Schlagwort: Jesus

Ein Buch, das mir einen ganz neuen Horizont bietet! – „Maria, wer bist du?“

Maria, wer bist du?
Christophe Costi
Fontis Verlag


„Warum beten die Katholiken eigentlich Maria an? Ist das nicht Totenbeschwörung?“ – Diese und viele andere Fragen habe ich schon oft mit meiner lieben Freundin Dagmar, ihrem Mann Patrick oder meiner Schwägerin gestellt, die allesamt Teil der Katholischen Kirche sind. Oft wurde mir dabei erklärt, dass Maria nicht „angebetet“ sondern „verehrt“ wird und dies ein großer Unterschied sei. Auch die Frage nach „Heiligen-Verehrung“ oder ob Marien-Erscheinungen nicht schon fast okkult sind, haben mich immer wieder beschäftigt und mit anderen zum Austausch und Dialog geführt. Ganz verstanden oder nachvollziehen konnte ich die Antworten dabei nicht immer. Auch deshalb habe ich das Buch „Maria, wer bist du?“ mit großem Interesse gelesen: Ich wollte klare Argumente, Quellen und Erklärungen für diese meine Fragen bekommen.
Der evangelisch-lutherische Theologe und Pastor Christophe Costi geht in seinem Buch auf viele Fragen in einem der großen „Problemfelder“ der Konfessionen ein. Dabei bringt er viele verschiedene (historische) Quellen beider Seiten, diskutiert quasi beim Schreiben mit diesen und manchmal sogar mit sich selbst. In fast jedem Kapitel sorgte er bei mir dadurch für AHA-Momente. So erklärt er beispielsweise gleich zu Beginn, dass die „unbefleckten Empfängnis“ keineswegs die Bezeichnung für eine Schwangerschaft ohne sexuellen Kontakt sei, sondern dass dies den Glauben bezeichnet, dass Maria als einzige Frau der Menschheit ohne Erbsünde lebte. Costi arguementiert  nicht nur mit verschiedenen Quellen sondern auch mit der Bibel. Dabei stellt er genau die selben Fragen, die mich als Leserin immer wieder bewegen und be- bzw. widerlegt mit denselben Argumenten, die ich mit meiner Bibelkenntnis durch Bibelschule und durch mein Studium der evangelischen Religionspädagoik und Gemeindediakonie bringen würde. Die Gegenargumente überzeugen mich nicht immer, gleichzeitig erweitern sie meinen Horizont und regen zum Nachdenken an. Letztendlich stellt auch Costi sich immer wieder die Frage: „Würde mir ein Zacken aus der himmlischen Krone brechen, wenn…?“ Diese Frage stellt sich bei manchen Themen zurecht, bei anderen Themen ist es dann doch nicht so leicht. Zum Beispiel bei der Frage  „Ist Maria wirklich in den Himmel aufgefahren?“ und ob Marienerscheinungen real oder sogar okkult sind. An anderer Stelle fragt er sich aber: „Hilft sie (Maria) mir, Jesus mehr zu lieben und mich ihm mehr hinzugeben? Hilft sie, dass der Heilige Geist mehr Raum in meinem Leben hat?“ Immer wieder zeigt er auf, dass DIES das eigentliche Herz der katholischen Lehre in Bezug auf Maria ist, sie auf Jesus hinweisen soll. Hier weist er aber auch zurecht darauf hin, dass dieses Ziel manchmal aus den Augen verloren wird, und Maria bei den Gläubigen den selben- oder sogar einen höheren Platz als Jesus einnimmt.
Gleichzeitig muss ich mich selbst fragen: Ist es nicht in allen Konfessionen und Denominationen diese Falle: Dass bestimmte Rituale ursprünglich einen guten Sinn machten, dass ein richtiges Herz und Hingabe an Jesus dahinter steckten, sie aber von Menschen irgendwann missbraucht oder umgedeutet wurden? Wie oft wird das Vaterunser runtergeleiert ohne sich bewusst zu machen, was es bedeutet? Wie oft nehmen wir das Abendmahl ein, um dann zwei Stunden später das Leben weiter zu leben wie zuvor? Die Falle, dass die tiefe Bedeutung und das eigentliche Herz, Jesus in den Mittelpunkt zu stellen und ihn anzubeten, oft auf Abwege gerät haben doch tatsächlich alle und manche tappen auch immer wieder hinein.

