Titel: Die geheime Mission
Autor: Titus Müller
Verlag: Heyne Verlag
Dass dies der 12. (und sicherlich nicht der letzte) Roman von Titus Müller ist, den ich gelesen habe, spricht für sich.
In “Die geheime Mission” geht es nicht nur um eine junge Frau, die im aufgeteilten Berlin der Nachkriegszeit lebt und für ihre Überzeugungen einsteht.
Es geht nicht nur um politische Intrigen zwischen Ost- und West.
Es steckt mehr in diesen Seiten als die Herausforderung der West-Alliierten, 2 Millionen Berliner während der Blockade aus der Luft zu versorgen – und das über Monate.
In- und zwischen den Zeilen nimmt Titus Müller die Leserschaft mit in Argumentationen und Diskussionen der verschiedenen politischen Überzeugungen.
Er beleuchtet die unterschiedlichen Argumente, die sich die Roman-Figuren liefern und ermöglicht es dem Leser, sich ein eigenes Bild zu machen, gleichzeitig aber auch die Gründe für andere Überzeugen nachvollziehen zu können.
Ich fühlte mich hinein in die Nöte der Menschen, die Fragen der damaligen Zeit und der Enttäuschungen. Wie immer hat Titus Müller reale Figuren und Begebenheiten in die Geschichte eingeflochten- Jedoch ist mir dieses Mal stärker denn je aufgefallen, wie viele unterschiedliche Sichtweisen und Überzeugungen er durch die verschiedenen Figuren- auch wenn sie noch so kurz vorkommen, wie die beiden Piloten der Luftbrücke – hat einfließen lassen. Für mich ist es wie immer nicht nur ein Lesegenuss mit Spannung, sondern vor allem eine Weiterbildung und Auffrischung in Geschichte, verbunden mit der Möglichkeit zur Reflektion über eigene Sichtweisen. Große Empfehlung!
Der EINZIGE Kritikpunkt: Titel und Coverbild ähneln sehr stark der Trilogie von „Die fremde Spionin“. Auch diese Roman-Reihe empfehle ich sehr. Trotzdem ist es dadurch leicht möglich, die Bücher zu verwechseln und sogar zu denken, man habe „die geheime Mission“ schon gelesen. So ist es zumindest einer mir bekannten Person ergangen als ich den aktuellen Roman empfohlen hatte. Es wäre sehr schade, wenn Leser es dadurch versäumen würden, „Die geheime Mission“ zu lesen.
Die Titel der Triloge:
1. Die fremde Spionen
2. Das zweite Geheimnis
3. Der letzte Auftrag
Monat: August 2026
Gesunde Grenzen und die eigentliche Bedeutung
„Freundlich“ muss nicht gleich freundschaftlich sein!
„Vergebung“ muss nicht gleich „Versöhnung“ sein.
Eine „Begrüßung“ muss nicht gleich eine Unterhaltung sein.
Eine offene Tür muss nicht gleich ein Einzug sein.
Grenzen müssen nicht bedeuten, dass man diese nur durch einen Angriff oder mit Gewalt überwinden kann.
Grenzen bieten die Möglichkeit, sich zurück zu ziehen und zu schützen, aber gleichzeitig durch das bewusste Öffnen und Schließen der Zugbrücke einer Person das Privileg zu gestatten, einen privaten Raum zu betreten. Ganz ohne Gewalt, einfach weil man eingeladen wurde.
Wenn jemand die Existenz deiner gesunden Grenzen als Angriff sieht und sich verletzt fühlt- wenn er aufgrunddessen versucht, diese Grenzen zu ignorieren und mit Gewalt oder durch Manipulation zu überwinden, ist es ein Zeichen dafür, dass es richtig und gut ist, die Zugbrücke vorerst wieder zu schließen!
Verschließe dich nicht, aber baue deine gesunden Grenzen so, dass DU mit freiem und liebenden Herzen für andere und für dich, entscheiden kannst, wann und für wen du sie öffnest und wann und für wen du sie aus Vorsicht schließt!
Behalte ein reines Herz, stehe für dich und dein Herz ein und lass dich nicht bedrängen oder unter Druck setzen, wenn jemand damit nicht klar kommt!
Meine ich damit, dass du dich ewig verschanzen sollst oder Besucher, die um Einlass bitten, mit Kanonen und Gewalt feenhaften sollst??? NEIN!
Ich meine damit: wahre deine GESUNDEN Grenzen, damit du geschützt und unbehelligt heilen, verarbeiten und leben kannst. Mit den Menschen, die du einlässt. Damit du irgendwann die Zugbrücke auch für die (zumindest einen Spalt oder für eine kurze Zeit) öffnen kannst, die dich verraten, enttäuscht oder verletzt haben oder dich sogar als Feind gesehen und angegriffen haben.
Diese Grenzen können zum Beispiel bedeuten:
- Freundlich „Hallo“ sagen, und weiter gehen!
- Zuhören, aber nicht zu viel von sich erzählen.
- Für eine Person im Gebet einstehen, sich aber nicht praktisch zu tief hineinzugeben.
- zu vergeben und die Wunden und den Schmerz mit Gott zu bearbeiten, ohne Kontakt mit der anderen Person aufzubauen.
- Sich Zeit zu nehmen und mit Bedacht zu antworten, anstatt sofort so zu reagieren, wie sich die andere Person das erhofft.
Definiere!
Definiere die Handlungen.
Definiere die Grenzen.
Definiere die Öffnungszeiten und Ruhezeiten!

