Schlagwort: Christliche Literatur

„Perspektive Ewigkeit“

„Perspektive Ewigkeit“

„Perspektive Ewigkeit“ hat mich bereits durch den Titel sehr angesprochen. „Entdecke einen Lebensstil, der inmitten der Herausforderungen des Alltags Kraft und Hoffnung schenkt“ – der Untertitel weckt Erwartungen und diese wurden- zumindest bei mir- nicht enttäuscht.

Gleich am Anfang nimmt Ronja Aselmann die Leser mit in die herausfordernde Zeit, in der ihr Sohn sich durch eine lange und schwere Krankheit kämpfen musste. Auch Herausforderungen in der Ehe, Verletzungen in Freundschaften, die große Frage nach dem Traumberuf oder das Thema „Kinder“ und „Kirche“ werden beleuchtet. Was mich als Leserin dabei sehr anspricht ist, dass ich mich gut hineinversetzen kann. Denn jede Beleuchtung der Themen findet aus der möglichen Perspektive einer verletzten, herausgeforderten oder frustrierten Person statt, bevor die Autoren dann dazu ermutigen, das große Bild zu sehen und eine neue Perspektive einzunehmen. So fühle ich mich als Leserin verstanden und nehme die Ermutigung und Ratschläge gerne an. „Perspektive Ewigkeit“ bedeutet auch, dass beide Autoren immer wieder den Blick auf die Bibel lenken und auf das große Ziel, das Gott mit dem Menschen hat. Beide schreiben ehrlich und nehmen kein Blatt vor den Mund. Die Tatsache, dass sowohl Ronja als auch Friedmund aus ihren verschiedenen Sichtweisen schreiben, ist sehr angenehm und spricht daher sicherlich eine große Leserschaft (jeden Geschlechts) an. Gleichzeitig ist jedoch genau das manchmal für mich etwas irritierend gewesen. An manchen Stellen ist sofort sichtbar, wer den Abschnitt schreibt, an anderen Stellen wurde es erst nach einigen Sätzen sichtbar. Der Lesefluss war für mich persönlich dadurch nicht ganz stetig. Vielleicht wäre eine sichtbare Abgrenzung durch eine unterschiedliche Formatierung der Texte hilfreich oder eine feste Struktur, nämlich dass zu jedem Kapitel BEIDE nacheinander aus ihrer jeweiligen Sicht schreiben. Vermutlich ist das aber für die wenigsten Leser ein Problem und tatsächlich auch der einzige, minimale „negative“ Punkt von meiner Seite.
Das Buch ist eine ehrliche, liebevolle und gleichzeitig direkte Erinnerung daran, sich nicht in der Opfer-Rolle aufzuhalten, sondern aufzustehen und die Herausforderungen gemeinsam mit Gott anzuschauen und anzugehen.
 Kurzum: Ich wurde einmal mehr ermutigt, Gott in allen Alltagssituationen nicht nur zu suchen, sondern auch einzubeziehen; seine Sichtweise einzunehmen und dadurch vielleicht auch manche Entscheidung anders zu treffen.

Titel: „Perspektive Ewigkeit“
Autoren: Ronja und Friedmund Aselmann
Verlag: Gerth Medien

Holy Mountain – Der perfekte Wanderführer für das Abenteuer „Jüngerschaft“

Holy Mountain – Der perfekte Wanderführer für das Abenteuer „Jüngerschaft“

„Holy Mountain- Von den Bergen für unsere Jesus-Nachfolge lernen“
Samuel Holzhäuer
Hänssler Verlag

(Rezensions-Exemplar)

In der Schule gehörte ich zu den Schülern, die (vor allem in Mathe) immer wieder die Frage stellten: “Wofür muss ich das lernen?”. Beispiel “Kurvendiskussion” oder die Berechnung von irgendwelchen Brücken – “Ich will doch kein Ingenieur werden” habe ich dann immer gesagt. Wurde ich auch nicht – lernen musste ich es trotzdem, auch wenn es mir in meinem persönlichen Alltag nicht wirklich nützlich war und ich es auch nicht mehr kann. Ich hab’s gelernt, nie angewandt und dadurch irgendwann vergessen.
Wenn ich aber einen “Nutzen” daraus habe, es in meinem Alltag anwenden kann oder es mir auf irgendeine Weise gut tut und mich weiter bringt – dann LIEBE ich es zu lernen.

Ich gehe gerne in die Berge. Man unterstellte mir eine ganze Zeit lang, dass ich Wandern nicht mögen würde – aber auch da: Wenn die Landschaft stimmt, (Wiesen und Wald in guter Balance, Sonne, ein paar Quellen und eine schöne Aussicht schon auf dem Weg zum Ziel) LIEBE ich es, in den Bergen unterwegs zu sein und zu wandern. Nun werde ich es noch mehr lieben! Denn “Holy Mountain” macht Jüngerschaft UND die Berge nicht nur schmackhaft – das Buch hilft mir, die Dinge anders zu sehen, zu deuten und das auf ganz praktische Art und Weise.
Samuel Holzhäuer liebt die Berge und Jesus ist sein Leben – das schreibt er bereits auf den ersten Seiten und das kann man nicht nur lesen sondern auch spüren.
In 14 Kapiteln geht er auf verschiedene Themen der Jesus-Nachfolge ein ( z.B. geistliche Anfechtungen, Ruhezeiten, “das Kreuz auf sich nehmen”, Jesus-Nachfolge in Zeiten des Leids…), betitelt die Kapitel dabei aber nicht mit diesen frommen Worten, sondern passend zum Thema wie in einem Wanderführer (zum Beispiel “Brotzeit und Wanderlust”, “Hüttenzeit” oder “Alpine Gefahr”).
Jedes Kapitel ist logisch aufgebaut und unterteilt durch Erlebnisse während einer Bergtour “Tourentagebuch”, einer Überleitung bzw. Umdeutung auf Alltags-Situationen “Abenteuer Alltag” und wird am Ende durch eine Reflexions-Seite mit einer Frage “Bergschule”, einem kurzen Gedanken mit Bibelvers “Bergrast” und einem Gebet abgeschlossen.
Immer wieder zitiert der Autor Songtexte, Gedichte und Bibelverse und ansprechende Fotos machen Lust auf die nächste Bergtour.
Ein echtes Bonus ist ein QR-Code zu einer passenden Playlist mit verschiedenen christlichen Songs, die man beim Lesen, während der Reflexion oder einfach bei der nächsten Bergtour anhören kann.
Samuel Holzhäuer schafft es, die besonderen Momente in den Bergen ganz praktisch mit der Jesus Nachfolge zu verknüpfen und vor allem Theologie praktisch und spürbar zu machen. Seine Sprach- bzw. Schreibart hat mich beim Lesen direkt mit in die verschiedenen Situationen hineingenommen. Ich konnte mir seine Tourentagebuch-Einträge nicht nur gut vorstellen sondern die ein oder andere Situation fast spüren. Das Buch ist super als tägliches Andachtsbuch geeignet oder zum Mitnehmen auf den nächsten Gipfel.
Wer einen “Wanderführer für die Jüngerschaft” sucht, wird mit diesem Buch nicht nur fündig sondern vor allem bereichert. Ich werde es in jedem Fall weiterschenken und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es bald in einer netten Pension am Dachstein stehen, damit alle Gäste es dort lesen können:-)