Kategorie: Tipps und Ideen

Gewinner statt Sieger sein

Gewinner statt Sieger sein

Ziel eines Konfliktes oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.
Joseph Joubert (1754 – 1824)

Dieses Zitat stach vor Kurzem zu Beginn eines Films in meine Augen. Und es blieb hängen! Was für ein Satz. Was für eine „Erleuchtung“ und was für eine Sekunde, die mich für die nächsten Tage wieder einmal nachdenklich machte.
Wie oft geraten wir in einen Konflikt, um daraus einen Streit entstehen zu lassen?
Wie oft wird eine Meinungsäußerung oder ein Gedanke zu einem Austausch, der dann zu einer Diskussion und dann zu einem Streit führt?

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Leben vs. Hochsensibilität?

Leben vs. Hochsensibilität?

Als ich ein Teenager war, war ich ständig unterwegs: Auf Freizeiten, Jugendtagen, Jugendwochenenden, Veranstaltungen und Events. Ich wollte Menschen um mich haben und liebte es, mich zu engagieren und neue Leute kennen zu lernen. Ich war immer wieder auf Konzerten, stand meist weit vorne und kam nachts vom Springen und Mitsingen verschwitzt nachhause. Mit 18 Jahren kam eine ausgeprägte Depression. Zeitweise durfte ich keine Besuche empfangen, weil ich schon nach einer Person aufgewühlt und panisch wurde. Ich musste mich komplett zurück ziehen, sollte sogar ein Jahr mit der Schule pausieren, damit es nicht zu viel für mich wird und ich erst wieder langsam in den Alltag starten konnte. Innerhalb weniger Monate hatte ich mich zu einem anderen Menschen verändert. Die junge Frau, die immer extrovertiert, leidenschaftlich und überschwänglich war, war plötzlich schüchtern, konnte keine fremden Menschen ansprechen und brauchte Ruhe. Hinzukam, dass innerhalb weniger Monate die Kleidergröße von 36 auf 44/46 gewachsen war…
Ich hatte lange damit zu kämpfen und habe mich gefragt, warum ein Mensch so komplett unterschiedlich sein kann.
War ich denn nun extrovertiert oder bin ich eigentlich introvertiert?
Liebe ich es, unter Menschen zu sein oder liebe ich es, allein zu sein?
Wer bin ich denn nun eigentlich?
Hatte ich mich selbst so in mir getäuscht?
Hatte ich etwas gespielt, was ich eigentlich nicht war? Oder noch viel mehr: Wollte ich jemand krampfhaft sein, der ich eigentlich nicht war und auch nicht sein konnte? Hatte ich mich mit einem Schauspiel überfordert?

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Entrümpelungs-Kommando

Entrümpelungs-Kommando

(Blogbeitrag auf estherstoechter.wordpress.com)

Hast du schon mal dein Zimmer oder deine Wohnung ausgeräumt?
Ich habe das gerade hinter mir. Wir sind umgezogen. In eine schöne Wohnung, die ziemlich alles hat, was ich mir immer gewünscht hatte.

Ein Punkt, der mir am Anfang aber als Nachteil schien war, dass wir keinen Keller haben, in dem wir unsere vielen „Man könnte es ja nochmal brauchen“-Schätze aufheben konnten. Tatsächlich fanden wir beim Ausmisten unseres Kellers Dinge, die wir seit Jahren nicht angeschaut und somit auch nicht vermisst hatten: Studienunterlagen, alte Geburtstagskarten, sogar Flyer von anderen Kirchen, die mein Mann sich vor 15 JAhren als Inspiration mitgenommen hatte…
So ein Mist. Da konnten wir in den letzten 10 Jahren alles so schön bunkern und in den letzten 4 Jahren einfach in den Keller packen und vergessen und nun mussten wir ALLES in kurzer Zeit ausmisten und uns von so wichtigen Dingen wie den Flyern trennen…

Jetzt, wo ich in der neuen Wohnung sitze, bin ich dankbar und zufrieden, dass wir aufgrund des geringeren Stauraums endlich eine neue Ordnung haben. Es fühlt sich sauber an und ich behaupte, dass es vor allem in meiner Seele irgendwie aufgeräumter ist.

