Schlagwort: Gott

WHO ARE YOU

WHO ARE YOU

Oft lag lange ein weißes Blatt vor mir, wenn ich mich selbst beschreiben oder gar präsentieren sollte.
Und wenn dann endlich etwas auf dem Papier stand, dann Dinge, die ANDERE über mich gesagt hatten oder etwas, das ich irgendwie durch Noten oder schriftliche Bewertungen belegen konnte.
Es ist ein großer Schritt, wenn jemand aufhört, sich selbst mit den Augen anderer zu sehen. Es ist ein weiterer großer Schritt, sich selbst mit eigenen Augen zu sehen.
Aber es ist der größte und gleichzeitig einfachste Schritt, sich mit den Augen des Schöpfers zu sehen:
Lass die Stimmen anderer und die eigene Stimme die von anderen geprägt ist, vorüberziehen und lerne die eine Stimme von allen anderen zu unterscheiden.
Die eine Stimme dessen, der dich als Vision in seinem Kopf hatte, der diese Vision aus gutem Grund Realität werden ließ und der genau weiß, was er alles in dich hineingelegt hat.
Wie das geht? Lies die Bibel um diese Person (Gott) kennen zu lernen und das Herz von ihm zu sehen.
Und dann setze dich hin, frage nach seinem Blick und warte. Ich lerne so
immer mehr, wer ich bin- in Gottes Augen.:
Eine Frau mit Wunden, mit Narben und mit blauen Flecken auf dem Herzen. Eine Frau, die aufgrund dieser Wunden oft verletzt hat und ungewollt immer wieder verletzt.
Eine Frau, die ihre Wunden immer mehr heilen lässt und anschaut, was diese Wunden verursacht hat, um sich dann davon zu lösen.
Ich sehe eine Frau mit einem großem Herzen, mit Stärke und Befähigung. Eine Frau mit Emotionen und Empathie und Leidenschaft, die wichtig und gut sind, die aber manchmal noch ein bisschen kontrolliert werden müssen.
Ich sehe so viel mehr und so viel mehr Gutes, wenn ich mich mit SEINEN Augen sehe….
Wer bist du in seinen Augen?

Drachenflug

Drachenflug

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Nicht frei wie ein Vogel, der zwar in Freiheit lebt, aber sich immer wieder in seinem Nest versteckt und schreckhaft davon fliegt.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Bunt und facettenreich, hoch steigend und wiegend im Wind.

Ich will mit dem Wind tanzen, ihn nutzen und auskosten,

ich will neue Perspektiven gewinnen und das Leben, wie den perfekten Tag für einen Drachen leben:

Das Licht der Sonne auffangen und dabei in den schönsten Farben leuchten,

den Wind schätzen, der mich erst zum Fliegen bringt und die Weite genießen.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Nicht frei wie der Wind, der weht wo und wann er will und der dabei, je nach Stärke, auch Zerstörung bringen kann.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Frei und doch gebunden. Festgehalten und im Blick dessen, der mich lenkt.

Er lässt mich höher steigen und den Flug genießen und freut sich an mir.

Er steuert mich mit Blick auf den Wind.

Er rennt mit mir, lachend und sich freuend.

Ich will gebunden wie ein Drachen sein.

Verbunden mit dem, der weiß, wann ich höher steigen kann und wann es Zeit ist, die Leine kürzer zu halten.

Gehalten von dem, der den Wind kennt und mich vor ihm schützt, wenn er für mich nicht aushaltbar wäre.

Herausgefordert von dem, der den Wind aber auch nutzt um mir das Fliegen in den höchsten Höhen beizubringen. Nicht um losgelöst fliegen zu können, sondern um das Zusammenspiel zwischen mir und ihm zu festigen.

Er weiß, was er mir zutrauen kann, welche Höhen und Windstärken mich tanzen lassen anstatt mich zu zerstören.

Und ich weiß, dass er mich nicht loslässt.

Ich vertraue, dass er mich hält – auch wenn er dem Wind trotzt.

