Kategorie: Poetik

Wohin?

Wohin?

Sie trugen dich schon lange
den ganzen Weg bis hierher
und jetzt spürst du die Müdigkeit,
deine Füße sind schwer
und du fragst dich hat sich der Weg gelohnt?
War es weise zu gehn?
Denn hier, wo du gerade stehst, kannst du den Gipfel nicht sehn.
Sondern nur steile Wände und Steine vor dir
deren Anblick dir noch die letzte Kraft rauben.
Es scheint zu schwer.

Dein Blick geht zurück
und du siehst die Strecke,
Ein ganzes Stück,
das du schon gelaufen bist.
Und du bleibst stehen und schaust nach hinten und fragst dich, ob das jetzt alles ist.
Ob es besser ist wieder umzudrehn
Besser ist, den bekannten Weg zu gehen.
Das zu tun was du damals gut kanntest,
Weil die Umgebung vertraut war und du dich in allem Sicher fühltest.

Dein Blick: Wieder nach vorn,
Mit der Frage wie lange es noch dauert, bis endlich neues Land in Sicht ist
Bis du sagen kannst, dass das hier der Platz ist an dem du angekommen bist.

Was gibt dir Kraft?
Der Blick zurück mit der Entscheidung umzukehren
oder der Blick nach vorne mit der Neugier welche Aussicht auf dich wartet?

Bist du motiviert genug, neue Perspektiven erreichen zu wollen oder zu müde von alledem?
Wo stehst du und was ist dein Antrieb? Bleib nicht zu lange stehen.
Entscheide dich für den Weg weiter oder zurück und dann

gehe mit Entschlossenheit!

FREI-TAG

FREI-TAG

Es ist Freitag.
DER Freitag.

Es ist der Freitag, an dem ich daran erinnert werde, wie sehr du gelitten hast.
Ich sehe deine schmerzverzerrten Augen, die gleichzeitig voller Liebe sind.
Ich sehe Filme, Bilder, Theater-Szenen, in denen du diese Last trägst.
Diese Last, dieses Kreuz, dass nicht nur real, sondern auch ein Symbol ist.
Und ich werde daran erinnert, was mir von Kleinauf erklärt wurde:

Das alles ist MEINETWEGEN passiert.
Dieses Kreuz sei Symbol für MEINE Fehler, meine SCHULD und für das, was mich von dir trennt.
Ich sehe dieses Kreuz mit diesem Verständnis und ich sehe deinen Blick.
Und ich kann es kaum ertragen.

Mein Blick will sich abwenden und aus Entsetzen wird Wut.
„Ich habe dich nicht darum gebeten“ schreit meine Seele.
Der Drang in mir einzuspringen wird groß.

„Jeder nehme sein Kreuz auf sich“ hämmert es in meinem Schädel
und ich sehe vor meinem inneren Auge dieses Kreuz, das ich als „Meines“ ansah.
Ein Kreuz das ich immer wieder trug, weil ich nicht wollte, dass jemand wegen mir leidet.
Ein Kreuz das ist immer wieder trug, weil ich die Inschrift darauf selbst einritzte:

„MEINE SCHULD“.

Ich sehe, wie ich dieses Kreuz selbst trage. Zu schwer für mich, kaum anzuheben.
Trotzdem schleife ich es Stück für Stück den Berg hinauf.
Am Gipfel des Berges ist eine Mauer.

Die Mauer, die ich aufgebaut habe. Jeder Stein trägt einen Namen.
„Lüge“, „Lästern“, „Töten von Träumen“, „Wut“, „böse Worte“….
Es ist die Mauer, die mich von dir trennt. So wurde es mir immer erklärt.
Eine Mauer, die ich immer wieder neu aufbaue und die immer da steht, egal wie weit ich mit meinem Kreuz gekommen bin.

Es ist Freitag.
DER Freitag.