Hast du schon mal deine Seele und dein Herz ausgeräumt?
Ich habe für mich bei diesem Umzug gemerkt, wie viele Dinge in mir unaufgeräumt waren und wie viele Erinnerungen, Verletzungen, Sorgen und „Versicherungen“ ich in mir selbst gebunkert hatte. Alles wurde irgendwann in Kisten verpackt und nahm Platz in mir ein: Alte Freundschaften, der Streit mit der damals besten Freundin der das Ende der Freundschaft bedeutete, Tagebucheinträge in denen ich mir selbst erzähle, wie traurig und frustriert ich bin. Da liegen Sätze, Worte, Verleumdungen die über mich ausgesprochen wurden, Träume und Hoffnungen, die nie in Erfüllung gingen.
Wie oft müllen wir unseren inneren Keller damit zu, bis schließlich kein Platz mehr ist und man nicht mehr erkennen kann, in welcher Kiste die schönen Dinge , die guten Aussagen, die Ermutigungen liegen.
Als ich unseren Keller im Haus ausmistete, fand ich eine kleine Box mit Glückwunschkarten zur Geburt unserer Tochter. Ich hatte alle aufbewahrt und sie lagen seit vier Jahren in dieser Box. Was macht man nun damit? Ich habe sie nie wieder angeschaut und die wichtigsten Segenswünsche hatte ich in ein Fotoalbum geklebt. Ich hätte alle wegschmeißen können. Aber ich sah nochmal alle an, las jedes Wort und plötzlich lag in einer der Glückwunschkarten noch ein 50 Euro Schein, den wir damals ausversehen im Umschlag vergessen hatten.

Mich hat das so ermutigt, beim Aufräumen meines Herzens wirklich Zeit zu nehmen und genau hinzusehen. Vielleicht erinnerst du dich beim Ausmisten deiner Seele an Personen, die auf dem ersten Blick nicht wichtig zu sein scheinen. Wie diese Box mit Glückwünschen. Aber vielleicht lohnt es sich, genau hinzusehen. Vielleicht hat diese eine Person dir diese eine wichtige Sache gesagt, die du jetzt in diesem Moment zu dieser Zeit brauchst. Vielleicht sind in den Kisten deiner Seele unter all dem Müll Dinge vergraben, die immer noch wertvoll und kostbar sind.

Ich möchte dich ermutigen: Nimm dir Zeit, genau hinzusehen.
Öffne die Kisten deiner Seele. 
Was steht auf der Kiste, die vor dir liegt? (Beziehungen? Personen? Träume? Erlebnisse?…)
Hab Mut sie zu öffnen.
Schaue hin und prüfe, was du abgeben magst, was du behalten möchtest.
Nimm jeden „Gegenstand“ bewusst in die Hand und schaue, was er mit dir macht.
Mach das nicht alleine! Lade Gott ein, das mit dir gemeinsam zu tun – denn er kennt dich am besten und er ist der beste Entrümpler und kann deinen Müll kostenlos entsorgen:)

