Schlagwort: Hoffnung

Schon wieder eine neue?

Schon wieder eine neue?

„Schon wieder eine neue Bibel?“ – das könnte man mich fragen, hab ich doch erst vor einigen Wochen die MENGE-Übersetzung angepriesen. Wer aber aufmerksam meinen Beitrag dazu gelesen hat weiß, dass ich es liebe, immer wieder neue Übersetzungen und Ausgaben zu lesen. Ich wechsele da auch gerne mal durch. Heute erhielt ich ein neues Rezensions-Exemplar der „Hoffnung für Alle“, genauer der „Breathe“-Edition. Und ich möchte gleich vorweg sagen: Nur, weil es ein Rezensions-Exemplar ist, bedeutet es nicht, dass ich blind Werbung mache und Dinge anpreise, die ich nicht wirklich gut finde. Ich bin ehrlich. War ich schon immer und ich denke jeder, der mich kennt oder schon öfter Predigten von mir gehört – oder Beiträge gelesen hat, weiß das.
Ich bin also auch ehrlich, was diese Ausgabe angeht:-)
Das Schöne ist: Das WORT GOTTES ändert sich nicht. Die Wahrheit, die tiefe Liebe Gottes zu den Menschen, seine Geschichte mit dem Menschen und mit seinem Volk – sie ändert sich nicht. Sie lässt sich nicht bewerten. Bei Bibeln geht es rein um die Art der Übersetzung, des Formats, der Gestaltung oder auch der Anhänge. Ist die Bibel gut lesbar? Ist die Wortwahl entsprechend der Zielgruppe? Ist sie handlich oder schwer, lädt sie zum Lesen und Vertiefen ein? Ist sie geeignet für das einfache Lesen oder besser zum Arbeiten? – Das sind alles Fragen, die ich in meiner Rezension berücksichtige und – wie auch bei Kirchen – ist meine Meinung: Die Auswahl ist riesig. Der Kern sollte nicht verändert sein. Jeder finde das, was für ihn am besten passt und ihn oder sie in ihrer Beziehung zu Gott wachsen lässt.
Die Menge-Bibel war daher für all jene ansprechend und empfehlenswert, die sich gerne in der Wortwahl verlieren -die die alte Sprache lieben und gerne über einzelne Formulierungen nachdenken, vielleicht sogar meditieren.
Die „Hoffnung für Alle“ ist das nicht. Sie ist aber für alle LeserInnen gut und empfehlenswert, die das Wort Gottes leicht verständlich lesen möchten, die die Sprache der Zeit sprechen. Diese Ausgabe der „Breathe Edition“ ist zudem noch für alle LeserInnen geeignet, die sich nicht in Markierungen oder Notizen verlieren möchten, sondern einfach lesen möchten.
Genauere Details findest du hier:

Die Übersetzung
“Man muss den Leuten aufs Maul schauen”, sagte Luther bereits und laut Herausgeber dieser Bibel ist es auch heute noch Motto jeder Bibelübersetzung. Die “Hoffnung für Alle” Übersetzung soll Menschen ansprechen, die die Sprache dieser Zeit sprechen. Das Wort Gottes ist deshalb auch in dieser Ausgabe für den Leser leicht verständlich gemacht und verzichtet daher möglichst auf altmodische Begriffe. Durch Fußnoten und Hinweise auf Erklärungen im hinteren Teil der Bibel wird das Verstehen des Textes ebenfalls erleichtert.

Die Anhänge
Die Wörter, die kulturell, soziologisch, historisch oder theologisch bedingt trotzdem Fragen aufwerfen könnten, werden im hinteren Teil dieser Bibel, unter “Sacherklärungen” knapp und dennoch ausreichend erklärt. Im Biblischen Personen -und Ortsverzeichnis kann der Leser zudem zusätzlich weitere Informationen erhalten. Eine Zeittafel gibt einen Überblick über historische Entwicklungen zur Zeit des Ersten- und Neuen Testaments und auch drei Karten (davon zwei über die Reise des Apostel Paulus) im Anhang helfen beim Verständnis. Die Gestaltung der Zeittafel finde ich persönlich sehr gelungen, da sie in verschiedene Abschnitte mit entsprechenden Überschriften unterteilt ist und die Spalten “Israel” und “Zeitgeschichte” beinhaltet, was einen schnellen und einfachen Überblick ermöglicht.

Das Papier
Die Seiten sind auf 30g/qm ThinOpaque-Papier gedruckt, was die Bibel trotz Gesamt-Ausgabe recht handlich macht, gleichzeitig aber leider das Markieren oder Unterstreichen nur mit einem sehr dünnen Holzstift ermöglicht. Alle anderen Stiftarten würden auf der Rückseite durchschimmern oder durchdrücken, was dann das Lesen erschwert und die Gesamterscheinung unordentlich und chaotisch wirken ließe. Gleichzeitig ist die Auswahl des sehr dünnen Papiers der Grund dafür, dass diese Bibel gut und einfach in einer Tasche mitgenommen werden kann, ohne dieses Buch als Last zu empfinden.

