„Tu so viel Gutes, wie du kannst, und mach so wenig Gerede wie möglich darüber“
Dieser Spruch stand einmal auf einem Sprüchekalender in meinem Wohnzimmer. Ich fand diese Aufforderung damals gut und immer wieder kommt sie mir in den Sinn.
Ich wollte nicht in die Gefahr kommen, mir selbst oder anderen beweisen zu wollen, was für ein guter Mensch ich bin. Wenn andere erzählen, wo sie jemandem eine Freude gemacht haben, wann sie jemanden zum Essen eingeladen haben oder was andere an ihnen schätzen – dann fühle ich mich innerlich dazu herausgefordert, mich zu vergleichen. Bin ich genug für andere da? Bin ich auch so großzügig? Ich bin dankbar, dass ich diesen Spruch damals in meinem Wohnzimmer hatte und dadurch immer wieder versuche, eben nicht zu vergleichen oder anderen zu erzählen, wem ich wann etwas Gutes getan habe – auch wenn es mir grundsätzlich zu wenig vorkommt.
Kategorie: Impulse
Freudige Demut
Heute feiert die christliche Welt Ostern. Das Fest der Hoffnung. Das Fest der Auferstehung.
Es gibt meines Wissens keine Bemühungen, dieses Fest ausfallen zu lassen oder die Feiertage zu kürzen. Warum auch? Die Welt liebt es zu feiern! Je nachdem, wo man in Deutschland (oder auch in den anderen Ländern) hinfährt, trifft man immer wieder auf Gründe zu feiern: Das Weinfest – Wir feiern die Weinernte. Das Mandelblütenfest – wir feiern die Blüten am Mandelbaum. Das Mai-Fest – wir feiern die Fruchtbarkeit, der Feuerwehr-Hock – wir feiern…die Feuerwehr. Es gibt Gründe über Gründe, das Leben zu feiern und wenn es keinen Grund gibt, dann wird einer gefunden.
Aber wie ist es mit dem Thema „Mahnen und Erinnern“? Da gibt es dann wieder ein kleines Problem. Einen ruhigen Tag – ein Tag mit „Tanzverbot“? So was mögen wir dann doch lieber nicht. Wer will uns denn verbieten zu feiern, zu tanzen und die ernsten Themen zu vergessen?
Egal
Ich will nicht, dass du mir egal bist,
dass mir egal ist, was du tust oder machst,
ob du weinst oder lachst,
ob du gerade Schmerzen hast.
Ich will nicht, dass du mir egal bist!
Ich will nicht dass du mir egal bist,
weil mir nicht egal ist
wenn du mich ignorierst,
dich in deinen Lügen selbst verlierst,
weil mir nicht egal ist,
was du denkst über dich,
was du sagst über mich,
ob du glaubst oder nicht,
ob dein Herz zerbricht.
Aber weil meines noch ganz ist
und du noch mitten drin bist,
kann ich so nicht weiter gehn!
Ich kann dich einfach nicht verstehn.
Meine Worte kommen nicht mehr an,
ich weiß nicht, was ich noch machen kann,
ausser mich zu distanzieren,
damit ich mein Herz nicht verlier.
Ich will nicht wütend auf dich sein
Also lass ich dich allein,
Ich denk an dich in diesem Tal
Und merke: dir wirst mir egal
Weil Wut so viel schmerzreicher ist!
Du bist mir egal-
auch wenn ich nicht will, dass du es bist!
Segen oder Fluch?
„Lasst keine verderblichen Reden aus eurem Mund kommen, sondern nur solche, die gut zum Aufbau sind, je nach Anlass, damit sie denen, die es hören, Gnade schenken.“ (Epheser 4,29)
Hast du schon mal abends für dich reflektiert, was du am Tag alles so von dir gegeben hast? Hast du dich abends schon mal rückblickend gefragt, wie und was du gesagt hast, über wen du wie gesprochen hast?
Danke, Papa
Die Woche war voll. Etwas zu voll. Das bemerkte ich nicht nur gestern, als mein Körper mir anzeigte, dass er nun auch noch dringend Ruhe brauchte – ich bemerkte es heute morgen, als ich in die Küche kam und einen leeren Brotkorb vorfand. Außer Müsli, das ich diese Woche täglich hatte, gab es nichts, was ich frühstücken konnte. Keine Zeit gehabt zum Einkaufen. Es hatte gerade bis gestern gereicht. Ein kleiner Geistesblitz kam mir: Mein Mann hatte gerade erst das Haus verlassen, um in den Nachbarort zu fahren. Vielleicht käme er ja nochmal kurz Zuhause vorbei, bevor er ins Büro fährt? Ich rief an.
Weiterlesen „Danke, Papa“Der Wert einer „Zweierschaft“
Gerade habe ich mein Gespräch mit einer lieben Freundin beendet und lächle.
Ich bin begeistert zu sehen, welche tiefen Themen man in einem 1,5 Stunden langen Gespräch miteinander bereden kann und vor allem, was da so alles ans Tageslicht kommt. Vor allem aber begeistert es mich zu sehen, wie viel sich in den letzten Jahren bei uns geändert hat. Wie viele Berge wir schon im bildlichen Sinne erklommen haben, welche Täler durchquert und welche Hürden gemeistert.
