Monat: September 2025

Eine Anregung zur inneren Debatte und Ermutigung zur Positionierung

Eine Anregung zur inneren Debatte und Ermutigung zur Positionierung

Ein Buchtipp WÄHREND des Lesens

Normalerweise empfehle ich Bücher ja erst, wenn ich sie selbst bereits durchgelesen habe…Heute gibt es aber mal eine Empfehlung für ganze vier Bände, die ich derzeit lese.
Da ich vermutlich noch eine ganze Zeit benötigen werde, bis ich alle vier Bände gelesen habe, gibt es bereits jetzt eine Empfehlung, weil ich schon im ersten Band total begeistert bin:)

Eine kleine Vorgeschichte dazu:
Vor einigen Wochen scrolle ich durch Instagram und sehe einen Post einer christlichen Influencerin. Sie postet von der JESUS25 Konferenz und einem der Redner dort. Ich stutze. Den Namen kenne ich…allerdings habe ich dabei einen 12-Jährigen Jungen vor Augen, der auf Jungschartagen und Teenietagen des evangelischen Gemeinschaftsverbands in Rheinland-Pfalz und Saarland immer wieder zu sehen ist. Meistens dann, wenn die jüngeren Geschwister „meiner“ Clique mit uns gemeinsam dort sind. Könnte es sein….ich recherchiere ein bisschen und schreibe ihn an…und tatsächlich: Es ist derselbe Mensch, nur dass er nun einen Doktor-Titel besitzt, Theologe ist und am Forum Wiedenest unterrichtet. Ich sehe in seinen Posts, dass er für die besagte JESUS25 Konferenz vier Bände mit dem Titel „Christlicher Glaube in den Herausforderungen unserer Zeit“ herausgegeben hat und bekomme noch größere Augen, als ich die Inhalte sehe: Die Bände haben die Titel „Der unveränderte Stellenwert der Heiligen Schrift„, „Die alles entscheidende Bedeutung von Jesus Christus„, „der kostbare Schatz biblischer Ethik“ und „Die gegründete Einheit der evangelikalen Bewegung„. Ich muss nicht lange überlegen und bestelle direkt bei ihm über Instagram.

Zu den Bänden:
Titel: „Christlicher Glaube in den Herausforderungen unserer Zeit“
Vier Bände.
Herausgegeben von Dr. Martin P. Grünholz und Dr. Frank Hinkelmann.
Verlag: Verlag für Glaube, Theologie und Gemeinde (VGTG)

Jeder Band enthält Aufsätze verschiedener Autoren zum entsprechenden Thema des Bandes.
Darunter zum Beispiel Ulrich Parzany, Philipp Bartholomä, Nicola Vollkommer, Rainer Harter oder Dr. Markus Till.
Verschiedene Aspekte, unterschiedliche Sichtweisen, ergänzende Gedanken von Theologen und christlichen „Denkern“ mit unterschiedlichen Hintergründen also.
Da die Bände gezielt für die JESUS25 Konferenz zusammengefasst wurden, ist es nicht verwunderlich, dass die Autoren der verschiedenen Beiträge und Artikeln vor allem aus dem Bereich der evangelischen Landeskirche und dem „evangelikalen Spektrum“ kommen. (Ich persönlich bin derzeit kein großer Fan von Kategorisierungen und Betitelungen, da sie meiner Meinung nach viel zu oft nicht mehr klar definiert und umkonstruiert werden. Der Begriff wird aber im Rahmen dieser Artikel und Konferenz selbst verwendet.)

