„Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud“ – so beginnt ein altes Weihnachtslied, das ich zwar lange nicht gehört habe, mir aber immer noch in Erinnerung ist…
Wir befinden uns mitten in der Advents-Zeit. Kinderaugen leuchten heute wie damals – nur, dass sie „damals“ vor Schaufenstern leuchteten – heute vor dem noch heller leuchtenden Bildschirmen der Online-Shops. Wir finden uns wieder, inmitten von vorweihnachtlichen Ritualen und Bräuchen. Wir versuchen, schon vorab den Stress nicht über die Besinnlichkeit kommen zu lassen und fokussieren uns darauf, die nächsten paar Wochen die wichtigsten Dinge zu erledigen und zwischendurch zur Ruhe zu kommen, damit die Festtage schön, gesellig, ruhig, friedvoll…werden. Denn wir feiern…WEIHNACHTEN. Die Heilige Nacht. Die Nacht, in der Christus der Retter geboren wurde…wohoo!!!!
Ich vermute, dass die meisten Menschen den GRUND für Weihnachten tatsächlich noch kennen – auch, wenn es längst hauptsächlich um Geld geht. Geld ausgeben und einnehmen für Bratwurst, Glühwein, Striezel und natürlich Geschenke.
Und trotzdem feiern wir. Wir feiern und warten aufs Feiern.
Wir warten.
Im Advent. Die Zeit der „Ankunft“ Christi.
Heute frage ich mich, ob wir wirklich auf CHRISTUS warten – oder eher auf den Heiligen Abend. Darauf, dass es was feines zu Essen gibt. Darauf, dass man sieht, wie sich ein anderer über das Geschenk freut. Vielleicht auch darauf, dass man Verwandte, die man lange nicht gesehen hat, endlich wieder an einem Tisch hat. Ja, darauf freue ich mich auch. Darauf warte ich auch und bereit mich darauf vor.
Aber mal ehrlich: Wenn Christus selbst nun kurz vor der Bescherung vor der Tür stehen würde…wenn er in dem Moment, als du den Festtagsbraten aus dem Ofen holst und alle am Tisch sitzen, klopfen würde und sagen würde: „Schön, dass ihr so lange gewartet habt. Da bin ich! Auf geht’s! Gema!“ – wie würden wir reagieren?
Mit den Augen rollen?
Darum bitten, nochmal nach dem Essen wieder zu kommen?
Würden wir ihn einladen, mit zu essen und dann bitte lieber mal bei den Nachbarn zu klingeln, die ihn ja nicht kennen und so gar nicht christlich sind?
„Maranatha!“ – Herr, komm(t) bald! Das ist ein aramäischer Ausruf, den es in der Bibel scheinbar nur ein einziges Mal gibt. Er drückt zum einen aus, dass Jesus bald wieder kommt. Aber er kann auch den Wunsch danach äußern. Ich ertappe mich immer wieder dabei, diesen Wunsch im Gebet zu sagen. Ich habe mir sogar eine Kette mit diesem Schriftzug gekauft. Ich möchte mich darauf besinnen, dass wir vielleicht nicht mehr viel Zeit haben. Und ich möchte keine Panik machen oder bekommen – aber die Tatsache, dass die Christenverfolgung weltweit zunimmt ist nicht zu leugnen. Immer mehr Kirchen werden auch in Deutschland angegriffen – verbal aber auch ganz praktisch durch Vandalismus. Religionsfreiheit für alle – aber bitte nicht für die konservativen Christen. Meinungsfreiheit für alle – aber bitte nur für die, die die selbe Meinung wie „ich“ haben…Herr, komm(t) bald! Ich wünsche es mir. Aber bin ich ready?
Bin ich ERWARTUNGSVOLL? Lebe ich den Advent täglich und warte auf die Ankunft, die Wiederkunft Jesu?
Die Bibelstelle, in der Paulus diesen Begriff „Maranatha“ benutzt, ist übrigens sehr spannend. Er schreibt im dichten Kontext nicht einmal von seiner Sehnsucht danach. Er warnt viel mehr. Er schreibt:
„Und hier noch mein Gruß an euch, den ich, Paulus, mit eigener Hand schreibe. Wer den Herrn nicht liebt, den soll Gottes Urteil treffen! Unser Herr, komm! (Maranatha!) Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit euch!“ (1. Korinther 16,21-23)
Wow! Mit der Wiederkunft Jesu wird nicht einfach nur alles gut. ER wird (auch) zum Gericht kommen. ER wird urteilen. ER wird aussortieren und fragen: „Liebst du mich?“, bevor es zu ihm in die Ewigkeit geht.
Ich möchte dann sagen können: „Oh ja! Ich habe schon mein ganzes Leben auf dich gewartet!“
Wie möchtest du die restliche Advents-Zeit verbringen? Wartest du auf Weihnachten oder auf die Ankunft von Christus?
Schlagwort: Bibel
Eine Anregung zur inneren Debatte und Ermutigung zur Positionierung
Ein Buchtipp WÄHREND des Lesens
Normalerweise empfehle ich Bücher ja erst, wenn ich sie selbst bereits durchgelesen habe…Heute gibt es aber mal eine Empfehlung für ganze vier Bände, die ich derzeit lese.
Da ich vermutlich noch eine ganze Zeit benötigen werde, bis ich alle vier Bände gelesen habe, gibt es bereits jetzt eine Empfehlung, weil ich schon im ersten Band total begeistert bin:)
Eine kleine Vorgeschichte dazu:
Vor einigen Wochen scrolle ich durch Instagram und sehe einen Post einer christlichen Influencerin. Sie postet von der JESUS25 Konferenz und einem der Redner dort. Ich stutze. Den Namen kenne ich…allerdings habe ich dabei einen 12-Jährigen Jungen vor Augen, der auf Jungschartagen und Teenietagen des evangelischen Gemeinschaftsverbands in Rheinland-Pfalz und Saarland immer wieder zu sehen ist. Meistens dann, wenn die jüngeren Geschwister „meiner“ Clique mit uns gemeinsam dort sind. Könnte es sein….ich recherchiere ein bisschen und schreibe ihn an…und tatsächlich: Es ist derselbe Mensch, nur dass er nun einen Doktor-Titel besitzt, Theologe ist und am Forum Wiedenest unterrichtet. Ich sehe in seinen Posts, dass er für die besagte JESUS25 Konferenz vier Bände mit dem Titel „Christlicher Glaube in den Herausforderungen unserer Zeit“ herausgegeben hat und bekomme noch größere Augen, als ich die Inhalte sehe: Die Bände haben die Titel „Der unveränderte Stellenwert der Heiligen Schrift„, „Die alles entscheidende Bedeutung von Jesus Christus„, „der kostbare Schatz biblischer Ethik“ und „Die gegründete Einheit der evangelikalen Bewegung„. Ich muss nicht lange überlegen und bestelle direkt bei ihm über Instagram.
