Schlagwort: Gott

Der unbeliebte Besuch – eine Kurzgeschichte

Der unbeliebte Besuch – eine Kurzgeschichte

Der unbeliebte Besuch (Desirée Rosemann)

Stumm saß die Mutter mit ihren beiden Kindern beim Abendessen.
Niemand vermochte etwas zu sagen.
Die Küchenuhr tickte stetig, wie sie es immer tat.
Obwohl es sich anfühlte, als wäre die Zeit stehen geblieben, war sie ein Zeugnis
dafür, dass sich die Welt noch immer drehte. Dass das Leben weiter ging. Zumindest
für die drei Personen, die dort am Tisch saßen.
Die warme Kürbissuppe dampfte in der großen Suppenschüssel.
Ein Klopfen an der Tür durchschnitt die Stille.
Es klopfte einmal.
Zweimal.
Noch ein drittes Mal. Doch niemand wollte öffnen.
„Bitte, lasst mich herein“, tönte eine dumpfe Stimme von draußen. „Ich wurde
gerufen euch beizustehen.“
Niemand traute sich aufzustehen.
Niemand wollte den Gast hereinlassen.
Fragend blickte die junge Tochter ihre Mutter an. „Wollen wir nicht nachschauen, wer
da ist?“ fragte ihr Blick.
„Ich möchte nicht öffnen! Heute nicht!“ sagte die Mutter schließlich.
Als ob nichts geschehen wäre, begann sie, die Teller mit der dampfenden Suppe zu
befüllen.
Sogar den Vierten. Den, der vor einem leeren Stuhl stand. „Esst! Es hilft ja nix!“
sprach sie, schnitt vier Scheiben Brot ab, verteilte sie neben die Teller und begann zu
essen.
Mit langsamen Schritten entfernte sich der Besuch von der Haustür. Die Regel
besagte, dass die Menschen zu einem frühen Zeitpunkt nicht bedrängt werden
dürften. Bliebe die Tür verschlossen, müsste sie weiterziehen und es ein anderes
Mal behutsam versuchen.
Doch hier war sie schon oft gewesen. Heimlich wurde sie bereits vor einigen Wochen
von der Tochter und dem Sohn eingelassen. Die Mutter aber ignorierte das Klopfen
jedes Mal.
Sie kannte den Ton, den das Klopfen an diese Tür verursachte, nur zu gut. Heute
war ihr letzter Versuch.
„Nicht mehr lange“, dachte sie sich, „und du wirst nach mir schreien!“
Sie ließ ihre Schultern hängen. Sie wusste, was es bedeutete, wenn der Ruf nach ihr
sich in ein verzweifeltes Schreien verwandelte.
Wenn die Tür nicht bereits offenstand.
Wenn der Ruf zu einem Schrei wurde, durfte sie nicht zögern. Sie musste sofort
kommen. Es war genau dieser Gang. Dieser plötzliche, schnelle Gang, der am
schmerzhaftesten war. Es bedeutete, dass ihr Gepäck dann mit einem Mal größer
und schwerer wurde. Sie wusste, dass sie dann länger verweilen musste, bis sie
entweder aus dem Haus gejagt wurde oder liebevoll verabschiedet und zu einem
weiteren Besuch eingeladen wurde.
Es war nur ein kleines Stück zur nächsten Stadt, in die sie zu einem weiteren Haus
geschickt wurde. Langsam machte sie sich auf den Weg.
Es wurde dunkel. Die meisten Fenster waren bereits in warmes Licht
gehüllt. Aus manchen Häusern vernahm sie Kindergeschrei, hier und dort bellte ein
Hund. Ein Spaziergänger kam ihr entgegen. Als er sie bemerkte, wechselte er die Straßenseite.
„Keine Angst“, flüsterte sie leiste, „du stehst derzeit nicht auf meiner Liste.“
Als sie schließlich das Haus, das sie nun betreten sollte, schon von weitem erkannte
zögerte sie. Sie sah, wie zwei Männer das Haus verließen. Mit hängenden Schultern
hatten sie ihre Hüte wieder aufgesetzt und stiegen gerade in ihr Auto. Als sie davon
gefahren waren, ging sie näher zum Haus. Schlich langsam zur Tür und klopfte
behutsam.
Niemand öffnete.
Auch nicht, nach dem dritten Klopfen.
Kopfschüttelnd ging sie weiter. Sie würde in wenigen Stunden wieder kommen und
es noch einmal versuchen.
Sie war müde, so unendlich müde. Die schweren Lasten, die auf ihrem Rücken
lagen, durften nur kurz abgelegt werden und doch wusste sie, sie musste nun eine
kurze Pause einlegen, bevor es weiter ging.
Viel zu lange war sie schon unterwegs, viel zu viel hatte sie zu tragen.
Es war ihre Berufung.
Es war ihre Berufung zu tragen, auszuhalten und weiterzuziehen.
Weiterzuziehen, wohin sie gerufen wurde. Anzuklopfen.
Zu warten.
Zu bitten.
Geduldig zu sein.
Und wieder weiterzuziehen.
Dann, wenn sie nicht eingelassen wurde, aber auch dann, wenn ihre Zeit abgelaufen
war und das nächste Zuhause auf sie wartete.
Sie setzte sich auf eine kleine Holzbank am Waldrand und atmete tief ein.
Etwas ließ sie spüren, dass sie genau hier zu dieser Zeit ihre Pause einhalten sollte.
Gerade versuchte sie genauer hinzuhören um herauszufinden, ob sie einen Ruf aus
der Ferne überhört hatte, als ein älterer Mann des Weges entlang kam.
Kurz musterte er sie und deutete an, weiterzugehen. Doch dann hielt er kurz inne,
drehte sich noch einmal herum und entschloss sich, sich neben sie zu setzen.
Sie sagte nichts und schaute ihn nur an. „ER muss es selbst zulassen!“ sagte sie zu
sich selbst.
Schweigend saßen sie da.
Der Wind ließ die Blätter der Linden und Eichen im Herbstwind rascheln. Nur noch
wenige Amseln sangen ihr Abendlied, während die Umrisse der Bäume langsam
immer dunkler wurden.
In der Ferne erklang eine Kirchturmuhr.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal….
Bevor sie weiter mitzählen konnte, wurde der Glockenklang von einem Schluchzen
unterbrochen.
Es war so weit.
Er ließ es zu.
Er ließ SIE zu.
Schweigend legte sie ihren Arm um seine Schultern. Sie sagte nichts. Und er weinte.
Bitterlich.
Sie reichte ihm ein Taschentuch und blickte ihm sanft dabei in die Augen.

