„Einfach mal die Klappe halten“ oder „Ich will nen Keks und ein Baby und zwar sofort!“

„Einfach mal die Klappe halten“ oder „Ich will nen Keks und ein Baby und zwar sofort!“

Meine Tochter liebt Kekse. Und Schokolade. Und Eis.

Wen wundert es – bei DEN Eltern;)
Und auch sonst hat sie viel von meinem Mann und mir übernommen: Sie weiß, was sie will. Sie ist energisch und sie bleibt dran, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Das kann manchmal ganz schön nerven. Vor allem, wenn es eben um Eis oder Kekse oder Schokolade geht. Hat man einmal erwähnt, dass es eventuell SPÄTER einen Keks gibt, kann man kurz danach sein eigenes Wort nicht mehr verstehen, weil es übertönt wird von „Tetse! Teeetsseeeee! Tetse! Mamaaaa Tetseee!“ Der Fokus meiner Tochter ist auf „Tetse“ „= KEKSE“ eingestellt und nichts und niemand kann sie ablenken. Selbst wenn ich ihr in Ruhe erklären möchte, dass ich etwas anderes für sie vorbereitet habe, bis es den Keks gibt – Sie will es nicht hören.
Während ich mich vor Kurzem darüber aufregte musste ich schmunzeln….die Situation kommt mir sehr bekannt vor. 
Vor 7 1/2 Jahren hatten mein Mann und ich uns den perfekten Plan zurecht gelegt: Das Studium war bald fertig, also sollten wir mit dem Kindermachen starten, damit ich dann hochschwanger mein Bachelor-Zeugnis entgegennehmen konnte und kurz danach ein kleines Baby unsere Familie bereichert.

Hört sich in der Theorie alles ganz toll an, in der Praxis war es allerdings sehr ernüchternd: Nach einem Jahr war immer noch kein Anzeichen einer Schwangerschaft da. Dafür kamen ständig neue SMS, Karten und Emails über Schwangerschaften und Geburten im Familien- und Freundeskreis. Für mich war es unerträglich.

Wir beteten, taten unseren Teil und warteten aber nichts passierte.

Nach 2 1/2 Jahren warteten wir immer noch.
Die Wartezeit verbrachte ich mit weinen, beten und dem Kauf von Schwangerschaftstests…jeden Monat neu. Jeden Monat kam die Enttäuschung.
Und ich saß auf meinem Bett, weinte und schrie Gott an.

Genau wie meine kleine Tochter auf Kekse fokussiert ist, wenn sie einen möchte, war ich auf den Kinderwunsch fokussiert! Ich jammerte, schrie, weinte und heulte Gott die Ohren voll: „Baby! Baby! Baaaaaby! Gott, Baby!“

Es war auf einer großen Konferenz in der ich saß, als ich plötzlich ganz klar in mir hörte: „Desi, mein liebes Kind! Endlich darf ich auch mal was sagen! Wie wäre es, wenn du aufhörst, mir die Ohren voll zu brüllen und statt dessen mal zuhörst!? Ich habe etwas für dich vorbereitet und ich möchte dich bitten, dich darauf einzulassen!“

Als ich das verstanden hatte, spürte ich plötzlich den stärksten Herzschlag ever, als der Speaker auf der Bühne von einer Church im Township von Kapstadt erzählte und berichtete, was Gott dort gerade tut.

Um es kurz zu halten: Ein paar Monate später, befanden mein Mann und ich uns in einem Flugzeug nach Kapstadt. Im Gepäck: Ein großes Abenteuer mit Gott.

Für 11 Monate wollten wir in Südafrika bleiben um in der besagten Church ein Internship zu absolvieren. Es wurden 2 volle Jahre, vollgepackt mit Situationen, Lehreinheiten und Geschichten, die mich komplett veränderten. In diesen zwei Jahren wusste ich, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Genau da wollte Gott mich haben. Genau da wollte er an mir arbeiten. Genau da wollte er mich herausfordern und genau da wollte er mich vorbereiten: Auf mein Leben, was nach diesen zwei Jahren auf mich wartete. Ein Leben als Pastorin einer Kirche. Ein Leben als Leiterin. Ein Leben als eine Frau, die neues Vertrauen in Gott bekommen hat und nun weiß, dass Gott WIRKLICH unser Bestes im Sinn hat.

„Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt! “ (Jeremia 29,11)

„Trotz all eurer Bosheit wisst ihr Menschen doch, was gut für eure Kinder ist, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes schenken, die ihn darum bitten!« (Matthäus 7,11)

3 Monate bevor unser Flug von Kapstadt zurück nach Deutschland ging, 5 Jahre nach „unserem“ Plan, fanden wir heraus, dass wir den Neuanfang in Deutschland und Österreich nicht alleine starteten, sondern wir bald zu dritt sein würden.

Was ich daraus gelernt habe?

  1. Gott hat den Überblick
  2. Gott sieht mich
  3. Halte einfach mal die Klappe und höre, was Gott dir zu sagen hat
  4. VERTRAUE

 

 

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