Ich will frei wie ein Drachen sein – gehalten und verbunden

Bis ich tatsächlich fliege in die allerhöchste Höhe.

Bis ein Teil von mir mit dem Wind verweht und die Schnur und der Lenker immer noch in der Hand des Mannes liegen, der mich dann mit Nachhause nimmt.

SelbstLIEBE oder „Date mit Gott“

SelbstLIEBE oder „Date mit Gott“

„Ich liebe mich. Denn ich bin immer für mich da. Ich liebe mich. Ich frage mich und sage ja. Ich liebe mich. Ich liebe mich….“ Das war mal ein Song in meiner Teenagerzeit, der immer wieder auf VIVA lief:) Passend zum heutigen Thema: Selbstliebe.

Beim letzten Post ging es um das Thema „Self-Care“ – also Selbst-Fürsorge.

Ich habe in einem Satz etwas provoziert und gesagt, dass es wichtig ist, sich selbst zu LIEBEN. Warum das provozierend ist?

Ich habe schon öfter Diskussionen über diesen Begriff geführt und gemerkt, dass es bei manchen Menschen gar aufstößt, wenn man von „SelbstLIEBE“ redet. Warum ist das so? Darf man so nicht denken?
Ich könnte mir vorstellen, dass es dafür viele Gründe gibt, die aber (und das ist meine Hypothese), mit einem selbst und dem Selbstbild zu tun haben. Schon bei der Frage „Was MAGST du an dir?“ kommen ja viele Menschen (mich eingeschlossen) ins Stottern und grübeln und es dauert lange, bis wenigstens mal EIN Punkt genannt werden kann.
Aber wurdest mal gefragt, was du an dir nicht magst? Na? Wie lange hat es gedauert, bis die Antworten raussprudelten? 2 Sekunden? 3 Sekunden?

Es fällt uns leicht darüber nachzudenken und zu reden, was uns daran hindert uns selbst als liebenswert zu erachten.

Uh. Tief!

Die Frage ist: Was ist LIEBE? Wie definieren wir sie?

Und ich provoziere jetzt nochmal und es ist nur eine These, aber: Ich behaupte, viele denken bei Selbst-Liebe an Selbst-Befriedigung. Und das meine ich hier nicht (nur) im Körperlichen Sinn. Sondern damit: Wir sehen oft im Partner (bewusst oder unbewusst) jemanden, der dazu da ist unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse zu stillen. Wir suchen nach Menschen, die uns annehmen, Geborgenheit geben, ermutigen, wertschätzen und bedingungslos annehmen – mit allen Ecken und Kanten. Wir suchen also Menschen, die uns immer wieder das Gefühl von innerem Frieden geben, oder eben: Uns befriedigen. Denn: Meist geht das einfach mit einem kurzfristigen Gefühl von Frieden einher. Wie schnell finden wir uns wieder in einer Unruhe, in Zweifeln, in Sorgen?! Ich behaupte: TIEFEN und LANGFRISTIGEN FRIEDEN kann uns kein Mensch geben. Daher: Befriedigung. Kurzfristig und für diesen kurzen Zeitraum gut.

Wenn ich aber LIEBE anders definiere und damit auch die Selbst-LIEBE einrechne, dann geht es da um mehr als um eine Befriedigung. Es geht um tiefen Frieden. Es geht um Ankommen statt um Umherirren. Es geht um ein langfristiges Zuhause, statt um einen netten Urlaub. Es geht um Ruhe.