Es ist der Freitag, an dem ich von dir daran erinnert werde, was das alles WIRKLICH bedeutet.
Ich sehe deine liebevollen Augen.
Ich sehe einen Film, der vor meinem inneren Auge abläuft.
Da ist kein Kreuz auf meinem Rücken, sondern ein Rucksack.
Und während ich mich den Berg des Lebens hochschleppe mit diesem schweren Rucksack, gehst du neben mir.

Und als ich mich dazu überreden lasse, kurz zu rasten, redest du mit mir.
Und du öffnest den Rucksack und betrachtest mit mir, was darin ist.
Es sind Steine. Jeder Stein trägt einen Namen.
„Lüge“, „Lästern“, Töten von Träumen“, „Wut“, „Böse Worte“…
Auf dem aller schwersten Stein ist jedoch etwas anderes eingraviert: Eine Landkarte.

Die Landkarte zeigt verschiedene Wege. Ein Weg ist fett markiert und zeigt den Weg zum Gipfel des Berges. Eine Zielmarkierung zeigt, wo es hin geht.
Aber auf dieser Karte sind auch andere Wege. Wege, die kürzer zu sein scheinen. Wege, die einfacher zu gehen sind, mit diesem schweren Rucksack, den ich trage.
Und ich sehe, wie du mir anbietest, diesen Rucksack zu tragen.
Damit ich den Weg gehen kann, der begehbar ist, wenn ich keine Lasten habe.
Damit ich den Weg gehen  kann, der zum Ziel führt.
Zum Ziel, an dem dein Vater auf mich wartet.

Und du nimmst den Rucksack mit diesen Steinen und entsorgst ihn.
Gemeinsam gehen wir weiter auf diesem Weg, der so viel schöner ist, als ich dachte.
Ich bin dankbar. Ich bin erleichtert.
Du siehst mich an: Dankbar und erleichtert,
weil ich endlich verstanden habe, dass DU diesen Rucksack für mich entsorgen möchtest.
Ich bin dankbar. Ich bin erleichtert.
Du spürst das. Du siehst es.
Gemeinsam gehen wir weiter auf diesem Weg.
Du neben mir. Ich neben dir.
Ich habe keinen Grund mehr, andere Wege zu gehen.
Mit dir statt dem Rucksack ist er begehbar, spannend, abenteuerlich und schön zugleich.

Es war keine Mauer, die mich von dir trennte.
Es waren die Wege, die ich mit meinem schweren Rucksack selbst gehen wollte.
Es war nicht der Rucksack an sich, der schwer war.
Es waren die Steine darin, aus der ich eine Mauer hätte bauen können,
an der Weggabelung, die zwischen deinem und meinem Weg lag.

Es ist Freitag.
DER Freitag.

Es ist der Freitag, an dem das größte Kreuz von mir genommen wurde:
Das Kreuz der „SCHULD“, der „FEHLER“, des „LEISTUNGSDENKENS“.
Es ist der Freitag, an dem meine Schultern neu bedeckt werden:
Mit dem Mantel der Königswürde.
In den Farben der Liebe.
Mit der Leichtigkeit in dem Wissen, dass es nicht um Fehler, Schuld oder Sünde geht, sondern darum, dass dein größter Wunsch ist, dass ich meinen Weg mit DIR gemeinsam gehe.

Es ist Freitag.
Der Tag, an dem ich FREIheit erleben, verstehen und begreifen darf.

Drachenflug

Drachenflug

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Nicht frei wie ein Vogel, der zwar in Freiheit lebt, aber sich immer wieder in seinem Nest versteckt und schreckhaft davon fliegt.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Bunt und facettenreich, hoch steigend und wiegend im Wind.

Ich will mit dem Wind tanzen, ihn nutzen und auskosten,

ich will neue Perspektiven gewinnen und das Leben, wie den perfekten Tag für einen Drachen leben:

Das Licht der Sonne auffangen und dabei in den schönsten Farben leuchten,

den Wind schätzen, der mich erst zum Fliegen bringt und die Weite genießen.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Nicht frei wie der Wind, der weht wo und wann er will und der dabei, je nach Stärke, auch Zerstörung bringen kann.