Zu den Bänden:
Titel: „Christlicher Glaube in den Herausforderungen unserer Zeit“
Vier Bände.
Herausgegeben von Dr. Martin P. Grünholz und Dr. Frank Hinkelmann.
Verlag: Verlag für Glaube, Theologie und Gemeinde (VGTG)
Jeder Band enthält Aufsätze verschiedener Autoren zum entsprechenden Thema des Bandes.
Darunter zum Beispiel Ulrich Parzany, Philipp Bartholomä, Nicola Vollkommer, Rainer Harter oder Dr. Markus Till.
Verschiedene Aspekte, unterschiedliche Sichtweisen, ergänzende Gedanken von Theologen und christlichen „Denkern“ mit unterschiedlichen Hintergründen also.
Da die Bände gezielt für die JESUS25 Konferenz zusammengefasst wurden, ist es nicht verwunderlich, dass die Autoren der verschiedenen Beiträge und Artikeln vor allem aus dem Bereich der evangelischen Landeskirche und dem „evangelikalen Spektrum“ kommen. (Ich persönlich bin derzeit kein großer Fan von Kategorisierungen und Betitelungen, da sie meiner Meinung nach viel zu oft nicht mehr klar definiert und umkonstruiert werden. Der Begriff wird aber im Rahmen dieser Artikel und Konferenz selbst verwendet.)
Jeder Band ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil finden sich kürzere und „allgemeinverständlichere“ Beiträge, während im zweiten Teil vor allem wissenschaftliche Artikel zu finden sind.
Ich persönlich finde das sehr bereichernd, da ich es liebe, in ruhigen Zeiten einfach mal „allgemeinverständliche“ Gedanken zu lesen und darüber nachzudenken und es gleichzeitig vermisse, wissenschaftliche Artikel wie im Studium zu lesen. So habe ich die Möglichkeit, mich mit beidem, je nach Zeit und „Hirnaktivität“ auseinander zu setzen:)
Bereits Band 1 „Der unveränderte Stellenwert der Heiligen Schrift“ hat mich begeistert. Denn allein hier tauchen diverse Fragen auf, die unsere christliche Welt aufwühlen. Ist die Bibel vom Heiligen Geist inspiriert oder genau so eingegeben worden? Ist sie nicht doch einfach eine Auflistung von menschlichen Erinnerungen, bestückt mit vielen Fehlern? Wieso wird sie überhaupt als „WORT GOTTES“ bezeichnet? Wie ist dieses Wort Gottes zu verstehen? Ist es Fundament für Fundamentalisten oder können wir es nicht doch mit unserem Verstand umdeuten und dem Zeitgeist anpassen, damit Gott attraktiver wirkt? Diese und viele weitere Fragen werden beleuchtet – aus unterschiedlichen Winkeln.
Und ich als Leserin? Kann mir Gedanken machen. Was sehe ich genauso? Was sehe ich anders? Worauf gründe ich mein Verständnis? Worauf meinen Glauben?
Warum empfehle ich etwas, was ich selbst noch nicht fertig gelesen und durchgearbeitet habe?
Weil diese Artikel und Beiträge zum Dialog ermutigen, zum Nachdenken inspirieren und zur eigenen Positionierung beitragen. In den letzten Jahren tauchen viele Fragen auf. Theologie wird zum Streitthema, Spannungsfelder werden kaum noch ausgehalten – jeder möchte einfach eine klare Antwort- und, wie oben schon erwähnt, Kategorisierungen und Betitelungen werden immer mehr radikalisiert, negativiert und schon fast als Beschimpfung verwendet. Was glauben wir noch? Warum glauben wir? Wo stehen wir als Christen? Vermeiden wir die Herausforderungen unserer Zeit oder gehen wir gar aggressiv damit um? Ist Dialog, Debatte und Positionierung überhaupt noch möglich, ohne dass es in Beschimpfung und Radikalisierung endet? Diese Fragen stelle ich mir. Geben mir die Bände Antwort darauf? Ja und Nein. Sie bieten mir durch die Vielzahl der Artikel und Meinungen die Möglichkeit, meine eigene Meinung zu reflektieren, zu hinterfragen und/oder auch klar zu begründen.
Wie gesagt, bin ich selbst noch am Durcharbeiten und lesen – es braucht (zumindest bei mir) Zeit, das Gelesene sacken zu lassen, Fragen, die durch den Artikel aufkommen zu beleuchten und eben für mich selbst eine Position zu finden. Und doch ermutige ich dazu, diese Bände (einzeln oder alle) zu erwerben und sich Zeit dafür zu nehmen. Zeit – die sich kaum noch jemand nimmt. Zeit, eigene Antworten zu finden, bevor Streitgespräche unreflektiert und vor allem ohne jeglichen Respekt losgetreten werden.
Wer sich also mit den Sichtweisen verschiedener Theologen und Denker auseinandersetzen möchte und dadurch eine eigene Sichtweise vertiefen will, ist mit dieser Reihe gut bedient.
Wo bekommt man die vier Bände?
Die Bände sind für 14,90€ bzw. 15,90€ einzeln (oder auch als „Pack“) im Handel erwerbbar.
Wer alle 4 Bände kaufen möchte, kann dies direkt für 49 Euro inklusive Versand über Martin Grünholz direkt tun. Ansonsten einfach beim Buchhandel deines Vertrauens:-)
(Instagram: Martin P. Grünholz)

Wozu Kirche?!
