Zwei Nächte im Lesehotel

Zwei Nächte im Lesehotel

Es ist Juni 2024! Schon am Parkplatz weht mir ein zarter Lavendelduft entgegen. Ich atme tief ein und bin dankbar: zum 40. Geburtstag haben mir mehrere Frauen einen Gutschein für das Lesehotel in Bad Goisern bei Hallstadt geschenkt und nun ist der Tag gekommen, an dem ich ihn einlösen kann: Zwei Nächte (eine davon ist auch eine Freundin mitgekommen) in einem Hotel, in dem alles für eine gemütliche Leseauszeit gegeben ist: Bücher, Bücher und Bücher, Zimmer mit Blick auf Berg oder Wald, Lesesessel und vor allem Ruhe. Ich freue mich so sehr.

Während wir unsere kleinen Koffer aus dem Auto holen, hören wir aus der Ferne einige Kuhglocken, aus der Nähe Vögel und als wir den kleinen Weg vom Paktplatz zum Hoteleingang hinauflaufen, stimmt das Summen der Bienen, die sich am Klee auf der Wiese und den leuchtenden Lavendelblüten am Weg erfreuen mit ein.

Wir öffnen die Hoteltür, stellen unsere Schuhe in den Eingangsbereich und checken mit dem Handy ein. Vorab habe ich bereits alle Informationen per Mail erhalten. Obwohl wir somit ganz selbstständig unser Zimmer beziehen könnten, begrüßt uns eine freundliche Mitarbeiterin des Hauses. Sie zeigt uns die einzelnen Räume, erklärt uns, wie und wo wir ganz einfach selbstständig Getränke und Snacks buchen und bezahlen können und führt uns zu unserem Zimmer. Auf dem Weg über das Treppenhaus kommen wir bereits an zahlreichen Büchern vorbei, die den kompletten Aufgang zieren.

Die Tür zum Zimmer öffnet sich-alle Zimmer sind nach einem Verlag benannt-sehr passend und kreativ, wie ich finde- und ich staune: Nicht nur das Bücherregal vor mir erfreut mich, nicht nur die schöne Bad-Ecke oder dass es ein abgetrenntes WC gibt, sondern auch der Ausblick: Vom Balkon aus sieht man über eine wunderschöne Wiese, auf die Berge und den Hallstädter See.

Wir packen die Koffer aus und schlendern gemütlich durchs Haus: zwei große Lesezimmer gibt es-eines etwas dunkler, dafür gemütlich mit großen Sitzsäcken, Leselampem und natürlich großen und voll bestückten Bücherregalen, daneben ein zweites, sehr helles Zimmer mit Sesseln, Sitzsäcken, vielen Büchern und einem schönen Ausblick auf den See und die Berge. Direkt daneben: der Speisesaal, der ebenfalls mit diversen Büchern zum Lesen einlädt, während man in Ruhe isst oder einen Kaffee genießt.

Wir lassen erstmal alles auf uns wirken und entscheiden uns dann, einen Spaziergang zu machen: Direkt neben dem Hotel gibt es zahlreiche Wanderwege, die gut ausgeschildert sind. Danach holen wir uns einen Kaffee und nehmen auf einer der schönen Lesebänke im Garten Platz. Und dann tun wir das, wofür wir genau hierher gekommen sind: Wir lesen:)

Am Abend geht’s zum köstlichen 3-Gang Menü in den Speiseraum. Ein bisschen unbeholfen fühlen wir uns schon: Zur selben Zeit sind nur zwei Gäste, Alleinreisende, beim Essen: Sie lesen schweigend und scheinen die Ruhe zu genießen. Meine Freundin und ich versuchen möglichst wenig und vor allem nur flüsternd zu sprechen. Vielleicht bin ich zu „mitfühlend“-aber es scheint mir irgendwie unangebracht zu reden…

Nach dem Essen geht’s aufs Zimmer. Reden, Lesen und vor allem die Ruhe genießen, bis wir das Licht ausschalten und einschlafen.

Am nächsten Morgen ist es neblig und regnerisch. Wir stehen gemütlich auf, frühstücken im Speiseraum und freuen uns, dass langsam die Sonne durchbricht. Wir machen einen Ausflug nach Bad Ischl, schlendern durch die Straßen, trinken Kaffee und fahren anschließend an den See. Den privaten See-Zugang, den Hotelgäste nutzen dürfen, nehmen wir nicht in Anspruch aber es ist definitiv ein netter Bonus, den ich beim nächsten Besuch nutzen werde.