Ich will frei wie ein Drachen sein.

Frei und doch gebunden. Festgehalten und im Blick dessen, der mich lenkt.

Er lässt mich höher steigen und den Flug genießen und freut sich an mir.

Er steuert mich mit Blick auf den Wind.

Er rennt mit mir, lachend und sich freuend.

Ich will gebunden wie ein Drachen sein.

Verbunden mit dem, der weiß, wann ich höher steigen kann und wann es Zeit ist, die Leine kürzer zu halten.

Gehalten von dem, der den Wind kennt und mich vor ihm schützt, wenn er für mich nicht aushaltbar wäre.

Herausgefordert von dem, der den Wind aber auch nutzt um mir das Fliegen in den höchsten Höhen beizubringen. Nicht um losgelöst fliegen zu können, sondern um das Zusammenspiel zwischen mir und ihm zu festigen.

Er weiß, was er mir zutrauen kann, welche Höhen und Windstärken mich tanzen lassen anstatt mich zu zerstören.

Und ich weiß, dass er mich nicht loslässt.

Ich vertraue, dass er mich hält – auch wenn er dem Wind trotzt.

Ich will frei wie ein Drachen sein – gehalten und verbunden

Bis ich tatsächlich fliege in die allerhöchste Höhe.

Bis ein Teil von mir mit dem Wind verweht und die Schnur und der Lenker immer noch in der Hand des Mannes liegen, der mich dann mit Nachhause nimmt.

Das Dort im Damals und das Hier im Jetzt

Das Dort im Damals und das Hier im Jetzt

Geschrieben im März 2014. 

Wir waren gerade erste wenige Wochen in Kapstadt, wo wir für mehrere Monate in einer Kirche ehrenamtlich arbeiteten und vor allem in Townships tätig waren.
Auch heute, nachdem wir seit 4 1/2 Jahren an einem neuen Ort leben, kenne ich diese Gedanken immer wieder. Damals, zum Zeitpunkt des Verfassens, mit Blick auf Freiburg. Heute mit Blick auf Kapstadt.

Nicht allein – und doch einsam.

Nicht traurig – aber auch nicht fröhlich.

Viele neue Eindrücke, viele neue Menschen.

Und doch hänge ich am Alten fest.

Genug Gründe um glücklich zu sein.

Mehr Gründe um traurig zu sein?

Auf jeden Fall genug Gründe um dankbar zu sein!

Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde.

Dankbar für die Menschen von Damals.

Dankbar für die Menschen von Heute.

Dankbar für das was war, dankbar für das was ist.

Das Hier ist da, das Jetzt wartet

Zu oft wird es nicht wahrgenommen weil das „Damals“ und das „Dort“ brüllt.

Wie ein Löwe brüllt es in meinem Kopf um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Ich war glücklich.

Das „Dort“ zerrt an dir. Wie ein Kind, das nicht zurückgelassen werden möchte.

Oder zerre ich am „Dort“ um mich wie ein Kind zu fühlen?

Zerre ich am „Dort“ um nicht zurück gelassen zu werden?

„Komm und erlebe mich“ ruft das „Jetzt“ entgegen. Es wartet.

Geduldig. Friedlich und trotzdem in Eile.

Gleich ist er vorbei. Der Moment. Das Hier. Das Jetzt.