Mama-Sein – ein (Fulltime) JOB?
Kennst du den Satz „Mama-Sein ist ein Fulltime job!“?
Dieser Satz hat viel in mir ausgelöst.
Also setzte ich mich hin und versuchte, das, was in mir passierte zu ordnen!
Also:
Das Wort „JOB“ hat mich in diesem Kontext am meisten irritiert.
Was ist ein Job?
– Ein Job ist für mich eine Aufgabe, die ich tue, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
oder es ist etwas, was mir aufgetragen wird.
– Ich KANN dafür eine Leidenschaft haben, muss es aber nicht zwingend.
– Ein JOB muss getan werden, weil es bestimmte Rahmenbedingungen und Abmachungen gibt, die diesen Auftrag klar definieren.
– Es ist etwas, wofür man eine Entlohnung bekommt – meist in Form von Geld.
Tatsächlich kann ich mich selten erinnern, dass jemand, der aus Leidenschaft und mit Liebe etwas tut, sagt: „Das ist mein Job“– meist ist es genau dann der Fall, dass jemand sagt: „Das ist nicht einfach nur mein Job! Ich LIEBE, was ich tue!“ oder „Das ist mein Leben!“. Das sind meist Menschen, die eine „Extrameile“ gehen – mehr tun als von ihnen erwartet wird, mehr geben, als der Arbeitsvertrag offiziell möchte. Weil Liebe und Erfüllung dahinter steckt. Daher habe ich den Eindruck, dass „JOB“ meist dem entgegengesetzt wird, was man aus Leidenschaft oder Liebe tut.
Identität als (Nicht-)Mutter
Ich habe gerade auf dem Herzen, diese Message mit euch zu teilen.
Ich habe schon mal darüber geschrieben, aber irgendwie drängt es mich gerade, noch einmal dieses Thema zu teilen.
Vielleicht ist jemand da, der es heute hören soll.
Ich hielt diese Predigt am Mutter-Tag. Ein Tag, an dem die Mamas, die Mama sind, geehrt werden für alles, was sie tun und sind. Es ist aber auch der Tag, der für die, die keine Mutter sind, obwohl sie es gerne wären, schmerzhaft sein kann.
Leben vs. Hochsensibilität?
Als ich ein Teenager war, war ich ständig unterwegs: Auf Freizeiten, Jugendtagen, Jugendwochenenden, Veranstaltungen und Events. Ich wollte Menschen um mich haben und liebte es, mich zu engagieren und neue Leute kennen zu lernen. Ich war immer wieder auf Konzerten, stand meist weit vorne und kam nachts vom Springen und Mitsingen verschwitzt nachhause. Mit 18 Jahren kam eine ausgeprägte Depression. Zeitweise durfte ich keine Besuche empfangen, weil ich schon nach einer Person aufgewühlt und panisch wurde. Ich musste mich komplett zurück ziehen, sollte sogar ein Jahr mit der Schule pausieren, damit es nicht zu viel für mich wird und ich erst wieder langsam in den Alltag starten konnte. Innerhalb weniger Monate hatte ich mich zu einem anderen Menschen verändert. Die junge Frau, die immer extrovertiert, leidenschaftlich und überschwänglich war, war plötzlich schüchtern, konnte keine fremden Menschen ansprechen und brauchte Ruhe. Hinzukam, dass innerhalb weniger Monate die Kleidergröße von 36 auf 44/46 gewachsen war…
Ich hatte lange damit zu kämpfen und habe mich gefragt, warum ein Mensch so komplett unterschiedlich sein kann.
War ich denn nun extrovertiert oder bin ich eigentlich introvertiert?
Liebe ich es, unter Menschen zu sein oder liebe ich es, allein zu sein?
Wer bin ich denn nun eigentlich?
Hatte ich mich selbst so in mir getäuscht?
Hatte ich etwas gespielt, was ich eigentlich nicht war? Oder noch viel mehr: Wollte ich jemand krampfhaft sein, der ich eigentlich nicht war und auch nicht sein konnte? Hatte ich mich mit einem Schauspiel überfordert?
Welcome Home
Vor ein paar Monaten bereits, hatte ich mit zwei Freundinnen eine Fahrt in die Schweiz zu einer Frauenkonferenz geplant. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut, denn es ist für mich ein besonderes Wochenende, an dem ich auftanke, Inputs bekomme, mich mit anderen Frauen austauschen kann und einfach mal für zwei Tage weg von Zuhause bin.
Eine der beiden Freundinnen sagte ein paar Wochen vor der Konferenz wieder ab und so fuhren wir zu zweit.
Als kurzfristig unsere Übernachtungsmöglichkeit aufgrund von einem Coronafall ausfiel, mussten wir umdisponieren. Wie gut, dass meine Schwiegereltern nicht weit und nahe der Schweizer Grenze wohnen.
Ich rief also gerade mal drei Tage vor der Konferenz bei meinem Schwiegervater an und fragte, ob ich kurzfristig mit einer Freundin für ein Wochenende bei Ihnen übernachten könnte. „Na klar, du hast ja den Schlüssel“ – war die Antwort.





