Der Schmetterlingseffekt oder „Planänderung“

Der Schmetterlingseffekt oder „Planänderung“

Ich schaue aus dem Fenster.

Bäume und Häuser ziehen schnell an mir vorbei. Der Zug schwankt nur leicht hin und her. Ich bin entspannt. Habe ja noch knapp zwei Stunden Fahrt vor mir. 

Plötzlich eine Durchsage. „Verehrte Fahrgäste. In wenigen Minuten erreichen wir Augsburg Hauptbahnhof. Aufgrund eines Notarzteinsatzes können wir die geplante Strecke nach Ulm nicht befahren. dieser Zug wird daher umgeleitet. Bitte beachten sie, dass wir den Halt in Ulm überspringen müssen und direkt bis Stuttgart durchfahren. Ich wiederhole: dieser Zug wird NICHT in Ulm halten! 

Wir erreichen Augsburg in 3 Minuten. Der Ausstieg befindet sich in Fahrtrichtung rechts.“

Mein Herz schlägt schneller. Ich hätte in Ulm aussteigen müssen. Mein Plan war: Ankunft um 16:45 in Ulm, damit mein Bruder mich dort gegen 17:00 Uhr aufgabeln -und dann mit mir zu meinen Eltern fahren kann…

3 Minuten bis Augsburg. Soll ich aussteigen? Weiterfahren? Gibt es wien Regionalbahn? Ja aber die kommt viel später in Ulm an-mein Bruder müsste lange auf mich warten-aber er will doch nach den geschäftlichen Terminen endlich nachhause:( 

Hektisch versuche ich herauszufinden, wie mein Ziel noch erreicht werden kann, ohne Chaos und Stress zu verursachen. 

Ich versuche ruhig zu bleiben! Um mich herum genervte Reaktionen. Ich entscheide mich, bis Stuttgart weiter zu fahren und kontaktiere meinen Bruder: „Planänderung. Kannst du mich auch in Stuttgart abholen?“

Wir verlassen Augsburg und es geht weiter. Erneut eine Durchsage: die Strecke ist wegen Notarzteinsatz gesperrt. Erneut genervte Reaktionen und die Frage der Kunden an den Schaffner: „wie viel Verspätung müssen wir deshalb in Kauf nehmen?“ die Antwort: ca. 40 Minuten später als geplant, werden wir in Stuttgart ankommen…

Ich schau aus dem Fenster und denke nach… da war vermutlich jemand in einen Notfall verwickelt. Vielleicht ein Unfall auf dem Gleis, vielleicht aber auch ein Suizidversuch. Ich habe vor kurzem gehört, dass täglich irgendwo in Deutschland jemand auf die Gleise springt-meist mit dem Versuch sich umzubringen…wie verzweifelt muss man sein?

Ich überlege, wie oft ich im Zug saß und es wegen einem Notarzteinsatz zu Streckensperrungen kam…Ich erinnere mich sofort an mindestens drei Situationen. Und bei allen waren die Kunden (mich inklusive) genervt. Es wird überlegt, gestresst reagiert und es kommt Wut auf. Mal ehrlich: wer von meinen Lesern war einmal in einer solche Situation involviert und hat nicht innerlich mit den Augen gerollt und gedacht „na toll?!“ wenigstens für eine Sekunde?

Oder hat das ausgesprochen was schon mal jemand im Abteil leise gesagt hat „nur weil DER lebensmüde ist, muss ICH jetzt umplanen!“…?

Ich denke weiter darüber nach und schäme mich ein bisschen. Ja, es ist so: die Kurzschlussreaktion oder auch die Verzweiflung eines Menschen hat Auswirkung auf viele. In dem Fall auf das Streckennetz der Bahn. Dadurch auf die zeitlichen Pläne von Menschen, dadurch vielleicht auf die Wirtschaft, auf Beziehungen, auf Kommunikation oder sonstiges…es könnte wie eine Art „Butterfly Effekt“ sein. Die sogenannte Choastheorie besagt, dass in der Theorie der Flügelschlag eines Schmetterlings an Punkt x einen Tornado an Punkt y auslösen kann…eine Not eines Menschen kann eine Kettenreaktion an Planänderungen auslösen. 

