Schlagwort: Gott

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage ist mir damals mal im Religionsunterricht gestellt worden. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte sofort eine Antwort. Doch als ich damit begann, verschiedene Assoziationen aufzuzählen merkte ich, dass hinter dieser Person unendlich viele Charaktereigenschaften stecken, die ich damals schon oft gehört hatte und glaubte, auch erlebt zu haben.

Wer ist Gott für mich? 

Diese Frage stelle ich mir derzeit immer wieder und ich vermute, es hat damit zu tun, dass ich das Gefühl habe, Gott selbst stellt mir diese Frage: „Wer bin ICH für DICH?“

Und je mehr ich darüber nachdenke und versuche, eine Antwort zu finden, desto mehr spüre und merke ich, wie sehr ich genau das gemacht habe, was ich eigentlich gar nicht mag. Dass ich das gemacht habe, von dem ich mich derzeit befreien will: Ich habe Gott eine Rolle zugeordnet. Ich habe ihm sogar verschiedene Rollen zugeordnet, die mit Erwartungen verknüpft waren. Das Problem: Oft sind diese Rollenbilder und die damit verbundenen Erwartungen vor allem übernommen worden. „Man sagt, Gott ist…“

Und so traurig es klingt, aber ich behaupte, die Frage „Wer ist Gott für dich?“ kann in den seltensten Fällen aufgrund einer persönlichen Beziehung beantwortet werden.

Ich selbst habe gemerkt, wie meine Antworten auf diese Frage immer wieder (wenn auch nicht immer) eher meiner Logik, meines Wissens herstammten, als dass sie auf meinen eigenen Erfahrungen und mein eigenes Erleben dieses Gottes beruhen.

Wer ist dieser Gott?

Wenn ich sage „Ein liebender Vater“ – dann mag das für manche Menschen stimmen, weil sie es selbst so empfinden, aber hat jeder, der diese Antwort gibt oder es in einer Predigt sagt, auch selbst diese Erfahrung gemacht? Es gehört eine starke und innige Beziehung dazu, um so eine Aussage treffen zu können, oder?!

Was würde ein Kind antworten, das seinen Vater nicht kennt, ihn nur selten sieht und das versucht, das Leben irgendwie selbstständig zu meistern? Wenn alle Menschen drum herum sagen „Dein Vater ist ein liebender Vater“ – würde es diese Aussage aus voller Überzeugung sagen können, wenn es größer ist?

Und wenn das Kind in inniger Beziehung zum Vater lebt, es erlebt hat, wie dieser Vater sich immer wieder Zeit für das Kind nimmt, sich voll und ganz für alles interessiert, wenn er es ermutigt, fördert, unterstützt, liebevoll ermahnt und gleichzeitig Freiheiten lässt zum eigenen Erleben – würde es dann nicht mit voller Überzeugung selbst sagen: „Mein Vater ist der beste Vater ever. Er liebt mich so sehr und das weiß ich“ – auch wenn alle Leute im Dorf das nicht bejahen könnten, weil sie diesen Mann weder kennen lernen möchten, noch sich für ihn interessieren?

In einer Predigt von Bill Johnson hörte ich vor Kurzem diesen Satz:

„Without him, we can’t. Without us, he won’t“.
(Ohne ihn können wir nichts. Ohne uns, möchte er nichts!)

Dieser Satz macht deutlich, dass es sich bei Gott um eine Person handelt, die sich eine Beziehung wünscht und dass wir, so wie es die Bibel sagt, nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Unser Innerstes zieht es zu diesem Gott, der ein Stück von sich selbst in uns hineingelegt hat, der seinen Geist durch seinen Atem in uns hineinhauchte. Und Gott zieht es auf die selbe Weise zu uns. Es braucht eine Beziehung, viel mehr als ein theologisches Studium, ein Bibelkommentar oder eine Religiöse Person, die uns beschreiben will, wer Gott ist. Denn erst in einer Beziehung kann ich für mich die Frage nach der Persönlichkeit, nach dem Charakter, nach der Identität einer anderen Person selbst beantworten.

