„Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud“ – so beginnt ein altes Weihnachtslied, das ich zwar lange nicht gehört habe, mir aber immer noch in Erinnerung ist…
Wir befinden uns mitten in der Advents-Zeit. Kinderaugen leuchten heute wie damals – nur, dass sie „damals“ vor Schaufenstern leuchteten – heute vor dem noch heller leuchtenden Bildschirmen der Online-Shops. Wir finden uns wieder, inmitten von vorweihnachtlichen Ritualen und Bräuchen. Wir versuchen, schon vorab den Stress nicht über die Besinnlichkeit kommen zu lassen und fokussieren uns darauf, die nächsten paar Wochen die wichtigsten Dinge zu erledigen und zwischendurch zur Ruhe zu kommen, damit die Festtage schön, gesellig, ruhig, friedvoll…werden. Denn wir feiern…WEIHNACHTEN. Die Heilige Nacht. Die Nacht, in der Christus der Retter geboren wurde…wohoo!!!!
Ich vermute, dass die meisten Menschen den GRUND für Weihnachten tatsächlich noch kennen – auch, wenn es längst hauptsächlich um Geld geht. Geld ausgeben und einnehmen für Bratwurst, Glühwein, Striezel und natürlich Geschenke.
Und trotzdem feiern wir. Wir feiern und warten aufs Feiern.
Wir warten.
Im Advent. Die Zeit der „Ankunft“ Christi.
Heute frage ich mich, ob wir wirklich auf CHRISTUS warten – oder eher auf den Heiligen Abend. Darauf, dass es was feines zu Essen gibt. Darauf, dass man sieht, wie sich ein anderer über das Geschenk freut. Vielleicht auch darauf, dass man Verwandte, die man lange nicht gesehen hat, endlich wieder an einem Tisch hat. Ja, darauf freue ich mich auch. Darauf warte ich auch und bereit mich darauf vor.
Aber mal ehrlich: Wenn Christus selbst nun kurz vor der Bescherung vor der Tür stehen würde…wenn er in dem Moment, als du den Festtagsbraten aus dem Ofen holst und alle am Tisch sitzen, klopfen würde und sagen würde: „Schön, dass ihr so lange gewartet habt. Da bin ich! Auf geht’s! Gema!“ – wie würden wir reagieren?
Mit den Augen rollen?
Darum bitten, nochmal nach dem Essen wieder zu kommen?
Würden wir ihn einladen, mit zu essen und dann bitte lieber mal bei den Nachbarn zu klingeln, die ihn ja nicht kennen und so gar nicht christlich sind?
„Maranatha!“ – Herr, komm(t) bald! Das ist ein aramäischer Ausruf, den es in der Bibel scheinbar nur ein einziges Mal gibt. Er drückt zum einen aus, dass Jesus bald wieder kommt. Aber er kann auch den Wunsch danach äußern. Ich ertappe mich immer wieder dabei, diesen Wunsch im Gebet zu sagen. Ich habe mir sogar eine Kette mit diesem Schriftzug gekauft. Ich möchte mich darauf besinnen, dass wir vielleicht nicht mehr viel Zeit haben. Und ich möchte keine Panik machen oder bekommen – aber die Tatsache, dass die Christenverfolgung weltweit zunimmt ist nicht zu leugnen. Immer mehr Kirchen werden auch in Deutschland angegriffen – verbal aber auch ganz praktisch durch Vandalismus. Religionsfreiheit für alle – aber bitte nicht für die konservativen Christen. Meinungsfreiheit für alle – aber bitte nur für die, die die selbe Meinung wie „ich“ haben…Herr, komm(t) bald! Ich wünsche es mir. Aber bin ich ready?
Bin ich ERWARTUNGSVOLL? Lebe ich den Advent täglich und warte auf die Ankunft, die Wiederkunft Jesu?
Die Bibelstelle, in der Paulus diesen Begriff „Maranatha“ benutzt, ist übrigens sehr spannend. Er schreibt im dichten Kontext nicht einmal von seiner Sehnsucht danach. Er warnt viel mehr. Er schreibt:
„Und hier noch mein Gruß an euch, den ich, Paulus, mit eigener Hand schreibe. Wer den Herrn nicht liebt, den soll Gottes Urteil treffen! Unser Herr, komm! (Maranatha!) Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit euch!“ (1. Korinther 16,21-23)
Wow! Mit der Wiederkunft Jesu wird nicht einfach nur alles gut. ER wird (auch) zum Gericht kommen. ER wird urteilen. ER wird aussortieren und fragen: „Liebst du mich?“, bevor es zu ihm in die Ewigkeit geht.
Ich möchte dann sagen können: „Oh ja! Ich habe schon mein ganzes Leben auf dich gewartet!“
Wie möchtest du die restliche Advents-Zeit verbringen? Wartest du auf Weihnachten oder auf die Ankunft von Christus?
Schlagwort: Christen
GEH-WEG(!)
