke von anderen auf. Das Ergebnis: Wir sind ausgelaugt, haben keine Motivation mehr und jammern Gott die Ohren voll, warum das Leben so schwer ist.

Freunde von mir haben den Kilimanjaro bestiegen.

Sie hatten nur das Nötigste für die lange Reise dabei. Aber: Sie hatten ein Team von Guides dabei. Einheimische, die den Berg kennen. Die wissen, welche Wege begehbar sind. Menschen, die das Wetter „lesen“ können, die die Gefahren kennen und dazu noch: Sie tragen das Gepäck der Touristen den ganzen Berg hinauf.

Gott ist so ein Guide: Er kennt unser Leben. Er kennt die Gefahren. Er weiß, wann es Zeit ist auszuruhen und wann wir genug Kraft für die nächste Etappe haben. Und: Er trägt unser Gepäck. Wenn wir es zulassen.

Wo hast du dir vielleicht einen Rucksack aufgeladen, der gar nicht deiner ist?

Welche Last kannst und solltest du Gott, deinem Guide heute abgeben, damit dein Weg weiter gehen kann?

 

Dieser Blogbeitrag wurde auch auf eshterstoechter.wordpress.com veröffentlicht. Dort findest du auch Blogbeiträge anderer Frauen, die sich zu „Esthers-Töchtern“ zusammengetan haben.

 

Was Fußballer und moderne Ritter gemeinsam haben

Was Fußballer und moderne Ritter gemeinsam haben

Wusstest du, dass das Leben ein Kampf ist?
Wahrscheinlich hast du es schon selbst oft erlebt. Hast gekämpft mit deinen Gedanken, Gefühlen oder gegen Verruf, Krankheit oder Verletzungen…
Das Leben ist tatsächlich oft ein Kampf aber gleichzeitig habe ich eine gute Nachricht: Der Kampf ist mit Gott bereits gewonnen.
Leider vergessen wir das oft Weiterlesen „Was Fußballer und moderne Ritter gemeinsam haben“

Urlaub – die Zeit des frühen Aufstehens

Urlaub – die Zeit des frühen Aufstehens

Vor wenigen Tagen kamen wir aus unserem Urlaub zurück.
„Urlaub“. Wenn man dieses Wort hört, hat man meist Meer, Sonne, Strand und Freiheit im Kopf. Ungebunden, ohne Termine. Man braucht keine Uhr. Keinen Terminplan. Man macht, was man möchte und vor allem: Man schläft aus!

Ich bin langsam in der Phase meines Mama-Seins angekommen, wo ich nach und nach realistisch werde und zumindest bei einem Großteil der genannten Begriffe und Vorstellungen verstanden habe, dass sie nicht mehr zutreffen. Weiterlesen „Urlaub – die Zeit des frühen Aufstehens“

Immanuel Kant und das Commitment

Immanuel Kant und das Commitment

Ich liebe Worship. Schon immer.
Und ich liebe es, mich einzubringen, aktiv zu sein, Dinge zu verändern und einen Beitrag zu leisten.
Auch schon immer. So bin ich.

Als ich Teeanger war, probierte ich mich in vielen Dingen aus: Ich moderierte eine wöchentliche Nachmittagssendung beim lokalen Radiosender, sang in der Band meiner Kirche, half bei Kinderbibelwochen mit, spielte Basketball…die Pallette war bunt gemischt.

Aber bunt gemischt waren auch oft meine Emotionen. Und so reagierte ich oft emotional.
An sich ist es nicht verkehrt, emotional zu sein, Gefühle zu haben und diese zu zeigen. Problematisch war und ist es dann, wenn meine Emotionen meine Reaktionen, mein Handeln und meine Haltung komplett übernehmen und bestimmen. Emotionen können einen wie fremdsteuern und das kann blöde Folgen haben. Nicht nur für einen selbst, sondern vor allem für andere.
Weiterlesen „Immanuel Kant und das Commitment“

„Einfach mal die Klappe halten“ oder „Ich will nen Keks und ein Baby und zwar sofort!“

„Einfach mal die Klappe halten“ oder „Ich will nen Keks und ein Baby und zwar sofort!“

Meine Tochter liebt Kekse. Und Schokolade. Und Eis.