Wenn jemand jemanden fragt, wer Desirée Rosemann ist, fallen die Aussagen sicher unterschiedlich aus. Für die einen bin ich die „Pastorin“, für andere eine „Nachbarin“ oder „Die Mama von…“. Ganz schlimm fand ich es, als ich eine Zeit lang immer als „Die Frau von Nathanael“ vorgestellt wurde oder, wenn ich mich selbst vorstellte, erst ein Fragezeichen kam und dann die Reaktion „Ah, die Frau von Nathanael“. Gleichzeitig war es klar: Man kannte mich noch nicht. Und alles, was man mit mir in Verbindung brachte, war eben, dass ich den selben Ehering am Finger trug, wie mein Ehemann. Ich glaube, Gott wünscht sich so viel mehr als einfach nur eine Rolle zugewiesen zu bekommen. Und er wünscht sich auch, so wie ich damals, dass man ihn kennen lernt und aufgrund der eigenen Erfahrung und der eigenen Beziehung zu ihm, diese Frage beantwortet.

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage wird sich immer wieder stellen und ich glaube, sie wird zeitlebens immer wieder neu beantwortet.

Für mich ist Gott jetzt in diesem Moment eine geduldige, liebevolle Person, die gleichzeitig schon gespannt darauf ist, wie ich reagiere, wenn ich wieder einmal neue Facetten von ihm kennen lerne. Geduldig, weil er nicht drängt, sondern wartet, bis ich mal wieder merke, dass ich ohne ihn nicht kann, aber dass ich auch ohne ihn nicht will.

Wer ist Gott für dich?

Finde es heraus, in dem du IHN suchst.

 

 

Zerrissen

Zerrissen

Wie kann man in dieser Welt leben und dabei das Leid ignorieren?
Wie kann man das Leid in dieser Welt sehen, ohne daran zu zerbrechen?
Wie kann man sich danach sehnen, das Herz Gottes zu spüren
und dabei das Herz gleichzeitig schützen, damit es nicht zerschmettert wird?
Wie kann man die Last, die man bei all dem Leid im Inneren verspürt durch Gebet bei Gott abgeben
ohne zu denken, dass man es sich damit wieder zu leicht macht?
Wie kann man diese Welt lieben, wenn man mit all der schönen Natur, den liebevollen Menschen und den Wundern
auch die Zerbrochenheit, die hasserfüllten Menschen und die Zerstörung dieser Wunder betrachtet?
Wie kann ich mein Leben genießen und wertschätzen und gleichzeitig wissen, dass es Menschen gibt, die missbraucht, gefoltert, vernachlässigt, misshandelt und getötet werden?
Wie kann ich mitleiden ohne Dankbarkeit zu verlieren?
Wie kann ich dieses Leben lieben, das mir geschenkt wurde ohne schlechtes Gewissen?
Und wie kann ich gleichzeitig das schwere und kaputte Leben anderer sehen, ohne mich zu vergessen?
Wie sind die Nachrichten zu ertragen?
Wie kann ich hinsehen und doch nicht danach die Augen wieder für lange Zeit verschließen, weil es so weh tut?
Ist es möglich?
Gibt es Grenzen?
Grenzen für unser Ertragen, für unsere Trauer, für unser Mitleid?
Ich weiß es nicht.
Ich spüre es gerade nicht.
Alles was ich weiß, ist dass ich spüren will.
Ich will spüren, wie es sein wird,
ich will hoffen und glauben, dass es einen Tag geben wird, an dem all das vorbei ist.
Dass es eine Welt geben wird, in der Kinder Kinder sein dürfen – unbeschwert, angstfrei und unangetastet.
Dass es ein Leben geben wird, das nicht endet und das man nicht enden möchte – weil es wundervoll ist.
Ohne Tränen. Ohne Leid. Ohne Schmerz. Ohne Angst.
Ich entscheide mich zu hoffen. 
Ich entscheide mich zu glauben.
Ich entscheide mich hinzusehen um dann die Augen zu schließen.
Im Gebet. 
Um alles, was nicht mehr zu (er)tragen ist, abzugeben an den, der zwar noch mehr leidet, noch mehr trauert und noch mehr Schmerz empfindet als ich es tue,
der aber die vollkommene Liebe ist.
Und die vollkommene Liebe vertreibt jede Furcht.
Die vollkommene Liebe erträgt alles.
Die vollkommene Liebe ist sanftmütig.
Die vollkommene Liebe eifert nicht.
Die vollkommene Liebe ist ewig und hält aus – denn die vollkommene Liebe hat den Ewigkeitsblick.
„Risotto“ oder: „Erinnerungen schaffen“