Wenn mich jemand fragt, was Liebe ist, kommt mir immer wieder und häufiger die Definition der Liebe aus der Bibel in den Sinn:

„Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.“ (Die Bibel. 1. Korinther 13,4-7)

Wie friedlich wäre es, wenn ich so mit mir selbst umgehen würde?! Wenn ich mir gegenüber mehr Geduld zeigen würde und freundlich über mich selbst reden und denken würden? Wenn ich nicht versuche, mich selbst größer, besser und wichtiger darzustellen? Wenn ich nicht selbstsüchtig bin und nur noch an mich denke, sondern einfach so im Reinen mit mir bin, dass ich gerne und großzügig abgebe und teile, weil ich nichts verliere sondern dazugewinne?
Wie könnte mein Leben aussehen, wenn ich mich darüber freuen könnte, dass ich die Wahrheiten über mich begreife und glaube und die Lügen und negativen Dinge, die über mich ausgesprochen wurden, einfach an mir abprallen? Wenn ich der Glaube zu einer tiefen und doch demütigen Überzeugung werden würde, dass ich gewollt, geliebt, angenommen, berufen, befähigt, mehr als genug, genau richtig und einfach wunderbar gemacht bin?

Und wenn das nicht nur bei mir so wäre, sondern bei dir und deinen Freunden und bei jedem? Die Welt könnte eine andere sein.

Ich bin immer mehr dabei, diese andere Welt kennen zu lernen und zwar dann, wenn ich Zeit mit dem habe, der genau dieses Liebe so lebt: Mein Schöpfer. Gott!

Wenn ich ihn bitte, mir seinen Blick für mich zu zeigen, dann spüre ich einen Ansatz von dem, wie es sein kann: Dann spüre ich Geduld, Freundlichkeit und Gnade. Und dann schaffe ich es auch immer wieder und immer besser, diese Liebe für mich selbst zu haben.

Mich selbst zu lieben bedeutet also für mich, regelmäßig, ja sogar (be)ständig mit diesem Gott zusammenzusein, der mir diesen tiefen Frieden durch seine vollkommene Liebe schenkt, indem er mir zeigt, wie er mich sieht. Dass ich mir die Zeit nehme und diese Entscheidung treffe, ist mein persönlicher Akt der Selbstliebe.

Go and love yourself!

Neue Perspektiven

Neue Perspektiven

Während ich diesen Impuls schreibe, sitze ich in Frankreich auf dem Gelände von Freunden. Wir haben uns für 10 Tage hier her in die Berge zurück gezogen und versuchen eine Balance zwischen „Entspannung“ und „Planung“ hinzubekommen, denn in 14 Tagen ziehen wir in eine neue Wohnung. In die Wohnung, für die wir gerade mal drei Tage vor unserem Urlaub den Zuschlag bekommen haben.

Die letzten Tage gestalteten sich also so, dass wir zwischen kleinen Wanderungen, Pool und Beschäftigung unserer Tochter auch immer wieder Dinge organisierten, Transporter mieteten, Raumgetaltungen auf Millimeter Papier vornahmen, einen neuen Kindergartenplatz organisierten und diverse Dinge auf Ebay Kleinanzeigen reinstellten oder kauften.

Mehrere Nächte lag ich wach, weil mir neue Ideen kamen oder weil ich mir Sorgen machte: „Wie sollen wir alles in so kurzer Zeit schaffen?“, „Was, wenn sich meine Tochter im neuen Kindergarten nicht wohl fühlt?“, „Werden wir uns dort wirklich wohl fühlen?“…

Gerade nachts vergaß ich schnell, dass diese Wohnung für uns eine große Gebetserhörung war. Wir hatten zwei Listen, auf denen wir stehen hatten, was wir uns für die neue Wohnung wünschten. Auf der einen Liste standen die realistischen Mindestanforderungen – das, was wir tatsächlich brauchten und womit wir klar kämen. Die andere Liste nannten wir die „Gott-Liste“, denn dort standen Dinge drauf, die wir uns einfach wünschten, die aber eher unrealistisch waren oder einfach „Zusatz-Wünsche“.

Als wir uns für diese Wohnung bewarben, gab es noch viele andere Bewerber und doch bekamen wir den Zuschlag. Diese Wohnung hatte ziemlich alles, was auf BEIDEN Listen stand. Wir hatten gebetet und vertraut, dass Gott uns das gibt, was wir benötigen und was richtig für uns ist. Und trotzdem lag ich nächtelang wach und machte mir Gedanken. Die Sorgen schwebten immer wieder über meinem Kopf wie dicke Gewitterwolken und alles in mir schrie danach, sich schnell ins innere Häuschen zurückzuziehen, Ohren und Augen zu schließen und abzuwarten, ob sich der Sturm legte oder ob alles zusammenfiel.

