„Von der Illusion der Perfektion“ oder „Wer enttäuscht nicht?“

„Von der Illusion der Perfektion“ oder „Wer enttäuscht nicht?“

Lesezeit ca. 3 Minuten

Kennst du Crystal Pepsi?

Klingt wie eine neuer Art einer Droge – hätte es auch sein können, war aber ein ziemlich schickiges Getränk in den 90ern: Das Aussehen von Wasser, der Geschmack von Pepsi Cola.

Auf diese Art war es echt cool, denn man erwartete einen „langweiligen“ Geschmack und hat plötzlich puren, süßen Zucker auf der Zunge. Es könnte schlimmer sein…

Wenn man z.B., wie ich in der 2. Klasse, eine kleine Glasflasche mit gelblicher Flüssigkeit vom Küchentisch nimmt und denkt, es sei Apfelsaft um dann zu merken, dass Vati in dieser Flasche das Sonnenblumenöl umgeschüttet hat….

Es gibt immer wieder solche Situationen im Leben: Man erwartet etwas und plötzlich kommt ein merkwürdiger Nebengeschmack….und man ist enttäuscht.
Das muss nicht immer zwingend mit Geschmäckern sein….es können Situationen sein, Kinofilme, Urlaubsregionen, Hotels….sein: Aber wir kennen sicher alle dieses Gefühl der Enttäuschung, wenn man plötzlich merkt: Es ist anders als erwatet.

Besonders schmerzhaft ist es, wenn es um Menschen geht. Man lernt sie kennen, sieht sie vielleicht schon vorher als Vorbild, hat dieses „Bild“ von ihnen und plötzlich merkt man: „Oh – SO habe ich mir die Person nicht vorgestellt!“ und du bist vielleicht enttäuscht.

Mir ging es auch schon so: Ich hatte dieses innere Bild, diese Vorstellung von jemandem und beim näheren Kennenlernen wurde mein Bild enttäuscht. Ich merkte, dass mir das Verhalten und die Art und Weise, wie diese Person über andere redete, störte und mir sogar weh tat. Bis ich erkannte: Es tut mir deshalb so weh, weil ich vielleicht eine Art Perfektion in diese Person projiziert hatte und einfach „mehr“ erwartet hatte.

Das Ergebnis: Ich zog mich zurück und öffnete mich nicht mehr so wie vorher. Vielleicht aus Verletzung, vielleicht aus Enttäuschung, vielleicht aber auch aus Angst, dass die Person mal genau so über mich reden würde, wie sie über andere redet oder dass ich, unbewusst angesteckt von dieser Person, wieder in Verhaltensmuster zurück gerate, an denen ich derzeit am Arbeiten bin.

Es tut weh enttäuscht zu sein und es fällt danach immer wieder schwer, neu zu vertrauen. Als ich mit diesen Gedanken in den Bergen der Schweiz saß, wurde mir aber in dieser Stille plötzlich etwas bewusst:

Gott wird niemals in der Situation sein, dass er auf diese Art enttäuscht ist von uns. Wir können Gott verletzen durch unser Verhalten. Wir können hin provozieren. Wir können ihn mit Worten anklagen – aber wir können ihn nicht enttäuschen – selbst wenn wir es wollten. Warum?

Wir können ihn gar nicht erst täuschen. Gott kennt uns durch und durch.

Er hat uns geschaffen. Er kennt unsere Gedanken, unser Handeln, unser Reden (Psalm 139). Er kann kein FALSCHES Bild von uns haben. Er sieht die Wahrheit in uns – egal, was wir tun.

Gott hat sein Ebenbild in uns hinein gelegt, so steht es in Genesis 1,26.

Dass wir dieses Ebenbild durch schlechte Einflüsse, falsches Handeln und schlechte Gedanken immer mehr übermalen, ändert nichts an der Tatsache, dass er unser ursprüngliches Ebenbild von ihm nicht in uns sieht.

Gott kann nicht enttäuscht werden.

Er wird sich nicht verschließen.

Er wird sich nicht zurück ziehen.

Er kennt mich wie er mich in seinem ersten Gedanken über mich sah,

er kennt mich, wie ich bin,

er kennt mich, wie ich sein möchte.

Er kennt mich – und er ist nicht enttäuscht von mir.

Was für ein beruhigender Gedanke

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