„Risotto“ oder: „Erinnerungen schaffen“

Kennst du das, dass du bei bestimmten Gerüchen oder sogar Geschmäckern innerlich an bestimmte Situationen erinnert wirst und dann sogar die damit verbundenen Gefühle wieder aufploppen?
Bei mir ist das zum Beispiel bei Risotto so.
Wenn ich am Esstisch sitze, der Duft mir in die Nase steigt und spätestens wenn ich die frischen Tomaten, den Parmesan und den bissfesten Reis auf der Zunge schmecke, bin ich wieder 9 Jahre alt und sitze gedanklich bei meiner Nonna in ihrer kleinen Küche in einem kleinen italienischen Dorf in Piemont. Ich höre sie reden, ich spüre die Wärme der Sonne und freue mich plötzlich wieder auf den Nachmittag am See. Alte Gefühle kommen wieder hoch und es sind schöne Gefühle und wunderbare Erinnerungen. Obwohl ich schon seit langer Zeit nicht mehr dort war und obwohl meine Nonna bereits vor vielen Jahren gestorben ist, wird das alles wieder lebendig.

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Gott steckt im Detail

Gott steckt im Detail

Ich lese gerade die Bibel.

Das ist vielleicht jetzt kein besonderes Thema für dich. Für mich schon, denn ich lese gerade die Bibel von vorne bis hinten – in 30 Tagen. Das bedeutet, 40 Kapitel pro Tag. Ich habe das vor fünf Jahren schon mal gemacht und in diesem Jahr hatte ich es mir noch einmal vorgenommen. Das Spannende dabei ist: Durch die Corona-Krise habe ich die Vormittage nicht mehr frei – so wie ursprünglich geplant. Meine Tochter kann nicht in den Kindergarten und so musste ich für mich ganz bewusst nochmal entscheiden, ob ich es wirklich durchziehe. Das war gut so, denn ich entschied mich dadurch, OHNE DRUCK einfach zu probieren, wie viel ich pro Tag schaffe. Ich ging es locker an und bat Gott ganz bewusst, WIRKLICH durch alles, was ich lese, zu mir zu sprechen. Ich wollte nicht, dass es eine To-Do-Liste zum Abhaken wird. Ich wollte diese Zeit nutzen um Gott neu reden zu lassen. Weiterlesen „Gott steckt im Detail“

Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott

Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott

Seit drei Wochen herrscht das sogenannte „Kontaktverbot“ in Deutschland. Obwohl „herrschen“ würde ich das nicht nennen. Sagen wir: Die Politik wollte Führung übernehmen, das Beste für das Volk und die Menschheit schützen und hat dafür „Regeln“ aufgestellt, die aber für manche Menschen nach bereits wenigen Tagen eher als „gute Ratschläge“ gesehen wurden. Manche hielten sich an gar nichts, andere halten sich bisher an alle Regeln, einige suchen Kompromisse und eigene Lösungen.

Ich gebe zu: Ich bin ein Mensch, der sich gerne an Regeln hält. Weiterlesen „Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott“

„Mein Leben, eine Geschichte“ oder „Are you ready?“

„Mein Leben, eine Geschichte“ oder „Are you ready?“

Mein Leben
Eine Geschichte.
Eine Geschichte die von Anbeginn der Zeit mit Feder und Tinte geschrieben wurde.
Geschrieben und erdacht vom Meister aller Schriftsteller,
von ihm- dem Schöpfer aller Kreaturen.

Es ist ein Buch dessen Seiten noch weiß warn,
dessen Inhalt noch frei war und dessen Ende bereits geschrieben ist.