Ich persönlich habe eine neue, weitere Sichtweise durch dieses Buch bekommen. Viele Argumente und Handlungen kann ich besser nachvollziehen und verstehe nun auch, wo die katholische Praxis der Marienverehrung seinen Ursprung hat. Mir gefällt, wie offen und wertschätzend Costi bei seiner Argumentation vorgeht: Ohne Verurteilung oder Abwertung, dafür offen, fragend und immer auch mit Bezug auf die Bibel. Dabei lässt er auch der Leserschaft die Möglichkeit, einen eigenen Standpunkt zu finden. Ich selbst kann jetzt nicht sagen, dass ich alles so praktizieren würde und Maria nun verehre oder mich vor einem Bildnis verneige….aber ich muss sagen, dass alle Argumente und Erklärungen mich zumindest dahin geführt haben, eine neue Perspektive in Betracht zu ziehen und zuzustimmen wenn gesagt wird, dass Maria nicht eine einfache Frau war, wie du und ich. Ich muss einmal mehr eingestehen, dass sie eine gewisse Art von Bewunderung verdient hat – so wie ich auch andere Personen bewundere oder mir ein Beispiel an ihnen nehme. Ich sehe vieles nun anders und kann gewisse Dinge stehen lassen und mir sogar eine „Scheibe davon abschneiden“.
Am besten finde ich die Empfehlung von Dr. Johannes Hartl, welche Costi am Ende des Buches zitiert: „Vielleicht würde sich Jesus freuen, wenn wir zu ihm kommen und fragen: ‚Welche Beziehung möchtest du, dass wir zu deiner Mutter haben?‘ Es ist die Aufgabe Jesu, uns zu zeigen, welchen Platz seine Mutter in unserem Leben haben soll und welche Gnaden er uns durch seine Mutter geben will.“
Wer dieses Buch mit einem offenen Herzen, unvoreingenommen und mit dem Wunsch nach Verständnis liest, dürfte – egal mit welchem Konfessionshintergrund – nicht enttäuscht werden.
Genau das ist es, was ich selbst tun möchte!

Eine Anregung zur inneren Debatte und Ermutigung zur Positionierung

Eine Anregung zur inneren Debatte und Ermutigung zur Positionierung

Ein Buchtipp WÄHREND des Lesens

Normalerweise empfehle ich Bücher ja erst, wenn ich sie selbst bereits durchgelesen habe…Heute gibt es aber mal eine Empfehlung für ganze vier Bände, die ich derzeit lese.
Da ich vermutlich noch eine ganze Zeit benötigen werde, bis ich alle vier Bände gelesen habe, gibt es bereits jetzt eine Empfehlung, weil ich schon im ersten Band total begeistert bin:)

Eine kleine Vorgeschichte dazu:
Vor einigen Wochen scrolle ich durch Instagram und sehe einen Post einer christlichen Influencerin. Sie postet von der JESUS25 Konferenz und einem der Redner dort. Ich stutze. Den Namen kenne ich…allerdings habe ich dabei einen 12-Jährigen Jungen vor Augen, der auf Jungschartagen und Teenietagen des evangelischen Gemeinschaftsverbands in Rheinland-Pfalz und Saarland immer wieder zu sehen ist. Meistens dann, wenn die jüngeren Geschwister „meiner“ Clique mit uns gemeinsam dort sind. Könnte es sein….ich recherchiere ein bisschen und schreibe ihn an…und tatsächlich: Es ist derselbe Mensch, nur dass er nun einen Doktor-Titel besitzt, Theologe ist und am Forum Wiedenest unterrichtet. Ich sehe in seinen Posts, dass er für die besagte JESUS25 Konferenz vier Bände mit dem Titel „Christlicher Glaube in den Herausforderungen unserer Zeit“ herausgegeben hat und bekomme noch größere Augen, als ich die Inhalte sehe: Die Bände haben die Titel „Der unveränderte Stellenwert der Heiligen Schrift„, „Die alles entscheidende Bedeutung von Jesus Christus„, „der kostbare Schatz biblischer Ethik“ und „Die gegründete Einheit der evangelikalen Bewegung„. Ich muss nicht lange überlegen und bestelle direkt bei ihm über Instagram.

Zu den Bänden:
Titel: „Christlicher Glaube in den Herausforderungen unserer Zeit“
Vier Bände.
Herausgegeben von Dr. Martin P. Grünholz und Dr. Frank Hinkelmann.
Verlag: Verlag für Glaube, Theologie und Gemeinde (VGTG)

Jeder Band enthält Aufsätze verschiedener Autoren zum entsprechenden Thema des Bandes.
Darunter zum Beispiel Ulrich Parzany, Philipp Bartholomä, Nicola Vollkommer, Rainer Harter oder Dr. Markus Till.
Verschiedene Aspekte, unterschiedliche Sichtweisen, ergänzende Gedanken von Theologen und christlichen „Denkern“ mit unterschiedlichen Hintergründen also.
Da die Bände gezielt für die JESUS25 Konferenz zusammengefasst wurden, ist es nicht verwunderlich, dass die Autoren der verschiedenen Beiträge und Artikeln vor allem aus dem Bereich der evangelischen Landeskirche und dem „evangelikalen Spektrum“ kommen. (Ich persönlich bin derzeit kein großer Fan von Kategorisierungen und Betitelungen, da sie meiner Meinung nach viel zu oft nicht mehr klar definiert und umkonstruiert werden. Der Begriff wird aber im Rahmen dieser Artikel und Konferenz selbst verwendet.)