Zerrissen

Zerrissen

Wie kann man in dieser Welt leben und dabei das Leid ignorieren?
Wie kann man das Leid in dieser Welt sehen, ohne daran zu zerbrechen?
Wie kann man sich danach sehnen, das Herz Gottes zu spüren
und dabei das Herz gleichzeitig schützen, damit es nicht zerschmettert wird?
Wie kann man die Last, die man bei all dem Leid im Inneren verspürt durch Gebet bei Gott abgeben
ohne zu denken, dass man es sich damit wieder zu leicht macht?
Wie kann man diese Welt lieben, wenn man mit all der schönen Natur, den liebevollen Menschen und den Wundern
auch die Zerbrochenheit, die hasserfüllten Menschen und die Zerstörung dieser Wunder betrachtet?
Wie kann ich mein Leben genießen und wertschätzen und gleichzeitig wissen, dass es Menschen gibt, die missbraucht, gefoltert, vernachlässigt, misshandelt und getötet werden?
Wie kann ich mitleiden ohne Dankbarkeit zu verlieren?
Wie kann ich dieses Leben lieben, das mir geschenkt wurde ohne schlechtes Gewissen?
Und wie kann ich gleichzeitig das schwere und kaputte Leben anderer sehen, ohne mich zu vergessen?
Wie sind die Nachrichten zu ertragen?
Wie kann ich hinsehen und doch nicht danach die Augen wieder für lange Zeit verschließen, weil es so weh tut?
Ist es möglich?
Gibt es Grenzen?
Grenzen für unser Ertragen, für unsere Trauer, für unser Mitleid?
Ich weiß es nicht.
Ich spüre es gerade nicht.
Alles was ich weiß, ist dass ich spüren will.
Ich will spüren, wie es sein wird,
ich will hoffen und glauben, dass es einen Tag geben wird, an dem all das vorbei ist.
Dass es eine Welt geben wird, in der Kinder Kinder sein dürfen – unbeschwert, angstfrei und unangetastet.
Dass es ein Leben geben wird, das nicht endet und das man nicht enden möchte – weil es wundervoll ist.
Ohne Tränen. Ohne Leid. Ohne Schmerz. Ohne Angst.
Ich entscheide mich zu hoffen. 
Ich entscheide mich zu glauben.
Ich entscheide mich hinzusehen um dann die Augen zu schließen.
Im Gebet. 
Um alles, was nicht mehr zu (er)tragen ist, abzugeben an den, der zwar noch mehr leidet, noch mehr trauert und noch mehr Schmerz empfindet als ich es tue,
der aber die vollkommene Liebe ist.
Und die vollkommene Liebe vertreibt jede Furcht.
Die vollkommene Liebe erträgt alles.
Die vollkommene Liebe ist sanftmütig.
Die vollkommene Liebe eifert nicht.
Die vollkommene Liebe ist ewig und hält aus – denn die vollkommene Liebe hat den Ewigkeitsblick.
„Mein Leben, eine Geschichte“ oder „Are you ready?“

„Mein Leben, eine Geschichte“ oder „Are you ready?“

Mein Leben
Eine Geschichte.
Eine Geschichte die von Anbeginn der Zeit mit Feder und Tinte geschrieben wurde.
Geschrieben und erdacht vom Meister aller Schriftsteller,
von ihm- dem Schöpfer aller Kreaturen.

Es ist ein Buch dessen Seiten noch weiß warn,
dessen Inhalt noch frei war und dessen Ende bereits geschrieben ist.

Die ersten Kapitel sind fesselnd und spannend manchmal fast zu belebend
das Herz schlägt beim Lesen der Worte- ich spüre es beben. Weiterlesen „„Mein Leben, eine Geschichte“ oder „Are you ready?““

Vom Suchen und Finden

Vom Suchen und Finden

(geschrieben am 4.4.2015)

Vor einigen Jahren sah ich ein Video auf Youtube, bei dem ein genialer Maler ein Bild von Jesus zeichnet. Im Hintergrund läuft die Musik von David Crowder („The Glory of it all“).

Das Video berührt mich immer wieder, wenn ich es sehe und macht mir immer wieder bewusst, wie wichtig es ist, die Sichtweise zu hinterfragen oder zu ändern. Tiefer zu sehen. Sich vielleicht auch mal auf den Kopf zu stellen um das WAHRE Bild dahinter zu sehen.