Meine Frage die ich mir stelle: ist das schlimm? Ist diese Person nicht wichtig? Geliebt? Höre ich den Hilfeschrei und die Verzweiflung oder fühle ich mich fremdbestimmt in meiner Planung, weil etwas anders läuft als ich dachte?

Was kann ich tun? Vielleicht einfach durchatmen. Meine Pläne in Gottes Hand legen, drauf vertrauen dass er mich in seiner Hand hat und ein Gebet sprechen für diese Person, die den Notarzt braucht. Den Menschen, der vielleicht noch mehr braucht als einen Notarzt oder einen perfekten Plan. 

Ich entscheide mich, gelassen zu bleiben!

Und während ich für diesen Menschen bete, der irgendwo auf den Gleisen zwischen Augsburg und Ulm ist, kommt Ruhe in mich hinein. 

Und eine Durchsage nach 25 Minuten Umfahrt: „Sehr geehrte Fahrgäste. Soeben wurde uns mitgeteilt dass die Strecke wieder freigegeben wurde. Wir werden daher nun doch, wie geplant Ulm anfahren. Die Umfahrung der Strecke hat eine Verspätung verursacht, wir bitten sie dies zu entschuldigen. Nächster Halt also Ulm.“

Ich lächle, schreibe meinem Bruder und komme um 17:30 Uhr in Ulm an-zeitgleich mit meinem Bruder. 

Zeit für die Vertrauensfrage

Zeit für die Vertrauensfrage

„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Es geht drunter und drüber. In den Kirchen. In der Politik. In Deutschland. In Amerika – es scheint: Überall auf der Welt.
Vor wenigen Tagen brach die sogenannte „Ampel-Koalition“ in Deutschland auseinander – Minister bekamen ihre Entlassurkunde, andere wurden neu ins Amt berufen. Einer verließ seine Partei…Der Wahlkampf ist innerhalb weniger Stunden eröffnet, der Ton wird harsch. Eines der größten Themen dabei war aber, dass der Bundeskanzler ankündigte, im Januar die Vertrauensfrage im deutschen Bundestag stellen zu wollen, mit der Möglichkeit, dass danach Neuwahlen stattfinden.
Warum erst im Januar?“. Diese Frage hallte aus allen möglichen Richtungen. Die Regierung sei unzumutbar, das Vertrauen sei bereits erschüttert und man müsse schnellstmöglich Neuwahlen ermöglichen – so die Meinung verschiedener Politiker und Parteien – vor allem von der Opposition.
Tja, warum erst im Januar die Vertrauensfrage? – Die Antwort von Scholz: Es sollen noch schnellstmöglich Gesetze und Vorhaben umgesetzt werden, bevor die Vertrauensfrage gestellt und somit die Möglichkeit der Umsetzung vermutlich nicht mehr gegeben ist.