Jeder Band ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil finden sich kürzere und „allgemeinverständlichere“ Beiträge, während im zweiten Teil vor allem wissenschaftliche Artikel zu finden sind.
Ich persönlich finde das sehr bereichernd, da ich es liebe, in ruhigen Zeiten einfach mal „allgemeinverständliche“ Gedanken zu lesen und darüber nachzudenken und es gleichzeitig vermisse, wissenschaftliche Artikel wie im Studium zu lesen. So habe ich die Möglichkeit, mich mit beidem, je nach Zeit und „Hirnaktivität“ auseinander zu setzen:)

Bereits Band 1 „Der unveränderte Stellenwert der Heiligen Schrift“ hat mich begeistert. Denn allein hier tauchen diverse Fragen auf, die unsere christliche Welt aufwühlen. Ist die Bibel vom Heiligen Geist inspiriert oder genau so eingegeben worden? Ist sie nicht doch einfach eine Auflistung von menschlichen Erinnerungen, bestückt mit vielen Fehlern? Wieso wird sie überhaupt als „WORT GOTTES“ bezeichnet? Wie ist dieses Wort Gottes zu verstehen? Ist es Fundament für Fundamentalisten oder können wir es nicht doch mit unserem Verstand umdeuten und dem Zeitgeist anpassen, damit Gott attraktiver wirkt? Diese und viele weitere Fragen werden beleuchtet – aus unterschiedlichen Winkeln.
Und ich als Leserin? Kann mir Gedanken machen. Was sehe ich genauso? Was sehe ich anders? Worauf gründe ich mein Verständnis? Worauf meinen Glauben?

Warum empfehle ich etwas, was ich selbst noch nicht fertig gelesen und durchgearbeitet habe?
Weil diese Artikel und Beiträge zum Dialog ermutigen, zum Nachdenken inspirieren und zur eigenen Positionierung beitragen. In den letzten Jahren tauchen viele Fragen auf. Theologie wird zum Streitthema, Spannungsfelder werden kaum noch ausgehalten – jeder möchte einfach eine klare Antwort- und, wie oben schon erwähnt, Kategorisierungen und Betitelungen werden immer mehr radikalisiert, negativiert und schon fast als Beschimpfung verwendet. Was glauben wir noch? Warum glauben wir? Wo stehen wir als Christen? Vermeiden wir die Herausforderungen unserer Zeit oder gehen wir gar aggressiv damit um? Ist Dialog, Debatte und Positionierung überhaupt noch möglich, ohne dass es in Beschimpfung und Radikalisierung endet? Diese Fragen stelle ich mir. Geben mir die Bände Antwort darauf? Ja und Nein. Sie bieten mir durch die Vielzahl der Artikel und Meinungen die Möglichkeit, meine eigene Meinung zu reflektieren, zu hinterfragen und/oder auch klar zu begründen.

Wie gesagt, bin ich selbst noch am Durcharbeiten und lesen – es braucht (zumindest bei mir) Zeit, das Gelesene sacken zu lassen, Fragen, die durch den Artikel aufkommen zu beleuchten und eben für mich selbst eine Position zu finden. Und doch ermutige ich dazu, diese Bände (einzeln oder alle) zu erwerben und sich Zeit dafür zu nehmen. Zeit – die sich kaum noch jemand nimmt. Zeit, eigene Antworten zu finden, bevor Streitgespräche unreflektiert und vor allem ohne jeglichen Respekt losgetreten werden.

Wer sich also mit den Sichtweisen verschiedener Theologen und Denker auseinandersetzen möchte und dadurch eine eigene Sichtweise vertiefen will, ist mit dieser Reihe gut bedient.

Wo bekommt man die vier Bände?
Die Bände sind für 14,90€ bzw. 15,90€ einzeln (oder auch als „Pack“) im Handel erwerbbar.
Wer alle 4 Bände kaufen möchte, kann dies direkt für 49 Euro inklusive Versand über Martin Grünholz direkt tun. Ansonsten einfach beim Buchhandel deines Vertrauens:-)
(Instagram: Martin P. Grünholz)


