Maria, wer bist du?
Christophe Costi
Fontis Verlag
„Warum beten die Katholiken eigentlich Maria an? Ist das nicht Totenbeschwörung?“ – Diese und viele andere Fragen habe ich schon oft mit meiner lieben Freundin Dagmar, ihrem Mann Patrick oder meiner Schwägerin gestellt, die allesamt Teil der Katholischen Kirche sind. Oft wurde mir dabei erklärt, dass Maria nicht „angebetet“ sondern „verehrt“ wird und dies ein großer Unterschied sei. Auch die Frage nach „Heiligen-Verehrung“ oder ob Marien-Erscheinungen nicht schon fast okkult sind, haben mich immer wieder beschäftigt und mit anderen zum Austausch und Dialog geführt. Ganz verstanden oder nachvollziehen konnte ich die Antworten dabei nicht immer. Auch deshalb habe ich das Buch „Maria, wer bist du?“ mit großem Interesse gelesen: Ich wollte klare Argumente, Quellen und Erklärungen für diese meine Fragen bekommen.
Der evangelisch-lutherische Theologe und Pastor Christophe Costi geht in seinem Buch auf viele Fragen in einem der großen „Problemfelder“ der Konfessionen ein. Dabei bringt er viele verschiedene (historische) Quellen beider Seiten, diskutiert quasi beim Schreiben mit diesen und manchmal sogar mit sich selbst. In fast jedem Kapitel sorgte er bei mir dadurch für AHA-Momente. So erklärt er beispielsweise gleich zu Beginn, dass die „unbefleckten Empfängnis“ keineswegs die Bezeichnung für eine Schwangerschaft ohne sexuellen Kontakt sei, sondern dass dies den Glauben bezeichnet, dass Maria als einzige Frau der Menschheit ohne Erbsünde lebte. Costi arguementiert nicht nur mit verschiedenen Quellen sondern auch mit der Bibel. Dabei stellt er genau die selben Fragen, die mich als Leserin immer wieder bewegen und be- bzw. widerlegt mit denselben Argumenten, die ich mit meiner Bibelkenntnis durch Bibelschule und durch mein Studium der evangelischen Religionspädagoik und Gemeindediakonie bringen würde. Die Gegenargumente überzeugen mich nicht immer, gleichzeitig erweitern sie meinen Horizont und regen zum Nachdenken an. Letztendlich stellt auch Costi sich immer wieder die Frage: „Würde mir ein Zacken aus der himmlischen Krone brechen, wenn…?“ Diese Frage stellt sich bei manchen Themen zurecht, bei anderen Themen ist es dann doch nicht so leicht. Zum Beispiel bei der Frage „Ist Maria wirklich in den Himmel aufgefahren?“ und ob Marienerscheinungen real oder sogar okkult sind. An anderer Stelle fragt er sich aber: „Hilft sie (Maria) mir, Jesus mehr zu lieben und mich ihm mehr hinzugeben? Hilft sie, dass der Heilige Geist mehr Raum in meinem Leben hat?“ Immer wieder zeigt er auf, dass DIES das eigentliche Herz der katholischen Lehre in Bezug auf Maria ist, sie auf Jesus hinweisen soll. Hier weist er aber auch zurecht darauf hin, dass dieses Ziel manchmal aus den Augen verloren wird, und Maria bei den Gläubigen den selben- oder sogar einen höheren Platz als Jesus einnimmt.
Gleichzeitig muss ich mich selbst fragen: Ist es nicht in allen Konfessionen und Denominationen diese Falle: Dass bestimmte Rituale ursprünglich einen guten Sinn machten, dass ein richtiges Herz und Hingabe an Jesus dahinter steckten, sie aber von Menschen irgendwann missbraucht oder umgedeutet wurden? Wie oft wird das Vaterunser runtergeleiert ohne sich bewusst zu machen, was es bedeutet? Wie oft nehmen wir das Abendmahl ein, um dann zwei Stunden später das Leben weiter zu leben wie zuvor? Die Falle, dass die tiefe Bedeutung und das eigentliche Herz, Jesus in den Mittelpunkt zu stellen und ihn anzubeten, oft auf Abwege gerät haben doch tatsächlich alle und manche tappen auch immer wieder hinein.
