„Daraufhin forschten die Propheten, wann und wie dies eintreffen sollte. Gott ließ sie wissen, dass diese Offenbarungen nicht ihnen selbst galten, sondern euch. Nun sind sie euch verkündet worden, und zwar von denen, die euch die rettende Botschaft gebracht haben. Gott hat sie dazu durch den Heiligen Geist bevollmächtigt, den er vom Himmel zu ihnen sandte. Diese Botschaft ist so einzigartig, dass selbst die Engel gern mehr davon erfahren würden.“ (1. Petrus 1,11-12)
„Darum seid bereit und stellt euch ganz und gar auf das Ziel eures Glaubens ein. Lasst euch nichts vormachen, seid besonnen und richtet all eure Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit, die er euch in vollem Ausmaß an dem Tag erweisen wird, wenn Jesus Christus für alle sichtbar kommt.“ (1. Petrus 1,13)
Seit ein paar Tagen beschäftigt mich mal wieder die Frage: „Wozu eigentlich Kirche?“. Ich frage mich das nicht für mich – sondern für einen Freund:-)
Im Ernst: Ich persönlich BRAUCHE Kirche und die Gemeinschaft im Glauben – obwohl ich an sich Ruhe, Zeit und möglichst wenig Menschen um mich brauche, spüre ich trotzdem immer wieder in Fragen hinein, die andere Menschen haben könnten. Ausgelöst wurde die Frage bei mir, als ich innerhalb kurzer Zeit Einladungen zu Online-Angeboten bekam: Eine Smallgroup mit Input, ein Magazin mit verschiedenen Impulsen, Podcasts, Inspiration, Online-Workshop etc. etc. und ich fragte mich: Worin sehen oder finden Menschen heute noch den Sinn von Kirche, wenn es doch alles zu jeder Zeit online abrufbar ist? Welche Erwartungen haben sie? Welche Erwartungen hast du?
Ist die Erwartung an Kirche, dass man am Sonntag guten Worship von einer Band bekommt? – Warum dann nicht einfach eine Spotify Playlist laufen lassen?
Erwarte ich eine gute Predigt und Impulse? – Die Landschaft der Podcasts und Impuls-Geber im World Wide Web scheint doch grenzenlos!
Suche ich Gemeinschaft? – Kann ich doch in einer Kleingruppe mit meinen engsten Freunden haben, die am besten noch genauso denken wie ich und möglichst wenig Anlass zu Diskussionen geben…
Ist Kirche noch zeitgemäß?
Für manche ist Kirche langweilig. Für manche eine reine Show. Für manche reines Abrackern im Dienst der anderen – für manche eine nette Unterhaltung und eine Abwechslung im Alltag…
Was ist Kirche für dich?
Für mich ist Kirche notwendiger denn je. Warum?
Ich schaue zurück und voraus gleichzeitig.
1. Kirche ist unser Auftrag!
Jesus sammelte verschiedene Menschen um sich. Jeder hatte seine Eigenarten. Da waren Frauen und Männer mit verschiedenen Hintergründen, Begabungen und Berufungen. Und doch bekamen am Ende alle einen Auftrag: Sie sollten aus ihrer Komfortzone, aus ihrem „inner Circle“ hinaus gehen und Menschen lehren, ihnen beibringen, was Jesus gelehrt hatte und sie taufen. Niemand von ihnen tat das alleine. Nicht einmal Jesus. Petrus sammelte Begleiter um sich, Paulus tat das auch. Als Jesus noch unter seinen Jüngern war und sie aussandte, schickte er sie immer zu zweit aus. Sie sollten sich gegenseitig Zeugen sein, unterstützen und halten. Und er sagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“. Wir sind nicht für langfristige Isolation oder Alleingänge geschaffen – sondern zur Ergänzung und Unterstützung untereinander. Und wenn dann noch die unterschiedlichen Geistesgaben dazu kommen…uhuhuuu!
