Die Schritte auf dem Weg zum Ziel

Die Schritte auf dem Weg zum Ziel

Gestern sah und hörte ich eine message von Pastor Leo Bigger. Diese Message hat mich, wie so oft, bewegt. Vor allem ein bestimmter Punkt blieb sehr in meinen Gedanken hängen, der mich dazu ermutigt, meinen Tagesablauf und Wochenplan zu überdenken und umzustellen.

Das, was mich heute stark bewegt ist das Thema „Vision“. Leo erklärte, dass es bei bestimmten Vorhaben oftmals am Durchhaltevermögen mangelt, weil das Ziel falsch gesteckt wurde, bzw. keine Vision da ist.
Als Beispiel: Hat jemand aus dem Gefängnis „nur“ das Ziel, endlich die Zeit abgesessen zu haben und raus zu kommen, wird eher ein Rückfall in alte Verhaltensmuster passieren, als wenn er während der Zeit im Gefängnis eine Vision entwickelt. Anstatt: „Ich will am 3.4.2021 aus dem Knast kommen“ lieber „Ich möchte ein Leben führen, mit Menschen die mich lieben und ich möchte ein eigenes Geschäft aufbauen.“ Mit einer Vision, geht man andere Schritte. Man schaut nach vorne und geht weiter. Man bleibt nicht stehen und schaut zurück.

Meine Gedanken dazu: Ich glaube auch, dass es eine große Rolle spielt, ob wir kurzfristige Ziele setzen oder weiter denken und weitsichtig sind. Und das in jedem Bereich des Lebens.

Denn, wenn es mir um ein kurzgestecktes Ziel geht bzw. eine falsche Vision dahinter, ist die Gefahr groß, dass es zur Religion wird. Und damit meine ich: Stricktes Regeln einhalten um des Gehorsams willen. Es kann zu Druck werden (was nicht schlecht ist, aber es kann erDRÜCKEND werden) und man kann wirklich leichter irgendwann den Sinn hinterfragen und dann einfach aufhören.

Wenn ich zum Beispiel die Regel für mich aufstelle: „Ich will jetzt jeden Morgen 10 Minuten ‚Stille Zeit machen‘!“ ist das nicht an sich schlecht. ABER: Warum mache ich es? Was ist mein Ziel? Mache ich es einfach, weil man es „als guter Christ“ so macht, dann wird es zur Regel und zur Religion. Ich kann meine Bibel brav lesen, bete ein Vater Unser und dann geht es in meinen Tag. Regel eingehalten. Vorhaben erfüllt.

Wenn ich aber sage: „Mein Ziel ist, dass ich ein Leben in Gelassenheit lebe und das sinnerfüllt ist“, dann kann der Weg dahin sein: „Ich möchte meinen Fokus so setzen, dass ich den Tag mit dem Gefühl lebe, dass ich nicht alleine bin und dass Papa-Gott an meiner Seite ist und für mich einen Plan aber auch tolle Überraschungen hat“. EIN SCHRITT auf diesem Weg ist dann vielleicht, dass ich den Tag damit beginne, die Bibel zu lesen und den Heiligen Geist zu fragen, was ich bei ihm abladen darf und womit er mich für diesen Tag ausrüsten möchte. Und schon möchte man vielleicht sogar 1 Stunde damit verbringen, statt „nur“ 10 Minuten.

Anderes Beispiel:

Wenn ich mich nach den sogenannten Geistesgaben (z.B. Sprachengebet, Lehre, Prophetie/Weissagung…) ausstrecke, weil man das als Christ braucht und man es einfach als Geschenk von Gott annehmen soll, dann kann es zum Krampf werden. Denn auch da kann die Frage kommen: Warum brauche ich das überhaupt? Wenn ich aber mit dem Wissen drangehe, dass Gott mich einzigartig gemacht hat und mich nicht ohne Grund in diese Welt gesetzt hat. Wenn ich glaube, dass er durch MICH etwas bewirken möchte in dieser Welt und vielleicht sogar noch von Gott Ansatzweise gezeigt bekommen habe, für WEN und für WAS ich hier bin, DANN bitte ich Gott aus anderer Motivation heraus um diese Gaben, denn sie erbauen mich und andere und sind hilfreich für die Vision, die ich bekommen habe.