Wie wir kämpfen sollten

Vor einigen Wochen war ich in Texas.
Ich lernte dort eine Frau kennen, mit der ich mich über die sehr lockeren Regelungen bezüglich Besitz und Nutzung von Waffen in ihrem Bundesstaat austauschte. Sie erzählte mir stolz, wie sicher sie sich fühle. Zum einen, weil sie durch ihre langjährige Erfahrung beim Militär wisse, wie man mit Waffen umginge, zum Anderen, weil in ihrer Nachbarschaft viele Leute lebten, die wüssten, wie man sich verteidigte. „Im Falle eines Krieges oder einer Bedrohung währen wir in unserer Nachbarschaft super safe. Wir wissen, wie wir uns verteidigen.“
„Verteidigung“ ist ein Thema, das mich in den letzten Tagen generell beschäftigt.
Seit zwei Tagen bekomme ich auf Instagram nur noch Meldungen und Meinungen zum Tod von Charlie Kirk angezeigt. Ich muss zugeben, dass ich, als ich die Meldung in den Nachrichten sah, während ich in Nordamerika war, erstmal schauen musste, wer denn Charlie Kirk ist. Ich hab vorher noch nie von ihm gehört und wusste daher nichts über ihn. Umso erstaunter war ich, wieviele Menschen auch in Deutschland plötzlich RIP Posts machten, sagten, wie sehr sie trauern  – entweder sind sie alle einfach dem Hype gefolgt oder ich bin die einzige, die keine Ahnung hatte.

Wie komme ich jetzt dazu, auch etwas zu diesem Menschen zu sagen? Mir ist etwas aufgefallen, woraus ich lernen möchte und hoffe, dass wir alle darüber nachdenken…
Wofür war Charlie Kirk bekannt? Er suchte die Debatte. Er war scheinbar nicht zu feige, um sich den schwierigen Fragen zu stellen, sich hinzusetzen und zu streiten und für Werte und seine Meinung einzustehen. Er stellte sich denen, die auf der einen Seite für Meinungsfreiheit kämpfen, die sich gegen „Schubladen“ und Kategoriesierungen stellen und gleichzeitig seine Meinung nicht akzeptierten und IHN in verschiedene Kategorien steckten: Rechtspopulist, Homophober, Rassist und was weiß ich. Interessant also, dass sich das extreme Verhalten der „Gegner“ hier genau dem widerspricht, wofür sie kämpfen, nämlich dass verschiedene Meinungen gelten und stehen gelassen werden sollen und man sein und glauben kann, was man will…scheinbar allerdings nur, solange es DAS ist, was SIE glauben und sein wollen…
Was mich aber am meisten zum Nachdenken brachte ist folgender Gedanke: Was würde Jesus tun? Bzw. Was hat Jesus getan? Wie ist das „richtige“ Verhalten und die Antwort der Christen?
Alles scheint lauter, extremer und aggressiver zu werden. „Die kleine Gruppe ist so laut und macht so viel Lärm – warum sind `Wir`so leise?“, „Die Kirche muss lauter werden!“, „WIR müssen für unsere Werte kämpfen!“ – all das sind Gedanken, die ich selbst immer wieder hatte oder die mir durch diverse Posts entgegenprasselten. Und ich fragte mich: „Ist das der JESUS-Weg?“

Müssen wir kämpfen? Revolutionieren? Müssen wir es auf dieselbe Art wie alle anderen tun? Laut werden? Argumente bringen? Die Debatte anfeuern und uns groß machen?
Interessanter Weise dachten das die Jünger damals schon. Sie hatten die Schnauze voll von den Römern. Wollten Gerechtigkeit. Israel hoffte auf DEN Retter. DEN Messias. Und als Jesus auftauchte, bekamen sie Hoffnung. Sie wollten und erwarteten, dass ER aufsteht, einen Aufruhr startet, vielleicht einen Krieg anzettelt, den ER dann gewinnt. Petrus schlug mit dem Schwert auf einen Wachmann ein, wollte mit allen Mitteln kämpfen. Und was machte Jesus? Er heilte das Ohr dieses Wachmanns. Er erdultete alles still. Er antwortete ruhig und geduldig, gab Zitate aus der Tora wieder, um den Schriftgelehrten zu antworten. Aber er handelte so anders, als die Jünger es gedacht haben. Anders, als die Israeliten gedacht haben. Er sagte zwar, dass er gekommen ist, um das Schwert zu bringen, aber es war eine andere Art von Schwert, als Petrus dachte.
Im Epheserbrief wird das Schwert als Teil der geistlichen Waffenrüstung benannt und steht symbolisch für das „WORT Gottes“.
Ich frage mich, ob wir wirklich verstanden haben, wie wir Jesus-Like kämpfen können und sollten: Mit dem WORT Gottes in die GEISTLICHE Welt. Es ist ein geistlicher Kampf der Werte, ein Kampf der Ideologien. Menschlich kämpfen würde bedeuten: Wir gehen auf die Straße. Wir demonstrieren! Wir machen Flaggen, posten, kommentieren, verurteilen, stecken in Schubladen, kategorisieren, bringen Argumente über Argumente. Aber wie ich am Anfang schon gesagt habe: Die Argumente machen keinen Sinn und sind unlogisch, weil hier nicht mit Logik gekämpft wird.