„Daraufhin forschten die Propheten, wann und wie dies eintreffen sollte. Gott ließ sie wissen, dass diese Offenbarungen nicht ihnen selbst galten, sondern euch. Nun sind sie euch verkündet worden, und zwar von denen, die euch die rettende Botschaft gebracht haben. Gott hat sie dazu durch den Heiligen Geist bevollmächtigt, den er vom Himmel zu ihnen sandte. Diese Botschaft ist so einzigartig, dass selbst die Engel gern mehr davon erfahren würden.“ (1. Petrus 1,11-12)
„Darum seid bereit und stellt euch ganz und gar auf das Ziel eures Glaubens ein. Lasst euch nichts vormachen, seid besonnen und richtet all eure Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit, die er euch in vollem Ausmaß an dem Tag erweisen wird, wenn Jesus Christus für alle sichtbar kommt.“ (1. Petrus 1,13)
Seit ein paar Tagen beschäftigt mich mal wieder die Frage: „Wozu eigentlich Kirche?“. Ich frage mich das nicht für mich – sondern für einen Freund:-)
Im Ernst: Ich persönlich BRAUCHE Kirche und die Gemeinschaft im Glauben – obwohl ich an sich Ruhe, Zeit und möglichst wenig Menschen um mich brauche, spüre ich trotzdem immer wieder in Fragen hinein, die andere Menschen haben könnten. Ausgelöst wurde die Frage bei mir, als ich innerhalb kurzer Zeit Einladungen zu Online-Angeboten bekam: Eine Smallgroup mit Input, ein Magazin mit verschiedenen Impulsen, Podcasts, Inspiration, Online-Workshop etc. etc. und ich fragte mich: Worin sehen oder finden Menschen heute noch den Sinn von Kirche, wenn es doch alles zu jeder Zeit online abrufbar ist? Welche Erwartungen haben sie? Welche Erwartungen hast du?
Ist die Erwartung an Kirche, dass man am Sonntag guten Worship von einer Band bekommt? – Warum dann nicht einfach eine Spotify Playlist laufen lassen?
Erwarte ich eine gute Predigt und Impulse? – Die Landschaft der Podcasts und Impuls-Geber im World Wide Web scheint doch grenzenlos!
Suche ich Gemeinschaft? – Kann ich doch in einer Kleingruppe mit meinen engsten Freunden haben, die am besten noch genauso denken wie ich und möglichst wenig Anlass zu Diskussionen geben…
Ist Kirche noch zeitgemäß?
Für manche ist Kirche langweilig. Für manche eine reine Show. Für manche reines Abrackern im Dienst der anderen – für manche eine nette Unterhaltung und eine Abwechslung im Alltag…
Was ist Kirche für dich?
Für mich ist Kirche notwendiger denn je. Warum?
Ich schaue zurück und voraus gleichzeitig.
1. Kirche ist unser Auftrag!
Jesus sammelte verschiedene Menschen um sich. Jeder hatte seine Eigenarten. Da waren Frauen und Männer mit verschiedenen Hintergründen, Begabungen und Berufungen. Und doch bekamen am Ende alle einen Auftrag: Sie sollten aus ihrer Komfortzone, aus ihrem „inner Circle“ hinaus gehen und Menschen lehren, ihnen beibringen, was Jesus gelehrt hatte und sie taufen. Niemand von ihnen tat das alleine. Nicht einmal Jesus. Petrus sammelte Begleiter um sich, Paulus tat das auch. Als Jesus noch unter seinen Jüngern war und sie aussandte, schickte er sie immer zu zweit aus. Sie sollten sich gegenseitig Zeugen sein, unterstützen und halten. Und er sagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“. Wir sind nicht für langfristige Isolation oder Alleingänge geschaffen – sondern zur Ergänzung und Unterstützung untereinander. Und wenn dann noch die unterschiedlichen Geistesgaben dazu kommen…uhuhuuu!
2. Kirche bereitet uns vor
Jesus hatte seinen Jüngern angekündigt, dass die „Endzeit“ nicht leicht werden wird. Im Gegenteil. Jeder wird sich gegen jeden stellen. Naturkatastrophen zunehmen, Kriege und Streitereien an der Tagesordnung sein. Familienmitglieder werden gegeneinander kämpfen und falsche Zeugen werden aussagen.
Und dann? Dann wünsche ich mir, nicht alleine in einem Zimmer zu sitzen. Ich wünsche mir, dass ich die Wahrheiten kenne, dass ich in all den Fake-Videos und Stimmen unterscheiden kann, was wahr und was falsch ist. Ich wünsche mir, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die mich an das erinnern, was ich glaube, was ich weiß, was ich erlebt und erfahren habe. Sie können mich daran erinnern, weil ich meine Erlebnisse und meine Gebetsanliegen – auch die Wunder – mit ihnen geteilt habe. Und ich kann wiederum sie ermutigen. Wir können uns helfen, unterstützen und vor allem unsere geistlichen Gaben einbringen – prophetische Eindrücke teilen, Worte der Ermutigung, Worte der Weisheit. Wir können Hände auflegen und Heilung aussprechen. Wir können uns gegenseitig stärken und Halt bieten, wenn alles um uns herum zerfällt. Wir können uns an die Perspektive Ewigkeit erinnern und uns stärken durchzuhalten bis zum Ende.
3. In der Kirche werden Geistesgaben ausgegossen
Wie oben schon erwähnt, sagte Jesus, dass er selbst mitten unter uns sein würde. Das ist er durch den Heiligen Geist. Im Neuen Testament erklärt der Apostel Paulus die verschiedenen „Geistesgaben“ – Begabungen, die der Heilige Geist den Menschen unterschiedlich schenkt und die dazu da sind, um Gottes Wirken sichtbar zu machen. Diese Gaben sind vielfältig und unterstützend. Je mehr Menschen diese unterschiedlichen Gaben einbringen, desto gesünder und funktionierender der „Leib Christi“.
Der Heilige Geist kann wirken und Menschen werden erfüllt, wenn er wirkt.
Es geht um so viel mehr!
Warum Kirche also HEUTE wichtig ist? Weil es unser Auftrag ist, uns gegenseitig zu stärken und auszurüsten für die Zeiten, die auf uns zukommen. Es geht nicht um Show oder um nette Abwechslung. Es geht um unsere Seelen und unseren Geist. Es geht um die Zukunft. Es geht darum, dass wir den Himmel auf diese Erde holen – im Geist spürbar, in der Seele heilbar und am Körper wahrnehmbar – auch wenn alles andere dagegenspricht. Ist es anstrengend? Ja! Ist es sinnlos? Nein!
Bedeutet es, dass ich immer wieder an meine Grenzen komme? Ja!
Ist es unbequem? OH JA.
Aber es lohnt sich!