Ich persönlich habe eine neue, weitere Sichtweise durch dieses Buch bekommen. Viele Argumente und Handlungen kann ich besser nachvollziehen und verstehe nun auch, wo die katholische Praxis der Marienverehrung seinen Ursprung hat. Mir gefällt, wie offen und wertschätzend Costi bei seiner Argumentation vorgeht: Ohne Verurteilung oder Abwertung, dafür offen, fragend und immer auch mit Bezug auf die Bibel. Dabei lässt er auch der Leserschaft die Möglichkeit, einen eigenen Standpunkt zu finden. Ich selbst kann jetzt nicht sagen, dass ich alles so praktizieren würde und Maria nun verehre oder mich vor einem Bildnis verneige….aber ich muss sagen, dass alle Argumente und Erklärungen mich zumindest dahin geführt haben, eine neue Perspektive in Betracht zu ziehen und zuzustimmen wenn gesagt wird, dass Maria nicht eine einfache Frau war, wie du und ich. Ich muss einmal mehr eingestehen, dass sie eine gewisse Art von Bewunderung verdient hat – so wie ich auch andere Personen bewundere oder mir ein Beispiel an ihnen nehme. Ich sehe vieles nun anders und kann gewisse Dinge stehen lassen und mir sogar eine „Scheibe davon abschneiden“.
Am besten finde ich die Empfehlung von Dr. Johannes Hartl, welche Costi am Ende des Buches zitiert: „Vielleicht würde sich Jesus freuen, wenn wir zu ihm kommen und fragen: ‚Welche Beziehung möchtest du, dass wir zu deiner Mutter haben?‘ Es ist die Aufgabe Jesu, uns zu zeigen, welchen Platz seine Mutter in unserem Leben haben soll und welche Gnaden er uns durch seine Mutter geben will.“
Wer dieses Buch mit einem offenen Herzen, unvoreingenommen und mit dem Wunsch nach Verständnis liest, dürfte – egal mit welchem Konfessionshintergrund – nicht enttäuscht werden.
Genau das ist es, was ich selbst tun möchte!
Schlagwort: Buch
„Perspektive Ewigkeit“
„Perspektive Ewigkeit“ hat mich bereits durch den Titel sehr angesprochen. „Entdecke einen Lebensstil, der inmitten der Herausforderungen des Alltags Kraft und Hoffnung schenkt“ – der Untertitel weckt Erwartungen und diese wurden- zumindest bei mir- nicht enttäuscht.
Gleich am Anfang nimmt Ronja Aselmann die Leser mit in die herausfordernde Zeit, in der ihr Sohn sich durch eine lange und schwere Krankheit kämpfen musste. Auch Herausforderungen in der Ehe, Verletzungen in Freundschaften, die große Frage nach dem Traumberuf oder das Thema „Kinder“ und „Kirche“ werden beleuchtet. Was mich als Leserin dabei sehr anspricht ist, dass ich mich gut hineinversetzen kann. Denn jede Beleuchtung der Themen findet aus der möglichen Perspektive einer verletzten, herausgeforderten oder frustrierten Person statt, bevor die Autoren dann dazu ermutigen, das große Bild zu sehen und eine neue Perspektive einzunehmen. So fühle ich mich als Leserin verstanden und nehme die Ermutigung und Ratschläge gerne an. „Perspektive Ewigkeit“ bedeutet auch, dass beide Autoren immer wieder den Blick auf die Bibel lenken und auf das große Ziel, das Gott mit dem Menschen hat. Beide schreiben ehrlich und nehmen kein Blatt vor den Mund. Die Tatsache, dass sowohl Ronja als auch Friedmund aus ihren verschiedenen Sichtweisen schreiben, ist sehr angenehm und spricht daher sicherlich eine große Leserschaft (jeden Geschlechts) an. Gleichzeitig ist jedoch genau das manchmal für mich etwas irritierend gewesen. An manchen Stellen ist sofort sichtbar, wer den Abschnitt schreibt, an anderen Stellen wurde es erst nach einigen Sätzen sichtbar. Der Lesefluss war für mich persönlich dadurch nicht ganz stetig. Vielleicht wäre eine sichtbare Abgrenzung durch eine unterschiedliche Formatierung der Texte hilfreich oder eine feste Struktur, nämlich dass zu jedem Kapitel BEIDE nacheinander aus ihrer jeweiligen Sicht schreiben. Vermutlich ist das aber für die wenigsten Leser ein Problem und tatsächlich auch der einzige, minimale „negative“ Punkt von meiner Seite.