Nachdem sich meine Freundin verabschiedet, (ich bleibe eine weitere Nacht alleine dort) , schnappe ich mir meinen Roman und lege mich wieder in den Garten. Leider ist es plötzlich gar nicht mehr so ruhig: auf dem Balkon sitzen einige Männer, scheinbar aus Asien, lachen, rauchen und telefonieren. Ich versuche es zu ignorieren aber es ist nicht möglich. Enttäuscht gehe ich auf mein Zimmer und lese dort weiter. Ich habe Hunger aber versuche, das Abendessen hinauszuzögern bis ich höre, dass die besagte Gruppe im Speiseraum fertig ist. Ich setze mich an den Tisch aber die Ruhe ist trotzdem nicht da-jetzt weiß ich wieder, warum ich am Abend zuvor nur flüstern wollte… immer noch sind ein paar Männer am Tisch und erzählen und lachen laut, die anderen Gäste ziehen sich entweder zurück oder erzählen ebenfalls in normaler Lautstärke. Ich traue mich zu fragen, ob ich draußen essen darf, was mir erlaubt wird, und genieße das köstliche Essen neben den Lavendelbüschen.

Später am Abend ziehe ich mich in einen der Leseräume zurück und ziehe ein Buch aus dem Regal. Es ist ruhig. Das tut so gut…

Ich schlafe spät aber entspannt ein und freue mich über den nächsten Morgen, an dem die Sonne langsam über der Wiese vor dem Haus aufgeht.

Der Checkout läuft sehr einfach, nachdem ich auch das Frühstück draußen einnehme. Meine Tochter und mein Mann holen mich ab, trinken noch einen Kaffee und einen Apfelsaft und es geht zurück in den Alltag.

Ich bin gespannt, wann ich mir diese Auszeit zum nächsten Mal gönnen werde und freue mich schon drauf!

Unbezahlte Werbung!!!!

Ich habe für diese Empfehlung keinerlei Begünstigung oder Bezahlung erhalten. Diese Empfehlung ist rein privat!

Lesehotel: https://www.hallstatt-hideaway-mountain.com

Mehr Fotos findest du auf meinem Instagram-Profil „Tag.sicht“

The ruthless elimination of hurry – John Marc Comer

The ruthless elimination of hurry – John Marc Comer

Ich habe dieses Buch gelesen, als ich gerade ein Auszeit-Jahr machte, um nicht in ein Burn-Out zu rutschen. Ich las es auf Empfehlung einer Freundin, wusste jedoch nicht, dass John Mark Comer sich in genau der selben Situation wie ich befand, als er dieses Buch geschrieben hatte. Sehr ehrlich und für mich nachvollziehbar beschreibt er seine Situation, seine Ermüdung, seine Zweifel und Gedanken. Obwohl er zu Beginn vor allem auf seine Situation als Pastor eingeht, beschreibt er im allgemeinen den Zeitgeist und die Moderne des „Stresses“, der „Eile“ und des Zeitdrucks. Den ersten Teil des Buches betitelt er mit „Das Problem“. Der zweite Teil führt zur „Lösung“. Ist Leistung von Gott gewollt? Was hat es mit dem Ruhetag auf sich? Und wie beeinflussen „Stress“ und „Leistungsdruck“ unsere Beziehungen untereinander und zu Gott? Ist „Mehr Zeit“ die Lösung? Diese Fragen stellt sich der Autor und gibt gleichzeitig auch Antworten. Dabei geht er in einem kurzen Exkurs auf die „geistlichen Disziplinen“ ein.
Im dritten Teil gibt er vier praktische Tipps (Disziplinen), wie man sein Leben und den Alltag entschleunigen kann und somit langfristig dazu beitragen kann, den Fokus zu ändern und Burn-Out oder gar Depression vorzubeugen.
Ich habe das Buch in Etappen in einer kleinen Lesegruppe gelesen. Der Austausch und die Pausen zum Nachdenken haben bereits beim Entschleunigen geholfen. Am Ende des Buchs gibt es einen Hinweis auf eine Website, auf welcher man ein kleines Workbook mit Übungen zum Entschleunigen downloaden kann. Das finde ich sehr hilfreich und authentisch: Es geht dem Autoren offensichtlich nicht einfach um ein nettes Buch – er stellt auch praktische Übungen und Werkzeuge zur Verfügung. Der Autor verweist auf Bibelstellen und Literatur, was ich persönlich immer wichtig finde. Auf den letzten Seiten gibt der Autor außerdem Informationen über sich als Person.
Ein authentisches und ehrliches Buch, das nicht nur ein Problem der heutigen Zeit beschreibt, sondern auch praktische Tipps und Werkezuge an die Hand gibt. 