Ich wünsche mir so sehr, dass DAS der Grund ist, warum Menschen die Gottesdienste und Kirchenangebote aufsuchen: Um den Himmel auf Erden zu erleben und sich darin zu verwurzeln – egal was kommt.
DAS ist der Grund, warum ICH Teil einer Kirche bin.
Das ist das, was mich antreibt. Es ist mein Herzschlag. Es ist der Gegenpuls der Zeit!
Eine letzte Ermutigung
Ich möchte dich ermutigen, am kommenden Sonntag in eine Kirche zu gehen. Mit offenem Herzen und offenem Geist. Mit einem offenen Notizbuch und einer vollen Tintenpatrone. Und dann – einmal mehr oder neu zu sagen: Gott, was willst du mir mitgeben? Was darf ich heute lernen? Und: „Wo möchtest du mich heute gebrauchen als Teil dieser Gemeinschaft – um mich selbst und andere im Glauben zu stärken und auszurüsten?“
„Wie ein neugeborenes Kind nach Milch schreit, so sollt ihr nach der unverfälschten Lehre unseres Glaubens verlangen. Dann werdet ihr im Glauben wachsen und das Ziel, eure endgültige Rettung, erreichen.“ (1. Petrus 2,2)
Schon wieder eine neue?
„Schon wieder eine neue Bibel?“ – das könnte man mich fragen, hab ich doch erst vor einigen Wochen die MENGE-Übersetzung angepriesen. Wer aber aufmerksam meinen Beitrag dazu gelesen hat weiß, dass ich es liebe, immer wieder neue Übersetzungen und Ausgaben zu lesen. Ich wechsele da auch gerne mal durch. Heute erhielt ich ein neues Rezensions-Exemplar der „Hoffnung für Alle“, genauer der „Breathe“-Edition. Und ich möchte gleich vorweg sagen: Nur, weil es ein Rezensions-Exemplar ist, bedeutet es nicht, dass ich blind Werbung mache und Dinge anpreise, die ich nicht wirklich gut finde. Ich bin ehrlich. War ich schon immer und ich denke jeder, der mich kennt oder schon öfter Predigten von mir gehört – oder Beiträge gelesen hat, weiß das.
Ich bin also auch ehrlich, was diese Ausgabe angeht:-)
Das Schöne ist: Das WORT GOTTES ändert sich nicht. Die Wahrheit, die tiefe Liebe Gottes zu den Menschen, seine Geschichte mit dem Menschen und mit seinem Volk – sie ändert sich nicht. Sie lässt sich nicht bewerten. Bei Bibeln geht es rein um die Art der Übersetzung, des Formats, der Gestaltung oder auch der Anhänge. Ist die Bibel gut lesbar? Ist die Wortwahl entsprechend der Zielgruppe? Ist sie handlich oder schwer, lädt sie zum Lesen und Vertiefen ein? Ist sie geeignet für das einfache Lesen oder besser zum Arbeiten? – Das sind alles Fragen, die ich in meiner Rezension berücksichtige und – wie auch bei Kirchen – ist meine Meinung: Die Auswahl ist riesig. Der Kern sollte nicht verändert sein. Jeder finde das, was für ihn am besten passt und ihn oder sie in ihrer Beziehung zu Gott wachsen lässt.
Die Menge-Bibel war daher für all jene ansprechend und empfehlenswert, die sich gerne in der Wortwahl verlieren -die die alte Sprache lieben und gerne über einzelne Formulierungen nachdenken, vielleicht sogar meditieren.
Die „Hoffnung für Alle“ ist das nicht. Sie ist aber für alle LeserInnen gut und empfehlenswert, die das Wort Gottes leicht verständlich lesen möchten, die die Sprache der Zeit sprechen. Diese Ausgabe der „Breathe Edition“ ist zudem noch für alle LeserInnen geeignet, die sich nicht in Markierungen oder Notizen verlieren möchten, sondern einfach lesen möchten.
Genauere Details findest du hier:
Die Übersetzung
“Man muss den Leuten aufs Maul schauen”, sagte Luther bereits und laut Herausgeber dieser Bibel ist es auch heute noch Motto jeder Bibelübersetzung. Die “Hoffnung für Alle” Übersetzung soll Menschen ansprechen, die die Sprache dieser Zeit sprechen. Das Wort Gottes ist deshalb auch in dieser Ausgabe für den Leser leicht verständlich gemacht und verzichtet daher möglichst auf altmodische Begriffe. Durch Fußnoten und Hinweise auf Erklärungen im hinteren Teil der Bibel wird das Verstehen des Textes ebenfalls erleichtert.
Die Anhänge
Die Wörter, die kulturell, soziologisch, historisch oder theologisch bedingt trotzdem Fragen aufwerfen könnten, werden im hinteren Teil dieser Bibel, unter “Sacherklärungen” knapp und dennoch ausreichend erklärt. Im Biblischen Personen -und Ortsverzeichnis kann der Leser zudem zusätzlich weitere Informationen erhalten. Eine Zeittafel gibt einen Überblick über historische Entwicklungen zur Zeit des Ersten- und Neuen Testaments und auch drei Karten (davon zwei über die Reise des Apostel Paulus) im Anhang helfen beim Verständnis. Die Gestaltung der Zeittafel finde ich persönlich sehr gelungen, da sie in verschiedene Abschnitte mit entsprechenden Überschriften unterteilt ist und die Spalten “Israel” und “Zeitgeschichte” beinhaltet, was einen schnellen und einfachen Überblick ermöglicht.
Das Papier
Die Seiten sind auf 30g/qm ThinOpaque-Papier gedruckt, was die Bibel trotz Gesamt-Ausgabe recht handlich macht, gleichzeitig aber leider das Markieren oder Unterstreichen nur mit einem sehr dünnen Holzstift ermöglicht. Alle anderen Stiftarten würden auf der Rückseite durchschimmern oder durchdrücken, was dann das Lesen erschwert und die Gesamterscheinung unordentlich und chaotisch wirken ließe. Gleichzeitig ist die Auswahl des sehr dünnen Papiers der Grund dafür, dass diese Bibel gut und einfach in einer Tasche mitgenommen werden kann, ohne dieses Buch als Last zu empfinden.