Das Buch ist eine ehrliche, liebevolle und gleichzeitig direkte Erinnerung daran, sich nicht in der Opfer-Rolle aufzuhalten, sondern aufzustehen und die Herausforderungen gemeinsam mit Gott anzuschauen und anzugehen.
Kurzum: Ich wurde einmal mehr ermutigt, Gott in allen Alltagssituationen nicht nur zu suchen, sondern auch einzubeziehen; seine Sichtweise einzunehmen und dadurch vielleicht auch manche Entscheidung anders zu treffen.
Titel: „Perspektive Ewigkeit“
Autoren: Ronja und Friedmund Aselmann
Verlag: Gerth Medien
Holy Mountain – Der perfekte Wanderführer für das Abenteuer „Jüngerschaft“
„Holy Mountain- Von den Bergen für unsere Jesus-Nachfolge lernen“
Samuel Holzhäuer
Hänssler Verlag
(Rezensions-Exemplar)
In der Schule gehörte ich zu den Schülern, die (vor allem in Mathe) immer wieder die Frage stellten: “Wofür muss ich das lernen?”. Beispiel “Kurvendiskussion” oder die Berechnung von irgendwelchen Brücken – “Ich will doch kein Ingenieur werden” habe ich dann immer gesagt. Wurde ich auch nicht – lernen musste ich es trotzdem, auch wenn es mir in meinem persönlichen Alltag nicht wirklich nützlich war und ich es auch nicht mehr kann. Ich hab’s gelernt, nie angewandt und dadurch irgendwann vergessen.
Wenn ich aber einen “Nutzen” daraus habe, es in meinem Alltag anwenden kann oder es mir auf irgendeine Weise gut tut und mich weiter bringt – dann LIEBE ich es zu lernen.
Ich gehe gerne in die Berge. Man unterstellte mir eine ganze Zeit lang, dass ich Wandern nicht mögen würde – aber auch da: Wenn die Landschaft stimmt, (Wiesen und Wald in guter Balance, Sonne, ein paar Quellen und eine schöne Aussicht schon auf dem Weg zum Ziel) LIEBE ich es, in den Bergen unterwegs zu sein und zu wandern. Nun werde ich es noch mehr lieben! Denn “Holy Mountain” macht Jüngerschaft UND die Berge nicht nur schmackhaft – das Buch hilft mir, die Dinge anders zu sehen, zu deuten und das auf ganz praktische Art und Weise.
Samuel Holzhäuer liebt die Berge und Jesus ist sein Leben – das schreibt er bereits auf den ersten Seiten und das kann man nicht nur lesen sondern auch spüren.
In 14 Kapiteln geht er auf verschiedene Themen der Jesus-Nachfolge ein ( z.B. geistliche Anfechtungen, Ruhezeiten, “das Kreuz auf sich nehmen”, Jesus-Nachfolge in Zeiten des Leids…), betitelt die Kapitel dabei aber nicht mit diesen frommen Worten, sondern passend zum Thema wie in einem Wanderführer (zum Beispiel “Brotzeit und Wanderlust”, “Hüttenzeit” oder “Alpine Gefahr”).
Jedes Kapitel ist logisch aufgebaut und unterteilt durch Erlebnisse während einer Bergtour “Tourentagebuch”, einer Überleitung bzw. Umdeutung auf Alltags-Situationen “Abenteuer Alltag” und wird am Ende durch eine Reflexions-Seite mit einer Frage “Bergschule”, einem kurzen Gedanken mit Bibelvers “Bergrast” und einem Gebet abgeschlossen.
Immer wieder zitiert der Autor Songtexte, Gedichte und Bibelverse und ansprechende Fotos machen Lust auf die nächste Bergtour.
Ein echtes Bonus ist ein QR-Code zu einer passenden Playlist mit verschiedenen christlichen Songs, die man beim Lesen, während der Reflexion oder einfach bei der nächsten Bergtour anhören kann.
Samuel Holzhäuer schafft es, die besonderen Momente in den Bergen ganz praktisch mit der Jesus Nachfolge zu verknüpfen und vor allem Theologie praktisch und spürbar zu machen. Seine Sprach- bzw. Schreibart hat mich beim Lesen direkt mit in die verschiedenen Situationen hineingenommen. Ich konnte mir seine Tourentagebuch-Einträge nicht nur gut vorstellen sondern die ein oder andere Situation fast spüren. Das Buch ist super als tägliches Andachtsbuch geeignet oder zum Mitnehmen auf den nächsten Gipfel.