Die ersten Kapitel sind fesselnd und spannend manchmal fast zu belebend
das Herz schlägt beim Lesen der Worte- ich spüre es beben. Weiterlesen „„Mein Leben, eine Geschichte“ oder „Are you ready?““

Auf Forschungsreise

Auf Forschungsreise

Vor ein paar Tagen habe ich mich plötzlich wieder an meine Hochschulzeit erinnert.
Ich kann mich an Vieles erinnern: Die Mittagspausen mit den Studierenden, die Herausfoderungen bei manchen Diskussionen, das gemeinsame Musizieren mit anderen Studierenden, das Sitzen in der Bibliothek (ich hab es GELIEBT) und das Tippen meiner Hausarbeiten…Aber was ich wirklich komplett nicht mehr auf dem Radar hatte war, dass ich in der Hochschule recht aktiv mitwirkte: Ich war im Fachbereichsrat, Mitglied der Kommission zur Entscheidung über Härtefallanträge, Tutorin für Erstsemester und arbeitete in einem kleinen Forschungsprojekt und einem Evaluationsprojekt mit.

Ich war ganz überrascht, dass ich das tatsächlich komplett vergessen hatte.

„Du hättest ja richtig Hochschulkarriere machen können!“ meinte mein Mann daraufhin mit einem Schmunzeln. Und ja: Ich hatte mich tatsächlich nach dem Bachelor-Abschluss überreden lassen, den Master Studiengang dranzuhängen und überlegt, ob ich danach, wie von einer Professorin ermutigt, promovieren sollte.

Als ich aber den Master angefangen hatte merkte ich schnell, dass ich eigentlich keine große Lust hatte. Das „Forschen“ war ein großer Teil des Studiums und es machte mir eigentlich gar keinen Spaß. Auch das Forschungsprojekt gab ich irgendwann auf. Es lag mir einfach nicht. Statistiken, Zahlen, Wenn – hätte….

Als ich heute morgen darüber nachdachte, dass Forschung mir so gar keinen Spaß machte, hörte ich wie eine innere Stimme in mir sagen: „Aber wenn du etwas anpassen und verändern willst, dann MUSST du Dinge verstehen. Und wenn du Dinge verstehen willst, MUSST du sie erforschen!“

War das etwa die Stimme meines ehemaligen Profs von der Hochschule?! Nein, es war einfach ein klarer Gedanke, der vollkommen Sinn macht.

Gerade jetzt, wo ich in meinem Sabbatjahr bin und bis Dezember eine Pause von Rolle und Verantwortung in der Kirche mache, befinde ich mich auf so einer kleinen Forschungs-Reise. Eine Reise zu mir selbst. Ich erforsche gemeinsam mit Gott, was da so für tiefe Gründe in mir sind.
Woher kommen manche Ängste?
Was macht mir Freude und warum?
Wo liegen meine Leidenschaften begraben?
Warum regen mich bestimmte Dinge auf?
Ich erforsche und ergründe, warum in meinem Leben Dinge so sind, wie sie sind. Ich versuche mich und meine Herausforderungen und Reaktionen darauf zu verstehen um DANN Dinge in meinem Leben anzupassen oder zu verändern, damit etwas Positives entsteht.
Ohne Forschung ist ein Stillstand und wo Stillstand ist, ist der Tod nicht weit.
In Psalm 139 kommt der Begriff „Erforschen“ gleich zweimal vor:
Einmal in Vers 1. Da schreibt David „Du hast mich erforscht und erkannt“ und in Vers 23 steht die Bitte „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken.“
David bittet Gott also, in die Tiefe zu gehen. Nicht nur die Oberfläche oder den „Ist-Zustand“ anzuschauen, sondern er versteht: Gott, der mich geschaffen hat, kennt mich durch und durch. Er schaut sich jede Zelle, jede Faser genau an. Er darf jeden Gedanken, jede Synapsen-Verknüpfung anschauen und Gott versteht, wie was zustande kommt. Und WEIL Gott einen Forschungsauftrag erhält, darf er auch Ergebnisse liefern.
Er darf evaluieren und sagen: „Aus dem und dem Grund ist das und das entstanden. Die Wurzel liegt dort, aber sie bringt keine guten Ergebnisse. Es ist notwendig, etwas zu verändern.“
Ich möchte nicht stehenbleiben und mich zufrieden geben mit dem, was ist. Ich möchte erahnen, was es für Auswirkungen (positive und negative) auf meine Zukunft hat und möchte dahingehend zurückblicken und erforschen, welchen Ursprung manche Dinge haben. Ich möchte mein Leben evaluieren und gegebenenfalls Dinge verändern. Und das geht am Besten mit Gott – dem Schöpfer!
Er darf genau hinsehen, ausgraben, reinigen, prüfen und den Wert bestimmen. Er darf mir sagen, welche Auswirkungen es haben wird, was da jetzt in meinem Leben ist und mir aufzeigen, was ich ändern kann.
Und ich merke plötzlich: Forschen an sich, macht mir eigentlich doch Spaß:)
Darf Gott dich erforschen und Dinge erkennen?
Zeitlos