Vor wenigen Tagen wurde genau diese Situation Realität: Wir waren im Pool unserer Freunde und ich sah dicke Gewitterwolken, die über dem Hügel auf uns zukamen. Die Vorhersage schien zuzutreffen und so packte ich schnell alles, was draussen rum lag ins Haus und machte mich bereit für den großen Sturm. Nach einer Stunde war immer noch nichts passiert. Die Wolken waren vorüber gezogen. Weil der Himmel wieder etwas klarer wurde, entschieden wir uns, eine kleine Abendwanderung auf den Hausberg zu machen, der direkt gegenüber lag. Als wir oben ankamen konnte ich das Gelände mit unserer Hütte von oben sehen. Ich sah auch den Hügel, über welchem ich die dunklen Wolken gesehen hatte. Der Hügel war von oben so viel kleiner und ich sah, wie weit der Himmel hinter diesem Hügel war. Ich erkannte plötzlich, dass die Wolken, die vom Gelände aus so riesig aussahen, von oben nur klein waren und schnell vorbeizogen.

 

Als ich so da oben stand wurde mir klar, dass dieses Bild gerade eine neue Sichtweise gibt:

Es ist alles eine Frage der Perspektive: Bleibe ich unten in dem kleinen Tal, in dem ich mich befinde, sehe ich die vielen Sorgen-Hügel um mich herum und die Ängste über Probleme scheinen riesig und drohend über diese Hügel zu kommen.

Aber es ist an mir, ob ich da unten bleibe und mich vergrabe und in mein Häuschen zurück ziehe oder ob ich raus gehe, den Berg, der vor mir steht, angehe, hinaufsteige und eine neue Perspektive einnehme. Ich könnte erkennen, dass diese Probleme gar nicht so groß sind, wie sie erscheinen. Dass die Sorgen mich einkesseln wollen, aber dass ICH entscheiden kann ob ich mich innerlich und geistlich vorbereite, meine Wanderschuhe anziehe, Proviant und Regenschutz einpacke und mit festen Schritten diesen Berg bezwinge um dann zu merken, dass es schaffbar, machbar und bezwingbar ist. Und dass ich manchmal die Dinge neu betrachten kann.

Also: Rauf auf den Berg! Ich höre ihn schon rufen:)

 

Dein Platz

Dein Platz

(Blogbeitrag bei Esthers Töchter)

Es gibt Fragen, die in meinem Leben irgendwie immer wieder auftauchen.

Eine Frage, die ich mir schon vor vielen Jahren einmal stellte ist: „Wo ist mein Platz?“

Diese Frage war meist darauf bezogen, wo ich mich irgendwie positiv einbringen konnte.

Vielleicht kennst du diese Frage auch in genau dieser Art. Vielleicht drückt sie sich aber auch bei dir anders aus. Denn wenn ich mir genauer Gedanken über diese Frage mache, steckt noch etwas Tieferes darin und der tiefe Kern kann sich in verschiedenen Fragen verstecken:

„Was soll ich machen?“
„Was sind meine Talente die ich einbringen kann?“
„Wo werde ich gebraucht?“
„Wo mache ich einen Unterschied?“

Für mich steckte darin aber auch die Frage nach der Individualität und Identität. „Wo ist mein Platz“ könnte auch so ausgedrückt werden: „Wo in diesem Puzzle ist MEINE Lücke, wo ich als fehlendes Puzzlestück hineinpasse?“

Immer wieder stellte ich mir diese Frage, wo ICH, Desi, einen ganz individuellen Beitrag leisten kann um die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Aber es steckt, wie gesagt so viel mehr dahinter:
Der Wunsch nach Bedeutsamkeit.
Der Wunsch nach Wertschätzung.
Der Wunsch danach, relevant und erkannt zu werden.
Der Wunsch, einen Sinn zu machen in dieser Welt und zu spüren, warum ich bin.