Jeder Band ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil finden sich kürzere und „allgemeinverständlichere“ Beiträge, während im zweiten Teil vor allem wissenschaftliche Artikel zu finden sind.
Ich persönlich finde das sehr bereichernd, da ich es liebe, in ruhigen Zeiten einfach mal „allgemeinverständliche“ Gedanken zu lesen und darüber nachzudenken und es gleichzeitig vermisse, wissenschaftliche Artikel wie im Studium zu lesen. So habe ich die Möglichkeit, mich mit beidem, je nach Zeit und „Hirnaktivität“ auseinander zu setzen:)

Bereits Band 1 „Der unveränderte Stellenwert der Heiligen Schrift“ hat mich begeistert. Denn allein hier tauchen diverse Fragen auf, die unsere christliche Welt aufwühlen. Ist die Bibel vom Heiligen Geist inspiriert oder genau so eingegeben worden? Ist sie nicht doch einfach eine Auflistung von menschlichen Erinnerungen, bestückt mit vielen Fehlern? Wieso wird sie überhaupt als „WORT GOTTES“ bezeichnet? Wie ist dieses Wort Gottes zu verstehen? Ist es Fundament für Fundamentalisten oder können wir es nicht doch mit unserem Verstand umdeuten und dem Zeitgeist anpassen, damit Gott attraktiver wirkt? Diese und viele weitere Fragen werden beleuchtet – aus unterschiedlichen Winkeln.
Und ich als Leserin? Kann mir Gedanken machen. Was sehe ich genauso? Was sehe ich anders? Worauf gründe ich mein Verständnis? Worauf meinen Glauben?

Warum empfehle ich etwas, was ich selbst noch nicht fertig gelesen und durchgearbeitet habe?
Weil diese Artikel und Beiträge zum Dialog ermutigen, zum Nachdenken inspirieren und zur eigenen Positionierung beitragen. In den letzten Jahren tauchen viele Fragen auf. Theologie wird zum Streitthema, Spannungsfelder werden kaum noch ausgehalten – jeder möchte einfach eine klare Antwort- und, wie oben schon erwähnt, Kategorisierungen und Betitelungen werden immer mehr radikalisiert, negativiert und schon fast als Beschimpfung verwendet. Was glauben wir noch? Warum glauben wir? Wo stehen wir als Christen? Vermeiden wir die Herausforderungen unserer Zeit oder gehen wir gar aggressiv damit um? Ist Dialog, Debatte und Positionierung überhaupt noch möglich, ohne dass es in Beschimpfung und Radikalisierung endet? Diese Fragen stelle ich mir. Geben mir die Bände Antwort darauf? Ja und Nein. Sie bieten mir durch die Vielzahl der Artikel und Meinungen die Möglichkeit, meine eigene Meinung zu reflektieren, zu hinterfragen und/oder auch klar zu begründen.

Wie gesagt, bin ich selbst noch am Durcharbeiten und lesen – es braucht (zumindest bei mir) Zeit, das Gelesene sacken zu lassen, Fragen, die durch den Artikel aufkommen zu beleuchten und eben für mich selbst eine Position zu finden. Und doch ermutige ich dazu, diese Bände (einzeln oder alle) zu erwerben und sich Zeit dafür zu nehmen. Zeit – die sich kaum noch jemand nimmt. Zeit, eigene Antworten zu finden, bevor Streitgespräche unreflektiert und vor allem ohne jeglichen Respekt losgetreten werden.

Wer sich also mit den Sichtweisen verschiedener Theologen und Denker auseinandersetzen möchte und dadurch eine eigene Sichtweise vertiefen will, ist mit dieser Reihe gut bedient.

Wo bekommt man die vier Bände?
Die Bände sind für 14,90€ bzw. 15,90€ einzeln (oder auch als „Pack“) im Handel erwerbbar.
Wer alle 4 Bände kaufen möchte, kann dies direkt für 49 Euro inklusive Versand über Martin Grünholz direkt tun. Ansonsten einfach beim Buchhandel deines Vertrauens:-)
(Instagram: Martin P. Grünholz)


Holy Mountain – Der perfekte Wanderführer für das Abenteuer „Jüngerschaft“

Holy Mountain – Der perfekte Wanderführer für das Abenteuer „Jüngerschaft“

„Holy Mountain- Von den Bergen für unsere Jesus-Nachfolge lernen“
Samuel Holzhäuer
Hänssler Verlag

(Rezensions-Exemplar)

In der Schule gehörte ich zu den Schülern, die (vor allem in Mathe) immer wieder die Frage stellten: “Wofür muss ich das lernen?”. Beispiel “Kurvendiskussion” oder die Berechnung von irgendwelchen Brücken – “Ich will doch kein Ingenieur werden” habe ich dann immer gesagt. Wurde ich auch nicht – lernen musste ich es trotzdem, auch wenn es mir in meinem persönlichen Alltag nicht wirklich nützlich war und ich es auch nicht mehr kann. Ich hab’s gelernt, nie angewandt und dadurch irgendwann vergessen.
Wenn ich aber einen “Nutzen” daraus habe, es in meinem Alltag anwenden kann oder es mir auf irgendeine Weise gut tut und mich weiter bringt – dann LIEBE ich es zu lernen.