Die goldenen Jahre des Franz Tausend

Die goldenen Jahre des Franz Tausend

Titus Müller führt den Leser in die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Die verschiedenen Protagonisten geben einen Einblick in die Spannungen, in die Zweifel und Hoffnungen ihrer Personen. Im ersten Teil des Buches steht der Hochstapler Franz Tausend, der im Fokus des Kommissars Heinrich Ahrendt steht und den Nationalsozialisten eine neue Methode vorstellt, Gold herzustellen. Im Laufe der Geschichte werden historische Persönlichkeiten (wie Widerstandskämpfer und Schriftsteller) eingebunden, die zum Teil schließlich am Ende des Romans im Mittelpunkt stehen und Franz Tausend darin ablösen.
Titus Müller schafft es, wie auch in seinen anderen Romanen, den Leser über historische Ereignisse zu informieren, ohne ihn zu „belehren“. Dabei werden dramatische, belegbare Schicksale nicht ausgelassen. Durch die Ich-Erzählungen wird dem Leser eine Beziehung zu den verschiedenen Protagonisten ermöglicht, weshalb manche erzählte Situationen und Schicksale aufwühlen und positiv erschüttern. Die Vergangenheit wird während des Lesens in die Gegenwart des Lesers transportiert und regt zum Nachdenken und Reflektieren an.
Hilfreich und inspirierend finde ich die Aufklärung des Autors am Ende: Hier werden die historischen Hintergründe und Fakten noch einmal erläutert. Der Leser erfährt hier, welche „Fäden“ der Geschichte fiktiv und welche historisch belegbar sind.
Für mich ist dieser Roman, wie auch andere von Titus Müller, mein liebster Geschichts-Unterricht: Spannend, historisch, gut recherchiert, emotional und lehrreich. 

Eine neue Kategorie

Ich lese gerne. Nicht alles. Nicht immer. Aber immer dann, wenn ich entweder zur Ruhe kommen möchte und mal dem Alltag entfliehen will oder, wenn ich meinen Horizont erweitern- und dazu lernen möchte.
Ich gebe zu: Ich bin wählerisch.
„Don’t judge a book by its cover!“ („Bewerte ein Buch nicht am Einband“) heißt es so schön und doch landet nicht einfach jeder Roman, der „nett klingt“ in meinem Bücherregal. Im Gegenteil: Es muss mich vom ersten Blick und von der ersten Berührung an „packen!“. Ich sehe als erstes den Titel an, dann, wenn er mich anspricht, nehme ich das Buch in die Hand. Ist es (zu) dick? Ist es (zu) dünn? Was steht im Klappentext, worum geht es? Und dann, wenn es sich „gut“ anfühlt, kommt es in mein Regal. Und selbst dann kann es manchmal noch Tage, Wochen oder sogar Jahre dauern, bis „der richtige Zeitpunkt“ gekommen ist und ich es in die Hand nehme um es dann innerhalb weniger Stunden oder Tage zu verschlingen.
Immer wieder fragen mich Freundinnen oder Bekannte nach Buchtipps. Meist für Freizeitliteratur, manchmal aber auch möchten sie Tipps für Sachbücher – meist zum Thema „Glauben“ oder „Jüngerschaft“.
Und weil ich mir selbst auch mehr Zeit nehmen möchte, um nach einem Buch zu reflektieren, habe ich nun eine neue Kategorie in diesem Blog und auch ein neues Insta-Profil zum Thema „Buch-Tipps“.
Vielleicht kann ich ja den/die eine/n auch durch diese Tipps etwas inspirieren und helfen.
Viel Spaß beim Stöbern:)

Von verfaulten Äpfeln

Von verfaulten Äpfeln

Vor Kurzem ging ich in der Dachsteinregion im Schnee spazieren und stieß auf diese zwei Apfelbäume.

Sie waren noch voller Äpfel und der Boden war übersät von verfaulten Früchten. Der schmelzende Schnee hatte sie ans Licht gebracht. Ich blieb eine Zeit stehen und dachte nach: Wie oft versäumen wir es in unserem Leben zu erkennen, dass die „Ernte“ schon längst reif ist?

Vielleicht warten wir auf einen perfekten Zeitpunkt oder wir denken gar nicht erst darüber nach, ob schon was gewachsen ist. Und jammern dann, dass sich nichts in unserem Leben verändert oder tut. Wir suchen nach dem Sinn von dem was wir tun, warten, wollen „Früchte“ sehen und versäumen es, genau hin zuschauen und die Früchte die schon lange da sind, zu ernten und zu genießen, bevor wir weiter aussäen. Manche sind so sehr mit säen und Pflanzen beschäftigt, dass sie vergessen auch zu genießen was bereits gewachsen ist?! Sie lassen ihre Früchte, ihre Erzeugnisse, ihre Gaben, ihr Potential verfaulen…?! Mühsam geht es immer weiter oder man resigniert „es hat ja doch keinen Wert!“

Aber was, wenn doch?! Was, wenn du aufstehst und mal überprüfst, was aus alle dem geworden ist, was du investiert hast? Aus deinen Gebeten, deinen Gesprächen, deinen Ratschlägen, deinen Liebesbeweisen, deinem Investment, deinen schlaflosen Nächten in denen du gebetet oder gearbeitet hast? Es war sicher nicht umsonst und wird es auch nicht sein! Wer säht, wird ernten! Es ist ein Prinzip-ein Gutes:)

Schau an, was schon alles gewachsen und gelungen ist in deinem Leben, teile es, freue dich daran, sei dankbar dafür und dann säe dadurch weiter aus! Es wird Frucht bringen! Die du auch genießen darfst!