Zeitlos

Ich lese gerade das Buch „Habakuk“ von Leo Bigger. Während ich Romane mit 560 Seiten manchmal in 2 Tagen verschlinge, arbeite ich mich durch andere Bücher Stück für Stück. Habakuk ist so ein Buch. Denn bei fast jeder Seite bleibe ich bei einem Satz, einem Gedanken oder einem Vers hängen, will erstmal darüber nachdenken und genau hinhören.

Ein Vers aus dem Buch Habakuk in der Bibel lautet „Was ich dir jetzt offenbare, wird nicht sofort eintreffen, sondern zur festgesetzen Zeit. Aber es wird sich ganz bestimmt erfüllen, darauf kannst du dich verlassen. Warte geduldig, selbst wenn es noch eine Weile dauert.“ (Habakuk 2,3)

Oh, so was liebe ich ja….nicht! Diese Andeutungen und Hoffnungen die man bekommt und dann das ABER…. „Ich hab was ganz Tolles für dich zum Geburtstag, ABER ich verrate es dir nicht.“

Interessant, dass Gott hier aber anders spielt. ER ist straight und beginnt direkt mit der Vorwarnung, dass das, was jetzt gezeigt wird, noch dauern wird. SEIN „ABER“ ist dann eine Beruhigung: „ABER es wird sich ganz bestimmt erfüllen.“

Interessant oder?! Gott ahnt schon, dass Habakuk, ich, wir Menschen einfach nicht die geduldigsten sind. Aber nicht nur das. Wir sind nicht nur ungeduldig sondern auch noch vergesslich und manchmal auch noch rebellisch.

Nämlich dann, wenn die Erfüllung seiner Versprechen dauert. Wir vergessen seine Versprechen manchmal irgendwann und schlagen dann lieber bei der nächstbesten Möglichkeit zu, bevor es zu spät ist.

Und wieder einmal kommt bei mir die Frage hoch:

„WIE SEHR VERTRAUE ICH DIESEM GOTT?“.

Vertraue ich ihm, wenn mein Gebetswunsch sofort in Erfüllung geht? Dann leiste ich etwas dagegen und gebe Vertrauensvorschuss? Dann vertraue ich auch darauf, dass seine Gebote und Ratschläge für mein Leben gut sind? Denn DANN vertraue ich darauf, dass ich geliebt bin von diesem Gott. ER hört mein Gebet und er hört mich.

Aber was, wenn es mal wieder länger dauert? Wenn Gottes Zeitplan einfach nicht meinem Zeitplan gleicht? Wenn ich merke, dass seine Versprechen „zeit-los“ sind?

Wenn mein Traumann sich nach 10 Jahren immer noch nicht zeigt? Wenn das erwünschte und erbetene Kind einfach nicht entstehen will in meinem Bauch? Was, wenn sich die Türen nicht öffnen? Oder noch krasser: Was, wenn sich plötzlich Türen öffnen, die so gut zu meinem Wunsch und meinem Traum passen, aber eigentlich nicht zu Gottes Ideen für mein Leben passen? Vertraue ich da noch darauf, dass ER es gut mit mir meint, auch wenn ich vielleicht eine Türe schließe, die so verführerisch nach Gottes Geschenk an mich aussieht? Diese leckere Frucht vom Baum? Sie ist doch auch eine Schöpfung Gottes und passt so genau. Warum also nicht annehmen?

Abwarten oder Zugreifen?