In den letzten Wochen hatte ich mehrere Situationen der selben Art, die mich jedes Mal zum Schmunzeln brachten:
Menschen liefen auf der Straße.
Ich rede jetzt nicht von dem Demonstrationen, die man immer wieder in den Nachrichten sieht. Ich rede von der Tatsache, dass mir mehrfach Menschen begegnet sind, die es vorziehen mitten auf der Straße zu laufen, anstatt den GEHweg zu benutzen.
In der ersten Situationen fuhren wir als Familie gerade mit dem Auto los und amüsierten uns darüber, dass eine ältere Frau mit ihrem Rollator einfach mitten auf der Straße geradeaus lief, anstatt drei Meter weiter rechts zu laufen. In der zweiten Situation stand ein Pärchen mitten auf der Straße und unterhielt sich stehend – der Gehweg frei und leer.
Und gerade gestern erst konnte ich nur meinen Kopf schütteln: Die Straße glatt und noch mit etwas Schnee bedeckt, der Gehweg freigeräumt und bestreut und doch fühlten sich zwei Personen offensichtlich wohler dabei, genau in der Mitte der Straße zu laufen und mit ihren kleinen Trippelschritten auf der glatten Fahrbahn die Autos zum (noch) langsameren Fahren zu zwingen.
Der erste Gedanke „Wie blöd sind manche Leute?!“ wurde schnell zur Seite geschoben, als ein anderer Gedanke Platz einnahm: „Ja, so ist das mit euch Menschen!“
Ich wurde stutzig und schaut kurz um mich – Nein, ICH lief auf dem Gehweg. ICH stand nicht mitten auf der Straße und ICH hielt keine Autos auf. „ICH bin auf dem GUTEN Weg“ antwortete ich meinen Gedanken halblaut, merkte aber, dass ich nicht das letzte Wort in dieser Diskussion hatte. Schlagartig verstand ich, was diese „innere Stimme“ mir sagen wollte:
Der Gehweg ist dazu da, um Fußgängern das Gehen in einem sicheren Rahmen zu ermöglichen. Autos fahren auf der Straße und sollten das ungehindert tun, Fußgänger können dafür in ihrem Tempo gehen und befinden sich im optimal Fall dadurch nicht in Gefahr. Daher wird der Gehweg auch bei Schnee schnellstmöglich freigeräumt: Niemand soll in Gefahr kommen und stürzen. Wenn ein Hausbesitzer nicht dafür sorgt, dass der Gehweg bei Schnee und Glätte freigeräumt ist, kann er mit satten Geldstrafen rechnen.
In unserem Leben haben wir auch immer wieder die Wahl, auf dem Gehweg oder auf der Straße zu gehen. Gott gibt uns immer wieder die Wahl, ob wir mitten auf der Straße laufen möchten (kann man machen – MUSS man natürlich nicht) oder ob wir den Gehweg nutzen wollen. Der Gehweg – der Weg, der uns Sicherheit bietet, der bei Glätte geräumt wird und der uns dazu dienen soll sicher voran zukommen ist der Weg mit Jesus. ER hat sogar selbst gesagt, dass er „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist (Johannes 14,6). Es gibt Begrenzungen und Regeln, die auf diesem Weg gelten. Und obwohl manche sich gegen „Gebote“ und „Ratschläge“ der Bibel aufregen, sie als altmodisch oder gar „irrelevant“ bezeichnen, sind sie genau wie Regeln im Straßenverkehr zu unserem Schutz da. Ich KANN die Straße einfach überqueren ohne zu schauen, ich KANN einfach den Gehweg entlang rennen und dabei jede Ausfahrt ignorieren, ich KANN den Gehweg mit Hindernissen vollstellen – aber es ist nicht unbedingt sicher. Genau so kann ich mitten auf der Straße laufen, den Gehweg ignorieren und die entsprechenden, sinnvollen „Richtlinien“ um diesen Gehweg zu nutzen – aber es ist nicht sinnvoll.
Viele Menschen ziehen es vor, mitten auf der Straße zu gehen, sich den Gefahren auszusetzen und andere dabei ebenso in Gefahr zu bringen oder sogar zu nerven (das Hupkonzert der Autos kann man sich wohl vorstellen).
Was tun wir? Was tust DU?
Wo gehen wir?
Und wenn wir jemanden mitten auf der Straße gehen sehen – wie reagieren wir?
Schütteln wir, wie ich, den Kopf und schmunzeln über die „Blödheit“ der Menschen? Helfen wir ihnen, den Gehweg wahrzunehmen? Entscheiden wir uns vielleicht, selbst doch lieber auf der Straße zu laufen?
Im Nachhinein weiß ich: Ich werde das nächste Mal (in der Realität und auch im übertragenen Sinne) hingehen und freundlich darauf aufmerksam machen, dass es sicherer ist, den Gehweg zu benutzen. Ob die Person den Hinweis annehmen möchte, den GEHWEG zu benutzen oder ob sie dann mit einem „GEH WEG!“ reagiert, ist dann ihr überlassen.