Ich gehe gerne in die Berge. Man unterstellte mir eine ganze Zeit lang, dass ich Wandern nicht mögen würde – aber auch da: Wenn die Landschaft stimmt, (Wiesen und Wald in guter Balance, Sonne, ein paar Quellen und eine schöne Aussicht schon auf dem Weg zum Ziel) LIEBE ich es, in den Bergen unterwegs zu sein und zu wandern. Nun werde ich es noch mehr lieben! Denn “Holy Mountain” macht Jüngerschaft UND die Berge nicht nur schmackhaft – das Buch hilft mir, die Dinge anders zu sehen, zu deuten und das auf ganz praktische Art und Weise.
Samuel Holzhäuer liebt die Berge und Jesus ist sein Leben – das schreibt er bereits auf den ersten Seiten und das kann man nicht nur lesen sondern auch spüren.
In 14 Kapiteln geht er auf verschiedene Themen der Jesus-Nachfolge ein ( z.B. geistliche Anfechtungen, Ruhezeiten, “das Kreuz auf sich nehmen”, Jesus-Nachfolge in Zeiten des Leids…), betitelt die Kapitel dabei aber nicht mit diesen frommen Worten, sondern passend zum Thema wie in einem Wanderführer (zum Beispiel “Brotzeit und Wanderlust”, “Hüttenzeit” oder “Alpine Gefahr”).
Jedes Kapitel ist logisch aufgebaut und unterteilt durch Erlebnisse während einer Bergtour “Tourentagebuch”, einer Überleitung bzw. Umdeutung auf Alltags-Situationen “Abenteuer Alltag” und wird am Ende durch eine Reflexions-Seite mit einer Frage “Bergschule”, einem kurzen Gedanken mit Bibelvers “Bergrast” und einem Gebet abgeschlossen.
Immer wieder zitiert der Autor Songtexte, Gedichte und Bibelverse und ansprechende Fotos machen Lust auf die nächste Bergtour.
Ein echtes Bonus ist ein QR-Code zu einer passenden Playlist mit verschiedenen christlichen Songs, die man beim Lesen, während der Reflexion oder einfach bei der nächsten Bergtour anhören kann.
Samuel Holzhäuer schafft es, die besonderen Momente in den Bergen ganz praktisch mit der Jesus Nachfolge zu verknüpfen und vor allem Theologie praktisch und spürbar zu machen. Seine Sprach- bzw. Schreibart hat mich beim Lesen direkt mit in die verschiedenen Situationen hineingenommen. Ich konnte mir seine Tourentagebuch-Einträge nicht nur gut vorstellen sondern die ein oder andere Situation fast spüren. Das Buch ist super als tägliches Andachtsbuch geeignet oder zum Mitnehmen auf den nächsten Gipfel.
Wer einen “Wanderführer für die Jüngerschaft” sucht, wird mit diesem Buch nicht nur fündig sondern vor allem bereichert. Ich werde es in jedem Fall weiterschenken und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es bald in einer netten Pension am Dachstein stehen, damit alle Gäste es dort lesen können:-)

Die Stimme des Königs

Die Stimme des Königs

Titel: Die Stimme des Königs – Eine dramatische Reise nach Hause
Autor: Brad Huebert
Verlag: Neufeld Verlag
Lesezeit: Je nach eigenem Tempo 3-5 Stunden
Geeignet für: Methapher- und Geschichtenliebende Leser, die sich herausfordern lassen möchten, Glaubens- und Gottesbilder zu hinterfragen
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Es gibt Bücher, die ich sehe oder geschenkt bekomme und die dann erst mal im Bücherregal landen. Nicht, weil sie mich nicht interessieren oder ansprechen, sondern weil ich dieses Bauchgefühl habe, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist es zu lesen…und dann, Monate oder Jahre später, ziehe ich es aus dem Regal und weiß: JETZT ist die Zeit.
So war es auch mit diesem Buch. Mein Bruder war begeistert davon, hat sogar das Hörbuch dazu aufgenommen, und hatte es mir zum Geburtstag geschenkt. Als ich im letzten Jahr für den Urlaub packte, hatte ich das Gefühl, ich sollte es einpacken. Eigentlich hatte ich keine Lust. Ich wollte nichts „frommes“ lesen und packte es nur widerwillig ein – um es 10 Tage später in Frankreich dann doch aus dem Koffer zu holen. Ich wachte an dem Morgen auf und wusste, HEUTE ist der Tag es zu lesen. Also setzte ich mich in den Garten der Ferienwohnung und las. Las. Las. Schluckte, bekam Tränen in die Augen, las weiter und klappte es nach drei Stunden zu – seufzend und dankbar. Warum?
Der Untertitel ist „Eine dramatische Reise nach Hause“ und er könnte nicht treffender sein. Ich hatte das Gefühl, meine eigene, innere Reise darin zu lesen und schließlich nach Hause zu finden.
Brad Huebert erzählt das Abenteuer eines Mannes (Ivan), der für sich alleine im Wohnzimmer die Entscheidung trifft, sein Leben ab sofort ganz Gott hinzugeben. Als er sein Gebet spricht, geschieht plötzlich etwas und er findet sich in einer anderen Welt wieder. Genauer gesagt in einem Königreich. Dort wird ihm gleich zu  Beginn die Frage gestellt: „Alte oder neue Stadt“ – ohne zu wissen, welche Frage eigentlich dahinter steckt, trifft er eine Entscheidung und kommt in eine Stadt, in der Menschen nach bestimmten Regeln leben und in der ihr Leben danach ausgerichtet ist, dem König (Gott selbst) zu begegnen. Ivan vermisst sein altes Leben, seine Familie und versucht doch, in dieser neuen Welt des „Glaubens“ anzukommen. Er trifft auf Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als den König zu sehen. Ivan bezieht eine Wohnung und strebt immer mehr – so wie alle anderen Bewohner dieser Stadt – danach, alles zu tun was notwendig ist, um Gott so nah wie möglich zu kommen. Dabei ist nicht nur das „BUCH“ notwendig, das er zu jeder Zeit bei sich tragen und intensiv lesen – ja verinnerlichen muss, auch die Teilnahme an Versammlungen ist dabei wichtig. Er möchte immer weiter auf den Gipfel, höher und näher an den König und je näher er ihm kommt, desto mehr scheint es umsonst zu geben. Quellen, aus denen er zu jeder Zeit trinken kann, wenn er Durst hat zum Beispiel – aber warum scheint er immer mehr Durst zu bekommen, je mehr er trinkt? Seine Zweifel, seine Müdigkeit, seine Kraft werden dabei immer weniger. Schließlich findet er sich in einem Kampf wieder, ausgerüstet mit allem, was andere sagen, was notwendig sei um den Feind zu bekämpfen – bis er schließlich erschöpft, verzweifelt und kraftlos zusammenbricht. Um sich dann…erneut in einer imaginären Stadt wieder zu finden, wo alles anders zu sein scheint. Die Menschen sind dort so fröhlich, freier und gelassener. Warum? Wieder hört der Mann davon, was notwendig oder nicht notwendig sei um dem König zu begegnen und ihm nahe zu sein – aber warum wiederspricht das alles dem, was die Menschen in der anderen Stadt zuvor gesagt und getan hatten?
In diesem Buch wird das eigene Glaubensleben auf – ja vielleicht sogar wach gerüttelt. Was bedeutet es, wenn die Bibel oder Christen vom „Neuen Bund“ reden? Wie lebt es sich in diesem neuen Bund? Ist Glaube und die Nähe zu Gott wirklich mit so vielem Bestreben und „Regeln“ verbunden oder ist es vielleicht doch viel einfacher, ihm zu begegnen? Brad Huebert schafft es, den Leser ganz persönlich mit hineinzunehmen in diese Fragen, den eigenen Glauben und das Gottesbild zu hinterfragen, ohne zu ver- oder zu beurteilen.
Im Epilog erst fragt er ganz direkt: „Was fangen Sie nun mit all dem an?“
Mich hat „Die Stimme des Königs“ tief bewegt, wach gerüttelt und sogar beschämt. Gleichzeitig aber ermutigt und mich in eine neue Freiheit geführt.
Kein Wunder, dass ich es bereits mehrfach verschenkt habe und froh bin, dass es wieder „Nachschub“ gibt. Ein Buch, das in jedem Regal stehen und immer wieder gelesen und mit allen Fragen und Gedanken in Erinnerung gerufen werden sollte.