Das Cover
Die Covergestaltung ist vermutlich der größte (und manchmal auch einzige) Unterschied zu anderen aktuellen Ausgaben der “Hoffnung für Alle”. Dieses Cover ist sehr hell gestaltet und zeigt einen wehenden, leichten Vorhang, ein großes Fenster und den Teil eines leeren Raumes. “Breathe” (Atmen) heißt diese Edition und der Name scheint passend. Beim Aufschlagen der Bibel atme ich automatisch durch, spüre Leichtigkeit und Sehnsucht gleichzeitig. Dies ermöglicht mir eine Offenheit beim Lesen – wie ein leerer Raum, der mit frischem Wind durchweht, durchgelüftet und aufgeräumt wird.

Fazit
Alles in allem eine schöne, ansprechende Bibel für alle, die das Wort Gottes gerne in moderner Sprache und verständlich lesen und auf das “Arbeiten” mit Markern oder Stiften verzichten können.

Beauty for Ashes

Beauty for Ashes

Wie jedes Jahr habe ich mir zwischen dem 27.12. und dem 03.01. täglich bewusst Zeiten genommen, in denen ich das vergangene Jahr reflektierte. Was lief gut? Wo gab es Enttäuschungen? Wo Verletzungen? Welche Schritte bin ich gegangen? Hatte ich Erfolge wahrgenommen und auch gefeiert?
Worauf freue ich mich im kommenden Jahr? Was nehme ich mir vor? Diese Fragen stelle ich mir jedes Jahr. Vor allem aber gehe ich mit diesen Fragen ins Gebet. Ich versuche zu hören, wahrzunehmen, zu spüren, was mein Schöpfer darüber denkt. Immerhin hat ER mich geschaffen und kennt mich besser als jeder Mensch – ja sogar besser als ich selbst. Er weiß, was er aus dem Zerbruch und den Verletzungen tun kann.
Auf einem Wochenende mit 24 anderen Frauen blickten wir bewusst auf die schmerzhaften Zeiten des vergangenen Jahres. Auf die „Wüstenzeiten“, wenn man so will. Die Momente, die schwer waren, schmerzhaft waren, herausforderten – die Momente, die wir vielleicht sogar gerne weggeschoben hatten, ignoriert haben oder abhaken wollten, wurden noch einmal hervor geholt. Warum?
Ist das nicht masochistisch?
Wäre es! – Wenn ich nicht auch hier Gott mit reinnehmen würde. In der Bibel steht, dass all denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8,28)
Das ist leicht gesagt aber schwierig zu verstehen. Immer wieder kommt die Frage hoch: „Gott, wo warst du denn?“ oder „Wo ist DA bitte etwas Gutes drin?“

Der Schlüssel für die Antwort liegt in unserer Hand. Die Frage ist, ob ich bereit bin, eine Tür zu einer neuen Sichtweise zu öffnen. Möchte ich wirklich wissen, wo Gott in dem Ganzen war? Warum frage ich ihn dann nicht, ob er es mir zeigen kann?
Ich habe das immer wieder gemacht: „Jesus, wo warst du in der Situation? Zeig mir, wo du warst!“ und dann schließe ich die Augen und „schaue“ hin. Wo steht, sitzt, liegt er? Wo bin ich? Was tut er? Was tue ich? Und plötzlich erkenne ich, dass ich nicht allein war. Dass die Situation anders aussah, als ich dachte. Dass er manchmal da stand und „übernehmen“ wollte, ich aber so auf mich und die Enttäuschung fixiert war, dass ich wütend reagiert oder mich zurück zog. Ich gab ihm nicht die Erlaubnis zu übernehmen, zu handeln. Manchmal musste ich aber auch erkennen, dass er da war – mitten im Sturm und diesen nicht stillen wollte. Es wäre ein Leichtes für ihn – aber er tat es nicht. Stattdessen wollte er mit mir gemeinsam hindurch gehen – aber ich…schrie, zweifelte, riss mich von der Hand, rannte alleine los und war wütend, dass ich nass wurde, der Wind in mein Gesicht peitschte und ich keine Kraft mehr zum Schwimmen hatte. „Jesus, warum hast du den Sturm nicht gestillt?“ und er fragt: „Warum hast du mir nicht vertraut?“
Und dann? Habe ich wieder einen Schlüssel in der Hand. Ich kann eine weitere Entscheidung treffen: Ich kann diese Situationen bewusst abgeben. Ich kann sagen: „Gott, ich hab keine Ahnung, warum ich das erleben musste. Aber ich leg es dir hin. Mach DU etwas Neues draus, Gott. Nimm meine Tränen, meinen Schmerz, meine Narben und nutze es zum Guten – damit es mir und anderen zum Besten dient!“
Und dann? Darf ich gespannt sein.
Dann komme ich vielleicht in eine Situation, in der ich einer Frau Trost spenden kann, die das selbe erlebt hat. Ich kann sagen: „Ich WEIß, wie du dich fühlst!“. Vielleicht kann ich neu sehen, verstehe diesen Gott mehr. Vielleicht werde ich gelassener, rücksichtsvoller, weiser….vielleicht wurde ich vor Schlimmerem bewahrt ohne es zu wissen, vielleicht war die Situation eine Konsequenz MEINES Handelns…vielleicht…vielleicht!
Aber in all den Vielleichts darf ich Gott diese Dinge hinlegen. Ich kann Buße tun, wenn es dran ist und mir wird vergeben. Ich darf sagen: „Ich verstehe es nicht – ABER!“ Ich kann Gott all das hinlegen und sagen: „Jetzt übernimm du! Mach was draus!“