Das Cover
Die Covergestaltung ist vermutlich der größte (und manchmal auch einzige) Unterschied zu anderen aktuellen Ausgaben der “Hoffnung für Alle”. Dieses Cover ist sehr hell gestaltet und zeigt einen wehenden, leichten Vorhang, ein großes Fenster und den Teil eines leeren Raumes. “Breathe” (Atmen) heißt diese Edition und der Name scheint passend. Beim Aufschlagen der Bibel atme ich automatisch durch, spüre Leichtigkeit und Sehnsucht gleichzeitig. Dies ermöglicht mir eine Offenheit beim Lesen – wie ein leerer Raum, der mit frischem Wind durchweht, durchgelüftet und aufgeräumt wird.
Fazit
Alles in allem eine schöne, ansprechende Bibel für alle, die das Wort Gottes gerne in moderner Sprache und verständlich lesen und auf das “Arbeiten” mit Markern oder Stiften verzichten können.
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten
„Ich seh in dein Herz, sehe Gute Zeiten, schlechte Zeiten“…unglaublich, dass dieser Titelsong mir gleich mal in die Erinnerung kommt, wenn ich diese vier Wörter eingebe, dabei habe ich diese Serie in den 90ern kaum geschaut…trotzdem passt die Zeile extrem gut zu dem, was mich derzeit beschäftigt.
Freunde von uns sind derzeit im Urlaub. In Südafrika. In Kapstadt.
Wer schon länger zu meiner Leserschaft gehört weiß, dass Kapstadt für zwei Jahre meine „Heimat“ war und ich seit dem einen Teil meines Herzens dort gelassen habe. Ich lebe nun seit 9 Jahren in Bayern, direkt an der österreichischen Grenze und ich habe einige Freunde und Bekannte, in die in der Zwischenzeit Südafrika besucht haben. Aber in den letzten Tagen und Wochen, in denen ich die Status-Bilder unserer Freunde täglich sehe, ist es anders als sonst: Ich habe wieder „Heimweh“. Ich sehe die Menschen auf den Bildern, den Tafelberg, an einem Sonntag sogar meine ehemalige church – und Erinnerungen kommen hoch. Heute sind unsere Freunde an ihrer letzten Unterkunft nach ihrem Roadtrip angekommen und es stellt sich heraus, dass das Hotel gerade mal zwei Straßen neben einer unserer „Zuhause“ von damals liegt. „Kannst du mich noch einmal mit an den Strand nehmen?“ habe ich heute meiner Freundin geschrieben, „da habe ich jeden Morgen meine Zeit mit Gott verbracht!„. Seit Tagen kämpfe ich wieder mit den (falschen) Gedanken: „DAMALS, in Südafrika, war alles besser!“ Ich hatte Gedanken wie „Die Menschen dort sind dankbarer. Sie schätzen das Leben und das, was man tut, mehr. Sie sind wertschätzender. Höflicher. Hier ist ALLES blöd. ALLE Menschen sind undankbar. ALLE erwarten zu viel. Für ALLE bist du der Depp vom Dienst. ALLE haben ZU VIEL Erwartungen…Ja, FRÜHER, DORT war ALLES BESSER!“ Und was passierte? Ich wurde traurig. Müde. Lustlos. Motivationslos und vor allem getäuscht! Denn sind wir mal ehrlich: DA war auch nicht ALLES besser! Da waren auch nicht ALLE wertschätzender oder netter oder liebevoller -auch ICH nicht!
Dort gab es auch Herausforderungen, wenn auch andere: Ein leerer Kühlschrank immer wieder. Ein leerer Tank und ein leeres Konto. Es gab Menschen, die zu mir in die Kleiderkammer für Bedürftige kamen, und mich als NAZI und Rassist beschimpften, nur weil ich mich an die Regel hielt und jedem die selbe Anzahl an Decken und Kleidung gab und niemandem einen Vorteil gab. Ich hatte damit zu kämpfen, mit Freude zu dienen und Entscheidungen meiner Leiter zu akzeptieren, ich war müde und ich hatte immer wieder Flohstiche, als ich aus dem Township kam. Wir hatten immer wieder stundenweise keinen Strohm und im Winter war es nass und kalt und wir hatten keine richtige Heizung. Es gab Tage, an denen ich weinend an den Strand ging, mit Gott haderte und kämpfte. Einmal, gegen Ender unserer zwei Jahre dort, lief ich im Nebel am frühen Morgen am Strand herum und weinte, weil ich nicht wusste, wie es weiter gehen sollte. Aber was habe ich in meiner Erinnerung? Das Lachen der Kinder, die freudestrahlend auf mich zugerannt kommen. Die Freundschaften und die Beziehungen, die ich dort aufgebaut habe. Die warmen Sommertage, an denen ich morgens am Strand die Bibel las und den Blick auf den Tafelberg genoss. Ich denke meistens an die GUTEN Zeiten. War wirklich ALLES besser und ALLES gut? Ich muss schmunzeln – Nein! Auch dort nicht. Aber ich hatte eine andere Einstellung: Ich hatte mich entschieden zu gehen. Ich hatte alles aufgegeben und Dinge, die mir lieb und kostbar waren, verkauft um den Schritt nach Afrika zu gehen. Ich hatte es mich etwas kosten lassen und deshalb habe ich es damals nicht angezweifelt- nicht bereut und nicht aufgegeben. Mein HERZ hat die guten Zeiten behalten – auch wenn schlechte dabei waren.
„Kannst du mich noch einmal mit an den Strand nehmen?“ habe ich meiner Freundin geschrieben
und dann… bin ich aus dem Haus gegangen, mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren und habe den Untersberg und den Watzmann angeschaut – die Berge, die ich fast vor meiner Haustür habe. Die Berge, die von grünen, blühenden Wiesen umgeben sind. Die Berge, die ich unbedingt sehen wollte, als ich damals in Kapstadt auf dem Bett lag und weinte…“Ich würde so gerne mal in die Berge. Nach Bayern oder Österreich. Auf eine Alm. Die Kuhglocken hören und wandern…das wäre sooo schön!“ genau das hatte ich damals meinem Mann in Kapstadt gesagt, als ich müde und ausgelaugt von der „Arbeit“ in der Kirche und den Townships war. Noch nicht ahnend, dass ich einmal genau das bekommen würde. Gott hatte mich auch damals gehört und vermutlich geschmunzelt, weil er seinen Plan schon hatte. Ich darf mich neu entscheiden, im HIER und JETZT zu sein und das zu genießen, was ich habe. Täglich, wenn ich möchte – weil auch HIER viele GUTE ZEITEN auf mich warten.
