Vom (Nicht-)Sorgen!

Vom (Nicht-)Sorgen!

Ist es nicht furchtbar einfach, morgens aufzuwachen und sich Sorgen zu machen?
Oder noch besser: Abends ins Bett zu gehen und nicht einzuschlafen, weil man noch eine Million unbeantworteter Fragen hat? 

Ich finde schon und ich hatte schon viele solcher Nächte. Wenn ich bei Gesprächen auf Fragen und Aussagen meiner Gesprächspartner achte, fällt mir auf, dass ich nicht die Einzige bin, die sich Sorgen macht. „Wie soll das funktionieren?“, „Habt ihr denn schon eine Wohnung/Job/Klarheit?“ – mit diesen Fragen mussten und müssen wir uns derzeit auseinandersetzen. Nicht zu unrecht: Es gibt nun mal das menschliche Grundbedürfnis nach Sicherheit, einem Dach über dem Kopf, Versorgung und Finanzen. Klar, dass sich im Leben eben vieles um genau diese Fragen dreht.

Umso erstaunter sind wahrscheinlich die Gesichter, wenn man Matthäus 6 ab Vers 25 liest:

„Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Essen, Trinken und Kleidung. Leben bedeutet mehr als Essen und Trinken, und der Mensch ist wichtiger als seine Kleidung.“

Das hat Jesus gesagt als er auf einem Hügel stand und zu mehreren hundert Zuhörern redete. Ich frage mich manchmal, was die Leute da wohl gedacht haben. Hat Jesus etwa nichts gegessen? Ist er etwa nackt rumgelaufen?

Nein. Aber, er hat sich eben keine Sorgen darum gemacht, sondern vertraut, dass genug da ist. Warum? Er beantwortet es in den nächsten Versen:

„Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid?“

Wow! Natürlich: Gott versorgt. Ich glaube nicht, dass Jesus damit meint, dass man Zuhause faul rumliegen soll und wartet, dass Brot von der Decke fällt. Er meint aber, dass man sich nicht darum sorgen soll. Das Leben sollte sich nicht darum drehen, ob ich mehr und mehr und mehr bekommen kann. Wenig später in Vers 33 steht:

„Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, und lebt nach Gottes Willen! Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.“

Das Wort „Sorgt“ in diesen Versen ist im Griechischen das Wort ζητεῖτε, welches man übersetzt mit „suchen“, „erstreben“ oder „Verlangen haben“. Anstatt also nach Fragen zu suchen, die mir die Nächte rauben, sollte ich meine Augen auf den Himmel richten. Jesus ermutigt, sich darum zu bemühen, dass der Himmel auf die Erde kommt,
dass Menschen gesund werden, dass Menschen Frieden und eine innere Heimat finden.

In Matthäus 11 Vers 2 und folgende, beantwortet Jesus die Frage nach dem Reich Gottes so: „Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden wieder lebendig, und den Armen wird die rettende Botschaft verkündet.“

Wenn Jesus also sagt, wir sollen uns nicht sorgen und zuerst nach Gottes Reich und seinem Willen suchen, dann ermutigt er, den Blick von sich selbst abzuwenden und zu anderen Menschen hin zu lenken. Es ist nach dem Motto „Geben ist seliger als Nehmen“.
Wenn ich Zeit, Aufmerksamkeit aufwende um anderen Menschen zu helfen und wenn ich den Glauben habe, dass Menschen innerlich und äußerlich gesund werden, weil ich für sie bete und Gott anflehe zu wirken, dann muss ich mich um nichts sorgen. Denn Gott wird dafür sorgen, dass es an nichts mangelt.

Ich habe es selbst erlebt in den letzten zwei Jahren und erlebe es auch gerade jetzt. Es ist noch etwas krampfhaft aber ich versuche mir keine Sorgen zu machen. Gott weiß, dass ich eine Wohnung brauche, Gott weiß, dass ich essen muss, Gott weiß, wo es an etwas fehlt.

Aber ich weiß, dass es Menschen in meinem Umfeld gibt, die weniger haben.
Ich weiß, dass es Menschen in meinem Umfeld gibt, die innerlich zerrissen, verletzt und auf der Suche sind.
Ich weiß, dass es Menschen gibt, die so sehr nach dem Suchen, was Gott geben möchte: inneren Frieden, Selbstbewusstsein und Heilung. Und das ist das, was ich sehen möchte. Wenn ich es sehen will, muss ich also meinen Blick jetzt schon in DIESE Richtung, weg von meinen Sorgen lenken!

Also: Blick von unten nach oben richten und los geht’s:-)

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s