„Es ist schon so lange her…“ stammelte er, „….ich hatte gehofft, den Schmerz zu
vergessen. Und nun sitzt du hier. Ich spürte, dass ich mich setzen muss und es ist
alles wieder da.“
„Ich weiß.“ Ihr Stimme klang sanft und mitfühlend. Sie selbst starrte zu Boden.
„Warum? Warum jetzt?“
„Weil du JETZT so weit bist.“
Sie schaute ihn nun direkt an.
„Damals hast du mich nicht hereingelassen, wie so viele. Du hast versucht mich zu
ignorieren. Manchmal durfte ich für ein paar Sekunden in deine Nähe, aber dann
hast du die Türe fest verschlossen, gingst wieder deinem Alltag nach und ich musste
warten, bis ich wieder den Auftrag bekam, deine Nähe zu suchen um dir die
Möglichkeit zu lassen, mich zu finden.“
„Es tut so weh!“ Er begann wieder zu weinen. „Ich vermisse sie so sehr. Sie war
mein Ein und Alles. Wir waren so glücklich und plötzlich….ist nichts mehr, wie es
war.“
„Ich weiß.“ Sie seufzte.
Sie kannte das alles zu gut. Sie kannte den Schmerz. Sie kannte die Verzweiflung
und sie kannte die Fragen. Sie kannte jede einzelne der quälenden Fragen.
Und doch war es nicht ihre Aufgabe zu antworten. Es war nicht ihre Aufgabe zu
rechtfertigen oder zu begründen. Ihre schwere Aufgabe war es, die Gefühle der
Menschen mitzutragen. Dazu war sie da. Und sie konnte es gut.
Sie war dafür geschaffen.
Sie wusste, wie hart und kantig sich die Wut anfühlt.
Sie wusste, wie es ist, kaum Luft zum Atmen zu haben.
Sie kannte die Schwere der Schuldgefühle und die Enge der Ungewissheit.
Ihre Aufgabe war nicht leicht und doch war es IHRE Aufgabe. Es war das, was sie
am besten konnte: Mittragen. Mitleiden. Mitfühlen. Und das tat sie nun gerade in
diesem Moment.
An diesem Ort, an den sie gerufen wurde. An dem sie spürte, dass sie da sein
musste.
Sie saß auf dieser Waldbank, hielt diesen Mann im Arm und stützte ihn, während er
dasaß, weinte und seine jahrelange Last stückchenweise abgab.
Es war nur ein Anfang, das wusste sie. Und doch war es der erste Schritt.
Zu lange hatte er sie ignoriert. Zu lange hatte er versucht, seinen Weg ohne sie zu
gehen und seinen schweren Rucksack zu tragen. Und nun war der Zeitpunkt da, an
dem er ihr endlich Anteil gab.
Noch eine Weile saßen sie da, bis der Mann etwas ruhiger wurde und das letzte
Taschentuch in ihre Hände legte.
„Wirst du wieder kommen?“
In seinem Blick war eine Mischung von Hoffnung und Angst zugleich wahrzunehmen.
„Ja“, antwortete sie, „ich komme immer wieder. Ich werde in deiner Nähe sein, denn
du wirst mich brauchen. Manchmal wirst du mich von weitem sehen und weglaufen.
Manchmal wirst du mich wahrnehmen und es kommt über dich, so wie heute. Aber
manchmal, wenn du mich bewusst einlädst und mir die Tür öffnest, werde ich
behutsam eintreten und mich neben dich setzen und dir helfen. Ich werde deine Wut
aushalten, deinen Tränen mitweinen und bittersüße Erinnerungen hervorrufen. Ich
werde deine Hand halten, wenn du es brauchst, dir Einsamkeit verschaffen, wenn du
es wünschst. Ich bin nicht der wünschenswerteste Geselle, das weiß ich wohl, aber
auch wenn jeder mich aus seinem Leben verbannen möchte, werde ich von jedem
gebraucht. Ich werde wiederkommen, wenn du mich lässt. Wir werden uns eines Tages
immer mehr aneinander gewöhnt haben und dann, wenn du mich gut kennst
und annimmst, werde ich seltener kommen. Meine Besuche werden weniger
schmerzhaft und je öfter ich da war, desto weniger werden wir gemeinsam weinen,
desto tiefer werden die Seufzer und desto süßer die Erinnerungen.“
„Ich werde dich einladen. Bald. Ich brauche nur etwas Zeit.“ Mit einem langen Blick
verabschiedete er sich und ging weiter.
Als ob er es sehen könnte, nickte sie. Sie wusste es und sie war geduldig.
Sie blickte in die Ferne, lud ihre Lasten wieder auf ihren Rücken – die Lasten, die so
schwer waren und doch zu ihr gehörten. Ein Ruf ereilte sie. Wieder ein Ruf voller
Schmerz. Ein Kind rief ihren Namen und sie hörte ihn nun sehr deutlich: „TRAUER!“
und sie wusste, eine offene Tür wartete auf sie.