Ich habe in meinem Leben bisher gelernt, dass es immer leicht war, mir selbst zu sagen, dass Gott es gut mit mir meint, dass er mich beschenken möchte und dass er Türen öffnet, wenn diese plötzlich da waren. Vor allem, wenn die Gebete erhört wurden, selbst wenn ich sie nicht gebetet habe. Aber mir dann einzugestehen, wenn es vielleicht einfach ein Wunsch von mir ist, dass DAS jetzt die Tür Gottes ist, anstatt zu erkennen, dass ich auch abwarten könnte und IHM MEINE Treue zeige, in dem ich ihm sage: „Gott, DU hast den perfekten Zeitplan. ES sieht alles gut aus, aber tief in mir weiß ich, dass es nicht zu 100% sondern nur zu 99% Deckungsgleich mit deinen Geboten ist. Also warte ich. Und vertraue darauf, dass du mich auch noch dann beschenkst, wenn es zu 100% stimmt. Weil ich mit dir keine Halben Sachen machen möchte.“

Das habe ich recht spät gelernt. Gerade als Teenager habe ich beim Thema „Jungs“ sehr schnell zugeschlagen. Immer dachte ich: „DAS IST ER!“ und wusste eigentlich: Es sind nicht die 100%. Ich gehe einen Kompromiss ein. „Aber Gott kann ja verändern,“, „Gott will mich glücklich machen.“ Und so verletzte ich einige Herzen, weil ich dann doch irgendwann Schluss machte. Nachvollziehen konnte es wohl keiner der Herren. Es hatte mir einfach zu lange gedauert, also bog ich es mir zurecht. Heute weiß ich: Gott ist treu. Er hält seine Versprechen. Zu SEINEM Zeitpunkt. Weil er es einfach besser weiß und das Größere Bild hat. Die Frage ist, ob ICH ehrlich und zu 100% treu bin. Standhalte. Abwarte und Gott herausfordere, als Zeichen meiner Treue. Ob ich die Türen, die sich öffnen prüfe und abwarte, ob sie aufbleiben, bis die 100% erreicht sind, die zu Gottes Gedanken passen. Warum sollte Gott uns eine Tür vor der Nase wieder zuschlagen, wenn wir aus TREUE zu ihm warten? Das wäre ein komisches Gottesbild oder? Haben wir einen „Jetzt oder Nie“-Gott?

Gott ändert sich nicht. ER liebt mich. ER will mich beschenken. ER meint es gut mit mir. Und darum steht auch zu dem, was er schon vor vielen Jahren sagte. Er steht immer noch dazu, dass das, was er uns rät für unser Leben, zu unserem besten dient. Auch wenn die Welt Kopf steht und behauptet, es ginge heute anders….Die Menschheitsgeschichte hat es immer wieder nach Jahren bewiesen: SEHR GUT war es nicht, was wir oft daraus gemacht haben. Wenn GOTT sich nicht ändert, ändern sich auch seine Treue und seine guten Ratschläge nicht. Ich will mir sagen: „WARTE GEDULDIG; SELBST WENN ES EINE WEILE DAUERT.“ Das ist mein Treuezeichen an diesen treuen Gott.

Gott ist nicht nur zeitlos und immer aktuell. Er und seine Versprechen kennen keine zeitliche Begrenzung. Sie gelten und stehen, wie er fest. Es gibt weder Zeit und Raum. Gott ist auch zeit- los.

Du bist alles

In schwierigen Situationen hilft und half es mir oft, trotzdem auszusprechen, WER Gott ist – auch wenn ich es nicht spüre….Diesen Text schrieb ich vor ca. 13 Jahren, als Gott sich ziemlich fern anfühlte. Vielleicht eine Ermutigung an DICH, selbst zu Stift und Feder zu greifen und in Worte zu fassen, was dein Kopf eigentlich weiß…

Du bist mein Schild und mein Schwert
Meine Burg und auch mein Halt
meine Festung und mein Hort
Mein Schutz und Zufluchtsort

Bist die Ruhe im Gewühl,
die Liebe und das gute Gefühl
bist die Wärme an kalten Tagen
und die Antwort auf alle Fragen!

Du bist alles
alles was ich brauche
und du bist alles
alles was als ich mir wünschen könnte
Du bist unbeschreiblich und unvorstellbar
wunderschön und unbezahlbar
unbegreiflich groß: du bist GOTT!

Du bist mein Freund und mein Helfer
mein Erlöser und Erretter
bist mein König und mein Diener
mein Kämpfer und mein Sieger
Bist die Kraft, die in mir liegt
die Stimme die mir Hoffnung gibt
Bist der Weg und das Ziel
Du bist: Alles, was ich will

wenn mich meine Sehnsucht quält
Bist du’s der mein Verlangen stillt
Du zeigst mir, du gibst mir, was mich erfüllt.