Und vielleicht ist heute der perfekte Tag um einer Person Danke zu sagen oder ihr zu helfen: ihr zu sagen wo sie gesät hat und nun Fürchte betrachten kann! Vielleicht hat jemand Anteil an etwas Gutem in deinem Leben? Weil die Person für dich da war, dich ermutigt hat, dich gefördert hat, dir geholfen hat?!

Du bist ein Produkt einer Aussaat und du selbst hast Einfluss und säst durch dein Sein, dein Handeln, dein Beten- schau hin! Lass es nicht verfaulen! Genieße es und dann geht’s weiter:)

Aus Prinzip

Aus Prinzip

Als ich Kind war, gab es immer wieder Trotzphasen. Die hat jedes Kind. Und obwohl ich das Wort „Prinzip“ noch nicht kannte oder deuten konnte, habe ich als Kind oftmals „aus Prinzip“ gehandelt. Meist mit einem bockigen und trotzigen Verhalten. 

Wenn ein Junge mich geärgert hat, war ich aus Prinzip gegen alles, was er sagte oder machte!

Als ich Teenager war, gab es ein Mädel in meinem Jahrgang, die mich als Christ blöd fand und nicht nachvollziehen konnte, warum ich bei bestimmten Dingen nicht mitmachte. Also fand sie „aus Prinzip“ alles lächerlich und blöd was ich sagte oder machte! Selbst wenn ich ihr Komplimente über ihre Frisur machte, rollte sie mit den Augen und sagte „wen interessierst?!“

An sich ok-man muss nicht alle mögen und auch nicht hinter jeder Meinung eines anderen stehen. Aber: „aus Prinzip“ kann man manchmal echt Chancen verpassen. 

Oder anders: 

Du bist in der Schule und es gibt verschiedene Cliquen.  Diese haben sich in die Schülervertreung wählen lassen. Jede Clique oder „Peer group“ hat bestimmte Werte und will verschiedene Dinge in der Schule durchsetzen. Jede Clique will andere überzeugen. Und jede Clique will das „wohl der Schule“. Und dann gibt es Entscheidungen die getroffen werden müssen zum WOHL der Schule. Und es wird demokratisch abgestimmt, welche Clique den besten Vorschlag macht. 

Die Clique von „X“ ist recht radikal. Eigentlich haben sie Werte, die die anderen nicht teilen-zumindest nicht alle. Sie schlagen einen Weg vor-aber weil die anderen Cliquen nicht mit ihnen „aus Prinzip“ arbeiten wollen, stimmen alle gegen deren Vorschläge. Egal was drinnen steht. „Aus Prinzip“ wird abgelehnt. Jeder versucht  die Schülerschaft davon abzuhalten, Teil dieser Clique zu werden, denn niemand möchte radikale und menschenverachtende Entscheidungen unterstützen und niemand möchte, dass sich schlimme Dinge wiederholen. Diese Gefahr besteht. 

Clique „A“ bringt ebenfalls Vorschläge ein. Sie ähneln den Vorschlägen von „X“ sehr stark. „A“ betont, dass es nicht um eine Zusammenarbeit oder Freundschaft mit „X“ geht, aber dass die Vorschläge wirklich helfen könnten, einen Schritt vorwärts zu kommen. „X“ schimpft auf „A“ und findet „A“ total doof aber Sie unterstützen den Vorschlag, weil er immerhin etwas verändern würde. 

„B“ kommt nach vorne und versucht erstmal die Wogen zu glätten. Lenkt den Fokus erstmal auf einen Moment der Trauer und bedankt sich bei Rettungskräften, die bei einem schlimmen Anschlag vor kurzem schnell vor Ort waren. Aber weil das ja Clique „B“ ist, die das sagt, verschränken alle anderen Cliquen die Arme vor der Brust. Die einzigen, die ebenfalls „Danke“ sagen und diese Einführung der Rede unterstützen, ist der Rest der Clique „B“. Ich betone: in dieser Einführung hat B noch nichts über die Vorschläge von „X“ oder „A“ gesagt. Es ging nur um eine Anerkennung von Schülern in einer schlimmen Situation. 

So geht es weiter. Alle sind gegen „X“, alle sind gegen „A“. Lediglich Clique „Y“ sagt: der Vorschlag an sich ist doch gut! Es hilft uns allen. Also lasst uns doch gemeinsam dafür stimmen damit wir vorwärts kommen!“

Aber „aus Prinzip“ stimmen alle dagegen-„wenn X dafür stimmt, machen wir nicht mit!“

„Und wenn Y mitstimmt und A den Vorschlag dann mit einer Mehrheit durchbringt, seid ihr Verräter!“

Und so geht es weiter und weiter. 

Das Resultat: diejenigen, die Radikalität und Diskriminierung verachten, fördern das radikale Denken, das Entsetzen und die „da mach ich nicht mit, wenn DER das auch gut findet!“-Kultur genauso, wie die bereits Radikalen (links und rechts). 

Der Ton wird aggressiver, niemand hört mehr zu. Man wird ausgelacht und beschimpft, wenn man Vorschläge einbringt. Man wird verurteilt und darf nicht ausreden…

Mal ehrlich: Genau das ist Grundschul- oder sogar Kindergartenniveau. Das ist Trotzverhalten und nicht konstruktiv! Und das ist das, was ich bei der gestrigen Bundestagsdebatte nicht zum ersten Mal gesehen habe. 