Tipp: „Die Stimme des Königs“ gibt es mit der Stimme meines Bruders Oliver Gentina kostenlos auf Youtube und Spotify zu hören.

Lebensweg oder „Wohin schaue ich?“

Lebensweg oder „Wohin schaue ich?“

Leben.
Ein Weg.
Viele Schritte.
Mit welchem Fokus?
Wohin schaue ich?
Auf das, was andere tun?
Wie weit SIE gekommen sind?
Auf das, was SIE erreicht haben?
Bin ich motiviert durch IHRE Ziele?
Wohin schaue ich?
Nach unten?
Gehe ich Schritt für Schritt ohne zu wissen, wohin es mich führt?
Betrachte ich die Art meines Gangs?
Schaue ich auf die wunden Füße?
Auf die Schmerzen und die Blasen, die sich auf dem Lebensweg entwickelt haben?
Wohin schaue ich?
Nach oben?
Nichts ahnend, was kommt?
Bin ich ein „Hans-guck-in-die-Luft“?
Stolpere. Falle. Weine, weil ich gehofft hatte, getragen zu werden?
Wohin schaue ich?
Wo ist mein Fokus?
Auf diesem Weg.
Mit meinen Schritten.
In diesem Leben.
Ich schaue nach vorne.
Ich habe Jesus im Fokus.
Um dann am Ende, das Ziel zu erreichen.
Um weiter gehen zu können.
Auf dem Lebensweg – der nicht mehr endet.

Finde Frieden im Stress: Deine Reise ins Land der Ruhe

Finde Frieden im Stress: Deine Reise ins Land der Ruhe

Ich liebe es festzustellen, dass nicht nur ich mir aussuche, welche Bücher ich wann lese, sondern dass der Heilige Geist das perfekte Timing kennt. Bei diesem Buch war es auch so. Das Jahr ist nun schon fast drei komplette Monate alt und ich finde mich fast wöchentlich in einem Strudel von To-Dos, selbst erstellten Deadlines und dem Seufzen, wenn ich meinen Terminkalender anschaue. Dabei wollte ich doch gerade in diesem Jahr bewusster, ruhiger und entspannter Leben. Ich wollte meinen Fokus auf das Thema „Prophetie“ legen, mehr Zeit in der Ruhe haben um bewusst zu beten, zu hören und aufzuschreiben, was Gott mir sagt und das dann alles mit meinem Mann für die Kirche zu besprechen und zu prüfen. Außerdem wollte ich diese Zeiten auch dafür nutzen, Predigten vorzubereiten und ich wollte bestimmte Bereiche in der church durch prophetische Eindrücke prägen. Aber: Dafür benötige ich weniger Todos und mehr Zeit zum HÖREN. Es läuft anders als gedacht…Vieles muss aufgeholt werden, die Kirche wächst stätig und vieles muss angepasst und verändert werden – wir befinden uns in einer Art Umbruch. Gerade JETZT möchte ich aus der Ruhe heraus aktiv sein und nicht einfach reagieren und abarbeiten…