Wer einen “Wanderführer für die Jüngerschaft” sucht, wird mit diesem Buch nicht nur fündig sondern vor allem bereichert. Ich werde es in jedem Fall weiterschenken und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es bald in einer netten Pension am Dachstein stehen, damit alle Gäste es dort lesen können:-)
Die Stimme des Königs
Titel: Die Stimme des Königs – Eine dramatische Reise nach Hause
Autor: Brad Huebert
Verlag: Neufeld Verlag
Lesezeit: Je nach eigenem Tempo 3-5 Stunden
Geeignet für: Methapher- und Geschichtenliebende Leser, die sich herausfordern lassen möchten, Glaubens- und Gottesbilder zu hinterfragen
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Es gibt Bücher, die ich sehe oder geschenkt bekomme und die dann erst mal im Bücherregal landen. Nicht, weil sie mich nicht interessieren oder ansprechen, sondern weil ich dieses Bauchgefühl habe, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist es zu lesen…und dann, Monate oder Jahre später, ziehe ich es aus dem Regal und weiß: JETZT ist die Zeit.
So war es auch mit diesem Buch. Mein Bruder war begeistert davon, hat sogar das Hörbuch dazu aufgenommen, und hatte es mir zum Geburtstag geschenkt. Als ich im letzten Jahr für den Urlaub packte, hatte ich das Gefühl, ich sollte es einpacken. Eigentlich hatte ich keine Lust. Ich wollte nichts „frommes“ lesen und packte es nur widerwillig ein – um es 10 Tage später in Frankreich dann doch aus dem Koffer zu holen. Ich wachte an dem Morgen auf und wusste, HEUTE ist der Tag es zu lesen. Also setzte ich mich in den Garten der Ferienwohnung und las. Las. Las. Schluckte, bekam Tränen in die Augen, las weiter und klappte es nach drei Stunden zu – seufzend und dankbar. Warum?
Der Untertitel ist „Eine dramatische Reise nach Hause“ und er könnte nicht treffender sein. Ich hatte das Gefühl, meine eigene, innere Reise darin zu lesen und schließlich nach Hause zu finden.
Brad Huebert erzählt das Abenteuer eines Mannes (Ivan), der für sich alleine im Wohnzimmer die Entscheidung trifft, sein Leben ab sofort ganz Gott hinzugeben. Als er sein Gebet spricht, geschieht plötzlich etwas und er findet sich in einer anderen Welt wieder. Genauer gesagt in einem Königreich. Dort wird ihm gleich zu Beginn die Frage gestellt: „Alte oder neue Stadt“ – ohne zu wissen, welche Frage eigentlich dahinter steckt, trifft er eine Entscheidung und kommt in eine Stadt, in der Menschen nach bestimmten Regeln leben und in der ihr Leben danach ausgerichtet ist, dem König (Gott selbst) zu begegnen. Ivan vermisst sein altes Leben, seine Familie und versucht doch, in dieser neuen Welt des „Glaubens“ anzukommen. Er trifft auf Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als den König zu sehen. Ivan bezieht eine Wohnung und strebt immer mehr – so wie alle anderen Bewohner dieser Stadt – danach, alles zu tun was notwendig ist, um Gott so nah wie möglich zu kommen. Dabei ist nicht nur das „BUCH“ notwendig, das er zu jeder Zeit bei sich tragen und intensiv lesen – ja verinnerlichen muss, auch die Teilnahme an Versammlungen ist dabei wichtig. Er möchte immer weiter auf den Gipfel, höher und näher an den König und je näher er ihm kommt, desto mehr scheint es umsonst zu geben. Quellen, aus denen er zu jeder Zeit trinken kann, wenn er Durst hat zum Beispiel – aber warum scheint er immer mehr Durst zu bekommen, je mehr er trinkt? Seine Zweifel, seine Müdigkeit, seine Kraft werden dabei immer weniger. Schließlich findet er sich in einem Kampf wieder, ausgerüstet mit allem, was andere sagen, was notwendig sei um den Feind zu bekämpfen – bis er schließlich erschöpft, verzweifelt und kraftlos zusammenbricht. Um sich dann…erneut in einer imaginären Stadt wieder zu finden, wo alles anders zu sein scheint. Die Menschen sind dort so fröhlich, freier und gelassener. Warum? Wieder hört der Mann davon, was notwendig oder nicht notwendig sei um dem König zu begegnen und ihm nahe zu sein – aber warum wiederspricht das alles dem, was die Menschen in der anderen Stadt zuvor gesagt und getan hatten?