Ich befinde mich derzeit in meinem Sabbatjahr und verbringe ganz bewusst viel Zeit mit Lesen, Beten, Nachdenken, Schreiben und damit, in der Stille ins Gespräch mit Gott zu gehen und ihm die verschiedensten Fragen zu stellen und – und das ist das, was so oft nicht passiert ist vorher – auf die Antworten zu warten und gegebenenfalls sogar mit ihm zu diskutieren.

Und vor einigen Wochen stellte ich ihm wieder genau diese Frage: „Gott, wo ist nächstes Jahr mein Platz?“ – denn ich würde so langsam gerne wissen, wie es nächstes Jahr bei mir und mit mir weiter geht. Ob ich wieder in den alten „Job“ zurück kehre oder etwas ganz anderes mache. Wie ich mich in der Kirche neu oder wieder einbringen kann…

Ich stellte also diese Frage und ich spürte in mir plötzlich diese Antwort.

Einen Satz, der mir, obwohl er mir bekannt vor kam, ganz neu bewusst wurde und mir Gänsehaut verpasste.

Es war die Antwort, die Gott mir mitten ins Herz gab: „Dein Platz ist…auf meinem Schoß!“

Und ich hatte dieses Bild vor Augen von mir – gar nicht mal als Kind, sondern als 36 Jährige Frau, die auf dem Schoß Gottes sitzt – wie ein verliebter Teenager auf dem Schoß des Freundes.

Und mir wurde neu bewusst: Mein erster Platz, der Platz an dem ich relevant bin, an dem ich mich einbringe, an dem ich genau rein passe und für den ich bestimmt bin ist in erster Linie der Platz, der Gott am nächsten ist: Sein Schoß – meinen Kopf an seine Brust angelehnt und seinen Herzschlag hörend.

Genau das ist es: HIER an diesem Platz möchte ich meine Sorgen und Ängste zu allererst vorbringen.

An diesem Platz möchte ich mich ausweinen (nicht bei 20 Leuten, die damit nicht umgehen können).

An diesem Platz bekomme ich gute Ratschläge, Lob, echte Liebe, echte Wertschätzung und gleichzeitig liebevolle Ermahnung, Weisung und gleichzeitig Verständnis aus erster Hand.

An diesem Platz mache ich einen Unterschied, weil ich hier alles abgebe, was belastet und den Herzschlag dessen spüre, der mich geschaffen hat.

HIER ist mein Platz und DANN lege ich los. Ich setze das, was ich gehört habe um. Ich gehe, befreit von meinen Sorgen, wieder in den Alltag.

Ich bringe mich DANN dort ein, wo ich den Herzschlag Gottes weiterhin spüre und höre, denn DORT weiß ich, was zu tun ist.

„Dein Platz ist auf meinem Schoß!“

So bekannt dieser Satz auf der einen Seite ist, so neu und wahr ist er für mich geworden.

Ich möchte dich ermutigen, mit genau dieser Frage zu Gott zu gehen. Stelle ihm die Frage: WO IST MEIN PLATZ?

Und dann gehe in die Stille, setze dich in Gedanken auf den Schoß Gottes, wenn DIES auch dein Platz ist. Vielleicht ist dein Platz auch zu seinen Füßen, neben ihm, an seiner Hand, stehend an seiner rechten Seite….wo auch immer. Aber nimm dir Zeit, deinen Platz in seinem Thronsaal zu suchen, nimm ihn immer wieder ein und suche Gemeinschaft mit ihm. Denn DAS ist die Bestimmung, die wir in erster Linie haben – Gemeinschaft mit ihm.