Ich verstehe, dass wir alles tun müssen, dass Radikales und Faschistisches Gedankengut nicht zu einer Doktrin wird. Wir müssen verhindern dass sich der Holocaust, Hass und Verfolgung wiederholen! 

Ja! Die Landesverbände der AFD werden teils rechtsextrem eingestuft-das IST nicht zu akzeptieren!!!

Aber: die Partei, die von Menschen aus dem Volk in den Bundestag durch freie Wahlen gewählt wurde komplett zu ignorieren, Entscheidungen, die mit einer Mehrheit durch diese Partei durchgesetzt wurden, in Frage zu stellen (wie zum Beispiel einen Ministerpräsidenten wieder abzusetzen und Neuwahlen anzusetzen, weil die „Falschen“ für ihn gestimmt haben) und andere Parteien, die betonen, keine gemeinsame Sache mit ihnen machen zu wollen aber eine Abstimmung im gesamten Bundestag möchten, zu beschimpfen, ihnen nicht mehr zuzuhören und aus Prinzip dagegen zu stimmen-das hilft meiner Meinung nach auf keinen Fall! im Gegenteil: es fördert die Spaltung der Bürger und es fördert das falsche Lager! 

Es wäre ein Anfang, einfach mal die Argumente, die Reden und einzelnen Aussagen der Abgeordneten anzuhören und einzeln zu bewerten. Wenn jemand den Rettungskräften dankt oder Mitleid für die Opfer und deren Angehörigen bekundet-meine Güte, dann unterstützt doch wenigstens das-auch wenn die Person aus einer anderen Partei ist!

Ich frage mich, wie das Ergebnis einer Abstimmung ausgesehen hätte, würde man nicht wissen, welche Partei welchen Antrag gestellt hat und welche Partei den Antrag unterstützt… einfach als Einzelabstimmung der SACHE ohne Druck und ohne Parteizugehörigkeit!

DAS wäre historisch gewesen-eine Entscheidung für das Land und nicht für die Partei als Teil des Wahlkampfes… 

Ich bete für Klarheit bei den Wahlen!

Ich bete für Weisheit!

Ich bete für friedliche und wohlwollende Gespräche und eine Zusammenarbeit derer, die eigentlich WIRKLICH das Beste für das Land möchten!

Ich bete für Politiker, die ein reines Herz und Gewissen haben!

Ich bete für Gnade!

Ich bete für die Politiker und Parteien und für alle, die verwirrt sind!

Ich bete für unser Land-mit allen (!) Menschen die darin leben!

Ich bete für EINIGKEIT!

Beauty for Ashes

Beauty for Ashes

Wie jedes Jahr habe ich mir zwischen dem 27.12. und dem 03.01. täglich bewusst Zeiten genommen, in denen ich das vergangene Jahr reflektierte. Was lief gut? Wo gab es Enttäuschungen? Wo Verletzungen? Welche Schritte bin ich gegangen? Hatte ich Erfolge wahrgenommen und auch gefeiert?
Worauf freue ich mich im kommenden Jahr? Was nehme ich mir vor? Diese Fragen stelle ich mir jedes Jahr. Vor allem aber gehe ich mit diesen Fragen ins Gebet. Ich versuche zu hören, wahrzunehmen, zu spüren, was mein Schöpfer darüber denkt. Immerhin hat ER mich geschaffen und kennt mich besser als jeder Mensch – ja sogar besser als ich selbst. Er weiß, was er aus dem Zerbruch und den Verletzungen tun kann.
Auf einem Wochenende mit 24 anderen Frauen blickten wir bewusst auf die schmerzhaften Zeiten des vergangenen Jahres. Auf die „Wüstenzeiten“, wenn man so will. Die Momente, die schwer waren, schmerzhaft waren, herausforderten – die Momente, die wir vielleicht sogar gerne weggeschoben hatten, ignoriert haben oder abhaken wollten, wurden noch einmal hervor geholt. Warum?
Ist das nicht masochistisch?
Wäre es! – Wenn ich nicht auch hier Gott mit reinnehmen würde. In der Bibel steht, dass all denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8,28)
Das ist leicht gesagt aber schwierig zu verstehen. Immer wieder kommt die Frage hoch: „Gott, wo warst du denn?“ oder „Wo ist DA bitte etwas Gutes drin?“