Gehörtraining

Gehörtraining

In meinem letzten Post habe ich ja kurz angekündigt, dass ich beim nächsten Mal auf das Thema „Gottes Stimme hören“ bzw. „hörendes Gebet“ eingehen möchte.
Tatsächlich glaube ich, dass es mehr als denn je dran ist, sich darum zu bemühen, Gottes Stimme besser hören und vor allem von anderen „Stimmen“ unterscheiden zu können.
Warum? Weil ich glaube, dass es mehr als je zuvor Ermutigung, Liebe und Gottes Führung braucht.
Viele kennen Begriffe wie „Apokalypse“ oder „Endzeit“. Es gibt zahlreiche Hollywood Produktionen, die sich mit diesem Thema auseinander setzen. Entweder drohen Kometen die Erde zu zerstören, Aliens nehmen die Erde ein oder Umweltkatastrophen führen zum Ende der Welt. Interessanter Weise entstammen diese „verrückten“ Ideen aber nicht irgendwelchen genialen Drehbuchautoren, sondern sie stehen schon in der Bibel.
Okay- da steht nichts explizit von „Aliens“, die grüne Glibbermasse von sich geben aber wenn man in der Offenbarung oder in Hesekiel liest, wie die Engel beschrieben werden – dann ist das gar nicht so weit her geholt:)
Wir leben in dieser Welt, die immer wieder Umweltkatastrophen, Krankheiten, Seuchen, Kriegen und anderen Bedrohungen ausgesetzt ist. Und manche reden von der „Endzeit“, wenn sie von der jetzigen Zeit, in der wir leben, sprechen.
Die Handlungen im Buch der Offenbarung in der Bibel sind schwere Kost und nur schwer zu verstehen oder zu deuten. Daher möchte ich dich hier heute damit gar nicht überfordern.
ABER:
Wie auch immer man die Zeit jetzt theologisch deuten will: Wir stellen uns immer häufiger wichtige Fragen.
Warum leben wir?
Was ist unser Auftrag?
Was für Spuren möchte ich hinterlassen?
Gibt es einen Gott?
Haben die Heuschreckenplage in Afrika und dieser schreckliche Virus tatsächlich was mit der „Endzeit“ zu tun?
und so weiter.
Wir werden aber auch immer häufiger und intensiver davon abgehalten, uns diese Fragen zu stellen. Und wenn wir sie uns stellen, fliegen uns die Antwortmöglichkeiten auf allen Kanälen entgegen.
Auch Theologen und Geistliche werden bei diesen Fragen oft zu Rate gezogen und haben dann gute Antworten bereit.
Weißt du aber, WANN sie am besten bei diesen Fragen helfen können? Wenn sie selbst in ihrem Leben immer mehr danach streben, Gottes Stimme zu hören und IHN um die Antworten bitten.
Denn, wenn es diesen Gott gibt, der DICH geschaffen hat, dann weiß auch nur ER, warum er das getan hat. Dann weiß auch nur er, was dein Auftrag ist. Dann weiß auch nur er, was diese Zeit für uns zu bedeuten hat.
Und jetzt kommt der Clue. Aufpassen: Du kannst lernen, diese Fragen zu beantworten, weil DU lernen kannst, Gottes Stimme zu hören!
DU kannst auch Gott um Antworten bitten. Jesus sagt in der Bibel: „Trotz all eurer Bosheit wisst ihr Menschen doch, was gut für eure Kinder ist, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist schenken, die ihn darum bitten.“ (Lukas 11,13)
Der Heilige Geist wiederum kann uns Dinge klar machen, verständlich machen. WENN wir ihn darum bitten. Er ist der „Vermittler“, wenn du so willst. Denn ER ist Gott und kennt sein Herz und er kennt DEIN Herz und weiß, was du wie am besten verstehst.
Wie kann das jetzt genau passieren?
  1. DU musst für dich entscheiden, ob du Gottes Stimme durch den Heiligen Geist hören möchtest. 
  2. Drücke diesen Wunsch in einem Gebet aus.
Das ist das erste! Mein Mann sagt immer „Der Heilige Geist ist ein Gentleman!“  – er drängt dir nichts auf. Aber wenn du ihn bittest, gibt er gerne:)
Dann wird es praktisch:
ÜBE!
Du kannst
a) Einfach mal los laufen und sagen: „Gott, ich möchte deine Stimme mehr wahrnehmen. Mach mich sensibel für dein Reden!“
Persönliches Beispiel: Ich habe das vor 6 Jahren an einem Morgen gemacht. Bin losgegangen bei Sonnenaufgang und habe genau das Gebet gesprochen. Und plötzlich hatte ich ein paar Gedanken, die sich kurz darauf bestätigt haben. Ich ging zum Strand (damals lebte ich in Kapstadt) und während ich auf dem Weg dorthin war hatte ich den Gedanken: „Heute wirst du auf der linken Seite nur einen Kite-Surfer sehen!“. Normalerweise waren um diese Uhrzeit und bei DEM Wetter schon zahlreiche Kitesurfer dort. Aber genau so war es. Während ich spazieren ging und betete hatte ich den Gedanken „Du wirst auf dem Rückweg eine einsame Frau am Strand sehen. Sprich sie an!“ Ich mag es eigentlich gar nicht, einfach fremde Leute anzusprechen. Ich hoffte, mich verhört zu haben.
