„Säkularer worship“ oder „Wenn dir die Sprache fehlt“

„Säkularer worship“ oder „Wenn dir die Sprache fehlt“

Als ich heute Morgen im Auto fuhr, machte ich das Radio an. Noch am Überlegen, ob ich lieber ne neue Worship-CD reinmache, spielt der Radiosender einen Song an, den ich noch nie gehört hatte. Die ersten Zeilen: „Ich seh durch deine Augen mein Herz in deiner Hand, die Welt um uns herum steht still in Raum und Klang“. Ich werde hellhörig. Klingt für mich wie ein Worship-Song. „Hab ich da zufällig nen christlichen Sender erwischt?“. Nope. Ganz normaler Salzburger Radiosender.

Ich höre den Song weiter:

„Mit dir ist alles wirklich und nichts ist unmöglich! Hab keine Angst mehr vor Morgen, du verscheuchst mir meine Sorgen“

(Vivida feat.Jason Anousheh – ‚Wir‘)

Wie krass. Ich bekomme ein Lächeln auf mein Gesicht und merke, wie mein Herz versucht, diese Worte als Gebet mitzusingen.

Vor wenigen Tagen habe ich mich noch mit ein paar Mädels über deutschsprachigen Worship unterhalten. Das Hauptthema war die Ausdrucksweise bzw. die Schwierigkeit, gute Texte zu finden, die Alltagstauglich sind, die jeder versteht und die trotzdem Gott anbeten. „Nicht kanaanäisch“ würde mein Freund Steffen jetzt sagen:)

Warum gibt es so viele englisch-sprachige Songs in unseren celebrations und Gottesdiensten? Nicht falsch verstehen: Ich liebe Englisch und auch die Worship-Songs. Aber ich frage mich, wie viele Leute singen die Songs mit, genau wie im Radio, ohne wirklich zu verstehen, was da eigentlich steht?

Zählt da wirklich das Argument „Im Englischen ist es einfacher sich auszudrücken?“. Wenn ich das Radio anschalte, ist es eigentlich Beweis genug, dass es nicht so ist. Da tummeln sich zahlreiche deutschsprachige Singer und Songwriter.  PoetrySlams sind seit ein paar Jahren total hip und es scheint, als hätte die junge Generation mitten im Verenglischungs-Wahn die eigene Sprache wieder für sich entdeckt. Es kann also gar nicht so schwer sein, auszudrücken, was man empfindet. Ich bete meistens in Deutsch – ich finde meine Worte. Warum also nicht auch beim Songwriting?

Eine kleine Ermutigung an uns alle: Einfach mal Radio einschalten.
Gibt es nicht vielleicht Songs, die wir als Worship-Song einbauen können? 

Oder auch einfach mal den Stift in die Hand nehmen, „slammen“, wie es so schön „neudeutsch“ heißt:-D und den Mut haben, aufzuschreiben, was man Gott schon immer sagen wollte. Ich bin überzeugt, wir werden auch im Worship bald am Puls der Zeit sein und neben vielen genialen Englischen Worshipsongs von Hillsong, Bethel, ICF, Elevation und Co. auch wieder eigene Songs in alltagstauglicher oder poetischer Sprache singen.

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