Der Schlüssel für die Antwort liegt in unserer Hand. Die Frage ist, ob ich bereit bin, eine Tür zu einer neuen Sichtweise zu öffnen. Möchte ich wirklich wissen, wo Gott in dem Ganzen war? Warum frage ich ihn dann nicht, ob er es mir zeigen kann?
Ich habe das immer wieder gemacht: „Jesus, wo warst du in der Situation? Zeig mir, wo du warst!“ und dann schließe ich die Augen und „schaue“ hin. Wo steht, sitzt, liegt er? Wo bin ich? Was tut er? Was tue ich? Und plötzlich erkenne ich, dass ich nicht allein war. Dass die Situation anders aussah, als ich dachte. Dass er manchmal da stand und „übernehmen“ wollte, ich aber so auf mich und die Enttäuschung fixiert war, dass ich wütend reagiert oder mich zurück zog. Ich gab ihm nicht die Erlaubnis zu übernehmen, zu handeln. Manchmal musste ich aber auch erkennen, dass er da war – mitten im Sturm und diesen nicht stillen wollte. Es wäre ein Leichtes für ihn – aber er tat es nicht. Stattdessen wollte er mit mir gemeinsam hindurch gehen – aber ich…schrie, zweifelte, riss mich von der Hand, rannte alleine los und war wütend, dass ich nass wurde, der Wind in mein Gesicht peitschte und ich keine Kraft mehr zum Schwimmen hatte. „Jesus, warum hast du den Sturm nicht gestillt?“ und er fragt: „Warum hast du mir nicht vertraut?“
Und dann? Habe ich wieder einen Schlüssel in der Hand. Ich kann eine weitere Entscheidung treffen: Ich kann diese Situationen bewusst abgeben. Ich kann sagen: „Gott, ich hab keine Ahnung, warum ich das erleben musste. Aber ich leg es dir hin. Mach DU etwas Neues draus, Gott. Nimm meine Tränen, meinen Schmerz, meine Narben und nutze es zum Guten – damit es mir und anderen zum Besten dient!“
Und dann? Darf ich gespannt sein.
Dann komme ich vielleicht in eine Situation, in der ich einer Frau Trost spenden kann, die das selbe erlebt hat. Ich kann sagen: „Ich WEIß, wie du dich fühlst!“. Vielleicht kann ich neu sehen, verstehe diesen Gott mehr. Vielleicht werde ich gelassener, rücksichtsvoller, weiser….vielleicht wurde ich vor Schlimmerem bewahrt ohne es zu wissen, vielleicht war die Situation eine Konsequenz MEINES Handelns…vielleicht…vielleicht!
Aber in all den Vielleichts darf ich Gott diese Dinge hinlegen. Ich kann Buße tun, wenn es dran ist und mir wird vergeben. Ich darf sagen: „Ich verstehe es nicht – ABER!“ Ich kann Gott all das hinlegen und sagen: „Jetzt übernimm du! Mach was draus!“

Wusstest du, dass es einen bestimmten Boden gibt, der besonders fruchtbar ist? Es ist der Boden, der einmal von Vulkanasche bedeckt war. Vulkanboden ist fruchtbar, denn die Vulkanasche enthält wertvollste Mineralien, die beim Wachstum helfen! Aus Asche wächst etwas Neues!
Was für ein schönes Bild: Aus der Asche in meinem Leben kann Gott der Schöpfer etwas Neues wachsen lassen. Mein Leben kann – egal wie kaputt, zerbrochen, verbrannt es ist – fruchtbar sein.
Meine Tränen könnten wichtig gewesen sein, damit etwas Neues wachsen kann.
Die Entscheidung liegt bei mir – Bei dir: Darf Gott dir zeigen, dass er DA war? Darf er deinen Glauben stärken und darf er Teil deines Lebens sein – egal wie schön oder unschön es ist?

„Doch ich sage euch: Hängt nicht wehmütig diesen Wundern nach! Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Straße bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fließen.“ (Jesaja 43,18-19)



Der Schmetterlingseffekt oder „Planänderung“

Der Schmetterlingseffekt oder „Planänderung“

Ich schaue aus dem Fenster.

Bäume und Häuser ziehen schnell an mir vorbei. Der Zug schwankt nur leicht hin und her. Ich bin entspannt. Habe ja noch knapp zwei Stunden Fahrt vor mir. 

Plötzlich eine Durchsage. „Verehrte Fahrgäste. In wenigen Minuten erreichen wir Augsburg Hauptbahnhof. Aufgrund eines Notarzteinsatzes können wir die geplante Strecke nach Ulm nicht befahren. dieser Zug wird daher umgeleitet. Bitte beachten sie, dass wir den Halt in Ulm überspringen müssen und direkt bis Stuttgart durchfahren. Ich wiederhole: dieser Zug wird NICHT in Ulm halten! 

Wir erreichen Augsburg in 3 Minuten. Der Ausstieg befindet sich in Fahrtrichtung rechts.“

Mein Herz schlägt schneller. Ich hätte in Ulm aussteigen müssen. Mein Plan war: Ankunft um 16:45 in Ulm, damit mein Bruder mich dort gegen 17:00 Uhr aufgabeln -und dann mit mir zu meinen Eltern fahren kann…

3 Minuten bis Augsburg. Soll ich aussteigen? Weiterfahren? Gibt es wien Regionalbahn? Ja aber die kommt viel später in Ulm an-mein Bruder müsste lange auf mich warten-aber er will doch nach den geschäftlichen Terminen endlich nachhause:( 

Hektisch versuche ich herauszufinden, wie mein Ziel noch erreicht werden kann, ohne Chaos und Stress zu verursachen. 