Und dann ….klappt es auch mit der Welt😊

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

WER IST ER? oder: „Die Frage, die niemand beantworten kann, außer DIR selbst“

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage ist mir damals mal im Religionsunterricht gestellt worden. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte sofort eine Antwort. Doch als ich damit begann, verschiedene Assoziationen aufzuzählen merkte ich, dass hinter dieser Person unendlich viele Charaktereigenschaften stecken, die ich damals schon oft gehört hatte und glaubte, auch erlebt zu haben.

Wer ist Gott für mich? 

Diese Frage stelle ich mir derzeit immer wieder und ich vermute, es hat damit zu tun, dass ich das Gefühl habe, Gott selbst stellt mir diese Frage: „Wer bin ICH für DICH?“

Und je mehr ich darüber nachdenke und versuche, eine Antwort zu finden, desto mehr spüre und merke ich, wie sehr ich genau das gemacht habe, was ich eigentlich gar nicht mag. Dass ich das gemacht habe, von dem ich mich derzeit befreien will: Ich habe Gott eine Rolle zugeordnet. Ich habe ihm sogar verschiedene Rollen zugeordnet, die mit Erwartungen verknüpft waren. Das Problem: Oft sind diese Rollenbilder und die damit verbundenen Erwartungen vor allem übernommen worden. „Man sagt, Gott ist…“

Und so traurig es klingt, aber ich behaupte, die Frage „Wer ist Gott für dich?“ kann in den seltensten Fällen aufgrund einer persönlichen Beziehung beantwortet werden.

Ich selbst habe gemerkt, wie meine Antworten auf diese Frage immer wieder (wenn auch nicht immer) eher meiner Logik, meines Wissens herstammten, als dass sie auf meinen eigenen Erfahrungen und mein eigenes Erleben dieses Gottes beruhen.

Wer ist dieser Gott?

Wenn ich sage „Ein liebender Vater“ – dann mag das für manche Menschen stimmen, weil sie es selbst so empfinden, aber hat jeder, der diese Antwort gibt oder es in einer Predigt sagt, auch selbst diese Erfahrung gemacht? Es gehört eine starke und innige Beziehung dazu, um so eine Aussage treffen zu können, oder?!

Was würde ein Kind antworten, das seinen Vater nicht kennt, ihn nur selten sieht und das versucht, das Leben irgendwie selbstständig zu meistern? Wenn alle Menschen drum herum sagen „Dein Vater ist ein liebender Vater“ – würde es diese Aussage aus voller Überzeugung sagen können, wenn es größer ist?

Und wenn das Kind in inniger Beziehung zum Vater lebt, es erlebt hat, wie dieser Vater sich immer wieder Zeit für das Kind nimmt, sich voll und ganz für alles interessiert, wenn er es ermutigt, fördert, unterstützt, liebevoll ermahnt und gleichzeitig Freiheiten lässt zum eigenen Erleben – würde es dann nicht mit voller Überzeugung selbst sagen: „Mein Vater ist der beste Vater ever. Er liebt mich so sehr und das weiß ich“ – auch wenn alle Leute im Dorf das nicht bejahen könnten, weil sie diesen Mann weder kennen lernen möchten, noch sich für ihn interessieren?

In einer Predigt von Bill Johnson hörte ich vor Kurzem diesen Satz:

„Without him, we can’t. Without us, he won’t“.
(Ohne ihn können wir nichts. Ohne uns, möchte er nichts!)

Dieser Satz macht deutlich, dass es sich bei Gott um eine Person handelt, die sich eine Beziehung wünscht und dass wir, so wie es die Bibel sagt, nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Unser Innerstes zieht es zu diesem Gott, der ein Stück von sich selbst in uns hineingelegt hat, der seinen Geist durch seinen Atem in uns hineinhauchte. Und Gott zieht es auf die selbe Weise zu uns. Es braucht eine Beziehung, viel mehr als ein theologisches Studium, ein Bibelkommentar oder eine Religiöse Person, die uns beschreiben will, wer Gott ist. Denn erst in einer Beziehung kann ich für mich die Frage nach der Persönlichkeit, nach dem Charakter, nach der Identität einer anderen Person selbst beantworten.