HIER ist der Link zum Video, das mich zu diesem Text inspiriert hat.

 

„Wo bist du?“ frag ich dich so oft,

wenn ich durch die Straßen und Gassen der Großstadt „Alltag“ irre.

Auf dem Weg zu einem Ziel, das ich nur wage kenne.

Ich weiß, du bist neben mir, bei mir, mit mir.

Und doch erkenne ich dich oft nicht.

Nicht nur dich. Ich erkenne oft noch viel mehr nicht:

Dich. Deinen Geist. Deinen Auftrag. Deine Sicht der Dinge.

Und ich stolpere durch die Gassen.

Ich tanze durch die Straßen.

Ich taste mich nachts voran.

Immer auf der Suche nach dir, deinem Auftrag, deinem Sinn für mich.

Und ich höre viel. Ich höre Stimmen. Laute. Musik. Töne. Geschrei.

Und ich sehe viel: Ich sehe Wege. Mauern. Gebäude. Bäume.

Ich begegne vielen: Bettlern. Kindern. Gelehrten. Erfahrenen.

Und ich suche und suche und suche. Bemühe mich zu erkennen…

um schließlich festzustellen, dass ich dir längst schon ins Gesicht blicke.

Dass dein Blick schon längst in meinen Augen ruht.

Und ich mich selbst einfach vor Anstrengung auf den Kopf gestellt habe.

Ich habe einfach nicht genau hingesehen.

Ihr Tanz des Lebens

Ihr Tanz des Lebens

Der Blick auf die Füße gerichtet.

Das Pochen wird stärker.

Kleine, rote Flecken sind an den rosa Spitzenschuhen zu sehen.

Sie beschmutzen den Anblick der Perfektion und doch…

Beweisen sie etwas.

Sie sind der Nachlass des Übens.

Eine Pirouette, schön auf den Spitzen stehen um dann… bei der nächsten Drehung wieder zu stürzen.

Die Musik spielt weiter.

Leise Streicher, laute Pauken – das Orchester des Lebens wartet nicht.

Der Tanz ist da um getanzt zu werden.

Wieder aufgestanden, der Blick und das Kinn nach oben gerichtet.

Nicht aufgeben. Es geht weiter.

Und eins und zwei – die ersten Schritte werden wieder getan.

Noch fühlen sich die Positionen unsicher an. Die Ballance zu halten ist nicht leicht.

Ein kleiner Hauch gegen das Standbein und sie schwankt, kann sich gerade noch halten oder auch nicht.

An manchen Tagen verliert sie sich im Üben und vergisst doch ihren Traum.

Immer verschwommener wird er, gleitet dahin und scheint kaum noch greifbar.

Die Realität hingegen ist greifbarer als erwünscht:

Sie sitzt am Boden, betrachtet ihre geschwollenen Füße.

Das kalte Wasser tut gut und verlockt, einfach sitzen zu bleiben.

Verlockt dazu sich auszuruhen um schließlich zu warten.

Zu warten um dann schließlich bequem zu werden.

Bequem zu werden um dann schließlich den Traum ganz zu vergessen.

Doch halt. Das ist es nicht, was sie will.

Die Schuhe streifen über die Wunden.

Sie scheinen enger als vorher, aber sie passen noch.

Schließlich sind diese Schuhe für genau diese Füße gemacht.

Sie hebt ihren Blick, schließt ihre Augen und fühlt es wieder:

Ihre Sehnsucht.

Ihr Traum:

Frei wie ein Vogel. Nichts was einengt. Nichts was fesselt. Nichts was zurück hält.

Alles, was die Schritte vorgibt ist die Musik. Ohne auf den Takt zu achten, passt jede Position, jede Haltung, jeder noch so kleine Schritt.

Sie bewegt sich graziös und jede Phaser ihres Körpers zeugt von Sicherheit.