Trauer ist ein Teil unseres Lebens. Trotzdem versuchen wir immer wieder, Trauer
nicht zuzulassen. Wir verschließen die Tür, denn wir wissen: Mit Trauer ist Schmerz
verbunden. Trauer tut weh. Sie wiegt schwer und sie ist nicht der wünschenswerteste
Gast in unserem Leben.
Trotzdem wird sie früher oder später an die Tür klopfen. Es ist gut, sie hinein zu
lassen und einzuladen, denn es ist schmerzhafter, wenn der Ruf unserer Seele zu
einem entsetzlichen Geschrei wird, der die Trauer mit allen Lasten der
Vergangenheit auf einmal zu sich zu zieht.

Geistlich Wachsen Extrem

Geistlich Wachsen Extrem

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100 Bibelverse, 100 kurze Impulse auf 223 Seiten. Klingt im ersten Moment viel, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Susanna Bigger schafft es, knapp und auf den Punkt kleine Impulse zu geben, die das Glaubensleben in Schwung bringen. Dieses „Andachtsbuch“ ist für jeden: Man kann sich in Ruhe hinsetzen, Zeit nehmen, den Impuls lesen und die Fragen von Susanne in Ruhe reflektieren – oder auch nur 5 Minuten nutzen, um sich einen Impuls für den Tag abzuholen…es ist jedem selbst überlassen.

Die Überschrift gibt schon einen Hinweis, worum es geht und ermöglicht es, auch spezifisch nach einem Impuls, passend zu einer aktuellen Situation, zu suchen. Egal, ob „So entdeckst du Gottes Weisheit“, „Lass die Neider Neider sein!“ oder „Warte nicht auf einen Titel!“ – die Themen stechen, wie das ganze Buch, ins Auge und ermöglichen es, schnell einen entsprechenden Gedanken zu vertiefen.
Jeder Impuls wird dann durch einen Bibelvers eingeleitet, enthält eine kurze, persönliche Anekdote, eine Frage zum Nachdenken, eine Ermutigung für einen Action-Step und schließlich ein Gebet. So liebe ich das: Strukturiert, praktisch, fokussiert und vor allem anregend zum Nachdenken und aktiv werden. Was ich persönlich auch sehr ansprechend finde ist die Abwechslung der Anreden im Gebet: Gott ist dreieinig und deshalb spricht Susanna Bigger diesen dreieinigen Gott im Gebet unterschiedlich an. Oftmals mit „Lieber Vater“ oder „Lieber Gott“, manchmal aber eben auch mit „Jesus“ oder „Heiliger Geist“ – auch je nachdem, worum es im Impuls zuvor ging und welche Person Gottes angesprochen wird.
Was ich interessant finde ist, dass es ein „Andachtsbuch“ ist, das nicht, wie die meisten, 52 Impulse (einen für jede Woche) oder 30 Impulse (einen pro Tag in einem Monat) oder gar 365 Impulse enthält, sondern genau 100. Eine runde und schöne Zahl, die mein ausgeprägtes Struktur und Planungsdenken positiv herausgefordert hat: Ich persönlich lese nicht täglich darin, bin aber genau wegen dieser Offenheit (nicht „Ein Andachtsbuch für 1 Monat“) flexibel und motiviert, immer wieder hineinzuschauen und mir eine Idee, eine Motivation, einen Gedanken für den Tag abzuholen.
Wie gut, dass das Cover frech und durch das Pink sehr auffallend ist: Egal wo ich es hinlege – ich kann es nicht übersehen und werde aufgefordert, hineinzuschauen!

Von verfaulten Äpfeln

Von verfaulten Äpfeln

Vor Kurzem ging ich in der Dachsteinregion im Schnee spazieren und stieß auf diese zwei Apfelbäume.

Sie waren noch voller Äpfel und der Boden war übersät von verfaulten Früchten. Der schmelzende Schnee hatte sie ans Licht gebracht. Ich blieb eine Zeit stehen und dachte nach: Wie oft versäumen wir es in unserem Leben zu erkennen, dass die „Ernte“ schon längst reif ist?

