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Fasten – warum eigentlich?

Fasten – warum eigentlich?

Vorgestern war ich mit einem Teil meines „Ladies-Ministry“-Teams Essen.
In einem meiner Lieblingsrestaurants – dort gibt es asiatisches, leckeres und vor allem VIEL Essen. Welcome to Paradise:-)
Ja, ich weiß, es ist offiziell Fastenzeit – (M)ein Glück, dass wir in unserer church erst nächste Woche mit dem gemeinsamen Fasten beginnen. Bis dahin haben wir Vorbereitungszeit.
Ich habe schon öfter auf verschiedene Art gefastet, aber noch nie habe ich es „vorbereitet“. 10 Tage Vorbereitung in Begleitung mit einem Buch – 10 Tage kleine Inputs und Anregungen um sich zunächst einmal bewusst zu machen, warum man fasten möchte, wie man fasten möchte, wie lange man fasten möchte…und ich muss sagen, ich bin begeistert und motivierter als je zuvor.
Ich faste nicht, weil ich mal wieder abnehmen möchte oder weil mein Darm mal wieder bei 0 starten soll.
Ich faste auch nicht, weil wir das in der Kirche jedes Jahr so machen und ich als Pastorin da voran gehen muss.
Ich faste für verschiedene Dinge – weil es mir guttut, zurück zur Ruhe zu kommen. Weg von Ablenkungen, die ich gerne als Ausreden dafür verwende, nicht genug Zeit im Gebet, im Bibellesen oder einfach in der Stille bei Gott verbringen zu können…Wie oft kommt es vor, dass ich sage: „Ich schaue heute Abend noch ein bisschen die Serie weiter. Ich muss einfach mal abschalten!“ Wie unlogisch eigentlich.
Jetzt habe ich beschlossen zu fasten. Auf Dinge zu verzichten, die mir Zeit und Ruhe rauben. Auf Nahrungsmittel, die ich gerne in mich hineinstopfe, weil mein Körper Energie benötigt oder einfach Zucker, weil „alles soooo anstrengend ist“.
Wenn mein Magen knurrt, dann ist das mein Wecker zum Gebet. Und ich nehme meine Gebetsanliegen hervor: Menschen, für dich bete. Themen, die mich belasten. Krankheiten, wo Heilung benötigt wird.
Es ist meine Erinnerung, innezuhalten und meine Kraft bei meinem Schöpfer abzuholen, der gesagt hat, dass ER mich erfrischen möchte, wenn ich müde und belastet bin.
Ich schleppe also den Kram vom Alltag, die schwierigen Gespräche, die Worte, die mich trafen, die Fragen und Lösungsvorschläge täglich mehrmals ans Kreuz. Zu meinem Gott. „Was soll ich tun? Kannst du das für mich erledigen?“ Es ist eine Unterbrechung meiner alten Routine, alles selbst erledigen zu müssen.
Ich faste, weil ich diese „Routine“ verändern und vertiefen möchte: Die Routine nicht aus eigener Kraft zu handeln, sondern in meiner Schwäche – und die werde ich definitiv empfinden – zu Gott zu gehen und IHN machen zu lassen.
Ich möchte meinen Geist stärken, meinen Glauben, meine Beziehung zu Gott und „wach“ sein für das, was im Ungesehenen passiert. Um dann noch kraftvoller zu beten, meine Stimme zu erheben und dazu dankbar zu sein für das, was ich im Überfluss habe.
Fasten- das bedeutet zurück zur Quelle zu gehen. Die Quelle, die ein Leben im Überfluss hat. Die meine Seele erfrischt. Die stark ist in meiner Schwäche. Es bedeutet: Weniger ICH – Mehr Gott.
Und deshalb ist es mir vor zwei Tagen auch gelungen, auf das Dessert zu verzichten – obwohl es „nur“ eine Banane im Teigmantel (also praktisch Obst) gewesen wäre. (Ach, wie leicht man sich doch selbst hintergehen kann…) Aber ich bin in dieser Vorbereitungswoche stark geblieben – keine Süßigkeiten, kein Dessert. Und ab nächster Woche geht es dann richtig los. Ich bin gespannt und vor allem erwartungsvoll.