Diese Herangehensweise hilft mir heute schon, einen Tag später.

Durch eine Diskussion, die gestern Abend noch entstanden ist, ist mir das auch für die persönliche Berufung einer Kirche klar geworden. Wenn Gott Menschen beruft, eine Kirche zu leiten oder sogar zu gründen, dann hat er damit eine Vision. Es geht nicht um den Punkt „Da muss noch eine Kirche hin!“, sondern die Frage, die Visionsfrage ist: Warum möchte Gott DIESE Kirche DORT als Ergänzung haben? Was ist die persönliche Berufung dieser Kirche? Warum ist diese Kirche SO wie sie ist? Die Persönlichkeit, wie ich sie mal nennen möchte, hat, genau wie die Individualität jedes Menschen, einen Sinn. WEN soll die Kirche erreichen? WAS ist ein Merkmal dieser Kirche? WAS möchte Gott bewirken?

Wenn ich diese Visionsfragen stelle, dann kann ich verschiedene Arten und die individuellen Persönlichkeiten der unterschiedlichen Kirche anders sehen. Ich kann es stehen lassen, wenn die Art und Weise nicht zu MEINER Persönlichkeit passt. Das geht dann zurück zur persönlichen Visionsfrage: Was ist die Vision, die Gott MIR gegeben hat? Passt der Weg und passen die Wegbegleiter oder passt es nicht? Und welchen Weg und Wegbegleiter benötige ICH, um eine Vision zu verwirklichen und meine Teil dazu beizutragen? Wie kann ich Gott im Alltag dienen?
Ich muss dann also nicht alles super gut finden. Ich kann sogar hinterfragen. Aber: Die Hauptfrage ist dann: Was ist die Vision der Kirche und trage ich sie mit? Wenn ja, kann ich auch Dinge, die nicht 100% meins sind, laufen lassen. Ich habe das schon sehr oft in meinem Leben durchgehabt und JETZT weiß ich für mich: Wenn ich die Frage der grundsätzlichen Vision mittragen kann und wenn ich den WEG dorthin mitgehen kann, dann stören mich einzelne Schritte nicht. Wenn aber viele Schritte mich verunsichern und ich merke, dass es nicht passt, dann frage ich mich und vor allem Gott, welcher WEG besser für mich passt und wechsle vielleicht sogar die Wanderroute und die Wegbegleiter. Wichtig ist dabei (meiner Meinung nach) aber, Gott in diesen Fragenprozess mit einzubeziehen. Denn nur ER kennt DICH genau und ER kennt den Auftrag von dir und auch von anderen und sogar der Kirche, in der er wohnt.

Willst du einen meiner Action-Steps aus dem Ganzen wissen?

Mein Ziel (Weitsicht): Ein Leben in der Fülle leben, das voller Freude und Leichtigkeit ist.

Der Weg dahin: Von Gott diese Ruhe und Fülle geschenkt bekommen, bei ihm auftanken und ihn bewusst immer wieder fragen, was dran ist für mich.

Mein Schritt dahin (Kurzsicht): Ich habe mir nun einen Abend pro Woche und einen halben Vormittag für ein „Jesus-Date“ freigehalten.

Ich sitze gerade in einem schönen Kleid an diesem Laptop, geschminkt und zurecht gemacht, weil ich, bevor ich diesen Post schrieb, meinen Morgen mit Gott verbracht habe und mir diese Zeit bewusst genommen habe (Ich bin dankbar, dass ich einen Mann habe, der mir das ermöglicht).

Was ist dein Ziel? Wie möchtest du werden?

Und was benötigst du dazu?

Und dann: Los! Geh den ersten Schritt!