Vielleicht warten wir auf einen perfekten Zeitpunkt oder wir denken gar nicht erst darüber nach, ob schon was gewachsen ist. Und jammern dann, dass sich nichts in unserem Leben verändert oder tut. Wir suchen nach dem Sinn von dem was wir tun, warten, wollen „Früchte“ sehen und versäumen es, genau hin zuschauen und die Früchte die schon lange da sind, zu ernten und zu genießen, bevor wir weiter aussäen. Manche sind so sehr mit säen und Pflanzen beschäftigt, dass sie vergessen auch zu genießen was bereits gewachsen ist?! Sie lassen ihre Früchte, ihre Erzeugnisse, ihre Gaben, ihr Potential verfaulen…?! Mühsam geht es immer weiter oder man resigniert „es hat ja doch keinen Wert!“

Aber was, wenn doch?! Was, wenn du aufstehst und mal überprüfst, was aus alle dem geworden ist, was du investiert hast? Aus deinen Gebeten, deinen Gesprächen, deinen Ratschlägen, deinen Liebesbeweisen, deinem Investment, deinen schlaflosen Nächten in denen du gebetet oder gearbeitet hast? Es war sicher nicht umsonst und wird es auch nicht sein! Wer säht, wird ernten! Es ist ein Prinzip-ein Gutes:)

Schau an, was schon alles gewachsen und gelungen ist in deinem Leben, teile es, freue dich daran, sei dankbar dafür und dann säe dadurch weiter aus! Es wird Frucht bringen! Die du auch genießen darfst!

Und vielleicht ist heute der perfekte Tag um einer Person Danke zu sagen oder ihr zu helfen: ihr zu sagen wo sie gesät hat und nun Fürchte betrachten kann! Vielleicht hat jemand Anteil an etwas Gutem in deinem Leben? Weil die Person für dich da war, dich ermutigt hat, dich gefördert hat, dir geholfen hat?!

Du bist ein Produkt einer Aussaat und du selbst hast Einfluss und säst durch dein Sein, dein Handeln, dein Beten- schau hin! Lass es nicht verfaulen! Genieße es und dann geht’s weiter:)

Aus Prinzip

Aus Prinzip

Als ich Kind war, gab es immer wieder Trotzphasen. Die hat jedes Kind. Und obwohl ich das Wort „Prinzip“ noch nicht kannte oder deuten konnte, habe ich als Kind oftmals „aus Prinzip“ gehandelt. Meist mit einem bockigen und trotzigen Verhalten. 

Wenn ein Junge mich geärgert hat, war ich aus Prinzip gegen alles, was er sagte oder machte!

Als ich Teenager war, gab es ein Mädel in meinem Jahrgang, die mich als Christ blöd fand und nicht nachvollziehen konnte, warum ich bei bestimmten Dingen nicht mitmachte. Also fand sie „aus Prinzip“ alles lächerlich und blöd was ich sagte oder machte! Selbst wenn ich ihr Komplimente über ihre Frisur machte, rollte sie mit den Augen und sagte „wen interessierst?!“

An sich ok-man muss nicht alle mögen und auch nicht hinter jeder Meinung eines anderen stehen. Aber: „aus Prinzip“ kann man manchmal echt Chancen verpassen. 

Oder anders: 

Du bist in der Schule und es gibt verschiedene Cliquen.  Diese haben sich in die Schülervertreung wählen lassen. Jede Clique oder „Peer group“ hat bestimmte Werte und will verschiedene Dinge in der Schule durchsetzen. Jede Clique will andere überzeugen. Und jede Clique will das „wohl der Schule“. Und dann gibt es Entscheidungen die getroffen werden müssen zum WOHL der Schule. Und es wird demokratisch abgestimmt, welche Clique den besten Vorschlag macht. 

Die Clique von „X“ ist recht radikal. Eigentlich haben sie Werte, die die anderen nicht teilen-zumindest nicht alle. Sie schlagen einen Weg vor-aber weil die anderen Cliquen nicht mit ihnen „aus Prinzip“ arbeiten wollen, stimmen alle gegen deren Vorschläge. Egal was drinnen steht. „Aus Prinzip“ wird abgelehnt. Jeder versucht  die Schülerschaft davon abzuhalten, Teil dieser Clique zu werden, denn niemand möchte radikale und menschenverachtende Entscheidungen unterstützen und niemand möchte, dass sich schlimme Dinge wiederholen. Diese Gefahr besteht. 

Clique „A“ bringt ebenfalls Vorschläge ein. Sie ähneln den Vorschlägen von „X“ sehr stark. „A“ betont, dass es nicht um eine Zusammenarbeit oder Freundschaft mit „X“ geht, aber dass die Vorschläge wirklich helfen könnten, einen Schritt vorwärts zu kommen. „X“ schimpft auf „A“ und findet „A“ total doof aber Sie unterstützen den Vorschlag, weil er immerhin etwas verändern würde. 