Aber was passierte? Als ich umkehrte, stand am Ausgang an der Dühne eine Frau und sah auf den Tafelberg gegenüber. Ich wusste, dass ich sie ansprechen sollte, wusste aber nicht was ich sagen sollte, also sagte ich nur „Good morning!“. Sie schaute mich an und wir begannen zu erzählen und redeten 30 Minuten.
Es stellte sich heraus, dass sie zum Urlaub in Kapstadt ist, eigentlich aus Johannesburg kommt und auch Christin ist.
Einige Tage später sah ich sie wieder am Strand und auch an diesem Morgen hatte ich vorher „gespürt“, dass sie wieder da sein wird. Während meines Spaziergangs hatte ich Gott meine Not geplagt: Wir hatten in diesem Monat wieder weniger Spenden bekommen und wussten nicht, wie es weiter gehen sollte. Ich traf auf meinem Heimweg wieder auf die nette Frau. Und nach kurzem Reden sagte sie: „Ich habe heute in meiner Gebetszeit den Eindruck gehabt, ich solle dir und deinem Mann diesen Umschlag geben! Seid gesegnet!“ Wir beteten und sie ging. Ich habe sie nie wieder gesehen. Im Umschlag waren rund 100 Euro…
So begann es bei mir mit dem „Sensibel werden“.
Heute spricht Gott auf unterschiedliche Weise immer wieder:
  • Visionen oder Bilder in meinen Gedanken
  • Sätze/ Worte in meinen Gedanken
  • Ideen / Blitzgedanken
  • Bibelverse die mir plötzlich in den Sinn kommen
  • durch Predigten oder etwas, was jemand zu mir sagt
  • durch die Bibel beim Lesen
  • Aktionen oder Handlungen
b) Lies die Bibel zum Überprüfen.
Um eine Stimme zu erkennen ist es hilfreich, die Person hinter der Stimme zu kennen. Nur, wenn du eine Person kennst, kannst du einschätzen, wie etwas gemeint ist und ob das, was du hörst, auch zum Herz der Person passt.
Nur bei einer Person, die ich gut kenne, kann ich besser heraushören, ob die Stimme verstellt ist oder echt.
Du kannst Gott durch die Bibel kennen lernen. Durch die Bibel können wir Gottes Herz für uns Menschen kennen lernen. Durch Jesus können wir sehen, wie Gott ist.
Und nur dann, wenn du das mehr und mehr verstehst, kannst du die Stimme Gottes auch klarer und besser verstehen.
c) Suche dir gute Freunde, an denen du „üben“ kannst
Wenn du trainieren möchtest, wie man prophetische Eindrücke zur Ermutigung bekommt, kannst du einfach jemanden, der Gott ebenfalls kennt, bitten, dir dabei zu helfen.
Beispiel: Die Worshipleiterin Jenn Johnson von Bethel hatte mich dazu mal sehr inspiriert durch ihre eigene Geschichte.
Auch sie bat einmal ein befreundetes Ehepaar, an ihnen die Gabe der Prophetie auszuprobieren. Sie wusste, dass sie es selbst gut einordnen konnten und für sich prüfen konnten.
Komischer Weise hatte sie den Eindruck, sie sollte diesem Ehepaar Wasser ins Gesicht spritzen (und das soll man mal biblisch prüfen:))
Aber die beiden ließen sich darauf ein. Sie gingen in die Küche, Jenn spritzen ihnen Wasser aus einer Schüssel ins Gesicht. Aber dann…. sprudelten plötzlich Worte aus ihrem Mund. Sie redete plötzlich davon, was Gott über das Ehepaar denkt und was er sieht. Und das Ehepaar? Brach weinend zusammen denn alles stimmte. Jenn konnte nichts davon wissen.
Was war passiert? Jenn hatte sich danach ausgestreckt, diese Gabe der Prophetie zu erhalten.
Sie hatte Gott darum gebeten, die Bibel gelesen und war mutig genug, sich jemanden zu suchen, der sie nicht verurteilte oder dadurch verunsichert wurde.
Und dann tat sich das, was Gott ihr sagte.
Genau so habe ich das dann auch gemacht. Ich habe zwar kein Wasser ins Gesicht von jemandem gespritzt, aber ich habe immer wieder Menschen, die es für sich selbst einordnen und prüfen konnten, in mein Training mit einbezogen, bis ich lernte, sensibel für Gottes Herz und seine Stimme zu werden um andere zu ermutigen.
ERMUTIGEN ist dabei der Kern! Ermutigung braucht jeder!
Also: Warum heute Abend mal statt dem TV deine inneren Ohren anmachen? Mit der Bibel in der Hand einfach mal da sitzen, Gott bitten zu reden und dann schauen was passiert?
Du bist dran!