In diesem Buch wird das eigene Glaubensleben auf – ja vielleicht sogar wach gerüttelt. Was bedeutet es, wenn die Bibel oder Christen vom „Neuen Bund“ reden? Wie lebt es sich in diesem neuen Bund? Ist Glaube und die Nähe zu Gott wirklich mit so vielem Bestreben und „Regeln“ verbunden oder ist es vielleicht doch viel einfacher, ihm zu begegnen? Brad Huebert schafft es, den Leser ganz persönlich mit hineinzunehmen in diese Fragen, den eigenen Glauben und das Gottesbild zu hinterfragen, ohne zu ver- oder zu beurteilen.
Im Epilog erst fragt er ganz direkt: „Was fangen Sie nun mit all dem an?“
Mich hat „Die Stimme des Königs“ tief bewegt, wach gerüttelt und sogar beschämt. Gleichzeitig aber ermutigt und mich in eine neue Freiheit geführt.
Kein Wunder, dass ich es bereits mehrfach verschenkt habe und froh bin, dass es wieder „Nachschub“ gibt. Ein Buch, das in jedem Regal stehen und immer wieder gelesen und mit allen Fragen und Gedanken in Erinnerung gerufen werden sollte.
Tipp: „Die Stimme des Königs“ gibt es mit der Stimme meines Bruders Oliver Gentina kostenlos auf Youtube und Spotify zu hören.
Finde Frieden im Stress: Deine Reise ins Land der Ruhe
*Rezensionsexpemplar*
„Dein Land der Ruhe“
Cornelia Schmid
SCM Verlag
Ich liebe es festzustellen, dass nicht nur ich mir aussuche, welche Bücher ich wann lese, sondern dass der Heilige Geist das perfekte Timing kennt. Bei diesem Buch war es auch so. Das Jahr ist nun schon fast drei komplette Monate alt und ich finde mich fast wöchentlich in einem Strudel von To-Dos, selbst erstellten Deadlines und dem Seufzen, wenn ich meinen Terminkalender anschaue. Dabei wollte ich doch gerade in diesem Jahr bewusster, ruhiger und entspannter Leben. Ich wollte meinen Fokus auf das Thema „Prophetie“ legen, mehr Zeit in der Ruhe haben um bewusst zu beten, zu hören und aufzuschreiben, was Gott mir sagt und das dann alles mit meinem Mann für die Kirche zu besprechen und zu prüfen. Außerdem wollte ich diese Zeiten auch dafür nutzen, Predigten vorzubereiten und ich wollte bestimmte Bereiche in der church durch prophetische Eindrücke prägen. Aber: Dafür benötige ich weniger Todos und mehr Zeit zum HÖREN. Es läuft anders als gedacht…Vieles muss aufgeholt werden, die Kirche wächst stätig und vieles muss angepasst und verändert werden – wir befinden uns in einer Art Umbruch. Gerade JETZT möchte ich aus der Ruhe heraus aktiv sein und nicht einfach reagieren und abarbeiten…
„Dein Land der Ruhe“ kam daher gerade recht. Ich saß in den letzten 10 Tagen täglich da, las, pausierte, machte Notizen, reflektierte und betete. Meine Vorstellung von einem „netten Buch, das ein paar Inspirationen zum Ruhezeiten-Nehmen gibt“, wurde umgeworfen. Stattdessen beschreibt die Theologin und Coachin Cornelia Schmid quasi eine Reise zu dem Land der Ruhe, welches wir in der Gegenwart Jesu finden. Diese Reise ist dabei auch eine Reise durch die Bibel – Gottes Geschichte mit dem Menschen, seine Verheißungen an Abraham, ein Land zu besitzen, in dem Gottes Volk zur Ruhe kommen wird, die lange Wüstenzeit von Israel, weil sie sich von Gott entfernten, über Jesus, der zusagte, dass jeder, der „mühselig und beladen ist“ zu ihm kommen darf um Ruhe zu finden.
Sie erklärt, was der Gedanke von „Sabbat“ ist und zeigt auf, wie wir selbst in Stress, im Alltag und in turbolenten Zeiten Ruhe und Frieden finden können: Der Schlüssel ist der GEIST! (Nicht gleichzusetzen mit der Seele). Und dann zeigt sie auch noch verschiedene „Werkzeuge“ auf, die man im Glaubensleben nutzen kann, um Ruhe zu finden, in Gottes Gegenwart einzutauchen und die Seele Seele sein zu lassen, während der Geist auftankt, sich stärkt und ruht.