„B“ kommt nach vorne und versucht erstmal die Wogen zu glätten. Lenkt den Fokus erstmal auf einen Moment der Trauer und bedankt sich bei Rettungskräften, die bei einem schlimmen Anschlag vor kurzem schnell vor Ort waren. Aber weil das ja Clique „B“ ist, die das sagt, verschränken alle anderen Cliquen die Arme vor der Brust. Die einzigen, die ebenfalls „Danke“ sagen und diese Einführung der Rede unterstützen, ist der Rest der Clique „B“. Ich betone: in dieser Einführung hat B noch nichts über die Vorschläge von „X“ oder „A“ gesagt. Es ging nur um eine Anerkennung von Schülern in einer schlimmen Situation. 

So geht es weiter. Alle sind gegen „X“, alle sind gegen „A“. Lediglich Clique „Y“ sagt: der Vorschlag an sich ist doch gut! Es hilft uns allen. Also lasst uns doch gemeinsam dafür stimmen damit wir vorwärts kommen!“

Aber „aus Prinzip“ stimmen alle dagegen-„wenn X dafür stimmt, machen wir nicht mit!“

„Und wenn Y mitstimmt und A den Vorschlag dann mit einer Mehrheit durchbringt, seid ihr Verräter!“

Und so geht es weiter und weiter. 

Das Resultat: diejenigen, die Radikalität und Diskriminierung verachten, fördern das radikale Denken, das Entsetzen und die „da mach ich nicht mit, wenn DER das auch gut findet!“-Kultur genauso, wie die bereits Radikalen (links und rechts). 

Der Ton wird aggressiver, niemand hört mehr zu. Man wird ausgelacht und beschimpft, wenn man Vorschläge einbringt. Man wird verurteilt und darf nicht ausreden…

Mal ehrlich: Genau das ist Grundschul- oder sogar Kindergartenniveau. Das ist Trotzverhalten und nicht konstruktiv! Und das ist das, was ich bei der gestrigen Bundestagsdebatte nicht zum ersten Mal gesehen habe. 

Ich verstehe, dass wir alles tun müssen, dass Radikales und Faschistisches Gedankengut nicht zu einer Doktrin wird. Wir müssen verhindern dass sich der Holocaust, Hass und Verfolgung wiederholen! 

Ja! Die Landesverbände der AFD werden teils rechtsextrem eingestuft-das IST nicht zu akzeptieren!!!

Aber: die Partei, die von Menschen aus dem Volk in den Bundestag durch freie Wahlen gewählt wurde komplett zu ignorieren, Entscheidungen, die mit einer Mehrheit durch diese Partei durchgesetzt wurden, in Frage zu stellen (wie zum Beispiel einen Ministerpräsidenten wieder abzusetzen und Neuwahlen anzusetzen, weil die „Falschen“ für ihn gestimmt haben) und andere Parteien, die betonen, keine gemeinsame Sache mit ihnen machen zu wollen aber eine Abstimmung im gesamten Bundestag möchten, zu beschimpfen, ihnen nicht mehr zuzuhören und aus Prinzip dagegen zu stimmen-das hilft meiner Meinung nach auf keinen Fall! im Gegenteil: es fördert die Spaltung der Bürger und es fördert das falsche Lager! 

Es wäre ein Anfang, einfach mal die Argumente, die Reden und einzelnen Aussagen der Abgeordneten anzuhören und einzeln zu bewerten. Wenn jemand den Rettungskräften dankt oder Mitleid für die Opfer und deren Angehörigen bekundet-meine Güte, dann unterstützt doch wenigstens das-auch wenn die Person aus einer anderen Partei ist!

Ich frage mich, wie das Ergebnis einer Abstimmung ausgesehen hätte, würde man nicht wissen, welche Partei welchen Antrag gestellt hat und welche Partei den Antrag unterstützt… einfach als Einzelabstimmung der SACHE ohne Druck und ohne Parteizugehörigkeit!

DAS wäre historisch gewesen-eine Entscheidung für das Land und nicht für die Partei als Teil des Wahlkampfes… 

Ich bete für Klarheit bei den Wahlen!

Ich bete für Weisheit!

Ich bete für friedliche und wohlwollende Gespräche und eine Zusammenarbeit derer, die eigentlich WIRKLICH das Beste für das Land möchten!

Ich bete für Politiker, die ein reines Herz und Gewissen haben!

Ich bete für Gnade!

Ich bete für die Politiker und Parteien und für alle, die verwirrt sind!

Ich bete für unser Land-mit allen (!) Menschen die darin leben!

Ich bete für EINIGKEIT!

Beauty for Ashes

Beauty for Ashes

Wie jedes Jahr habe ich mir zwischen dem 27.12. und dem 03.01. täglich bewusst Zeiten genommen, in denen ich das vergangene Jahr reflektierte. Was lief gut? Wo gab es Enttäuschungen? Wo Verletzungen? Welche Schritte bin ich gegangen? Hatte ich Erfolge wahrgenommen und auch gefeiert?
Worauf freue ich mich im kommenden Jahr? Was nehme ich mir vor? Diese Fragen stelle ich mir jedes Jahr. Vor allem aber gehe ich mit diesen Fragen ins Gebet. Ich versuche zu hören, wahrzunehmen, zu spüren, was mein Schöpfer darüber denkt. Immerhin hat ER mich geschaffen und kennt mich besser als jeder Mensch – ja sogar besser als ich selbst. Er weiß, was er aus dem Zerbruch und den Verletzungen tun kann.
Auf einem Wochenende mit 24 anderen Frauen blickten wir bewusst auf die schmerzhaften Zeiten des vergangenen Jahres. Auf die „Wüstenzeiten“, wenn man so will. Die Momente, die schwer waren, schmerzhaft waren, herausforderten – die Momente, die wir vielleicht sogar gerne weggeschoben hatten, ignoriert haben oder abhaken wollten, wurden noch einmal hervor geholt. Warum?
Ist das nicht masochistisch?
Wäre es! – Wenn ich nicht auch hier Gott mit reinnehmen würde. In der Bibel steht, dass all denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8,28)
Das ist leicht gesagt aber schwierig zu verstehen. Immer wieder kommt die Frage hoch: „Gott, wo warst du denn?“ oder „Wo ist DA bitte etwas Gutes drin?“

