Titus Müller führt den Leser in die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Die verschiedenen Protagonisten geben einen Einblick in die Spannungen, in die Zweifel und Hoffnungen ihrer Personen. Im ersten Teil des Buches steht der Hochstapler Franz Tausend, der im Fokus des Kommissars Heinrich Ahrendt steht und den Nationalsozialisten eine neue Methode vorstellt, Gold herzustellen. Im Laufe der Geschichte werden historische Persönlichkeiten (wie Widerstandskämpfer und Schriftsteller) eingebunden, die zum Teil schließlich am Ende des Romans im Mittelpunkt stehen und Franz Tausend darin ablösen.
Titus Müller schafft es, wie auch in seinen anderen Romanen, den Leser über historische Ereignisse zu informieren, ohne ihn zu „belehren“. Dabei werden dramatische, belegbare Schicksale nicht ausgelassen. Durch die Ich-Erzählungen wird dem Leser eine Beziehung zu den verschiedenen Protagonisten ermöglicht, weshalb manche erzählte Situationen und Schicksale aufwühlen und positiv erschüttern. Die Vergangenheit wird während des Lesens in die Gegenwart des Lesers transportiert und regt zum Nachdenken und Reflektieren an.
Hilfreich und inspirierend finde ich die Aufklärung des Autors am Ende: Hier werden die historischen Hintergründe und Fakten noch einmal erläutert. Der Leser erfährt hier, welche „Fäden“ der Geschichte fiktiv und welche historisch belegbar sind.
Für mich ist dieser Roman, wie auch andere von Titus Müller, mein liebster Geschichts-Unterricht: Spannend, historisch, gut recherchiert, emotional und lehrreich.
Schlagwort: Roman