Wusstest du, dass es einen bestimmten Boden gibt, der besonders fruchtbar ist? Es ist der Boden, der einmal von Vulkanasche bedeckt war. Vulkanboden ist fruchtbar, denn die Vulkanasche enthält wertvollste Mineralien, die beim Wachstum helfen! Aus Asche wächst etwas Neues!
Was für ein schönes Bild: Aus der Asche in meinem Leben kann Gott der Schöpfer etwas Neues wachsen lassen. Mein Leben kann – egal wie kaputt, zerbrochen, verbrannt es ist – fruchtbar sein.
Meine Tränen könnten wichtig gewesen sein, damit etwas Neues wachsen kann.
Die Entscheidung liegt bei mir – Bei dir: Darf Gott dir zeigen, dass er DA war? Darf er deinen Glauben stärken und darf er Teil deines Lebens sein – egal wie schön oder unschön es ist?

„Doch ich sage euch: Hängt nicht wehmütig diesen Wundern nach! Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Straße bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fließen.“ (Jesaja 43,18-19)



Zerrissen

Zerrissen

Wie kann man in dieser Welt leben und dabei das Leid ignorieren?
Wie kann man das Leid in dieser Welt sehen, ohne daran zu zerbrechen?
Wie kann man sich danach sehnen, das Herz Gottes zu spüren
und dabei das Herz gleichzeitig schützen, damit es nicht zerschmettert wird?
Wie kann man die Last, die man bei all dem Leid im Inneren verspürt durch Gebet bei Gott abgeben
ohne zu denken, dass man es sich damit wieder zu leicht macht?
Wie kann man diese Welt lieben, wenn man mit all der schönen Natur, den liebevollen Menschen und den Wundern
auch die Zerbrochenheit, die hasserfüllten Menschen und die Zerstörung dieser Wunder betrachtet?
Wie kann ich mein Leben genießen und wertschätzen und gleichzeitig wissen, dass es Menschen gibt, die missbraucht, gefoltert, vernachlässigt, misshandelt und getötet werden?
Wie kann ich mitleiden ohne Dankbarkeit zu verlieren?
Wie kann ich dieses Leben lieben, das mir geschenkt wurde ohne schlechtes Gewissen?
Und wie kann ich gleichzeitig das schwere und kaputte Leben anderer sehen, ohne mich zu vergessen?
Wie sind die Nachrichten zu ertragen?
Wie kann ich hinsehen und doch nicht danach die Augen wieder für lange Zeit verschließen, weil es so weh tut?
Ist es möglich?
Gibt es Grenzen?
Grenzen für unser Ertragen, für unsere Trauer, für unser Mitleid?
Ich weiß es nicht.
Ich spüre es gerade nicht.
Alles was ich weiß, ist dass ich spüren will.
Ich will spüren, wie es sein wird,
ich will hoffen und glauben, dass es einen Tag geben wird, an dem all das vorbei ist.
Dass es eine Welt geben wird, in der Kinder Kinder sein dürfen – unbeschwert, angstfrei und unangetastet.
Dass es ein Leben geben wird, das nicht endet und das man nicht enden möchte – weil es wundervoll ist.
Ohne Tränen. Ohne Leid. Ohne Schmerz. Ohne Angst.
Ich entscheide mich zu hoffen. 
Ich entscheide mich zu glauben.
Ich entscheide mich hinzusehen um dann die Augen zu schließen.
Im Gebet. 
Um alles, was nicht mehr zu (er)tragen ist, abzugeben an den, der zwar noch mehr leidet, noch mehr trauert und noch mehr Schmerz empfindet als ich es tue,
der aber die vollkommene Liebe ist.
Und die vollkommene Liebe vertreibt jede Furcht.
Die vollkommene Liebe erträgt alles.
Die vollkommene Liebe ist sanftmütig.
Die vollkommene Liebe eifert nicht.
Die vollkommene Liebe ist ewig und hält aus – denn die vollkommene Liebe hat den Ewigkeitsblick.