Der Schlüssel für die Antwort liegt in unserer Hand. Die Frage ist, ob ich bereit bin, eine Tür zu einer neuen Sichtweise zu öffnen. Möchte ich wirklich wissen, wo Gott in dem Ganzen war? Warum frage ich ihn dann nicht, ob er es mir zeigen kann?
Ich habe das immer wieder gemacht: „Jesus, wo warst du in der Situation? Zeig mir, wo du warst!“ und dann schließe ich die Augen und „schaue“ hin. Wo steht, sitzt, liegt er? Wo bin ich? Was tut er? Was tue ich? Und plötzlich erkenne ich, dass ich nicht allein war. Dass die Situation anders aussah, als ich dachte. Dass er manchmal da stand und „übernehmen“ wollte, ich aber so auf mich und die Enttäuschung fixiert war, dass ich wütend reagiert oder mich zurück zog. Ich gab ihm nicht die Erlaubnis zu übernehmen, zu handeln. Manchmal musste ich aber auch erkennen, dass er da war – mitten im Sturm und diesen nicht stillen wollte. Es wäre ein Leichtes für ihn – aber er tat es nicht. Stattdessen wollte er mit mir gemeinsam hindurch gehen – aber ich…schrie, zweifelte, riss mich von der Hand, rannte alleine los und war wütend, dass ich nass wurde, der Wind in mein Gesicht peitschte und ich keine Kraft mehr zum Schwimmen hatte. „Jesus, warum hast du den Sturm nicht gestillt?“ und er fragt: „Warum hast du mir nicht vertraut?“
Und dann? Habe ich wieder einen Schlüssel in der Hand. Ich kann eine weitere Entscheidung treffen: Ich kann diese Situationen bewusst abgeben. Ich kann sagen: „Gott, ich hab keine Ahnung, warum ich das erleben musste. Aber ich leg es dir hin. Mach DU etwas Neues draus, Gott. Nimm meine Tränen, meinen Schmerz, meine Narben und nutze es zum Guten – damit es mir und anderen zum Besten dient!“
Und dann? Darf ich gespannt sein.
Dann komme ich vielleicht in eine Situation, in der ich einer Frau Trost spenden kann, die das selbe erlebt hat. Ich kann sagen: „Ich WEIß, wie du dich fühlst!“. Vielleicht kann ich neu sehen, verstehe diesen Gott mehr. Vielleicht werde ich gelassener, rücksichtsvoller, weiser….vielleicht wurde ich vor Schlimmerem bewahrt ohne es zu wissen, vielleicht war die Situation eine Konsequenz MEINES Handelns…vielleicht…vielleicht!
Aber in all den Vielleichts darf ich Gott diese Dinge hinlegen. Ich kann Buße tun, wenn es dran ist und mir wird vergeben. Ich darf sagen: „Ich verstehe es nicht – ABER!“ Ich kann Gott all das hinlegen und sagen: „Jetzt übernimm du! Mach was draus!“

Wusstest du, dass es einen bestimmten Boden gibt, der besonders fruchtbar ist? Es ist der Boden, der einmal von Vulkanasche bedeckt war. Vulkanboden ist fruchtbar, denn die Vulkanasche enthält wertvollste Mineralien, die beim Wachstum helfen! Aus Asche wächst etwas Neues!
Was für ein schönes Bild: Aus der Asche in meinem Leben kann Gott der Schöpfer etwas Neues wachsen lassen. Mein Leben kann – egal wie kaputt, zerbrochen, verbrannt es ist – fruchtbar sein.
Meine Tränen könnten wichtig gewesen sein, damit etwas Neues wachsen kann.
Die Entscheidung liegt bei mir – Bei dir: Darf Gott dir zeigen, dass er DA war? Darf er deinen Glauben stärken und darf er Teil deines Lebens sein – egal wie schön oder unschön es ist?

„Doch ich sage euch: Hängt nicht wehmütig diesen Wundern nach! Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Straße bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fließen.“ (Jesaja 43,18-19)



Der Schmetterlingseffekt oder „Planänderung“

Der Schmetterlingseffekt oder „Planänderung“

Ich schaue aus dem Fenster.

Bäume und Häuser ziehen schnell an mir vorbei. Der Zug schwankt nur leicht hin und her. Ich bin entspannt. Habe ja noch knapp zwei Stunden Fahrt vor mir. 