Dein Land der Ruhe“ kam daher gerade recht. Ich saß in den letzten 10 Tagen täglich da, las, pausierte, machte Notizen, reflektierte und betete. Meine Vorstellung von einem „netten Buch, das ein paar Inspirationen zum Ruhezeiten-Nehmen gibt“, wurde umgeworfen. Stattdessen beschreibt die Theologin und Coachin Cornelia Schmid quasi eine Reise zu dem Land der Ruhe, welches wir in der Gegenwart Jesu finden. Diese Reise ist dabei auch eine Reise durch die Bibel – Gottes Geschichte mit dem Menschen, seine Verheißungen an Abraham, ein Land zu besitzen, in dem Gottes Volk zur Ruhe kommen wird, die lange Wüstenzeit von Israel, weil sie sich von Gott entfernten, über Jesus, der zusagte, dass jeder, der „mühselig und beladen ist“ zu ihm kommen darf um Ruhe zu finden.
Sie erklärt, was der Gedanke von „Sabbat“ ist und zeigt auf, wie wir selbst in Stress, im Alltag und in turbolenten Zeiten Ruhe und Frieden finden können: Der Schlüssel ist der GEIST! (Nicht gleichzusetzen mit der Seele). Und dann zeigt sie auch noch verschiedene „Werkzeuge“ auf, die man im Glaubensleben nutzen kann, um Ruhe zu finden, in Gottes Gegenwart einzutauchen und die Seele Seele sein zu lassen, während der Geist auftankt, sich stärkt und ruht.
Die Autorin nutzt immer wieder Bibelstellen, persönliche Beispiele, Zeugnisse und Beispiele aus ihren Coaching-Seminaren, wodurch ich mich sehr abgeholt fühlte.
Ich beobachte, wie ich seit Tagen achtsamer mit meinen Gefühlen umgehe: Reagiert die Seele oder der Geist? Warum? Wie kann ich meine Seele beruhigen? Und dann gehe ich ins Gebet und bitte den Heiligen Geist, mir aufzuzeigen, wo ich vergeben darf, wo ich loslassen darf, wo ich meine Seele beruhigen darf. Ich suche die Gegenwart Gottes, statt selbst zu „werkeln“…nur ein kleines Resultat des Buches.

Ein Hinweis aber: Es lässt sich nicht so leicht einfach mal eben durchlesen. Ich ermutige dazu, wie ich, immer wieder Pausen zu machen, Sätze zu unterstreichen oder abzuschreiben, darüber nachzudenken und die Reflektionsfragen zu nutzen. Was ich schön fände, wäre eine Art „Arbeitsheft“ oder „Werkbuch“ oder zumindest ein anderes Format mit breiterem Rand um sich Notizen machen zu können…Jedes Kapitel ist „gehaltvoll“ aber genau deshalb auch lesenswert und bereichernd.

Worte Voller Leben

Worte Voller Leben

Worte voller Leben – Zeitlose Weisheiten für das Hier und Jetzt
Armin Jans
adeo Verlag

*Rezensionsexemplar*

25 Persönlichkeiten, 5 Themenbereiche, unendlich viele Möglichkeiten, um über das Leben, den Glauben – das Hier und Jetzt nachzudenken.
Der Theologe und PR Berater Armin Jans hat in diesem Buch nicht nur wertvolle Zitate von bedeutenden Personen wie Hildegard von Bingen, Ignatius von Loyola, Rainer Maria Rilke oder Thomas von Aquin gesammelt und wiedergegeben – er hat zu jedem Zitat auch tiefgründige Kurzimpulse und Gedanken formuliert. „Diese Worte eignen sich dazu, sie bewusst zu verinnerlichen und wirken zu lassen“, schreibt Jans im Vorwort und genau das rate ich jedem und jeder Leser:in. Kein Zitat, kein Wort, keine Formulierung scheint zufällig oder unbedacht, sondern sorgfältig ausgewählt. Jeder Gedanke ließ mich beim Lesen innehalten und darüber nachdenken. Dieses Buch ist kein Andachtsbuch – kein „Ich lese mal kurz ein paar Seiten“-Werk. Es ist ein Schatz an Gedanken und Worten, die sich der/die LeserIn auf der Zunge zergehen lassen kann. Es ist eine Mischung aus Weisheitsliteratur, Philosophie und praktischer Theologie: Zitate, die von Menschen aus mehreren Jahrhunderten stammen, werden mit der Bibel in Verbindung gebracht und durch Gedanken von Jans ins Hier und Jetzt gesetzt. Wer sich darauf einlässt, kann dadurch sein Glaubensleben nicht nur ergänzen, sondern bereichern.
Ein Buch, das dazu einlädt, sich Zeiten zum Nachdenken und Vertiefen zu nehmen – oder, wie ich, mit einem Gesprächspartner über das Gelesene Wort zu philosophieren.

Geistlich Wachsen Extrem

Geistlich Wachsen Extrem

*unbezahlte Werbung*
100 Bibelverse, 100 kurze Impulse auf 223 Seiten. Klingt im ersten Moment viel, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Susanna Bigger schafft es, knapp und auf den Punkt kleine Impulse zu geben, die das Glaubensleben in Schwung bringen. Dieses „Andachtsbuch“ ist für jeden: Man kann sich in Ruhe hinsetzen, Zeit nehmen, den Impuls lesen und die Fragen von Susanne in Ruhe reflektieren – oder auch nur 5 Minuten nutzen, um sich einen Impuls für den Tag abzuholen…es ist jedem selbst überlassen.