Wenn jemand jemanden fragt, wer Desirée Rosemann ist, fallen die Aussagen sicher unterschiedlich aus. Für die einen bin ich die „Pastorin“, für andere eine „Nachbarin“ oder „Die Mama von…“. Ganz schlimm fand ich es, als ich eine Zeit lang immer als „Die Frau von Nathanael“ vorgestellt wurde oder, wenn ich mich selbst vorstellte, erst ein Fragezeichen kam und dann die Reaktion „Ah, die Frau von Nathanael“. Gleichzeitig war es klar: Man kannte mich noch nicht. Und alles, was man mit mir in Verbindung brachte, war eben, dass ich den selben Ehering am Finger trug, wie mein Ehemann. Ich glaube, Gott wünscht sich so viel mehr als einfach nur eine Rolle zugewiesen zu bekommen. Und er wünscht sich auch, so wie ich damals, dass man ihn kennen lernt und aufgrund der eigenen Erfahrung und der eigenen Beziehung zu ihm, diese Frage beantwortet.

Wer ist Gott für dich?

Diese Frage wird sich immer wieder stellen und ich glaube, sie wird zeitlebens immer wieder neu beantwortet.

Für mich ist Gott jetzt in diesem Moment eine geduldige, liebevolle Person, die gleichzeitig schon gespannt darauf ist, wie ich reagiere, wenn ich wieder einmal neue Facetten von ihm kennen lerne. Geduldig, weil er nicht drängt, sondern wartet, bis ich mal wieder merke, dass ich ohne ihn nicht kann, aber dass ich auch ohne ihn nicht will.

Wer ist Gott für dich?

Finde es heraus, in dem du IHN suchst.

 

 

Zerrissen

Zerrissen

Wie kann man in dieser Welt leben und dabei das Leid ignorieren?
Wie kann man das Leid in dieser Welt sehen, ohne daran zu zerbrechen?
Wie kann man sich danach sehnen, das Herz Gottes zu spüren
und dabei das Herz gleichzeitig schützen, damit es nicht zerschmettert wird?
Wie kann man die Last, die man bei all dem Leid im Inneren verspürt durch Gebet bei Gott abgeben
ohne zu denken, dass man es sich damit wieder zu leicht macht?
Wie kann man diese Welt lieben, wenn man mit all der schönen Natur, den liebevollen Menschen und den Wundern
auch die Zerbrochenheit, die hasserfüllten Menschen und die Zerstörung dieser Wunder betrachtet?
Wie kann ich mein Leben genießen und wertschätzen und gleichzeitig wissen, dass es Menschen gibt, die missbraucht, gefoltert, vernachlässigt, misshandelt und getötet werden?
Wie kann ich mitleiden ohne Dankbarkeit zu verlieren?
Wie kann ich dieses Leben lieben, das mir geschenkt wurde ohne schlechtes Gewissen?
Und wie kann ich gleichzeitig das schwere und kaputte Leben anderer sehen, ohne mich zu vergessen?
Wie sind die Nachrichten zu ertragen?
Wie kann ich hinsehen und doch nicht danach die Augen wieder für lange Zeit verschließen, weil es so weh tut?
Ist es möglich?
Gibt es Grenzen?
Grenzen für unser Ertragen, für unsere Trauer, für unser Mitleid?
Ich weiß es nicht.
Ich spüre es gerade nicht.
Alles was ich weiß, ist dass ich spüren will.
Ich will spüren, wie es sein wird,
ich will hoffen und glauben, dass es einen Tag geben wird, an dem all das vorbei ist.
Dass es eine Welt geben wird, in der Kinder Kinder sein dürfen – unbeschwert, angstfrei und unangetastet.
Dass es ein Leben geben wird, das nicht endet und das man nicht enden möchte – weil es wundervoll ist.
Ohne Tränen. Ohne Leid. Ohne Schmerz. Ohne Angst.
Ich entscheide mich zu hoffen. 
Ich entscheide mich zu glauben.
Ich entscheide mich hinzusehen um dann die Augen zu schließen.
Im Gebet. 
Um alles, was nicht mehr zu (er)tragen ist, abzugeben an den, der zwar noch mehr leidet, noch mehr trauert und noch mehr Schmerz empfindet als ich es tue,
der aber die vollkommene Liebe ist.
Und die vollkommene Liebe vertreibt jede Furcht.
Die vollkommene Liebe erträgt alles.
Die vollkommene Liebe ist sanftmütig.
Die vollkommene Liebe eifert nicht.
Die vollkommene Liebe ist ewig und hält aus – denn die vollkommene Liebe hat den Ewigkeitsblick.
„Risotto“ oder: „Erinnerungen schaffen“