Das hat mich nachdenklich gestimmt…Für uns als Christen gibt es von Jesus persönlich einen klaren Auftrag: Wir sollen bis „ans Ende der Welt“ gehen, Menschen dazu aufrufen bzw. ermutigen, Jesus nachzufolgen, sie taufen und sie lehren, was Jesus seinen Jüngern beigebracht hat (Matthäus 28,20).
Man könnte auch ganz einfach sagen: Wenn wir Jesus vertrauen und an ihn glauben, bekommen wir den Herzschlag dafür, anderen Menschen von diesem Jesus zu erzählen und ihn ihnen vorzustellen. Damit ER ihnen die Vertrauensfrage stellen kann: „Vertraust du mir? – Dann folge mir nach!“
Gleichzeitig wird, so glauben wir Christen, irgendwann dieser Jesus – Gott selbst, UNS die Vertrauensfrage stellen im Sinne von: „Was hast du mit dem gemacht, was ich dir anvertraut habe? Mit den Menschen? Mit deinen Gaben? Hast du sie gut eingesetzt in deinem Leben?“
Und wir?– lassen uns Zeit. Wir haben sie ja! Oder nicht?
Woher wissen wir denn, wann unsere Zeit abgelaufen ist? Wann WIR dieser Welt adieu sagen oder wann Jesus selbst wieder kommt und das hier alles ein Ende hat? Woher wissen wir, wann er uns ganz direkt diese letzte Vertrauensfrage stellt?
Wenn wir könnten – welche Zeit würden wir anberaumen, damit wir noch schnellstmöglich unseren Auftrag ausführen könnten? Damit diese Freunde, Nachbarn, Verwandten nicht das zeitliche segnen, sondern sie vom Zeitlichen gesegnet werden – in der Ewigkeit?


„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Unser Bundeskanzler kann laut Gesetz selbst entscheiden, ob- und WANN er die Vertrauensfrage stellt. Er kann die Zeit selbst entsprechend einplanen und jetzt wird sie knapp: „Ich möchte noch so viel wie möglich umsetzen, bevor die Vertrauensfrage gestellt wird.“
Das sollte auch unser Wunsch sein – ganz ohne das Wissen, WANN es so weit ist.
Ich wünsche mir und dir, dass wir uns bewusst machen: Die Zeit rennt. Die Zeichen der Zeit zeigen es. Es könnte nächste Woche so weit sein. Es könnte Morgen so weit sein…sind wir bereit? Und was antworten wir auf diese letzte Frage, die Jesus uns einmal stellen wird? Die letzte Vertrauensfrage!?

Was hab ich richtig gemacht?

„Was hab ich falsch gemacht?“- diese Frage quält mich immer wieder.

Vor allem dann, wenn sich plötzlich Beziehungen ändern. Sich jemand zurück zieht oder mich abweist oder eben einfach alles anders zu sein scheint.

„Was hab ich falsch gemacht?“ diese Frage beschäftigt mich und versucht mich zu zerdrücken. Und plötzlich fühle ich mich wie ein Narr. Ein naives Kind-das zu viel Hoffnung in etwas gesetzt hat und dann enttäuscht wurde. Wieder einmal.

„Es lohnt sich nicht!“ oder „Nie wieder!“ will laut in mir eine Stimme aufschreien. Die Mauer – Der Schutzwall will schnell und radikal hochgezogen werden.

Aber ich entscheide mich dagegen. Stattdessen mache ich nun etwa richtig: Ich lasse los. Gebe die Stiche, die immer wieder kommen, ab. Schnellstmöglich!

Bei dem, der mir versprochen hat, mich nicht zu verlassen. Der da ist. Der mich braucht und liebt. Der mich nicht abweist und der in Klarheit und Liebe mit mir redet.

Was habe ich richtig gemacht?

Diese Frage stellt ER mir und ich erkenne: ich habe auch vieles richtig gemacht. Es war gut zu investieren. Gut, zu hoffen und mich zu öffnen. Es war richtig zu kämpfen-immer wieder. Aber es ist auch gut, den Kampf abzugeben, den Schmerz abzugeben. Die Fragen abzugeben und zu erkennen: JESUS ist alles, was ich brauche!

Ich brauche keine Bitterkeit. Keine Angst. Ich brauche keinen Schmerz und ich brauche keine Selbstvorwürfe und schlaflose Nächte wegen dieser einen Frage! Ich brauche Ruhe, Gelassenheit, Frieden-Shalom! Ich brauche Jesus und ich lasse alles andere los!

Hey-das hast du richtig gut gemacht!