Wen wundert es – bei DEN Eltern;)
Und auch sonst hat sie viel von meinem Mann und mir übernommen: Sie weiß, was sie will. Sie ist energisch und sie bleibt dran, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Das kann manchmal ganz schön nerven. Vor allem, wenn es eben um Eis oder Kekse oder Schokolade geht. Hat man einmal erwähnt, dass es eventuell SPÄTER einen Keks gibt, kann man kurz danach sein eigenes Wort nicht mehr verstehen, weil es übertönt wird von „Tetse! Teeetsseeeee! Tetse! Mamaaaa Tetseee!“ Der Fokus meiner Tochter ist auf „Tetse“ „= KEKSE“ eingestellt und nichts und niemand kann sie ablenken. Selbst wenn ich ihr in Ruhe erklären möchte, dass ich etwas anderes für sie vorbereitet habe, bis es den Keks gibt – Sie will es nicht hören.
Während ich mich vor Kurzem darüber aufregte musste ich schmunzeln….die Situation kommt mir sehr bekannt vor.  Weiterlesen „„Einfach mal die Klappe halten“ oder „Ich will nen Keks und ein Baby und zwar sofort!““

„Die offene Tür“ oder „Carcassonne, Jerusalem und du“

„Die offene Tür“ oder „Carcassonne, Jerusalem und du“

Am 18. April 1973 wurde ein kleiner Junge in Frankreich geboren.
Vielleicht hatte er eine kleine Dreirad-Gang in seiner Nachbarschaft.
Vermutlich spielte er als 10-Jähriger gerne Fußball, wie viele anderen Jungs in seinem Alter.
Vielleicht hielt er als 15-Jähriger seine Eltern auf Trab mit verrückten Ideen.
Vielleicht war er in der Schule eher unauffällig aber dafür fleißig.
1999 beendete er als Jahresbester die Militärakademie.
Seine Lehrer beschrieben ihn als fleißig und als Kämpfer. Jemand der nicht aufgibt und sich durchbeißt. Weiterlesen „„Die offene Tür“ oder „Carcassonne, Jerusalem und du““

HEIM@ – Wo ist dein Zuhause?

HEIM@ – Wo ist dein Zuhause?

„Wo ist deine Heimat?“ oder „Wo kommst du her?“ 

– diese Frage wurde mir und meinem Mann schon seit Beginn unserer Beziehung immer wieder gestellt. und sie war schon immer schwer zu beantworten…Als wir direkt nach der Hochzeit gemeinsam nach Freiburg im Breisgau zogen und dort das Studium begannen, hörte man uns an, dass wir keine Ur-Freiburger waren. Wir benutzten immer noch das „ST“ anstatt dem „SCH“ und die Melodie unserer Sprache war doch eher neutral😊 Als wir dann nach Südafrika zogen, war die Frage natürlich auch an der Tagesordnung. Zwar gibt es in der Regenbogen-Nation viele unterschiedliche Akzente, doch der Deutsche Akzent im Englischen ist doch sehr anders als der Afrikaanse. Als „Happy Germans“ verließen wir schließlich nach zwei Jahren Südafrika und leben seitdem in Bayern, direkt an der Grenze zu Österreich. Obwohl wir deutsch sind, fallen wir auch hier, im bayerischen Dorf, sehr auf. Ich muss gestehen, dass ich Afrikaans besser verstehe als das tiefe Urbayerisch mancher Nachbarn und auch in Österreich bin ich dankbar für Freunde, dir mir manche Wörter übersetzen😊 

Wir waren also immer „Dahergezogene“ und obwohl ich in Rheinland-Pfalz aufgewachsen bin, fällt es mir schwer, die Pfalz als „HEIMAT“ zu bezeichnen.

Warum ist das so? Weiterlesen „HEIM@ – Wo ist dein Zuhause?“

Zieh’s durch

Zieh’s durch

„Von nichts kommt nichts“….ein Spruch, den ich oft gehört habe…gilt übrigens auch für meine Hüften. In die wurde auch viel investiert…Gerade in diesem Moment, wo ich schreibe, habe ich extreme Lust auf Schokolade…aber das ist hier nicht das Thema.

„Von nichts kommt nichts“ – mit anderen Worten: „Du musst aktiv sein, wenn eine Veränderung eintreten soll“. Der Entschluss, etwas zu tun, ist ja oft nicht einmal das Problem. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Durchhalten das Problem ist. Wie oft schon habe ich in gut-aussehende Sportkleidung investiert mit dem Entschluss, nun richtig Gas zu geben und endlich wieder sportlich zu werden, wie ich es zu Teenagerzeiten war. Weiterlesen „Zieh’s durch“