Schlagwort: Politik

Aus Prinzip

Aus Prinzip

Als ich Kind war, gab es immer wieder Trotzphasen. Die hat jedes Kind. Und obwohl ich das Wort „Prinzip“ noch nicht kannte oder deuten konnte, habe ich als Kind oftmals „aus Prinzip“ gehandelt. Meist mit einem bockigen und trotzigen Verhalten. 

Wenn ein Junge mich geärgert hat, war ich aus Prinzip gegen alles, was er sagte oder machte!

Als ich Teenager war, gab es ein Mädel in meinem Jahrgang, die mich als Christ blöd fand und nicht nachvollziehen konnte, warum ich bei bestimmten Dingen nicht mitmachte. Also fand sie „aus Prinzip“ alles lächerlich und blöd was ich sagte oder machte! Selbst wenn ich ihr Komplimente über ihre Frisur machte, rollte sie mit den Augen und sagte „wen interessierst?!“

An sich ok-man muss nicht alle mögen und auch nicht hinter jeder Meinung eines anderen stehen. Aber: „aus Prinzip“ kann man manchmal echt Chancen verpassen. 

Oder anders: 

Du bist in der Schule und es gibt verschiedene Cliquen.  Diese haben sich in die Schülervertreung wählen lassen. Jede Clique oder „Peer group“ hat bestimmte Werte und will verschiedene Dinge in der Schule durchsetzen. Jede Clique will andere überzeugen. Und jede Clique will das „wohl der Schule“. Und dann gibt es Entscheidungen die getroffen werden müssen zum WOHL der Schule. Und es wird demokratisch abgestimmt, welche Clique den besten Vorschlag macht. 

Die Clique von „X“ ist recht radikal. Eigentlich haben sie Werte, die die anderen nicht teilen-zumindest nicht alle. Sie schlagen einen Weg vor-aber weil die anderen Cliquen nicht mit ihnen „aus Prinzip“ arbeiten wollen, stimmen alle gegen deren Vorschläge. Egal was drinnen steht. „Aus Prinzip“ wird abgelehnt. Jeder versucht  die Schülerschaft davon abzuhalten, Teil dieser Clique zu werden, denn niemand möchte radikale und menschenverachtende Entscheidungen unterstützen und niemand möchte, dass sich schlimme Dinge wiederholen. Diese Gefahr besteht. 

Clique „A“ bringt ebenfalls Vorschläge ein. Sie ähneln den Vorschlägen von „X“ sehr stark. „A“ betont, dass es nicht um eine Zusammenarbeit oder Freundschaft mit „X“ geht, aber dass die Vorschläge wirklich helfen könnten, einen Schritt vorwärts zu kommen. „X“ schimpft auf „A“ und findet „A“ total doof aber Sie unterstützen den Vorschlag, weil er immerhin etwas verändern würde. 

„B“ kommt nach vorne und versucht erstmal die Wogen zu glätten. Lenkt den Fokus erstmal auf einen Moment der Trauer und bedankt sich bei Rettungskräften, die bei einem schlimmen Anschlag vor kurzem schnell vor Ort waren. Aber weil das ja Clique „B“ ist, die das sagt, verschränken alle anderen Cliquen die Arme vor der Brust. Die einzigen, die ebenfalls „Danke“ sagen und diese Einführung der Rede unterstützen, ist der Rest der Clique „B“. Ich betone: in dieser Einführung hat B noch nichts über die Vorschläge von „X“ oder „A“ gesagt. Es ging nur um eine Anerkennung von Schülern in einer schlimmen Situation. 

So geht es weiter. Alle sind gegen „X“, alle sind gegen „A“. Lediglich Clique „Y“ sagt: der Vorschlag an sich ist doch gut! Es hilft uns allen. Also lasst uns doch gemeinsam dafür stimmen damit wir vorwärts kommen!“

Aber „aus Prinzip“ stimmen alle dagegen-„wenn X dafür stimmt, machen wir nicht mit!“

„Und wenn Y mitstimmt und A den Vorschlag dann mit einer Mehrheit durchbringt, seid ihr Verräter!“

Und so geht es weiter und weiter. 

Das Resultat: diejenigen, die Radikalität und Diskriminierung verachten, fördern das radikale Denken, das Entsetzen und die „da mach ich nicht mit, wenn DER das auch gut findet!“-Kultur genauso, wie die bereits Radikalen (links und rechts). 

Der Ton wird aggressiver, niemand hört mehr zu. Man wird ausgelacht und beschimpft, wenn man Vorschläge einbringt. Man wird verurteilt und darf nicht ausreden…

Mal ehrlich: Genau das ist Grundschul- oder sogar Kindergartenniveau. Das ist Trotzverhalten und nicht konstruktiv! Und das ist das, was ich bei der gestrigen Bundestagsdebatte nicht zum ersten Mal gesehen habe. 

Ich verstehe, dass wir alles tun müssen, dass Radikales und Faschistisches Gedankengut nicht zu einer Doktrin wird. Wir müssen verhindern dass sich der Holocaust, Hass und Verfolgung wiederholen! 

Ja! Die Landesverbände der AFD werden teils rechtsextrem eingestuft-das IST nicht zu akzeptieren!!!

Aber: die Partei, die von Menschen aus dem Volk in den Bundestag durch freie Wahlen gewählt wurde komplett zu ignorieren, Entscheidungen, die mit einer Mehrheit durch diese Partei durchgesetzt wurden, in Frage zu stellen (wie zum Beispiel einen Ministerpräsidenten wieder abzusetzen und Neuwahlen anzusetzen, weil die „Falschen“ für ihn gestimmt haben) und andere Parteien, die betonen, keine gemeinsame Sache mit ihnen machen zu wollen aber eine Abstimmung im gesamten Bundestag möchten, zu beschimpfen, ihnen nicht mehr zuzuhören und aus Prinzip dagegen zu stimmen-das hilft meiner Meinung nach auf keinen Fall! im Gegenteil: es fördert die Spaltung der Bürger und es fördert das falsche Lager! 

