Schlagwort: Burnout

The ruthless elimination of hurry – John Marc Comer

The ruthless elimination of hurry – John Marc Comer

Ich habe dieses Buch gelesen, als ich gerade ein Auszeit-Jahr machte, um nicht in ein Burn-Out zu rutschen. Ich las es auf Empfehlung einer Freundin, wusste jedoch nicht, dass John Mark Comer sich in genau der selben Situation wie ich befand, als er dieses Buch geschrieben hatte. Sehr ehrlich und für mich nachvollziehbar beschreibt er seine Situation, seine Ermüdung, seine Zweifel und Gedanken. Obwohl er zu Beginn vor allem auf seine Situation als Pastor eingeht, beschreibt er im allgemeinen den Zeitgeist und die Moderne des „Stresses“, der „Eile“ und des Zeitdrucks. Den ersten Teil des Buches betitelt er mit „Das Problem“. Der zweite Teil führt zur „Lösung“. Ist Leistung von Gott gewollt? Was hat es mit dem Ruhetag auf sich? Und wie beeinflussen „Stress“ und „Leistungsdruck“ unsere Beziehungen untereinander und zu Gott? Ist „Mehr Zeit“ die Lösung? Diese Fragen stellt sich der Autor und gibt gleichzeitig auch Antworten. Dabei geht er in einem kurzen Exkurs auf die „geistlichen Disziplinen“ ein.
Im dritten Teil gibt er vier praktische Tipps (Disziplinen), wie man sein Leben und den Alltag entschleunigen kann und somit langfristig dazu beitragen kann, den Fokus zu ändern und Burn-Out oder gar Depression vorzubeugen.
Ich habe das Buch in Etappen in einer kleinen Lesegruppe gelesen. Der Austausch und die Pausen zum Nachdenken haben bereits beim Entschleunigen geholfen. Am Ende des Buchs gibt es einen Hinweis auf eine Website, auf welcher man ein kleines Workbook mit Übungen zum Entschleunigen downloaden kann. Das finde ich sehr hilfreich und authentisch: Es geht dem Autoren offensichtlich nicht einfach um ein nettes Buch – er stellt auch praktische Übungen und Werkzeuge zur Verfügung. Der Autor verweist auf Bibelstellen und Literatur, was ich persönlich immer wichtig finde. Auf den letzten Seiten gibt der Autor außerdem Informationen über sich als Person.
Ein authentisches und ehrliches Buch, das nicht nur ein Problem der heutigen Zeit beschreibt, sondern auch praktische Tipps und Werkezuge an die Hand gibt. 

Leben vs. Hochsensibilität?

Leben vs. Hochsensibilität?

Als ich ein Teenager war, war ich ständig unterwegs: Auf Freizeiten, Jugendtagen, Jugendwochenenden, Veranstaltungen und Events. Ich wollte Menschen um mich haben und liebte es, mich zu engagieren und neue Leute kennen zu lernen. Ich war immer wieder auf Konzerten, stand meist weit vorne und kam nachts vom Springen und Mitsingen verschwitzt nachhause. Mit 18 Jahren kam eine ausgeprägte Depression. Zeitweise durfte ich keine Besuche empfangen, weil ich schon nach einer Person aufgewühlt und panisch wurde. Ich musste mich komplett zurück ziehen, sollte sogar ein Jahr mit der Schule pausieren, damit es nicht zu viel für mich wird und ich erst wieder langsam in den Alltag starten konnte. Innerhalb weniger Monate hatte ich mich zu einem anderen Menschen verändert. Die junge Frau, die immer extrovertiert, leidenschaftlich und überschwänglich war, war plötzlich schüchtern, konnte keine fremden Menschen ansprechen und brauchte Ruhe. Hinzukam, dass innerhalb weniger Monate die Kleidergröße von 36 auf 44/46 gewachsen war…
Ich hatte lange damit zu kämpfen und habe mich gefragt, warum ein Mensch so komplett unterschiedlich sein kann.
War ich denn nun extrovertiert oder bin ich eigentlich introvertiert?
Liebe ich es, unter Menschen zu sein oder liebe ich es, allein zu sein?
Wer bin ich denn nun eigentlich?
Hatte ich mich selbst so in mir getäuscht?
Hatte ich etwas gespielt, was ich eigentlich nicht war? Oder noch viel mehr: Wollte ich jemand krampfhaft sein, der ich eigentlich nicht war und auch nicht sein konnte? Hatte ich mich mit einem Schauspiel überfordert?

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Warum Stress nicht göttlich ist

Warum Stress nicht göttlich ist

Immer wieder ertappe ich mich bei der Aussage „Ich bin gestresst!“.
Das passiert sehr häufig.
In den letzten Tagen kam dieser Gedanke immer wieder. „Ich bin gestresst!“.
Nachdem wir in den letzten Wochen Besuch von wunderbaren Menschen hatten, stand es nun wieder für mich an, neben dem Mama-Sein auch den Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen, Worship zu leiten, Kontakte zu pflegen und Routine in meinen Alltag zu bekommen – dabei aber die große Frage nach dem WIE? Weiterlesen „Warum Stress nicht göttlich ist“