Du bist dran!

Die Grenzen werden geschlossen, Versammlungen verboten, soziale Kontakte sollen möglichst gemieden werden…
Jeder geht anders mit der Situation, den Versammlungsverboten in Österreich und den Einschränkungen um.
Die einen rücken als Familie zusammen und freuen sich über mehr Zeit gemeinsam.
Die anderen bekommen eine neue Krise, weil sie nicht wissen, was sie mit sich selbst anfangen sollen.
Die nächsten sehnen sich nach Gemeinschaft und freuen sich, dass es wenigstens virutell möglich ist. (Ich frage mich, wie sehr alle durchdrehen, wenn sich ein neuer Virus im WWW ausbreitet und man das Internet tatsächlich löscht:))
Bei alledem merke ich, was für eine geniale Chance diese Situation beinhaltet, gleichzeitig sehe ich eine Gefahr.
Es ist gut und wichtig, dass wir Gemeinschaft pflegen, wo es möglich ist. Gott selbst sagte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.“
Ich sehe aber, dass auch hier wieder ein wichtiger Gemeinschaftsaspekt in Gefahr steht, verloren zu gehen:
Die Gemeinschaft mit Gott.
Ich sehe eine Gefahr darin, dass die Beziehung zu Gott, die Gemeinschaft zu Gott und auch das eigene Bild von Gott so abhängig von „Kirchenleben“ und Gemeinschaft mit anderen sind, dass man selbst erst ganz am Schluss, wenn keine anderen Möglichkeiten mehr sind, selbstständig diese Beziehung fördert.
Denn so lange es Livestreams gibt, kann ich mich darauf verlassen, dass ich, wie immer, einen Input bekomme. Solange ich bestimmte Apps auf dem Handy habe, kann ich mich mit anderen austauschen und bin nicht alleine. Was passiert, wenn der PC, das Handy kaputt sind? Dann wird wahrscheinlich der TV eingeschaltet und das Unterhaltungsprogramm füllt die Leere, bevor es Sorgen, Fragen und unangenehmes Schweigen tun.
Ja, Gott spricht durch die Predigt des Preachers. Hoffentlich;)
Es ist gut und wichtig, dass man Dinge erklärt bekommt, die Bibel versteht und „Futter“ bekommt.
ABER: Trainieren wir unser inneres Gehör und unsere Sensibilität für Gottes Reden?
Ja, Worship mit einer guten Band und einem Worshipleiter „on fire“ hilft uns, in Gottes Gegenwart zu kommen.
ABER: was tun wir selbst dafür, wenn wir Zuhause alleine sitzen und diese Band nicht ins Wohnzimmer holen können?
Ja, es ist gut und wichtig, dass wir füreinander beten und Fürbitte halten.
ABER: Sitzen wir auch selbst einfach mal da. Auf den Knien? Und beten einfach für Menschen in unserem Umfeld, ohne, dass der Name auf einer Fürbittekarte steht?
Vielleicht ist diese aktuelle Lage auch dafür gut, für sich selbst Zuhause mal wieder sein eigener Pastor, sein eigener Worshipleiter, sein eigener Diakon zu werden!
Das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, hat jetzt die Chance wirklich zur Selbstverständlichkeit zu werden: Lebe deinen Gottesdienst im Alltag:)
Wie kann das aussehen?
  1. BIBEL LESEN
Nimm deine Bibel und beginne, ein Kapitel für dich zu lesen.
Nimm vorher ein Blatt Papier und schreibe dir folgende Fragen auf:
  • Was erstaunt mich oder bleibt in meinen Gedanken hängen?
  • Welche Fragen tauchen auf? / Was verstehe ich nicht?
  • Was lerne ich über Jesus, Gott und den Heiligen Geist an dieser Stelle?
  • Was macht der Text mit mir? (Welche Emotionen kommen dabei hoch?)
  • Versuche die Fragen für dich selbst zu beantworten.
2. DANK UND FÜRBITTE
Nimm dir bewusst Zeit und rede mit Gott! Auch hier können dir folgende Fragen helfen:
  • Wofür bist du Gott dankbar? (Heute und generell?)
  • Warum verdient Gott Lob?
  • Was bereitet dir Sorgen?
  • Für welche Personen möchtest du beten?
3. WORSHIP
Worship ist dein persönlicher Ausdruck des Lobes und Dankes zu Gott. Du gibst ihm den höchsten Stellenwert und singst für IHN. Es muss keiner hören, darf aber jeder hören:) Also leg einfach los. DEIN HERZ ist das Wichtigste, denn Gesang und Lobpreis ohne das Herz sind für Gott nur Lärm in den Ohren (steht schon in der Bibel). Da steht nicht, dass die schiefen Töne für ihn Lärm sind:)
  • Suche dir eine Playlist auf Spotify oder Youtube (es gibt soooo viele) und spiele sie ab.
  • Nimm dir deine GItarre, Klavier oder sonstiges Instrument und suche im Internet nach Noten und spiele einfach
  • Sing einfach, was dir in den Sinn kommt.
4. ABENDMAHL
Du kannst Abendmahl auch alleine einnehmen oder mit deiner Familie.
Danke Jesus für sein Opfer. Erinnere dich daran, dass DU ihm wertvoll bist und dass er dich liebt. Siehe und Schmecke, wie freundlich Gott ist!
5. HÖRENDES GEBET
Setz dich, leg dich oder stehe. Bitte den Heiligen Geist zu dir zu sprechen.
Schließe deine Augen und atme einfach mal ein.
Siehst du was? Kommt dir ein Wort? Kommt dir ein Gedanke?
Dann frage weiter, was es bedeuten soll.
Schreib es auf und freu dich drüber:)
Beim nächsten Mal möchte ich dir gerne ein paar Ideen geben, wie du sensibel für Gottes Reden werden kannst.
Es ist eigentlich gar nicht schwer – es braucht einfach training und Zeit – und die haben wir ja jetzt ein bisschen mehr:)