Finde Frieden im Stress: Deine Reise ins Land der Ruhe
*Rezensionsexpemplar*
„Dein Land der Ruhe“
Cornelia Schmid
SCM Verlag
Ich liebe es festzustellen, dass nicht nur ich mir aussuche, welche Bücher ich wann lese, sondern dass der Heilige Geist das perfekte Timing kennt. Bei diesem Buch war es auch so. Das Jahr ist nun schon fast drei komplette Monate alt und ich finde mich fast wöchentlich in einem Strudel von To-Dos, selbst erstellten Deadlines und dem Seufzen, wenn ich meinen Terminkalender anschaue. Dabei wollte ich doch gerade in diesem Jahr bewusster, ruhiger und entspannter Leben. Ich wollte meinen Fokus auf das Thema „Prophetie“ legen, mehr Zeit in der Ruhe haben um bewusst zu beten, zu hören und aufzuschreiben, was Gott mir sagt und das dann alles mit meinem Mann für die Kirche zu besprechen und zu prüfen. Außerdem wollte ich diese Zeiten auch dafür nutzen, Predigten vorzubereiten und ich wollte bestimmte Bereiche in der church durch prophetische Eindrücke prägen. Aber: Dafür benötige ich weniger Todos und mehr Zeit zum HÖREN. Es läuft anders als gedacht…Vieles muss aufgeholt werden, die Kirche wächst stätig und vieles muss angepasst und verändert werden – wir befinden uns in einer Art Umbruch. Gerade JETZT möchte ich aus der Ruhe heraus aktiv sein und nicht einfach reagieren und abarbeiten…
„Dein Land der Ruhe“ kam daher gerade recht. Ich saß in den letzten 10 Tagen täglich da, las, pausierte, machte Notizen, reflektierte und betete. Meine Vorstellung von einem „netten Buch, das ein paar Inspirationen zum Ruhezeiten-Nehmen gibt“, wurde umgeworfen. Stattdessen beschreibt die Theologin und Coachin Cornelia Schmid quasi eine Reise zu dem Land der Ruhe, welches wir in der Gegenwart Jesu finden. Diese Reise ist dabei auch eine Reise durch die Bibel – Gottes Geschichte mit dem Menschen, seine Verheißungen an Abraham, ein Land zu besitzen, in dem Gottes Volk zur Ruhe kommen wird, die lange Wüstenzeit von Israel, weil sie sich von Gott entfernten, über Jesus, der zusagte, dass jeder, der „mühselig und beladen ist“ zu ihm kommen darf um Ruhe zu finden.
Sie erklärt, was der Gedanke von „Sabbat“ ist und zeigt auf, wie wir selbst in Stress, im Alltag und in turbolenten Zeiten Ruhe und Frieden finden können: Der Schlüssel ist der GEIST! (Nicht gleichzusetzen mit der Seele). Und dann zeigt sie auch noch verschiedene „Werkzeuge“ auf, die man im Glaubensleben nutzen kann, um Ruhe zu finden, in Gottes Gegenwart einzutauchen und die Seele Seele sein zu lassen, während der Geist auftankt, sich stärkt und ruht.
Die Autorin nutzt immer wieder Bibelstellen, persönliche Beispiele, Zeugnisse und Beispiele aus ihren Coaching-Seminaren, wodurch ich mich sehr abgeholt fühlte.
Ich beobachte, wie ich seit Tagen achtsamer mit meinen Gefühlen umgehe: Reagiert die Seele oder der Geist? Warum? Wie kann ich meine Seele beruhigen? Und dann gehe ich ins Gebet und bitte den Heiligen Geist, mir aufzuzeigen, wo ich vergeben darf, wo ich loslassen darf, wo ich meine Seele beruhigen darf. Ich suche die Gegenwart Gottes, statt selbst zu „werkeln“…nur ein kleines Resultat des Buches.
Ein Hinweis aber: Es lässt sich nicht so leicht einfach mal eben durchlesen. Ich ermutige dazu, wie ich, immer wieder Pausen zu machen, Sätze zu unterstreichen oder abzuschreiben, darüber nachzudenken und die Reflektionsfragen zu nutzen. Was ich schön fände, wäre eine Art „Arbeitsheft“ oder „Werkbuch“ oder zumindest ein anderes Format mit breiterem Rand um sich Notizen machen zu können…Jedes Kapitel ist „gehaltvoll“ aber genau deshalb auch lesenswert und bereichernd.
Fasten – warum eigentlich?
Vorgestern war ich mit einem Teil meines „Ladies-Ministry“-Teams Essen.
In einem meiner Lieblingsrestaurants – dort gibt es asiatisches, leckeres und vor allem VIEL Essen. Welcome to Paradise:-)
Ja, ich weiß, es ist offiziell Fastenzeit – (M)ein Glück, dass wir in unserer church erst nächste Woche mit dem gemeinsamen Fasten beginnen. Bis dahin haben wir Vorbereitungszeit.
Ich habe schon öfter auf verschiedene Art gefastet, aber noch nie habe ich es „vorbereitet“. 10 Tage Vorbereitung in Begleitung mit einem Buch – 10 Tage kleine Inputs und Anregungen um sich zunächst einmal bewusst zu machen, warum man fasten möchte, wie man fasten möchte, wie lange man fasten möchte…und ich muss sagen, ich bin begeistert und motivierter als je zuvor.
Ich faste nicht, weil ich mal wieder abnehmen möchte oder weil mein Darm mal wieder bei 0 starten soll.
Ich faste auch nicht, weil wir das in der Kirche jedes Jahr so machen und ich als Pastorin da voran gehen muss.
Ich faste für verschiedene Dinge – weil es mir guttut, zurück zur Ruhe zu kommen. Weg von Ablenkungen, die ich gerne als Ausreden dafür verwende, nicht genug Zeit im Gebet, im Bibellesen oder einfach in der Stille bei Gott verbringen zu können…Wie oft kommt es vor, dass ich sage: „Ich schaue heute Abend noch ein bisschen die Serie weiter. Ich muss einfach mal abschalten!“ Wie unlogisch eigentlich.
Jetzt habe ich beschlossen zu fasten. Auf Dinge zu verzichten, die mir Zeit und Ruhe rauben. Auf Nahrungsmittel, die ich gerne in mich hineinstopfe, weil mein Körper Energie benötigt oder einfach Zucker, weil „alles soooo anstrengend ist“.