Die Überschrift gibt schon einen Hinweis, worum es geht und ermöglicht es, auch spezifisch nach einem Impuls, passend zu einer aktuellen Situation, zu suchen. Egal, ob „So entdeckst du Gottes Weisheit“, „Lass die Neider Neider sein!“ oder „Warte nicht auf einen Titel!“ – die Themen stechen, wie das ganze Buch, ins Auge und ermöglichen es, schnell einen entsprechenden Gedanken zu vertiefen.
Jeder Impuls wird dann durch einen Bibelvers eingeleitet, enthält eine kurze, persönliche Anekdote, eine Frage zum Nachdenken, eine Ermutigung für einen Action-Step und schließlich ein Gebet. So liebe ich das: Strukturiert, praktisch, fokussiert und vor allem anregend zum Nachdenken und aktiv werden. Was ich persönlich auch sehr ansprechend finde ist die Abwechslung der Anreden im Gebet: Gott ist dreieinig und deshalb spricht Susanna Bigger diesen dreieinigen Gott im Gebet unterschiedlich an. Oftmals mit „Lieber Vater“ oder „Lieber Gott“, manchmal aber eben auch mit „Jesus“ oder „Heiliger Geist“ – auch je nachdem, worum es im Impuls zuvor ging und welche Person Gottes angesprochen wird.
Was ich interessant finde ist, dass es ein „Andachtsbuch“ ist, das nicht, wie die meisten, 52 Impulse (einen für jede Woche) oder 30 Impulse (einen pro Tag in einem Monat) oder gar 365 Impulse enthält, sondern genau 100. Eine runde und schöne Zahl, die mein ausgeprägtes Struktur und Planungsdenken positiv herausgefordert hat: Ich persönlich lese nicht täglich darin, bin aber genau wegen dieser Offenheit (nicht „Ein Andachtsbuch für 1 Monat“) flexibel und motiviert, immer wieder hineinzuschauen und mir eine Idee, eine Motivation, einen Gedanken für den Tag abzuholen.
Wie gut, dass das Cover frech und durch das Pink sehr auffallend ist: Egal wo ich es hinlege – ich kann es nicht übersehen und werde aufgefordert, hineinzuschauen!

Von verfaulten Äpfeln

Von verfaulten Äpfeln

Vor Kurzem ging ich in der Dachsteinregion im Schnee spazieren und stieß auf diese zwei Apfelbäume.

Sie waren noch voller Äpfel und der Boden war übersät von verfaulten Früchten. Der schmelzende Schnee hatte sie ans Licht gebracht. Ich blieb eine Zeit stehen und dachte nach: Wie oft versäumen wir es in unserem Leben zu erkennen, dass die „Ernte“ schon längst reif ist?

Vielleicht warten wir auf einen perfekten Zeitpunkt oder wir denken gar nicht erst darüber nach, ob schon was gewachsen ist. Und jammern dann, dass sich nichts in unserem Leben verändert oder tut. Wir suchen nach dem Sinn von dem was wir tun, warten, wollen „Früchte“ sehen und versäumen es, genau hin zuschauen und die Früchte die schon lange da sind, zu ernten und zu genießen, bevor wir weiter aussäen. Manche sind so sehr mit säen und Pflanzen beschäftigt, dass sie vergessen auch zu genießen was bereits gewachsen ist?! Sie lassen ihre Früchte, ihre Erzeugnisse, ihre Gaben, ihr Potential verfaulen…?! Mühsam geht es immer weiter oder man resigniert „es hat ja doch keinen Wert!“

Aber was, wenn doch?! Was, wenn du aufstehst und mal überprüfst, was aus alle dem geworden ist, was du investiert hast? Aus deinen Gebeten, deinen Gesprächen, deinen Ratschlägen, deinen Liebesbeweisen, deinem Investment, deinen schlaflosen Nächten in denen du gebetet oder gearbeitet hast? Es war sicher nicht umsonst und wird es auch nicht sein! Wer säht, wird ernten! Es ist ein Prinzip-ein Gutes:)

Schau an, was schon alles gewachsen und gelungen ist in deinem Leben, teile es, freue dich daran, sei dankbar dafür und dann säe dadurch weiter aus! Es wird Frucht bringen! Die du auch genießen darfst!

Und vielleicht ist heute der perfekte Tag um einer Person Danke zu sagen oder ihr zu helfen: ihr zu sagen wo sie gesät hat und nun Fürchte betrachten kann! Vielleicht hat jemand Anteil an etwas Gutem in deinem Leben? Weil die Person für dich da war, dich ermutigt hat, dich gefördert hat, dir geholfen hat?!