Plötzlich eine Durchsage. „Verehrte Fahrgäste. In wenigen Minuten erreichen wir Augsburg Hauptbahnhof. Aufgrund eines Notarzteinsatzes können wir die geplante Strecke nach Ulm nicht befahren. dieser Zug wird daher umgeleitet. Bitte beachten sie, dass wir den Halt in Ulm überspringen müssen und direkt bis Stuttgart durchfahren. Ich wiederhole: dieser Zug wird NICHT in Ulm halten! 

Wir erreichen Augsburg in 3 Minuten. Der Ausstieg befindet sich in Fahrtrichtung rechts.“

Mein Herz schlägt schneller. Ich hätte in Ulm aussteigen müssen. Mein Plan war: Ankunft um 16:45 in Ulm, damit mein Bruder mich dort gegen 17:00 Uhr aufgabeln -und dann mit mir zu meinen Eltern fahren kann…

3 Minuten bis Augsburg. Soll ich aussteigen? Weiterfahren? Gibt es wien Regionalbahn? Ja aber die kommt viel später in Ulm an-mein Bruder müsste lange auf mich warten-aber er will doch nach den geschäftlichen Terminen endlich nachhause:( 

Hektisch versuche ich herauszufinden, wie mein Ziel noch erreicht werden kann, ohne Chaos und Stress zu verursachen. 

Ich versuche ruhig zu bleiben! Um mich herum genervte Reaktionen. Ich entscheide mich, bis Stuttgart weiter zu fahren und kontaktiere meinen Bruder: „Planänderung. Kannst du mich auch in Stuttgart abholen?“

Wir verlassen Augsburg und es geht weiter. Erneut eine Durchsage: die Strecke ist wegen Notarzteinsatz gesperrt. Erneut genervte Reaktionen und die Frage der Kunden an den Schaffner: „wie viel Verspätung müssen wir deshalb in Kauf nehmen?“ die Antwort: ca. 40 Minuten später als geplant, werden wir in Stuttgart ankommen…

Ich schau aus dem Fenster und denke nach… da war vermutlich jemand in einen Notfall verwickelt. Vielleicht ein Unfall auf dem Gleis, vielleicht aber auch ein Suizidversuch. Ich habe vor kurzem gehört, dass täglich irgendwo in Deutschland jemand auf die Gleise springt-meist mit dem Versuch sich umzubringen…wie verzweifelt muss man sein?

Ich überlege, wie oft ich im Zug saß und es wegen einem Notarzteinsatz zu Streckensperrungen kam…Ich erinnere mich sofort an mindestens drei Situationen. Und bei allen waren die Kunden (mich inklusive) genervt. Es wird überlegt, gestresst reagiert und es kommt Wut auf. Mal ehrlich: wer von meinen Lesern war einmal in einer solche Situation involviert und hat nicht innerlich mit den Augen gerollt und gedacht „na toll?!“ wenigstens für eine Sekunde?

Oder hat das ausgesprochen was schon mal jemand im Abteil leise gesagt hat „nur weil DER lebensmüde ist, muss ICH jetzt umplanen!“…?

Ich denke weiter darüber nach und schäme mich ein bisschen. Ja, es ist so: die Kurzschlussreaktion oder auch die Verzweiflung eines Menschen hat Auswirkung auf viele. In dem Fall auf das Streckennetz der Bahn. Dadurch auf die zeitlichen Pläne von Menschen, dadurch vielleicht auf die Wirtschaft, auf Beziehungen, auf Kommunikation oder sonstiges…es könnte wie eine Art „Butterfly Effekt“ sein. Die sogenannte Choastheorie besagt, dass in der Theorie der Flügelschlag eines Schmetterlings an Punkt x einen Tornado an Punkt y auslösen kann…eine Not eines Menschen kann eine Kettenreaktion an Planänderungen auslösen. 

Meine Frage die ich mir stelle: ist das schlimm? Ist diese Person nicht wichtig? Geliebt? Höre ich den Hilfeschrei und die Verzweiflung oder fühle ich mich fremdbestimmt in meiner Planung, weil etwas anders läuft als ich dachte?

Was kann ich tun? Vielleicht einfach durchatmen. Meine Pläne in Gottes Hand legen, drauf vertrauen dass er mich in seiner Hand hat und ein Gebet sprechen für diese Person, die den Notarzt braucht. Den Menschen, der vielleicht noch mehr braucht als einen Notarzt oder einen perfekten Plan. 

Ich entscheide mich, gelassen zu bleiben!

Und während ich für diesen Menschen bete, der irgendwo auf den Gleisen zwischen Augsburg und Ulm ist, kommt Ruhe in mich hinein. 

Und eine Durchsage nach 25 Minuten Umfahrt: „Sehr geehrte Fahrgäste. Soeben wurde uns mitgeteilt dass die Strecke wieder freigegeben wurde. Wir werden daher nun doch, wie geplant Ulm anfahren. Die Umfahrung der Strecke hat eine Verspätung verursacht, wir bitten sie dies zu entschuldigen. Nächster Halt also Ulm.“

Ich lächle, schreibe meinem Bruder und komme um 17:30 Uhr in Ulm an-zeitgleich mit meinem Bruder. 