„Risotto“ oder: „Erinnerungen schaffen“

Kennst du das, dass du bei bestimmten Gerüchen oder sogar Geschmäckern innerlich an bestimmte Situationen erinnert wirst und dann sogar die damit verbundenen Gefühle wieder aufploppen?
Bei mir ist das zum Beispiel bei Risotto so.
Wenn ich am Esstisch sitze, der Duft mir in die Nase steigt und spätestens wenn ich die frischen Tomaten, den Parmesan und den bissfesten Reis auf der Zunge schmecke, bin ich wieder 9 Jahre alt und sitze gedanklich bei meiner Nonna in ihrer kleinen Küche in einem kleinen italienischen Dorf in Piemont. Ich höre sie reden, ich spüre die Wärme der Sonne und freue mich plötzlich wieder auf den Nachmittag am See. Alte Gefühle kommen wieder hoch und es sind schöne Gefühle und wunderbare Erinnerungen. Obwohl ich schon seit langer Zeit nicht mehr dort war und obwohl meine Nonna bereits vor vielen Jahren gestorben ist, wird das alles wieder lebendig.

Weiterlesen „„Risotto“ oder: „Erinnerungen schaffen““

Gott steckt im Detail

Gott steckt im Detail

Ich lese gerade die Bibel.

Das ist vielleicht jetzt kein besonderes Thema für dich. Für mich schon, denn ich lese gerade die Bibel von vorne bis hinten – in 30 Tagen. Das bedeutet, 40 Kapitel pro Tag. Ich habe das vor fünf Jahren schon mal gemacht und in diesem Jahr hatte ich es mir noch einmal vorgenommen. Das Spannende dabei ist: Durch die Corona-Krise habe ich die Vormittage nicht mehr frei – so wie ursprünglich geplant. Meine Tochter kann nicht in den Kindergarten und so musste ich für mich ganz bewusst nochmal entscheiden, ob ich es wirklich durchziehe. Das war gut so, denn ich entschied mich dadurch, OHNE DRUCK einfach zu probieren, wie viel ich pro Tag schaffe. Ich ging es locker an und bat Gott ganz bewusst, WIRKLICH durch alles, was ich lese, zu mir zu sprechen. Ich wollte nicht, dass es eine To-Do-Liste zum Abhaken wird. Ich wollte diese Zeit nutzen um Gott neu reden zu lassen. Weiterlesen „Gott steckt im Detail“

Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott

Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott

Seit drei Wochen herrscht das sogenannte „Kontaktverbot“ in Deutschland. Obwohl „herrschen“ würde ich das nicht nennen. Sagen wir: Die Politik wollte Führung übernehmen, das Beste für das Volk und die Menschheit schützen und hat dafür „Regeln“ aufgestellt, die aber für manche Menschen nach bereits wenigen Tagen eher als „gute Ratschläge“ gesehen wurden. Manche hielten sich an gar nichts, andere halten sich bisher an alle Regeln, einige suchen Kompromisse und eigene Lösungen.

Ich gebe zu: Ich bin ein Mensch, der sich gerne an Regeln hält. Weiterlesen „Die „gut gemeinten Ratschlägen“ von Merkel, Söder und…Gott“