2. Kirche bereitet uns vor
Jesus hatte seinen Jüngern angekündigt, dass die „Endzeit“ nicht leicht werden wird. Im Gegenteil. Jeder wird sich gegen jeden stellen. Naturkatastrophen zunehmen, Kriege und Streitereien an der Tagesordnung sein. Familienmitglieder werden gegeneinander kämpfen und falsche Zeugen werden aussagen.
Und dann? Dann wünsche ich mir, nicht alleine in einem Zimmer zu sitzen. Ich wünsche mir, dass ich die Wahrheiten kenne, dass ich in all den Fake-Videos und Stimmen unterscheiden kann, was wahr und was falsch ist. Ich wünsche mir, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die mich an das erinnern, was ich glaube, was ich weiß, was ich erlebt und erfahren habe. Sie können mich daran erinnern, weil ich meine Erlebnisse und meine Gebetsanliegen – auch die Wunder – mit ihnen geteilt habe. Und ich kann wiederum sie ermutigen. Wir können uns helfen, unterstützen und vor allem unsere geistlichen Gaben einbringen – prophetische Eindrücke teilen, Worte der Ermutigung, Worte der Weisheit. Wir können Hände auflegen und Heilung aussprechen. Wir können uns gegenseitig stärken und Halt bieten, wenn alles um uns herum zerfällt. Wir können uns an die Perspektive Ewigkeit erinnern und uns stärken durchzuhalten bis zum Ende.
3. In der Kirche werden Geistesgaben ausgegossen
Wie oben schon erwähnt, sagte Jesus, dass er selbst mitten unter uns sein würde. Das ist er durch den Heiligen Geist. Im Neuen Testament erklärt der Apostel Paulus die verschiedenen „Geistesgaben“ – Begabungen, die der Heilige Geist den Menschen unterschiedlich schenkt und die dazu da sind, um Gottes Wirken sichtbar zu machen. Diese Gaben sind vielfältig und unterstützend. Je mehr Menschen diese unterschiedlichen Gaben einbringen, desto gesünder und funktionierender der „Leib Christi“.
Der Heilige Geist kann wirken und Menschen werden erfüllt, wenn er wirkt.
Es geht um so viel mehr!
Warum Kirche also HEUTE wichtig ist? Weil es unser Auftrag ist, uns gegenseitig zu stärken und auszurüsten für die Zeiten, die auf uns zukommen. Es geht nicht um Show oder um nette Abwechslung. Es geht um unsere Seelen und unseren Geist. Es geht um die Zukunft. Es geht darum, dass wir den Himmel auf diese Erde holen – im Geist spürbar, in der Seele heilbar und am Körper wahrnehmbar – auch wenn alles andere dagegenspricht. Ist es anstrengend? Ja! Ist es sinnlos? Nein!
Bedeutet es, dass ich immer wieder an meine Grenzen komme? Ja!
Ist es unbequem? OH JA.
Aber es lohnt sich!
Ich wünsche mir so sehr, dass DAS der Grund ist, warum Menschen die Gottesdienste und Kirchenangebote aufsuchen: Um den Himmel auf Erden zu erleben und sich darin zu verwurzeln – egal was kommt.
DAS ist der Grund, warum ICH Teil einer Kirche bin.
Das ist das, was mich antreibt. Es ist mein Herzschlag. Es ist der Gegenpuls der Zeit!
Eine letzte Ermutigung
Ich möchte dich ermutigen, am kommenden Sonntag in eine Kirche zu gehen. Mit offenem Herzen und offenem Geist. Mit einem offenen Notizbuch und einer vollen Tintenpatrone. Und dann – einmal mehr oder neu zu sagen: Gott, was willst du mir mitgeben? Was darf ich heute lernen? Und: „Wo möchtest du mich heute gebrauchen als Teil dieser Gemeinschaft – um mich selbst und andere im Glauben zu stärken und auszurüsten?“
„Wie ein neugeborenes Kind nach Milch schreit, so sollt ihr nach der unverfälschten Lehre unseres Glaubens verlangen. Dann werdet ihr im Glauben wachsen und das Ziel, eure endgültige Rettung, erreichen.“ (1. Petrus 2,2)