Der erste Schritt beim Neubau

Der erste Schritt beim Neubau

Als wir vor knapp zwei Jahren nach Kapstadt zogen um mit einer gemeinnützigen Organisation zu arbeiten, mussten wir nicht nur Freunde und Familie hinter uns lassen, sondern auch viele uns liebgewordene Möbelstücke und Erinnerungen.

Manches konnten wir unterstellen, manches haben wir verschenkt, einiges verkauft. Zwei Jahre in Südafrika prägen und verändern. Manchmal muss ich tief durchschnauffen, wenn ich daran denke, dass mein Leben nie wieder so sein wird, wie es einmal war. Nicht nur, weil die Umgebung komplett neu sein wird. Nicht nur, weil wir eine neue Wohnung beziehen werden, zum größten Teils neue Möbel benötigen; nicht nur, weil wir wahrscheinlich erst einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorlieb nehmen müssen, weil kein Geld für ein Auto da ist.

Es wird alles anders, weil auch ich anders geworden bin. Es gibt viel zu tun, wenn wir zurück nach Europa kommen und viel muss geplant und neu aufgebaut werden. Was ist das erste, was ich tun werde?

Im Buch Ezra wird beschrieben, wie ein großer Teil des Volkes Israel aus dem Exil in Babylon wieder zurück nach Jerusalem darf um dort den Tempel, der zuvor bei der Einnahme durch Feinde zerstört wurde wieder aufzubauen.

Vor allem Kapitel 3 und 4 sind in dieser Geschichte sehr spannend!

Es wird beschrieben, dass das allererste, was die Israelis aufbauten, als sie die Erlaubnis bekamen den Tempel, also das Haus Gottes, wieder zu errichten der ALTAR war.

Noch bevor die Grundmauern des Tempels gelegt wurden, bauten sie erst einmal einen Altar um Gott Brandopfer zu bringen. Diese dienten dazu, Sünden zu bekennen, vor allem aber um DANKE zu sagen.

Erst ganze sieben Monate später, wurde dann der Grundstein für den Tempel selbst gelegt (Esra 3,8).

Das Volk hatte noch eine ganze Menge Arbeit vor sich und ein schweres Erbe anzutreten, denn der Tempel Salomos war prunkvoll (nachzulesen im Buch 1. Könige ab Kapitel 6). Sie hätten sich eigentlich sagen können: „Gut Leute. Es gibt viel zu tun. Lasst uns keine Zeit verplämpern. Packen wir’s an!“

Doch bevor sie irgendetwas anderes tun, denken sie daran, Gott zu danken und seine Gebote einzuhalten die er ihnen gegeben hatte. Dazu gehörte es, ihm jeden Tag verschiedene Opfer zu bringen. Die Opfer waren nicht irgendein Teil der Herde oder des Getreides, sondern Gottes Volk gab ihm immer das erste und Beste der Ernte, der Herde und der Materialien um Danke zu sagen, um Buße zu tun und um sich selbst bewusst zu machen, dass sie durch Gott versorgt wurden.

Ich finde das bewundernswert und ich möchte davon lernen. Bevor ich irgendetwas anderes tue, möchte ich nicht vergessen, Gott zu danken für alles, was er bereits getan hat.

Bevor ich ihn frage, was er mir bieten oder geben kann, möchte ich mich daran erinnern, dass alles, was ich im Leben habe, von ihm kommt. Es ist ein Segen. Es ist ein Geschenk und alles hat er mir anvertraut um gut damit umzugehen.

Also möchte ich täglich fragen: Was kann ich dir geben, Gott? Was darf zurück an dich? Und diese Haltung sollte meine Haltung der Dankbarkeit sein. Ich zeige Dankbarkeit, in dem ich zum Ausdruck bringe, dass mir bewusst ist, dass alles, was ich bekommen habe, von ihm kommt.

 

 

Vielleicht ermutigt es dich, dir selbst folgende Fragen zu stellen:

  • Bin ich in erster Linie dankbar für das, was ich anvertraut bekomme?
  • Was habe ich von Gott bekommen?
  • Was könnte ich ihm zurück geben?