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Zwei Nächte im Lesehotel

Zwei Nächte im Lesehotel

Es ist Juni 2024! Schon am Parkplatz weht mir ein zarter Lavendelduft entgegen. Ich atme tief ein und bin dankbar: zum 40. Geburtstag haben mir mehrere Frauen einen Gutschein für das Lesehotel in Bad Goisern bei Hallstadt geschenkt und nun ist der Tag gekommen, an dem ich ihn einlösen kann: Zwei Nächte (eine davon ist auch eine Freundin mitgekommen) in einem Hotel, in dem alles für eine gemütliche Leseauszeit gegeben ist: Bücher, Bücher und Bücher, Zimmer mit Blick auf Berg oder Wald, Lesesessel und vor allem Ruhe. Ich freue mich so sehr.

Während wir unsere kleinen Koffer aus dem Auto holen, hören wir aus der Ferne einige Kuhglocken, aus der Nähe Vögel und als wir den kleinen Weg vom Paktplatz zum Hoteleingang hinauflaufen, stimmt das Summen der Bienen, die sich am Klee auf der Wiese und den leuchtenden Lavendelblüten am Weg erfreuen mit ein.

Wir öffnen die Hoteltür, stellen unsere Schuhe in den Eingangsbereich und checken mit dem Handy ein. Vorab habe ich bereits alle Informationen per Mail erhalten. Obwohl wir somit ganz selbstständig unser Zimmer beziehen könnten, begrüßt uns eine freundliche Mitarbeiterin des Hauses. Sie zeigt uns die einzelnen Räume, erklärt uns, wie und wo wir ganz einfach selbstständig Getränke und Snacks buchen und bezahlen können und führt uns zu unserem Zimmer. Auf dem Weg über das Treppenhaus kommen wir bereits an zahlreichen Büchern vorbei, die den kompletten Aufgang zieren.

Die Tür zum Zimmer öffnet sich-alle Zimmer sind nach einem Verlag benannt-sehr passend und kreativ, wie ich finde- und ich staune: Nicht nur das Bücherregal vor mir erfreut mich, nicht nur die schöne Bad-Ecke oder dass es ein abgetrenntes WC gibt, sondern auch der Ausblick: Vom Balkon aus sieht man über eine wunderschöne Wiese, auf die Berge und den Hallstädter See.

Wir packen die Koffer aus und schlendern gemütlich durchs Haus: zwei große Lesezimmer gibt es-eines etwas dunkler, dafür gemütlich mit großen Sitzsäcken, Leselampem und natürlich großen und voll bestückten Bücherregalen, daneben ein zweites, sehr helles Zimmer mit Sesseln, Sitzsäcken, vielen Büchern und einem schönen Ausblick auf den See und die Berge. Direkt daneben: der Speisesaal, der ebenfalls mit diversen Büchern zum Lesen einlädt, während man in Ruhe isst oder einen Kaffee genießt.

Wir lassen erstmal alles auf uns wirken und entscheiden uns dann, einen Spaziergang zu machen: Direkt neben dem Hotel gibt es zahlreiche Wanderwege, die gut ausgeschildert sind. Danach holen wir uns einen Kaffee und nehmen auf einer der schönen Lesebänke im Garten Platz. Und dann tun wir das, wofür wir genau hierher gekommen sind: Wir lesen:)

Am Abend geht’s zum köstlichen 3-Gang Menü in den Speiseraum. Ein bisschen unbeholfen fühlen wir uns schon: Zur selben Zeit sind nur zwei Gäste, Alleinreisende, beim Essen: Sie lesen schweigend und scheinen die Ruhe zu genießen. Meine Freundin und ich versuchen möglichst wenig und vor allem nur flüsternd zu sprechen. Vielleicht bin ich zu „mitfühlend“-aber es scheint mir irgendwie unangebracht zu reden…

Nach dem Essen geht’s aufs Zimmer. Reden, Lesen und vor allem die Ruhe genießen, bis wir das Licht ausschalten und einschlafen.

Am nächsten Morgen ist es neblig und regnerisch. Wir stehen gemütlich auf, frühstücken im Speiseraum und freuen uns, dass langsam die Sonne durchbricht. Wir machen einen Ausflug nach Bad Ischl, schlendern durch die Straßen, trinken Kaffee und fahren anschließend an den See. Den privaten See-Zugang, den Hotelgäste nutzen dürfen, nehmen wir nicht in Anspruch aber es ist definitiv ein netter Bonus, den ich beim nächsten Besuch nutzen werde.

Nachdem sich meine Freundin verabschiedet, (ich bleibe eine weitere Nacht alleine dort) , schnappe ich mir meinen Roman und lege mich wieder in den Garten. Leider ist es plötzlich gar nicht mehr so ruhig: auf dem Balkon sitzen einige Männer, scheinbar aus Asien, lachen, rauchen und telefonieren. Ich versuche es zu ignorieren aber es ist nicht möglich. Enttäuscht gehe ich auf mein Zimmer und lese dort weiter. Ich habe Hunger aber versuche, das Abendessen hinauszuzögern bis ich höre, dass die besagte Gruppe im Speiseraum fertig ist. Ich setze mich an den Tisch aber die Ruhe ist trotzdem nicht da-jetzt weiß ich wieder, warum ich am Abend zuvor nur flüstern wollte… immer noch sind ein paar Männer am Tisch und erzählen und lachen laut, die anderen Gäste ziehen sich entweder zurück oder erzählen ebenfalls in normaler Lautstärke. Ich traue mich zu fragen, ob ich draußen essen darf, was mir erlaubt wird, und genieße das köstliche Essen neben den Lavendelbüschen.

Später am Abend ziehe ich mich in einen der Leseräume zurück und ziehe ein Buch aus dem Regal. Es ist ruhig. Das tut so gut…

Ich schlafe spät aber entspannt ein und freue mich über den nächsten Morgen, an dem die Sonne langsam über der Wiese vor dem Haus aufgeht.

Der Checkout läuft sehr einfach, nachdem ich auch das Frühstück draußen einnehme. Meine Tochter und mein Mann holen mich ab, trinken noch einen Kaffee und einen Apfelsaft und es geht zurück in den Alltag.

Ich bin gespannt, wann ich mir diese Auszeit zum nächsten Mal gönnen werde und freue mich schon drauf!

Unbezahlte Werbung!!!!

Ich habe für diese Empfehlung keinerlei Begünstigung oder Bezahlung erhalten. Diese Empfehlung ist rein privat!

Lesehotel: https://www.hallstatt-hideaway-mountain.com

Mehr Fotos findest du auf meinem Instagram-Profil „Tag.sicht“