Ich versuche ruhig zu bleiben! Um mich herum genervte Reaktionen. Ich entscheide mich, bis Stuttgart weiter zu fahren und kontaktiere meinen Bruder: „Planänderung. Kannst du mich auch in Stuttgart abholen?“

Wir verlassen Augsburg und es geht weiter. Erneut eine Durchsage: die Strecke ist wegen Notarzteinsatz gesperrt. Erneut genervte Reaktionen und die Frage der Kunden an den Schaffner: „wie viel Verspätung müssen wir deshalb in Kauf nehmen?“ die Antwort: ca. 40 Minuten später als geplant, werden wir in Stuttgart ankommen…

Ich schau aus dem Fenster und denke nach… da war vermutlich jemand in einen Notfall verwickelt. Vielleicht ein Unfall auf dem Gleis, vielleicht aber auch ein Suizidversuch. Ich habe vor kurzem gehört, dass täglich irgendwo in Deutschland jemand auf die Gleise springt-meist mit dem Versuch sich umzubringen…wie verzweifelt muss man sein?

Ich überlege, wie oft ich im Zug saß und es wegen einem Notarzteinsatz zu Streckensperrungen kam…Ich erinnere mich sofort an mindestens drei Situationen. Und bei allen waren die Kunden (mich inklusive) genervt. Es wird überlegt, gestresst reagiert und es kommt Wut auf. Mal ehrlich: wer von meinen Lesern war einmal in einer solche Situation involviert und hat nicht innerlich mit den Augen gerollt und gedacht „na toll?!“ wenigstens für eine Sekunde?

Oder hat das ausgesprochen was schon mal jemand im Abteil leise gesagt hat „nur weil DER lebensmüde ist, muss ICH jetzt umplanen!“…?

Ich denke weiter darüber nach und schäme mich ein bisschen. Ja, es ist so: die Kurzschlussreaktion oder auch die Verzweiflung eines Menschen hat Auswirkung auf viele. In dem Fall auf das Streckennetz der Bahn. Dadurch auf die zeitlichen Pläne von Menschen, dadurch vielleicht auf die Wirtschaft, auf Beziehungen, auf Kommunikation oder sonstiges…es könnte wie eine Art „Butterfly Effekt“ sein. Die sogenannte Choastheorie besagt, dass in der Theorie der Flügelschlag eines Schmetterlings an Punkt x einen Tornado an Punkt y auslösen kann…eine Not eines Menschen kann eine Kettenreaktion an Planänderungen auslösen. 

Meine Frage die ich mir stelle: ist das schlimm? Ist diese Person nicht wichtig? Geliebt? Höre ich den Hilfeschrei und die Verzweiflung oder fühle ich mich fremdbestimmt in meiner Planung, weil etwas anders läuft als ich dachte?

Was kann ich tun? Vielleicht einfach durchatmen. Meine Pläne in Gottes Hand legen, drauf vertrauen dass er mich in seiner Hand hat und ein Gebet sprechen für diese Person, die den Notarzt braucht. Den Menschen, der vielleicht noch mehr braucht als einen Notarzt oder einen perfekten Plan. 

Ich entscheide mich, gelassen zu bleiben!

Und während ich für diesen Menschen bete, der irgendwo auf den Gleisen zwischen Augsburg und Ulm ist, kommt Ruhe in mich hinein. 

Und eine Durchsage nach 25 Minuten Umfahrt: „Sehr geehrte Fahrgäste. Soeben wurde uns mitgeteilt dass die Strecke wieder freigegeben wurde. Wir werden daher nun doch, wie geplant Ulm anfahren. Die Umfahrung der Strecke hat eine Verspätung verursacht, wir bitten sie dies zu entschuldigen. Nächster Halt also Ulm.“

Ich lächle, schreibe meinem Bruder und komme um 17:30 Uhr in Ulm an-zeitgleich mit meinem Bruder. 

Zeit für die Vertrauensfrage

Zeit für die Vertrauensfrage

„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Es geht drunter und drüber. In den Kirchen. In der Politik. In Deutschland. In Amerika – es scheint: Überall auf der Welt.
Vor wenigen Tagen brach die sogenannte „Ampel-Koalition“ in Deutschland auseinander – Minister bekamen ihre Entlassurkunde, andere wurden neu ins Amt berufen. Einer verließ seine Partei…Der Wahlkampf ist innerhalb weniger Stunden eröffnet, der Ton wird harsch. Eines der größten Themen dabei war aber, dass der Bundeskanzler ankündigte, im Januar die Vertrauensfrage im deutschen Bundestag stellen zu wollen, mit der Möglichkeit, dass danach Neuwahlen stattfinden.
Warum erst im Januar?“. Diese Frage hallte aus allen möglichen Richtungen. Die Regierung sei unzumutbar, das Vertrauen sei bereits erschüttert und man müsse schnellstmöglich Neuwahlen ermöglichen – so die Meinung verschiedener Politiker und Parteien – vor allem von der Opposition.
Tja, warum erst im Januar die Vertrauensfrage? – Die Antwort von Scholz: Es sollen noch schnellstmöglich Gesetze und Vorhaben umgesetzt werden, bevor die Vertrauensfrage gestellt und somit die Möglichkeit der Umsetzung vermutlich nicht mehr gegeben ist.