Wir brauchen als Christen einen anderen Blick und der geht über diese Welt hinaus. Jesus hatte diesen Blick. Er betete. Er sagt: „Liebt eure Feinde“, er sagte „Halte die andere Wange hin!“ – er betete, er klagte und er weinte, weil GOTT den Überblick hat. GOTT wird richten. GOTT wird urteilen.
Ich glaube, dass ich derzeit immer mehr lernen und einsehen darf, wofür ich meine Energie und meine Gaben nutzen soll. Und das ist nicht, einen Streit zu gewinnen oder radikal für etwas einzustehen und zu kämpfen. Menschen werden dadurch nicht erleben, dass Gott LIEBE ist. Dass ER allmächtig ist und dass er kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten. Ich möchte daher erstmal IHN fragen, was ich tun, sagen und auch lassen soll. Und IHM vertrauen, dass ER früher oder später für Gerechtigkeit sorgen wird. Ich muss das, Gott sei Dank, nicht tun.
Bevor wir den Mund aufmachen, bevor wir andere verurteilen oder ihnen irgendwas wünschen – sollten wir damit zu Gott gehen. Und IHN urteilen und richten lassen. Und bis Jesus wieder kommt alles daran setzen, dass genau diese Menschen, die wir menschlich anschauen und (vielleicht auch menschlich zu recht) verurteilen, lernen zu lieben und ihnen mit Geduld, in Frieden, mit Freude, mit Freundlichkeit etc. entgegentreten können.


Bedeutet dass, das wir alles zulassen sollen? NEIN – aber es bedeutet, dass wir mit Gebet und in Wahrheit und Geist kämpfen, in dem wir unsere geistliche Wafffenrüstung anziehen und mit Vollmacht und Autorität beten. Den Heiligen Geist einladen zu wirken. Dass wir Erkenntnis und Offenbarung lösen im Namen Jesu, dass wir unsere Herzen und Gedanken von Gott schützen lassen und dass wir Hass, den Geist des Todes, Jähzorn, Verblendung und so vieles mehr im Namen Jesu BINDEN. Wir dürfen den Heiligen Geist bitten uns zu zeigen, was wir beten dürfen und wir dürfen und sollten die Vollmacht nutzen, die Jesus seinen Jüngern und damit auch uns gegeben hat. Ansonsten…kämpfen wir gegen Windmühlen und werden bald müde und verletzt am Boden liegen.

Wenn Gott klar sagt, dass ich diskutieren soll und ER mir Weisheit dazu gibt, dann kann ich das tun. Wenn er sagt, wie und ob ich kämpfen soll, dann ok. Charlie Kirk hatte die Gabe und den Willen, seine Werte (und die vieler anderer) zu verteidigen und in den Dialog zu gehen. Man wollte ihn mundtot machen -und doch hat es Gott umgedreht und die Stimme Kirks ist nun lauter und bekannter als zuvor. Seine Argumente und Werte haben mehr Befürworter und Unterstützer als zuvor. Die Stimmung ist aufgeheizt-nun heißt es, sich zu beruhigen, mit Gott ins Gespräch zu gehen und lauter zu beten und mit IHM in den Dialog zu gehen, damit es nicht ausartet!