Wenn mein Magen knurrt, dann ist das mein Wecker zum Gebet. Und ich nehme meine Gebetsanliegen hervor: Menschen, für dich bete. Themen, die mich belasten. Krankheiten, wo Heilung benötigt wird.
Es ist meine Erinnerung, innezuhalten und meine Kraft bei meinem Schöpfer abzuholen, der gesagt hat, dass ER mich erfrischen möchte, wenn ich müde und belastet bin.
Ich schleppe also den Kram vom Alltag, die schwierigen Gespräche, die Worte, die mich trafen, die Fragen und Lösungsvorschläge täglich mehrmals ans Kreuz. Zu meinem Gott. „Was soll ich tun? Kannst du das für mich erledigen?“ Es ist eine Unterbrechung meiner alten Routine, alles selbst erledigen zu müssen.
Ich faste, weil ich diese „Routine“ verändern und vertiefen möchte: Die Routine nicht aus eigener Kraft zu handeln, sondern in meiner Schwäche – und die werde ich definitiv empfinden – zu Gott zu gehen und IHN machen zu lassen.
Ich möchte meinen Geist stärken, meinen Glauben, meine Beziehung zu Gott und „wach“ sein für das, was im Ungesehenen passiert. Um dann noch kraftvoller zu beten, meine Stimme zu erheben und dazu dankbar zu sein für das, was ich im Überfluss habe.
Fasten- das bedeutet zurück zur Quelle zu gehen. Die Quelle, die ein Leben im Überfluss hat. Die meine Seele erfrischt. Die stark ist in meiner Schwäche. Es bedeutet: Weniger ICH – Mehr Gott.
Und deshalb ist es mir vor zwei Tagen auch gelungen, auf das Dessert zu verzichten – obwohl es „nur“ eine Banane im Teigmantel (also praktisch Obst) gewesen wäre. (Ach, wie leicht man sich doch selbst hintergehen kann…) Aber ich bin in dieser Vorbereitungswoche stark geblieben – keine Süßigkeiten, kein Dessert. Und ab nächster Woche geht es dann richtig los. Ich bin gespannt und vor allem erwartungsvoll.
Worte Voller Leben
Worte voller Leben – Zeitlose Weisheiten für das Hier und Jetzt
Armin Jans
adeo Verlag
*Rezensionsexemplar*
25 Persönlichkeiten, 5 Themenbereiche, unendlich viele Möglichkeiten, um über das Leben, den Glauben – das Hier und Jetzt nachzudenken.
Der Theologe und PR Berater Armin Jans hat in diesem Buch nicht nur wertvolle Zitate von bedeutenden Personen wie Hildegard von Bingen, Ignatius von Loyola, Rainer Maria Rilke oder Thomas von Aquin gesammelt und wiedergegeben – er hat zu jedem Zitat auch tiefgründige Kurzimpulse und Gedanken formuliert. „Diese Worte eignen sich dazu, sie bewusst zu verinnerlichen und wirken zu lassen“, schreibt Jans im Vorwort und genau das rate ich jedem und jeder Leser:in. Kein Zitat, kein Wort, keine Formulierung scheint zufällig oder unbedacht, sondern sorgfältig ausgewählt. Jeder Gedanke ließ mich beim Lesen innehalten und darüber nachdenken. Dieses Buch ist kein Andachtsbuch – kein „Ich lese mal kurz ein paar Seiten“-Werk. Es ist ein Schatz an Gedanken und Worten, die sich der/die LeserIn auf der Zunge zergehen lassen kann. Es ist eine Mischung aus Weisheitsliteratur, Philosophie und praktischer Theologie: Zitate, die von Menschen aus mehreren Jahrhunderten stammen, werden mit der Bibel in Verbindung gebracht und durch Gedanken von Jans ins Hier und Jetzt gesetzt. Wer sich darauf einlässt, kann dadurch sein Glaubensleben nicht nur ergänzen, sondern bereichern.
Ein Buch, das dazu einlädt, sich Zeiten zum Nachdenken und Vertiefen zu nehmen – oder, wie ich, mit einem Gesprächspartner über das Gelesene Wort zu philosophieren.
Geistlich Wachsen Extrem
*unbezahlte Werbung*
100 Bibelverse, 100 kurze Impulse auf 223 Seiten. Klingt im ersten Moment viel, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Susanna Bigger schafft es, knapp und auf den Punkt kleine Impulse zu geben, die das Glaubensleben in Schwung bringen. Dieses „Andachtsbuch“ ist für jeden: Man kann sich in Ruhe hinsetzen, Zeit nehmen, den Impuls lesen und die Fragen von Susanne in Ruhe reflektieren – oder auch nur 5 Minuten nutzen, um sich einen Impuls für den Tag abzuholen…es ist jedem selbst überlassen.
Die Überschrift gibt schon einen Hinweis, worum es geht und ermöglicht es, auch spezifisch nach einem Impuls, passend zu einer aktuellen Situation, zu suchen. Egal, ob „So entdeckst du Gottes Weisheit“, „Lass die Neider Neider sein!“ oder „Warte nicht auf einen Titel!“ – die Themen stechen, wie das ganze Buch, ins Auge und ermöglichen es, schnell einen entsprechenden Gedanken zu vertiefen.
Jeder Impuls wird dann durch einen Bibelvers eingeleitet, enthält eine kurze, persönliche Anekdote, eine Frage zum Nachdenken, eine Ermutigung für einen Action-Step und schließlich ein Gebet. So liebe ich das: Strukturiert, praktisch, fokussiert und vor allem anregend zum Nachdenken und aktiv werden. Was ich persönlich auch sehr ansprechend finde ist die Abwechslung der Anreden im Gebet: Gott ist dreieinig und deshalb spricht Susanna Bigger diesen dreieinigen Gott im Gebet unterschiedlich an. Oftmals mit „Lieber Vater“ oder „Lieber Gott“, manchmal aber eben auch mit „Jesus“ oder „Heiliger Geist“ – auch je nachdem, worum es im Impuls zuvor ging und welche Person Gottes angesprochen wird.