Du bist ein Produkt einer Aussaat und du selbst hast Einfluss und säst durch dein Sein, dein Handeln, dein Beten- schau hin! Lass es nicht verfaulen! Genieße es und dann geht’s weiter:)

Beauty for Ashes

Beauty for Ashes

Wie jedes Jahr habe ich mir zwischen dem 27.12. und dem 03.01. täglich bewusst Zeiten genommen, in denen ich das vergangene Jahr reflektierte. Was lief gut? Wo gab es Enttäuschungen? Wo Verletzungen? Welche Schritte bin ich gegangen? Hatte ich Erfolge wahrgenommen und auch gefeiert?
Worauf freue ich mich im kommenden Jahr? Was nehme ich mir vor? Diese Fragen stelle ich mir jedes Jahr. Vor allem aber gehe ich mit diesen Fragen ins Gebet. Ich versuche zu hören, wahrzunehmen, zu spüren, was mein Schöpfer darüber denkt. Immerhin hat ER mich geschaffen und kennt mich besser als jeder Mensch – ja sogar besser als ich selbst. Er weiß, was er aus dem Zerbruch und den Verletzungen tun kann.
Auf einem Wochenende mit 24 anderen Frauen blickten wir bewusst auf die schmerzhaften Zeiten des vergangenen Jahres. Auf die „Wüstenzeiten“, wenn man so will. Die Momente, die schwer waren, schmerzhaft waren, herausforderten – die Momente, die wir vielleicht sogar gerne weggeschoben hatten, ignoriert haben oder abhaken wollten, wurden noch einmal hervor geholt. Warum?
Ist das nicht masochistisch?
Wäre es! – Wenn ich nicht auch hier Gott mit reinnehmen würde. In der Bibel steht, dass all denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8,28)
Das ist leicht gesagt aber schwierig zu verstehen. Immer wieder kommt die Frage hoch: „Gott, wo warst du denn?“ oder „Wo ist DA bitte etwas Gutes drin?“

Der Schlüssel für die Antwort liegt in unserer Hand. Die Frage ist, ob ich bereit bin, eine Tür zu einer neuen Sichtweise zu öffnen. Möchte ich wirklich wissen, wo Gott in dem Ganzen war? Warum frage ich ihn dann nicht, ob er es mir zeigen kann?
Ich habe das immer wieder gemacht: „Jesus, wo warst du in der Situation? Zeig mir, wo du warst!“ und dann schließe ich die Augen und „schaue“ hin. Wo steht, sitzt, liegt er? Wo bin ich? Was tut er? Was tue ich? Und plötzlich erkenne ich, dass ich nicht allein war. Dass die Situation anders aussah, als ich dachte. Dass er manchmal da stand und „übernehmen“ wollte, ich aber so auf mich und die Enttäuschung fixiert war, dass ich wütend reagiert oder mich zurück zog. Ich gab ihm nicht die Erlaubnis zu übernehmen, zu handeln. Manchmal musste ich aber auch erkennen, dass er da war – mitten im Sturm und diesen nicht stillen wollte. Es wäre ein Leichtes für ihn – aber er tat es nicht. Stattdessen wollte er mit mir gemeinsam hindurch gehen – aber ich…schrie, zweifelte, riss mich von der Hand, rannte alleine los und war wütend, dass ich nass wurde, der Wind in mein Gesicht peitschte und ich keine Kraft mehr zum Schwimmen hatte. „Jesus, warum hast du den Sturm nicht gestillt?“ und er fragt: „Warum hast du mir nicht vertraut?“
Und dann? Habe ich wieder einen Schlüssel in der Hand. Ich kann eine weitere Entscheidung treffen: Ich kann diese Situationen bewusst abgeben. Ich kann sagen: „Gott, ich hab keine Ahnung, warum ich das erleben musste. Aber ich leg es dir hin. Mach DU etwas Neues draus, Gott. Nimm meine Tränen, meinen Schmerz, meine Narben und nutze es zum Guten – damit es mir und anderen zum Besten dient!“
Und dann? Darf ich gespannt sein.
Dann komme ich vielleicht in eine Situation, in der ich einer Frau Trost spenden kann, die das selbe erlebt hat. Ich kann sagen: „Ich WEIß, wie du dich fühlst!“. Vielleicht kann ich neu sehen, verstehe diesen Gott mehr. Vielleicht werde ich gelassener, rücksichtsvoller, weiser….vielleicht wurde ich vor Schlimmerem bewahrt ohne es zu wissen, vielleicht war die Situation eine Konsequenz MEINES Handelns…vielleicht…vielleicht!
Aber in all den Vielleichts darf ich Gott diese Dinge hinlegen. Ich kann Buße tun, wenn es dran ist und mir wird vergeben. Ich darf sagen: „Ich verstehe es nicht – ABER!“ Ich kann Gott all das hinlegen und sagen: „Jetzt übernimm du! Mach was draus!“

Wusstest du, dass es einen bestimmten Boden gibt, der besonders fruchtbar ist? Es ist der Boden, der einmal von Vulkanasche bedeckt war. Vulkanboden ist fruchtbar, denn die Vulkanasche enthält wertvollste Mineralien, die beim Wachstum helfen! Aus Asche wächst etwas Neues!
Was für ein schönes Bild: Aus der Asche in meinem Leben kann Gott der Schöpfer etwas Neues wachsen lassen. Mein Leben kann – egal wie kaputt, zerbrochen, verbrannt es ist – fruchtbar sein.
Meine Tränen könnten wichtig gewesen sein, damit etwas Neues wachsen kann.
Die Entscheidung liegt bei mir – Bei dir: Darf Gott dir zeigen, dass er DA war? Darf er deinen Glauben stärken und darf er Teil deines Lebens sein – egal wie schön oder unschön es ist?

„Doch ich sage euch: Hängt nicht wehmütig diesen Wundern nach! Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Straße bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fließen.“ (Jesaja 43,18-19)