6. ACTION-STEP
Wäre praktisch!

  • Hast du eine Ermutigung für jemanden? Schreib ihm/ihr eine WhatsApp oder sogar eine Postkarte!
  • Einen Kuchen backen und dem Nachbarn vor die Tür stellen (Das Herz dahinter: du bist gesehen und geliebt)
  • Stell dich ans Fenster und bete und proklamiere über dein Dorf/deine Nachbarschaft

….

Luther sprach vom „Priestertum aller Getauften“, was später zum „Priestertum aller Gläubigen“ geändert wurde. Glaubst du? Dann kannst und darfst du, selbstverantwortlich für deine Beziehung zu Gott und dein Glaubensleben, Bibel lesen, beten, hören, verstehen etc.

Es wäre doch schade, wenn Luther die Bibel für die Menschheit übersetzt hätte, damit jeder sie verstehen und lesen kann und sie dann weder gelesen noch verstanden wird:)

IN FREUD UND LEID oder „VOM UMGANG MIT TRAUER(nden)“

IN FREUD UND LEID oder „VOM UMGANG MIT TRAUER(nden)“

Liebe LeserInnen,

seit ca. zwei Jahren beschäftigt mich das Thema „Trauerbegleitung“ in allen Facetten. Vor ca. zwei Wochen befand ich mich nach einer Fehlgeburt selbst in einem Trauerprozess und spürte nun ganz persönlich, was es heißt zu trauern. Leider erlebte ich aber auch was es heißt, sich in der Trauer alleine und einsam zu fühlen. Obwohl sich manche lieben Menschen (zu 90% per WhatsApp) meldeten, fühlte ich mich in der Trauer alleingelassen und ich weiß, es geht vielen Menschen so. Meine Vermutung und auch die Rückmeldung von manchen Freunden im Nachhinein war, dass viele nicht wissen, wie man am besten reagiert oder nicht reagiert. Die Angst, etwas falsch zu machen und die Hilflosigkeit ist oft der Grund, warum sich viele dazu entscheiden, gar nicht zu reagieren. Diese Angst und das Gefühl der Hilflosigkeit kann ich voll nachvollziehen. Weiterlesen „IN FREUD UND LEID oder „VOM UMGANG MIT TRAUER(nden)““

Warum Stress nicht göttlich ist

Warum Stress nicht göttlich ist

Immer wieder ertappe ich mich bei der Aussage „Ich bin gestresst!“.
Das passiert sehr häufig.
In den letzten Tagen kam dieser Gedanke immer wieder. „Ich bin gestresst!“.
Nachdem wir in den letzten Wochen Besuch von wunderbaren Menschen hatten, stand es nun wieder für mich an, neben dem Mama-Sein auch den Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen, Worship zu leiten, Kontakte zu pflegen und Routine in meinen Alltag zu bekommen – dabei aber die große Frage nach dem WIE? Weiterlesen „Warum Stress nicht göttlich ist“