Die Autorin nutzt immer wieder Bibelstellen, persönliche Beispiele, Zeugnisse und Beispiele aus ihren Coaching-Seminaren, wodurch ich mich sehr abgeholt fühlte.
Ich beobachte, wie ich seit Tagen achtsamer mit meinen Gefühlen umgehe: Reagiert die Seele oder der Geist? Warum? Wie kann ich meine Seele beruhigen? Und dann gehe ich ins Gebet und bitte den Heiligen Geist, mir aufzuzeigen, wo ich vergeben darf, wo ich loslassen darf, wo ich meine Seele beruhigen darf. Ich suche die Gegenwart Gottes, statt selbst zu „werkeln“…nur ein kleines Resultat des Buches.
Ein Hinweis aber: Es lässt sich nicht so leicht einfach mal eben durchlesen. Ich ermutige dazu, wie ich, immer wieder Pausen zu machen, Sätze zu unterstreichen oder abzuschreiben, darüber nachzudenken und die Reflektionsfragen zu nutzen. Was ich schön fände, wäre eine Art „Arbeitsheft“ oder „Werkbuch“ oder zumindest ein anderes Format mit breiterem Rand um sich Notizen machen zu können…Jedes Kapitel ist „gehaltvoll“ aber genau deshalb auch lesenswert und bereichernd.
Geistlich Wachsen Extrem
*unbezahlte Werbung*
100 Bibelverse, 100 kurze Impulse auf 223 Seiten. Klingt im ersten Moment viel, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Susanna Bigger schafft es, knapp und auf den Punkt kleine Impulse zu geben, die das Glaubensleben in Schwung bringen. Dieses „Andachtsbuch“ ist für jeden: Man kann sich in Ruhe hinsetzen, Zeit nehmen, den Impuls lesen und die Fragen von Susanne in Ruhe reflektieren – oder auch nur 5 Minuten nutzen, um sich einen Impuls für den Tag abzuholen…es ist jedem selbst überlassen.
Die Überschrift gibt schon einen Hinweis, worum es geht und ermöglicht es, auch spezifisch nach einem Impuls, passend zu einer aktuellen Situation, zu suchen. Egal, ob „So entdeckst du Gottes Weisheit“, „Lass die Neider Neider sein!“ oder „Warte nicht auf einen Titel!“ – die Themen stechen, wie das ganze Buch, ins Auge und ermöglichen es, schnell einen entsprechenden Gedanken zu vertiefen.
Jeder Impuls wird dann durch einen Bibelvers eingeleitet, enthält eine kurze, persönliche Anekdote, eine Frage zum Nachdenken, eine Ermutigung für einen Action-Step und schließlich ein Gebet. So liebe ich das: Strukturiert, praktisch, fokussiert und vor allem anregend zum Nachdenken und aktiv werden. Was ich persönlich auch sehr ansprechend finde ist die Abwechslung der Anreden im Gebet: Gott ist dreieinig und deshalb spricht Susanna Bigger diesen dreieinigen Gott im Gebet unterschiedlich an. Oftmals mit „Lieber Vater“ oder „Lieber Gott“, manchmal aber eben auch mit „Jesus“ oder „Heiliger Geist“ – auch je nachdem, worum es im Impuls zuvor ging und welche Person Gottes angesprochen wird.
Was ich interessant finde ist, dass es ein „Andachtsbuch“ ist, das nicht, wie die meisten, 52 Impulse (einen für jede Woche) oder 30 Impulse (einen pro Tag in einem Monat) oder gar 365 Impulse enthält, sondern genau 100. Eine runde und schöne Zahl, die mein ausgeprägtes Struktur und Planungsdenken positiv herausgefordert hat: Ich persönlich lese nicht täglich darin, bin aber genau wegen dieser Offenheit (nicht „Ein Andachtsbuch für 1 Monat“) flexibel und motiviert, immer wieder hineinzuschauen und mir eine Idee, eine Motivation, einen Gedanken für den Tag abzuholen.
Wie gut, dass das Cover frech und durch das Pink sehr auffallend ist: Egal wo ich es hinlege – ich kann es nicht übersehen und werde aufgefordert, hineinzuschauen!