Drehschwindel der Gedanken

Drehschwindel der Gedanken

Als Kind und Teenager liebte ich die Fahrgeschäfte in Freizeitparks. Egal ob Achterbahn, der Bounty-Tower im Holiday Park oder der Free Fall Tower-man konnte sicher sein, dass ich drinnen saß. Ich erinnere mich an den 30.04. – es muss irgendwann zwischen 1997 und 1999 gewesen sein, als wir schulfrei hatten und ich mit drei Freundinnen in den Freizeitpark in der Nähe gefahren bin. Weil es kein Feiertag war, waren kaum Besucher dort. Wir mussten an keinem Fahrgeschäft anstehen, konnten in der Achterbahn sitzen bleiben und auch im Freefall-Tower rasten wir durch die Schleusen und ich weiß noch, dass ich an diesem Tag acht Mal hintereinander den Freefall Tower, 6 Mal hintereinander die Achterbahn und 5 mal hintereinander den Bountytower gefahren bin. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, dass ich damals je wieder eine Achterbahn oder einen Freefall bestiegen habe… Heute kann ich solche Dinge nicht mehr fahren. Ich weiß noch, wie sich vor allem nach dem Bounty-Tower (du sitzt in einem Wagen, der schaukelt, sich an einem Drehkreuz mit anderen Wagen dreht und dabei 40 Meter in die Höhe gezogen und immer wieder ruckelnd stückweise fallen gelassen wird.) alles drehte und ich einige Minuten benötigte, bis sich mein Gleichgewichtssinn wieder beruhigt hatte.
Damals hatte ich es herausgefordert und liebte es. Heute wird mir schlecht vom Zusehen.

Wenn sich alles dreht helfen zwei Dinge: Nach oben blicken und still stehen.
Früher hatte ich auch immer wieder nach Situationen gesucht, in denen mein Gehirn so viel wie möglich aufnehmen konnte. Ich habe mich freiwillig in solche gedanklichen-Fahrgeschäfte begeben. So viele Einflüsse wie möglich sollten es sein! Großveranstaltungen, Konzerte, Konferenzen – jeder Geburtstag wurde mit mindestens 15 Leuten gefeiert – je mehr Menschen um mich herum, desto besser…Heute ist das anders.
Weil ich extrem viele Dinge spüre und mit allen Sinnen wahrnehme und auf jedes Detail achte, benötige ich immer wieder Zeiten, um still zu stehen. Tatsächlich fühlen sich meine Gedanken an, als würden sie Bounty-Tower fahren – oder Kettenkarussell und das 100 Runden lang.
Ich kenne ein paar wenige Menschen, denen es genauso geht: Jeder Ton, jedes Wort, jede Bedeutung wird genau gehört, jede kleine Verletzung schmerzt so viel mehr und zu viele Eindrücke auf einmal können einen aus der Achterbahn werfen.
Was hilft? Genau: Still stehen und nach oben blicken!
Still stehen und so wenig Einflüsse wie möglich in der Nähe haben. Nach oben blicken und im Gebet fragen: WAS soll ich fokussieren? Welche Gedankenwolken dürfen vorüberziehen?
Ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern, mir diese Zeiten zu nehmen – am besten, bevor sich alles dreht. Denn sonst werden die Nächte geklaut -wenn der Tag nicht ausreicht und noch mehr Eindrücke einprasseln, dann kommen die Gedanken nicht zur Ruhe – auch wenn der Körper still liegt.

Ich habe schon oft darüber geschrieben aber merke, dass es mir selbst und vielleicht auch anderen Betroffenen gut tut, immer wieder daran erinnert zu werden:
Nimm dir Auszeiten zum Stillstehen und nachoben-Blicken!
Täglich! Für ein paar Minuten. Damit es keine erzwungen Zeit wird, die dann mehrere Monate braucht.