Zeit für die Vertrauensfrage

Zeit für die Vertrauensfrage

„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Es geht drunter und drüber. In den Kirchen. In der Politik. In Deutschland. In Amerika – es scheint: Überall auf der Welt.
Vor wenigen Tagen brach die sogenannte „Ampel-Koalition“ in Deutschland auseinander – Minister bekamen ihre Entlassurkunde, andere wurden neu ins Amt berufen. Einer verließ seine Partei…Der Wahlkampf ist innerhalb weniger Stunden eröffnet, der Ton wird harsch. Eines der größten Themen dabei war aber, dass der Bundeskanzler ankündigte, im Januar die Vertrauensfrage im deutschen Bundestag stellen zu wollen, mit der Möglichkeit, dass danach Neuwahlen stattfinden.
Warum erst im Januar?“. Diese Frage hallte aus allen möglichen Richtungen. Die Regierung sei unzumutbar, das Vertrauen sei bereits erschüttert und man müsse schnellstmöglich Neuwahlen ermöglichen – so die Meinung verschiedener Politiker und Parteien – vor allem von der Opposition.
Tja, warum erst im Januar die Vertrauensfrage? – Die Antwort von Scholz: Es sollen noch schnellstmöglich Gesetze und Vorhaben umgesetzt werden, bevor die Vertrauensfrage gestellt und somit die Möglichkeit der Umsetzung vermutlich nicht mehr gegeben ist.

Das hat mich nachdenklich gestimmt…Für uns als Christen gibt es von Jesus persönlich einen klaren Auftrag: Wir sollen bis „ans Ende der Welt“ gehen, Menschen dazu aufrufen bzw. ermutigen, Jesus nachzufolgen, sie taufen und sie lehren, was Jesus seinen Jüngern beigebracht hat (Matthäus 28,20).
Man könnte auch ganz einfach sagen: Wenn wir Jesus vertrauen und an ihn glauben, bekommen wir den Herzschlag dafür, anderen Menschen von diesem Jesus zu erzählen und ihn ihnen vorzustellen. Damit ER ihnen die Vertrauensfrage stellen kann: „Vertraust du mir? – Dann folge mir nach!“
Gleichzeitig wird, so glauben wir Christen, irgendwann dieser Jesus – Gott selbst, UNS die Vertrauensfrage stellen im Sinne von: „Was hast du mit dem gemacht, was ich dir anvertraut habe? Mit den Menschen? Mit deinen Gaben? Hast du sie gut eingesetzt in deinem Leben?“
Und wir?– lassen uns Zeit. Wir haben sie ja! Oder nicht?
Woher wissen wir denn, wann unsere Zeit abgelaufen ist? Wann WIR dieser Welt adieu sagen oder wann Jesus selbst wieder kommt und das hier alles ein Ende hat? Woher wissen wir, wann er uns ganz direkt diese letzte Vertrauensfrage stellt?
Wenn wir könnten – welche Zeit würden wir anberaumen, damit wir noch schnellstmöglich unseren Auftrag ausführen könnten? Damit diese Freunde, Nachbarn, Verwandten nicht das zeitliche segnen, sondern sie vom Zeitlichen gesegnet werden – in der Ewigkeit?


„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Unser Bundeskanzler kann laut Gesetz selbst entscheiden, ob- und WANN er die Vertrauensfrage stellt. Er kann die Zeit selbst entsprechend einplanen und jetzt wird sie knapp: „Ich möchte noch so viel wie möglich umsetzen, bevor die Vertrauensfrage gestellt wird.“
Das sollte auch unser Wunsch sein – ganz ohne das Wissen, WANN es so weit ist.
Ich wünsche mir und dir, dass wir uns bewusst machen: Die Zeit rennt. Die Zeichen der Zeit zeigen es. Es könnte nächste Woche so weit sein. Es könnte Morgen so weit sein…sind wir bereit? Und was antworten wir auf diese letzte Frage, die Jesus uns einmal stellen wird? Die letzte Vertrauensfrage!?

Vom Suchen und Halten

Vom Suchen und Halten

Suche!
Suche die Stille um das Laute in dir zu finden!
Suche das Chaos um dann neue Ordnung zu schaffen!
Suche die Wunde um Heilung zu empfangen!
Suche den Schmerz um zu spüren!
Suche die Konfrontation um Frieden zu erfahren!
Suche den Konflikt um weiter zu kommen!
Suche den Sturm um zu erleben, wie sich dessen Stillung anfühlt!
Suche die Fragen um Antworten zu erhalten!

Um zu Suchen musst du halten!
Halt inne – um dann auszuhalten!
Halte die Anspannung – um die Entspannung zu spüren.
Halte fest – um wieder hochgezogen zu werden.

Das Chaos in dir wird sich erst dann ordnen, wenn du dich auf die Suche danach begibst, genau hinschaust und dann Stück für Stück zu sortieren. Wie gut, dass ich darin nicht alleine bin!

„Wer sucht, der wird finden!“
„Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken!“

Jesus.


Du hast mir (nicht) gesagt…

Du hast mir (nicht) gesagt…

Du hast mir nicht gesagt, dass es so hart wird.
Das war auch besser so – denn sonst hätte ich „Nein“ gesagt.

Du hast mir nicht gesagt, dass mich das Gefühl des Allein-seins immer wieder überrollen wird.
Das war auch besser so – sonst würde ich nicht lernen, deine Nähe zu suchen.

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