Monat: Juli 2024

Drehschwindel der Gedanken

Drehschwindel der Gedanken

Als Kind und Teenager liebte ich die Fahrgeschäfte in Freizeitparks. Egal ob Achterbahn, der Bounty-Tower im Holiday Park oder der Free Fall Tower-man konnte sicher sein, dass ich drinnen saß. Ich erinnere mich an den 30.04. – es muss irgendwann zwischen 1997 und 1999 gewesen sein, als wir schulfrei hatten und ich mit drei Freundinnen in den Freizeitpark in der Nähe gefahren bin. Weil es kein Feiertag war, waren kaum Besucher dort. Wir mussten an keinem Fahrgeschäft anstehen, konnten in der Achterbahn sitzen bleiben und auch im Freefall-Tower rasten wir durch die Schleusen und ich weiß noch, dass ich an diesem Tag acht Mal hintereinander den Freefall Tower, 6 Mal hintereinander die Achterbahn und 5 mal hintereinander den Bountytower gefahren bin. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, dass ich damals je wieder eine Achterbahn oder einen Freefall bestiegen habe… Heute kann ich solche Dinge nicht mehr fahren. Ich weiß noch, wie sich vor allem nach dem Bounty-Tower (du sitzt in einem Wagen, der schaukelt, sich an einem Drehkreuz mit anderen Wagen dreht und dabei 40 Meter in die Höhe gezogen und immer wieder ruckelnd stückweise fallen gelassen wird.) alles drehte und ich einige Minuten benötigte, bis sich mein Gleichgewichtssinn wieder beruhigt hatte.
Damals hatte ich es herausgefordert und liebte es. Heute wird mir schlecht vom Zusehen.

Wenn sich alles dreht helfen zwei Dinge: Nach oben blicken und still stehen.
Früher hatte ich auch immer wieder nach Situationen gesucht, in denen mein Gehirn so viel wie möglich aufnehmen konnte. Ich habe mich freiwillig in solche gedanklichen-Fahrgeschäfte begeben. So viele Einflüsse wie möglich sollten es sein! Großveranstaltungen, Konzerte, Konferenzen – jeder Geburtstag wurde mit mindestens 15 Leuten gefeiert – je mehr Menschen um mich herum, desto besser…Heute ist das anders.
Weil ich extrem viele Dinge spüre und mit allen Sinnen wahrnehme und auf jedes Detail achte, benötige ich immer wieder Zeiten, um still zu stehen. Tatsächlich fühlen sich meine Gedanken an, als würden sie Bounty-Tower fahren – oder Kettenkarussell und das 100 Runden lang.
Ich kenne ein paar wenige Menschen, denen es genauso geht: Jeder Ton, jedes Wort, jede Bedeutung wird genau gehört, jede kleine Verletzung schmerzt so viel mehr und zu viele Eindrücke auf einmal können einen aus der Achterbahn werfen.
Was hilft? Genau: Still stehen und nach oben blicken!
Still stehen und so wenig Einflüsse wie möglich in der Nähe haben. Nach oben blicken und im Gebet fragen: WAS soll ich fokussieren? Welche Gedankenwolken dürfen vorüberziehen?
Ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern, mir diese Zeiten zu nehmen – am besten, bevor sich alles dreht. Denn sonst werden die Nächte geklaut -wenn der Tag nicht ausreicht und noch mehr Eindrücke einprasseln, dann kommen die Gedanken nicht zur Ruhe – auch wenn der Körper still liegt.

Ich habe schon oft darüber geschrieben aber merke, dass es mir selbst und vielleicht auch anderen Betroffenen gut tut, immer wieder daran erinnert zu werden:
Nimm dir Auszeiten zum Stillstehen und nachoben-Blicken!
Täglich! Für ein paar Minuten. Damit es keine erzwungen Zeit wird, die dann mehrere Monate braucht.

Gewinner statt Sieger sein

Gewinner statt Sieger sein

Ziel eines Konfliktes oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.
Joseph Joubert (1754 – 1824)

Dieses Zitat stach vor Kurzem zu Beginn eines Films in meine Augen. Und es blieb hängen! Was für ein Satz. Was für eine „Erleuchtung“ und was für eine Sekunde, die mich für die nächsten Tage wieder einmal nachdenklich machte.
Wie oft geraten wir in einen Konflikt, um daraus einen Streit entstehen zu lassen?
Wie oft wird eine Meinungsäußerung oder ein Gedanke zu einem Austausch, der dann zu einer Diskussion und dann zu einem Streit führt?

Weiterlesen „Gewinner statt Sieger sein“
Vom Suchen und Halten

Vom Suchen und Halten

Suche!
Suche die Stille um das Laute in dir zu finden!
Suche das Chaos um dann neue Ordnung zu schaffen!
Suche die Wunde um Heilung zu empfangen!
Suche den Schmerz um zu spüren!
Suche die Konfrontation um Frieden zu erfahren!
Suche den Konflikt um weiter zu kommen!
Suche den Sturm um zu erleben, wie sich dessen Stillung anfühlt!
Suche die Fragen um Antworten zu erhalten!

Um zu Suchen musst du halten!
Halt inne – um dann auszuhalten!
Halte die Anspannung – um die Entspannung zu spüren.
Halte fest – um wieder hochgezogen zu werden.

Das Chaos in dir wird sich erst dann ordnen, wenn du dich auf die Suche danach begibst, genau hinschaust und dann Stück für Stück zu sortieren. Wie gut, dass ich darin nicht alleine bin!

„Wer sucht, der wird finden!“
„Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken!“

Jesus.


Du hast mir (nicht) gesagt…

Du hast mir (nicht) gesagt…

Du hast mir nicht gesagt, dass es so hart wird.
Das war auch besser so – denn sonst hätte ich „Nein“ gesagt.

Du hast mir nicht gesagt, dass mich das Gefühl des Allein-seins immer wieder überrollen wird.
Das war auch besser so – sonst würde ich nicht lernen, deine Nähe zu suchen.

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Versagt oder Gewonnen?

„Ich habe versagt“ – diese Antwort hätte ich vor ein paar Jahren noch auf die Frage gegeben, ob ich meine 40-Tage-Bibellese-Challenge durchgehalten habe. „Ich hab es nicht geschafft“, könnte ich auch sagen. Aber ich habe beschlossen auf diese Frage anders zu antworten: „Ich habe sie nicht durchgehalten und trotzdem habe ich gewonnen.“

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