Das hat mich nachdenklich gestimmt…Für uns als Christen gibt es von Jesus persönlich einen klaren Auftrag: Wir sollen bis „ans Ende der Welt“ gehen, Menschen dazu aufrufen bzw. ermutigen, Jesus nachzufolgen, sie taufen und sie lehren, was Jesus seinen Jüngern beigebracht hat (Matthäus 28,20).
Man könnte auch ganz einfach sagen: Wenn wir Jesus vertrauen und an ihn glauben, bekommen wir den Herzschlag dafür, anderen Menschen von diesem Jesus zu erzählen und ihn ihnen vorzustellen. Damit ER ihnen die Vertrauensfrage stellen kann: „Vertraust du mir? – Dann folge mir nach!“
Gleichzeitig wird, so glauben wir Christen, irgendwann dieser Jesus – Gott selbst, UNS die Vertrauensfrage stellen im Sinne von: „Was hast du mit dem gemacht, was ich dir anvertraut habe? Mit den Menschen? Mit deinen Gaben? Hast du sie gut eingesetzt in deinem Leben?“
Und wir?– lassen uns Zeit. Wir haben sie ja! Oder nicht?
Woher wissen wir denn, wann unsere Zeit abgelaufen ist? Wann WIR dieser Welt adieu sagen oder wann Jesus selbst wieder kommt und das hier alles ein Ende hat? Woher wissen wir, wann er uns ganz direkt diese letzte Vertrauensfrage stellt?
Wenn wir könnten – welche Zeit würden wir anberaumen, damit wir noch schnellstmöglich unseren Auftrag ausführen könnten? Damit diese Freunde, Nachbarn, Verwandten nicht das zeitliche segnen, sondern sie vom Zeitlichen gesegnet werden – in der Ewigkeit?


„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Unser Bundeskanzler kann laut Gesetz selbst entscheiden, ob- und WANN er die Vertrauensfrage stellt. Er kann die Zeit selbst entsprechend einplanen und jetzt wird sie knapp: „Ich möchte noch so viel wie möglich umsetzen, bevor die Vertrauensfrage gestellt wird.“
Das sollte auch unser Wunsch sein – ganz ohne das Wissen, WANN es so weit ist.
Ich wünsche mir und dir, dass wir uns bewusst machen: Die Zeit rennt. Die Zeichen der Zeit zeigen es. Es könnte nächste Woche so weit sein. Es könnte Morgen so weit sein…sind wir bereit? Und was antworten wir auf diese letzte Frage, die Jesus uns einmal stellen wird? Die letzte Vertrauensfrage!?

Was hab ich richtig gemacht?

„Was hab ich falsch gemacht?“- diese Frage quält mich immer wieder.

Vor allem dann, wenn sich plötzlich Beziehungen ändern. Sich jemand zurück zieht oder mich abweist oder eben einfach alles anders zu sein scheint.

„Was hab ich falsch gemacht?“ diese Frage beschäftigt mich und versucht mich zu zerdrücken. Und plötzlich fühle ich mich wie ein Narr. Ein naives Kind-das zu viel Hoffnung in etwas gesetzt hat und dann enttäuscht wurde. Wieder einmal.

„Es lohnt sich nicht!“ oder „Nie wieder!“ will laut in mir eine Stimme aufschreien. Die Mauer – Der Schutzwall will schnell und radikal hochgezogen werden.

Aber ich entscheide mich dagegen. Stattdessen mache ich nun etwa richtig: Ich lasse los. Gebe die Stiche, die immer wieder kommen, ab. Schnellstmöglich!

Bei dem, der mir versprochen hat, mich nicht zu verlassen. Der da ist. Der mich braucht und liebt. Der mich nicht abweist und der in Klarheit und Liebe mit mir redet.

Was habe ich richtig gemacht?

Diese Frage stellt ER mir und ich erkenne: ich habe auch vieles richtig gemacht. Es war gut zu investieren. Gut, zu hoffen und mich zu öffnen. Es war richtig zu kämpfen-immer wieder. Aber es ist auch gut, den Kampf abzugeben, den Schmerz abzugeben. Die Fragen abzugeben und zu erkennen: JESUS ist alles, was ich brauche!

Ich brauche keine Bitterkeit. Keine Angst. Ich brauche keinen Schmerz und ich brauche keine Selbstvorwürfe und schlaflose Nächte wegen dieser einen Frage! Ich brauche Ruhe, Gelassenheit, Frieden-Shalom! Ich brauche Jesus und ich lasse alles andere los!

Hey-das hast du richtig gut gemacht!