Was ich interessant finde ist, dass es ein „Andachtsbuch“ ist, das nicht, wie die meisten, 52 Impulse (einen für jede Woche) oder 30 Impulse (einen pro Tag in einem Monat) oder gar 365 Impulse enthält, sondern genau 100. Eine runde und schöne Zahl, die mein ausgeprägtes Struktur und Planungsdenken positiv herausgefordert hat: Ich persönlich lese nicht täglich darin, bin aber genau wegen dieser Offenheit (nicht „Ein Andachtsbuch für 1 Monat“) flexibel und motiviert, immer wieder hineinzuschauen und mir eine Idee, eine Motivation, einen Gedanken für den Tag abzuholen.
Wie gut, dass das Cover frech und durch das Pink sehr auffallend ist: Egal wo ich es hinlege – ich kann es nicht übersehen und werde aufgefordert, hineinzuschauen!
Beauty for Ashes
Wie jedes Jahr habe ich mir zwischen dem 27.12. und dem 03.01. täglich bewusst Zeiten genommen, in denen ich das vergangene Jahr reflektierte. Was lief gut? Wo gab es Enttäuschungen? Wo Verletzungen? Welche Schritte bin ich gegangen? Hatte ich Erfolge wahrgenommen und auch gefeiert?
Worauf freue ich mich im kommenden Jahr? Was nehme ich mir vor? Diese Fragen stelle ich mir jedes Jahr. Vor allem aber gehe ich mit diesen Fragen ins Gebet. Ich versuche zu hören, wahrzunehmen, zu spüren, was mein Schöpfer darüber denkt. Immerhin hat ER mich geschaffen und kennt mich besser als jeder Mensch – ja sogar besser als ich selbst. Er weiß, was er aus dem Zerbruch und den Verletzungen tun kann.
Auf einem Wochenende mit 24 anderen Frauen blickten wir bewusst auf die schmerzhaften Zeiten des vergangenen Jahres. Auf die „Wüstenzeiten“, wenn man so will. Die Momente, die schwer waren, schmerzhaft waren, herausforderten – die Momente, die wir vielleicht sogar gerne weggeschoben hatten, ignoriert haben oder abhaken wollten, wurden noch einmal hervor geholt. Warum?
Ist das nicht masochistisch?
Wäre es! – Wenn ich nicht auch hier Gott mit reinnehmen würde. In der Bibel steht, dass all denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8,28)
Das ist leicht gesagt aber schwierig zu verstehen. Immer wieder kommt die Frage hoch: „Gott, wo warst du denn?“ oder „Wo ist DA bitte etwas Gutes drin?“
Der Schlüssel für die Antwort liegt in unserer Hand. Die Frage ist, ob ich bereit bin, eine Tür zu einer neuen Sichtweise zu öffnen. Möchte ich wirklich wissen, wo Gott in dem Ganzen war? Warum frage ich ihn dann nicht, ob er es mir zeigen kann?
Ich habe das immer wieder gemacht: „Jesus, wo warst du in der Situation? Zeig mir, wo du warst!“ und dann schließe ich die Augen und „schaue“ hin. Wo steht, sitzt, liegt er? Wo bin ich? Was tut er? Was tue ich? Und plötzlich erkenne ich, dass ich nicht allein war. Dass die Situation anders aussah, als ich dachte. Dass er manchmal da stand und „übernehmen“ wollte, ich aber so auf mich und die Enttäuschung fixiert war, dass ich wütend reagiert oder mich zurück zog. Ich gab ihm nicht die Erlaubnis zu übernehmen, zu handeln. Manchmal musste ich aber auch erkennen, dass er da war – mitten im Sturm und diesen nicht stillen wollte. Es wäre ein Leichtes für ihn – aber er tat es nicht. Stattdessen wollte er mit mir gemeinsam hindurch gehen – aber ich…schrie, zweifelte, riss mich von der Hand, rannte alleine los und war wütend, dass ich nass wurde, der Wind in mein Gesicht peitschte und ich keine Kraft mehr zum Schwimmen hatte. „Jesus, warum hast du den Sturm nicht gestillt?“ und er fragt: „Warum hast du mir nicht vertraut?“
Und dann? Habe ich wieder einen Schlüssel in der Hand. Ich kann eine weitere Entscheidung treffen: Ich kann diese Situationen bewusst abgeben. Ich kann sagen: „Gott, ich hab keine Ahnung, warum ich das erleben musste. Aber ich leg es dir hin. Mach DU etwas Neues draus, Gott. Nimm meine Tränen, meinen Schmerz, meine Narben und nutze es zum Guten – damit es mir und anderen zum Besten dient!“
Und dann? Darf ich gespannt sein.
Dann komme ich vielleicht in eine Situation, in der ich einer Frau Trost spenden kann, die das selbe erlebt hat. Ich kann sagen: „Ich WEIß, wie du dich fühlst!“. Vielleicht kann ich neu sehen, verstehe diesen Gott mehr. Vielleicht werde ich gelassener, rücksichtsvoller, weiser….vielleicht wurde ich vor Schlimmerem bewahrt ohne es zu wissen, vielleicht war die Situation eine Konsequenz MEINES Handelns…vielleicht…vielleicht!
Aber in all den Vielleichts darf ich Gott diese Dinge hinlegen. Ich kann Buße tun, wenn es dran ist und mir wird vergeben. Ich darf sagen: „Ich verstehe es nicht – ABER!“ Ich kann Gott all das hinlegen und sagen: „Jetzt übernimm du! Mach was draus!“
Wusstest du, dass es einen bestimmten Boden gibt, der besonders fruchtbar ist? Es ist der Boden, der einmal von Vulkanasche bedeckt war. Vulkanboden ist fruchtbar, denn die Vulkanasche enthält wertvollste Mineralien, die beim Wachstum helfen! Aus Asche wächst etwas Neues!
Was für ein schönes Bild: Aus der Asche in meinem Leben kann Gott der Schöpfer etwas Neues wachsen lassen. Mein Leben kann – egal wie kaputt, zerbrochen, verbrannt es ist – fruchtbar sein.
Meine Tränen könnten wichtig gewesen sein, damit etwas Neues wachsen kann.
Die Entscheidung liegt bei mir – Bei dir: Darf Gott dir zeigen, dass er DA war? Darf er deinen Glauben stärken und darf er Teil deines Lebens sein – egal wie schön oder unschön es ist?
„Doch ich sage euch: Hängt nicht wehmütig diesen Wundern nach! Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Straße bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fließen.“ (Jesaja 43,18-19)