Es wäre ein Anfang, einfach mal die Argumente, die Reden und einzelnen Aussagen der Abgeordneten anzuhören und einzeln zu bewerten. Wenn jemand den Rettungskräften dankt oder Mitleid für die Opfer und deren Angehörigen bekundet-meine Güte, dann unterstützt doch wenigstens das-auch wenn die Person aus einer anderen Partei ist!

Ich frage mich, wie das Ergebnis einer Abstimmung ausgesehen hätte, würde man nicht wissen, welche Partei welchen Antrag gestellt hat und welche Partei den Antrag unterstützt… einfach als Einzelabstimmung der SACHE ohne Druck und ohne Parteizugehörigkeit!

DAS wäre historisch gewesen-eine Entscheidung für das Land und nicht für die Partei als Teil des Wahlkampfes… 

Ich bete für Klarheit bei den Wahlen!

Ich bete für Weisheit!

Ich bete für friedliche und wohlwollende Gespräche und eine Zusammenarbeit derer, die eigentlich WIRKLICH das Beste für das Land möchten!

Ich bete für Politiker, die ein reines Herz und Gewissen haben!

Ich bete für Gnade!

Ich bete für die Politiker und Parteien und für alle, die verwirrt sind!

Ich bete für unser Land-mit allen (!) Menschen die darin leben!

Ich bete für EINIGKEIT!

Zeit für die Vertrauensfrage

Zeit für die Vertrauensfrage

„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Es geht drunter und drüber. In den Kirchen. In der Politik. In Deutschland. In Amerika – es scheint: Überall auf der Welt.
Vor wenigen Tagen brach die sogenannte „Ampel-Koalition“ in Deutschland auseinander – Minister bekamen ihre Entlassurkunde, andere wurden neu ins Amt berufen. Einer verließ seine Partei…Der Wahlkampf ist innerhalb weniger Stunden eröffnet, der Ton wird harsch. Eines der größten Themen dabei war aber, dass der Bundeskanzler ankündigte, im Januar die Vertrauensfrage im deutschen Bundestag stellen zu wollen, mit der Möglichkeit, dass danach Neuwahlen stattfinden.
Warum erst im Januar?“. Diese Frage hallte aus allen möglichen Richtungen. Die Regierung sei unzumutbar, das Vertrauen sei bereits erschüttert und man müsse schnellstmöglich Neuwahlen ermöglichen – so die Meinung verschiedener Politiker und Parteien – vor allem von der Opposition.
Tja, warum erst im Januar die Vertrauensfrage? – Die Antwort von Scholz: Es sollen noch schnellstmöglich Gesetze und Vorhaben umgesetzt werden, bevor die Vertrauensfrage gestellt und somit die Möglichkeit der Umsetzung vermutlich nicht mehr gegeben ist.

Das hat mich nachdenklich gestimmt…Für uns als Christen gibt es von Jesus persönlich einen klaren Auftrag: Wir sollen bis „ans Ende der Welt“ gehen, Menschen dazu aufrufen bzw. ermutigen, Jesus nachzufolgen, sie taufen und sie lehren, was Jesus seinen Jüngern beigebracht hat (Matthäus 28,20).
Man könnte auch ganz einfach sagen: Wenn wir Jesus vertrauen und an ihn glauben, bekommen wir den Herzschlag dafür, anderen Menschen von diesem Jesus zu erzählen und ihn ihnen vorzustellen. Damit ER ihnen die Vertrauensfrage stellen kann: „Vertraust du mir? – Dann folge mir nach!“
Gleichzeitig wird, so glauben wir Christen, irgendwann dieser Jesus – Gott selbst, UNS die Vertrauensfrage stellen im Sinne von: „Was hast du mit dem gemacht, was ich dir anvertraut habe? Mit den Menschen? Mit deinen Gaben? Hast du sie gut eingesetzt in deinem Leben?“
Und wir?– lassen uns Zeit. Wir haben sie ja! Oder nicht?
Woher wissen wir denn, wann unsere Zeit abgelaufen ist? Wann WIR dieser Welt adieu sagen oder wann Jesus selbst wieder kommt und das hier alles ein Ende hat? Woher wissen wir, wann er uns ganz direkt diese letzte Vertrauensfrage stellt?
Wenn wir könnten – welche Zeit würden wir anberaumen, damit wir noch schnellstmöglich unseren Auftrag ausführen könnten? Damit diese Freunde, Nachbarn, Verwandten nicht das zeitliche segnen, sondern sie vom Zeitlichen gesegnet werden – in der Ewigkeit?


„Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist euch doch klar: Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen. Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!« Die Bibel. Matthäus 24,42

Unser Bundeskanzler kann laut Gesetz selbst entscheiden, ob- und WANN er die Vertrauensfrage stellt. Er kann die Zeit selbst entsprechend einplanen und jetzt wird sie knapp: „Ich möchte noch so viel wie möglich umsetzen, bevor die Vertrauensfrage gestellt wird.“
Das sollte auch unser Wunsch sein – ganz ohne das Wissen, WANN es so weit ist.
Ich wünsche mir und dir, dass wir uns bewusst machen: Die Zeit rennt. Die Zeichen der Zeit zeigen es. Es könnte nächste Woche so weit sein. Es könnte Morgen so weit sein…sind wir bereit? Und was antworten wir auf diese letzte Frage, die Jesus uns einmal stellen wird? Die letzte Vertrauensfrage!?