HEIM@ – Wo ist dein Zuhause?

HEIM@ – Wo ist dein Zuhause?

„Wo ist deine Heimat?“ oder „Wo kommst du her?“ 

– diese Frage wurde mir und meinem Mann schon seit Beginn unserer Beziehung immer wieder gestellt. und sie war schon immer schwer zu beantworten…Als wir direkt nach der Hochzeit gemeinsam nach Freiburg im Breisgau zogen und dort das Studium begannen, hörte man uns an, dass wir keine Ur-Freiburger waren. Wir benutzten immer noch das „ST“ anstatt dem „SCH“ und die Melodie unserer Sprache war doch eher neutral😊 Als wir dann nach Südafrika zogen, war die Frage natürlich auch an der Tagesordnung. Zwar gibt es in der Regenbogen-Nation viele unterschiedliche Akzente, doch der Deutsche Akzent im Englischen ist doch sehr anders als der Afrikaanse. Als „Happy Germans“ verließen wir schließlich nach zwei Jahren Südafrika und leben seitdem in Bayern, direkt an der Grenze zu Österreich. Obwohl wir deutsch sind, fallen wir auch hier, im bayerischen Dorf, sehr auf. Ich muss gestehen, dass ich Afrikaans besser verstehe als das tiefe Urbayerisch mancher Nachbarn und auch in Österreich bin ich dankbar für Freunde, dir mir manche Wörter übersetzen😊 

Wir waren also immer „Dahergezogene“ und obwohl ich in Rheinland-Pfalz aufgewachsen bin, fällt es mir schwer, die Pfalz als „HEIMAT“ zu bezeichnen.

Warum ist das so?

Auch der Begriff „Heimweh“ begegnet mir immer wieder. Ich persönlich vermisse viele meiner Freunde in Kapstadt, gleichzeitig auch die Spaziergänge mit Gott am Strand, manche Gerüche, das Essen oder die Freudentänze unserer Mitarbeiter im Township von Gugulethu. Südafrika war für zwei Jahre mein „HEIM“, mein „ZUHAUSE“. Daher kann ich gut von „HEIMWEH“ reden. Manchmal tut es ein bisschen weh, manchmal habe ich ein Lächeln auf den Lippen. Sich an die guten Zeiten erinnern – das ist an sich nichts Schlechtes. Gefährlich wird es aber, wenn man mit dem Gefühl von Unzufriedenheit oder Frust in diese Erinnerungen eintaucht. Denn plötzlich waren zwei Jahre Südafrika das Paradies auf Erden. Alles war besser. Alles war leichter. Alles war einfacher….wirklich? NEIN war es nicht. Dort war ich auch oft in Tränen aufgelöst. Es war NICHT einfacher auf Spenden angewiesen zu sein. Es war NICHT alles ohne Ausnahme wunderbar. Es war hart, es war schwer und es war auch frustrierend. Nicht immer, aber diese Zeiten gab es auch.

Was ich in den letzten zwei Jahren gelernt habe und immer mehr lerne:

Ich kann mich dazu entscheiden, dass ich HIER ZUHAUSE BIN 
Ich entscheide, ob ich LAND EINNEHME oder an der Vergangenheit festhalte


Mit „Land einnehmen“ meine ich nicht, dass man andere vertreibt und sich über andere erhebt. Ich meine damit, das Land, die Zeit, der ORT, an dem du gerade bist als weites Land zu sehen, das auf dich, deine Fähigkeiten, dein Herz, deine Vision, deine Taten wartet.
Der Ort, an den Gott dich gesetzt hat.
An dem er etwas mit dir und durch dich bewirken möchte, für dich als ZUHAUSE anzunehmen und zu sehen. Den Blick auf das HIER zu richten, dich innerlich und äußerlich nieder zu lassen – für die Zeit, die von Gott dafür bestimmt ist, und dein Leben HIER zu gestalten.

Als ich in Freiburg war, war das der Ort, an dem ich von Gott gebraucht wurde. Es war der Ort, an dem er an und in mir arbeitete. Für diese Zeit war Freiburg mein Heim, mein Zuhause. In Kapstadt waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nun sind wir in Salzburg in der richtigen Zeit am richtigen Ort.

Wir sind nun in einer neuen Lebensphase – als Pastoren und als Eltern einer wunderbaren Tochter. Ich kann und darf diese Zeit nicht vergleichen mit der Zeit in Südafrika oder gar in Freiburg. Es ist anders. Nicht besser, nicht schlechter. Es ist anders. Und Gott kann und will mich HIER und JETZT anders gebrauchen als DAMALS und DORT. Wie überall gibt es hier wunderbare Zeiten und harte Zeiten. Die gibt es überall und es wird erst enden, wenn ich in meiner wahren Heimat in Gottes Ewigkeit angekommen bin. Bis dahin ist mein Zuhause da, wo Gott mich heute hinführt und gebraucht.

Wenn ich mir das bewusst mache, Gott täglich frage, dann kann ich innerlich die Flagge nehmen und sie in den geistlichen und innerlichen Boden rammen und sagen: HIER BIN ICH ZUHAUSE!

 Diese Fragen helfen mir, mich HEIMISCH zu fühlen:

  • Wofür und für wen bin ich HIER dankbar?
  • Wo habe ich Gott hier schon erlebt?
  • Wie kann und möchte Gott mich hier gebrauchen?
  • Was kann ich hier bewirken?

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