Gewinner statt Sieger sein

Gewinner statt Sieger sein

Ziel eines Konfliktes oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.
Joseph Joubert (1754 – 1824)

Dieses Zitat stach vor Kurzem zu Beginn eines Films in meine Augen. Und es blieb hängen! Was für ein Satz. Was für eine „Erleuchtung“ und was für eine Sekunde, die mich für die nächsten Tage wieder einmal nachdenklich machte.
Wie oft geraten wir in einen Konflikt, um daraus einen Streit entstehen zu lassen?
Wie oft wird eine Meinungsäußerung oder ein Gedanke zu einem Austausch, der dann zu einer Diskussion und dann zu einem Streit führt?

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Vom Suchen und Halten

Vom Suchen und Halten

Suche!
Suche die Stille um das Laute in dir zu finden!
Suche das Chaos um dann neue Ordnung zu schaffen!
Suche die Wunde um Heilung zu empfangen!
Suche den Schmerz um zu spüren!
Suche die Konfrontation um Frieden zu erfahren!
Suche den Konflikt um weiter zu kommen!
Suche den Sturm um zu erleben, wie sich dessen Stillung anfühlt!
Suche die Fragen um Antworten zu erhalten!

Um zu Suchen musst du halten!
Halt inne – um dann auszuhalten!
Halte die Anspannung – um die Entspannung zu spüren.
Halte fest – um wieder hochgezogen zu werden.

Das Chaos in dir wird sich erst dann ordnen, wenn du dich auf die Suche danach begibst, genau hinschaust und dann Stück für Stück zu sortieren. Wie gut, dass ich darin nicht alleine bin!

„Wer sucht, der wird finden!“
„Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken!“

Jesus.


Du hast mir (nicht) gesagt…

Du hast mir (nicht) gesagt…

Du hast mir nicht gesagt, dass es so hart wird.
Das war auch besser so – denn sonst hätte ich „Nein“ gesagt.

Du hast mir nicht gesagt, dass mich das Gefühl des Allein-seins immer wieder überrollen wird.
Das war auch besser so – sonst würde ich nicht lernen, deine Nähe zu suchen.

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Versagt oder Gewonnen?

„Ich habe versagt“ – diese Antwort hätte ich vor ein paar Jahren noch auf die Frage gegeben, ob ich meine 40-Tage-Bibellese-Challenge durchgehalten habe. „Ich hab es nicht geschafft“, könnte ich auch sagen. Aber ich habe beschlossen auf diese Frage anders zu antworten: „Ich habe sie nicht durchgehalten und trotzdem habe ich gewonnen.“

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Ein (un)attraktiver Auftrag

„Ich möchte Jesus ähnlicher werden“- das ist ein Satz den ich immer wieder höre und selbst sage. Dabei dachte ich immer daran, dass ich einmal genauso lieben möchte wie Jesus. Bedingungslos. Ich möchte nicht nachtragend sein, ohne Zögern vergeben, Mitleid haben, segnen. Ich möchte erleben dass meine Stimme gehört wird, wenn ich für andere im Gebet einstehe, möchte Wunder sehen, Heilung bezeugen und weise Worte sprechen… so muss es sein, wenn man Jesus ähnlich ist. Dachte ich! Aber dann fiel mir auf, was es auch bedeutet, Jesus ähnlicher zu werden: es bedeutet, dass Menschen sich distanzieren, sich auf den Schlips getreten fühlen. Es bedeutet, dass du lernen musst Grenzen zu ziehen, die Stille zu erkämpfen, wenn du belagert wirst-und dann auszuhalten, wenn sich die anderen zurück ziehen; weil es ihnen zu unbequem wird, weil sie nicht einverstanden sind mit dem was du von dir gibst oder weil sie deine gesunden Grenzen als Ablehnung oder Ignoranz verstehen. Es bedeutet, dass dich manchmal auch Einsamkeit überrollt, du verlassen oder sogar verraten wirst. Es bedeutet, dass du schwierige Fragen gestellt bekommst und manchmal sogar dadurch getestet wirst.

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