Sie ist eins mit der Musik.

Sie dreht sich im Wind, ihre Arme sind frei.

Sie ist frei in ihrer Choreographie.

Das ist es, wozu sie lebt. Das ist es, wozu sie bestimmt ist.

Das ist ihre Musik.

Das ist ihr Tanz.

Das ist ihr Leben.

 

Alle Jahre wieder…Poetry-Slam Predigt

Alle Jahre wieder…Poetry-Slam Predigt

Meine Predigt vom 10.12.2017 in Poetry-Slam Form….hoffentlich trotzdem zum Nachdenken anregend:) (Vor der Message gab es ein Theaterstück zu sehen: Eine Familie am Weihnachtsabend bekommt plötzlich unerwarteten Besuch vom Geburtstagskind. Die Familie ist darüber gar nicht erfreut. Schließlich ist Weihnachten – das Fest im Kreise der engsten Familie…)

Ein typischer Heiliger Abend – so könnte es scheinen

Möchtegern heilig im typischen Chaos- möchte man meinen.

Das Tischlein gedeckt mit festlichem Essen

Um kurz darauf den Wettkampf zu starten – beim Geschenkemessen. Weiterlesen „Alle Jahre wieder…Poetry-Slam Predigt“

Lebenswege

Lebenswege

Ein alter Text vom November 2014 – und immer wieder aktuell

Es ist manchmal unglaublich, wie stark der Gegenwind sein kann.

Du läufst deinen Langstreckenlauf des Lebens.

Es gibt verschiedene Etappen, mal bergauf, mal bergab.

Mal ist die Straße eben, mal mit kleinen Steigungen.

Manchmal läufst du auf glatten Asphalt, manchmal auf sandigem Boden.

Mal brauchst du Schuhe, mal genießt du es, Barfuß über den Rasen zu laufen.

Es gibt Tage, da raubt dir der Nebel aus Angst, Zweifel und Sorge die Sicht auf das eigentliche Ziel.

Der Wind kann erfrischend sein, wenn der Schweiß der Anstrengungen von der Stirn rinnt.

Der Wind kann Kraft rauben, wenn er dir entgegen peitscht.

Er kann dich vorantreiben, wenn du ihn im Rücken hast.

Und doch gibt es da immer wieder diese kleine Fratze,

die dich versucht davon abzuhalten, auch das kleinste Etappenziel zu erreichen.

Sie schickt die Nebel der Zweifel, bis du dich darin verlierst.

Sie legt Fallen auf dem Weg – du verfängst dich und verletzt humpelst du weiter.

Sie schmeißt Steine, die nicht nur deinen Körper sondern auch dein Herz verletzen und du fühlst dich kaum in der Lage weiter zu rennen.

Und doch:

Wenn du dich konzentrierst, kurz innehältst und dein Schritttempo verringerst, hörst du sie wieder:

Die Stimme in der Ferne, die dir die Richtung weist.

Und doch, wenn du dich konzentrierst, kurz innehältst und dein Schritttempo verringerst, siehst du es wieder:

Das durch den Nebel schwache – aber sonst grelle Licht, das dir die Richtung weist.

Und doch, wenn du dich konzentrierst, kurz innehältst und dein Schritttempo verringerst, spürst du sie wieder:

Die Hand, die dich mitzieht und dir die Richtung weist.

Es lohnt sich zu kämpfen.

Jeder Schweißtropfen der deine Stirn runter rinnt lohnt sich.

Jeder Muskelkater zeigt die Anstrengung, die du bereits hinter dir hast und dass dein Muskel weiter ausgebaut wurde.

Nimm dir Zeit. Atme durch.

Trink vom Wasser des Lebens.

Iss das lebendige Brot.

Höre wieder die Stimme, sieh wieder das Licht und spüre wieder die Hand.

Du bist nicht allein und das Ziel ist erreichbar!